Zweifel am "Gott-Vater-Fest"
Immer öfter hört man vom „Gott-Vater-Fest“, das kirchlich noch gar nicht eingerichtet ist und in diesem Jahr 2023 mit dem Fest der Verklärung Jesu Christi zusammenfiele oder es verdrängen würde. Die Kirche lehrt: Christus ist unser Erlöser, vermittelt den Zugang zu Gottvater und sendet den Heiligen Geist; die drei Personen der Allerheiligsten Dreifaltigkeit sind jede der ganze Gott, aber keine drei Götter; und der Vater offenbart sich durch Gottsohn; Gottsohn ist das Wort des Vaters, der nicht sein eigenes Wort ist. Hier einige Zweifel an den angeblichen Schauungen der Ordensfrau Eugenia Ravasio (1907-1990) aus dem Jahre 1932.
I. Sonderbares bei den „Visionen“,
II. Kommentar zur „Gott-Vater-Litanei“,
III. Parallele zur den 99 Anrufungen Allahs,
IV. Frage nach unbewusst berauschender Pflanze.
I. SONDERBARES BEI DEN „VISIONEN“
In ihrem Buch schrieb Mutter Ravasio, dass sie persönlich Gott den Vater sah und dass Gott der Vater neben ihr saß. Am 1. Juli 1932 zitierte sie in Buch 1, Teil 1,…Mehr
Die Geburt Jesu ist ein Fest Gottvaters, Mariae Verkündigung sowohl des zeugenden Gottvaters als auch des vermittelnden Heiligen Geistes. Jesu Himmelfahrt zu Gottvater: ein Gott-Vater-Fest! An Pfingsten wrrden wir in den Herausgang des Hl. Geistes aus Gottvater und Gottsohn einbezogen. Joh 15, 26: Jesus SENDET VOM VATER den Hl. Geist! Pfingsten ist dieses trinitarische Ereignis-Fest, kein spezielles Fest zu Ehren des Hl. Geistes. Was am eigenen sogenannten "Gott-Vater-Fest" stört, ist die Ausblendung der beiden anderen Personen. @fire stone @Norbert von Xanten @kyriake
Dann sollte man bei denen von Ihnen genannten Festen auch ein größeres Augenmerk auf GOTT den VATER legen!
Ja, formell schon. Aber formell fehlt wirklich der Vater im Festkalender. Die Namen Jesu-Litanei ist effektiv die Vaterlitanei, die Allerheiligen- die Geist- und die Toten- die Sohnlitanei. Diese drei haben christologische Zusätze, per nativitatem tuam libera nos.
Auch wenn der VAter in den meisten Orationen angesprochen und Empfänger der Liturgie ist (in Christo), fehlt er im täglichen Bewusstsein der Gläubigen. Auch die Verklärung wird dem nicht gerecht.
Wo "Gott" angeredet oder behandelt wird (Theologie) ist normalerweise der Vater gemeint. Ist ER etwa allgemein in der theologalen Tugend "Glauben" angesprochen, so dass man in der Annahme der Geheimnisse den VAter ehrt? so erübrigt sich ein liturgisches Vaterfest. Ich sehe auch keines im Kalender (wo man es hintun könnte) und vielleicht ist das auch die Meinung des "Vaters" dass ER kein formelles Fest braucht - sonst hätte Er es mit Fronleichnam oder Herz Jesu schon längstens anregen können.
Und wenn Er es auch täte, ist noch nicht gewiss, dass es realisiert würde. Da würden sicher die Feministen motzen.
Nachdem JESUS und der HL. GEIST einige Feste im Kirchenjahr verzeichnen dürfen, wäre es schon angebracht, wenn auch eine Festoktav für GOTT VATER - die erste Person GOTTES - eingerichtet werden würde!!!
Die Ordensfrau Eugenia Ravasio behauptet, Gottvater habe ihr beim Aufschreiben die Hand geführt. Das erinnert an das "automatische Schreiben". Gott wendet sich aber an die Vernunft und nicht an psychische Mechanismen. Zum angeblichen Führen der Schreibhand durch Gottvater: Sind die sog. „Gott-Vater-Botschaften” wahr oder falsch?
Ein Fest für Gott Vater ist an sich legitim. DEr Monat August ist der WEisheit geweiht, und der 6. Tag ist die Apostolische Rede, bauend auf dem Schnee einen Tag zuvor.
Der GOTT-VATER-Sonntag soll der erste Sonntag im August sein, der immer auf einen anderen Tag fällt!
Ich habe eine kleine Broschüre mit einigen Botschaften von Eugenia gelesen. Mir war nicht klar (nicht in der Broschüre beschrieben), ob sie einen Seelsorger hatte. Ich würde allererste fest beim Lehramt der wahren katholischen Kirche halten und dann zur Botschaften/Andachten gehen. Ich habe schon viele Täuschung in diese Richtung erlebt konnte nur davon herauskommen, nachdem ich die Lehre der Kirche in Betrachtung nahm. Die allein kann uns den wahren und sicheren Weg gewährleisten. Natürlich, sind auch dazu Botschaften und Andachten, die mit der Lehre der Kirche (vor II. Konzil) in Eintracht sind. Danach würde ich mir auch ausrichten.
„(...)Deshalb ist die Lage derer, die sich durch das himmlische Geschenk des Glaubens der katholischen Wahrheit angeschlossen haben, und derer, die, geführt von menschlichen Meinungen, einer falschen Religion folgen, keineswegs gleich; jene nämlich, die den Glauben unter dem Lehramt der Kirche angenommen haben, können niemals einen triftigen Grund haben, ebendiesen Glauben zu wechseln oder in Zweifel zu ziehen“ (Pius IX in der dogmatische Konstitution Filius Dei 1870)
Daß "eine Person mit Sicherheit ewige Erlösung erreichen kann, indem sie Gott nur einmal beim Namen 'Vater' nennt", ist in der Tat schon NamensMagie. Beim Braunen Skapulier von Karmel u.a. ist es freilich ähnlich. Laut K.JAROS gebrauchte übrigens schon die vorchr. Lit. der Juden den Terminus "ABBA".
Manchen dient jeder Stuss - sogar ungeprüft - ihrer "Aufklärung". Eines kann man aber sagen: der Herr lässt Seiner nicht spotten. Die Gott-Vater-Visionen von Mutter Eugenia Elisabetta Ravasio sind echt, da besteht überhaupt kein Zweifel und jedes Kind im Glauben nimmt es dankend an!
Aufrichtig geschätzter @Fahrer von Ars, bitte überlegen Sie mal: Sie statten eine Privatoffenbarung mit Unfehlbarkeit aus und bezeichnen Zweifel und Kritik als Verspottung Gottes und behaupten, ein gläubiger Mensch glaube an das von Sr. Eugenia Ravasio Gesagte. Merken Sie nicht, dass Ihre Position (natürlich nicht grundsätzlich, aber in diesen Worten gerade eben) genau das typisch Sektiererische erkennen lässt? Auch das sog. BdW verlangt ganz ähnlich Gefolgschaft.
Ich denke, das grundüberzeugende Anliegen von Mutter Eugenia Ravasio ist die Verehrung Gottes, des Vaters, in einem eigenen liturgischen Fest. Das ist das unumstößlich GLAUBWÜRDIGE an dieser "Privat"-Offenbarung = Botschaft an die Gesamtkirche, völlig analog zur Glaubwürdigkeit der Initative in der Schauung zur Begründung des Fronleichnamsfestes von Juliana von Lüttich oder von Sr. Faustine zur Begründung des Barmherzigkeitssonntages.