Wie die Feier der Osternacht durch die vier Lesungen im Meßbuch von 1962 beschädigt wird.
Wie die Feier der Osternacht durch die vier Lesungen im Meßbuch von 1962 beschädigt wird.
Auferstehung Christi
Christus wird aus den Lesungen entfernt,
die Christen werden nicht mehr als Teilhaber des Lebens im neuen Jerusalem nach dem Jüngsten Gericht genannt.
Im Meßbuch von 1962 findet eine stark beschädigte Feier der Osternacht statt. Eine dieser Schadstellen sind die 12 Prophetien des tridentinischen Meßbuchs[1]. Sie wurden auf nur 4 reduziert, die die religiöse Botschaft der tridentinischen Feier der Osternacht stark beschädigen.[i]
Warum ist das Meßbuch von 1962 heute noch wichtig? Weil die traditionalistischen Priesterbruderschaften das Meßbuch von 1962 verwenden – und damit haben sie diese Neufassung der Feier der Osternacht mit vier Lesungen zu verwenden. Und nicht etwa die echte katholische, die tridentinische, die bis 1950 die einzig gültige war (und heute natürlich immer noch ist).
Warum wird die Feier der Osternacht durch Streichung von acht Lesungen im Meßbuch von 1962 (im …Mehr
Das mit den verschiedenen liturgischen Varianten vor dem Tridentinum ist richtig.
Aber: Gerade deshalb hatte die tridentinische Kommission unter Pius V. ja die beste Form zusammenzustellen. Sie haben vieles gesichtet, bewertet, und das Beste herauskristallisiert. Im tridentinischen Meßbuch.
Bei der Feier der Osternacht nach dem 1951er/1962er Meßbuch ist diese weise Zusammenstellung Pius' V. zunichte gemacht worden. Dies hatte ich bereits für Teil 1- die Weihe der Osterkerze – gezeigt. Bei den 12 Prophetien schufen sie nochmals ein ähnliches Desaster.
Stellen wir an die 4 Prophetien der 1962er Fassung folgende Frage:
Gilt das mit der Erlösung am Ende, dem Weinberg, auch für Christen?
Die 12 Prophezeiungen der tridentinischen Feier der Osternacht erzählen den Gang der Menschheit von der Schöpfung über den Opfertod von Gottes Sohn bis zum Jüngsten Gericht, der Auferstehung und der Aufnahme der Erwählten in das neue Jerusalem. Das werden (unter anderen?) diejenigen sein, die zum neuen Bund gehören, den der Messias bei seinem Wandel auf Erden gegründet hat. Die 5. Prophetie, Jesaja 54,17 u. 55, 1-11, verkündet, daß alle Völker der Erde zu dem Messias eilen und sich ihm anschließen sollen. Er wird den neuen Bund gründen.
Diese konkreten Aussagen haben Propheten lange vor Christi Geburt angekündigt. Damit bestätigt das Alte Testament das Wirken Christi, des Messias und die Bedeutung seiner Kirche, dem neuen Bund.
Nimmt man nun die vier Prophezeiungen der Feier der Osternacht nach dem Meßbuch von 1951/1962, dann gibt uns die dritte Prophetie, Isaias 4. 2-6, eine Schilderung des Zustandes der Erlösung. Das angeschlossene Canticum, Is 5.1 - 2, über den Weinberg führt dies noch weiter aus: „Der Weinberg des Herrn(…) ist das Haus Israel.“ Wer sind dann diese Menschen, die errettet werden? Die dritte Prophezeiung spricht von Israel, Jerusalem, dem Schmutz, der abgewaschen wird von den Töchtern Sions und der Blutschuld Jerusalems, die durch das Gericht gereinigt wird. Und da ist der Berg Sion, über dem der Herr wacht – wie auch überall, wo er angerufen wird.
Es ist nicht klar, ob die Christen mit einbezogen sind. Das 1951er/62er Meßbuch fügt deshalb hier in der abschließenden Oratio zur 3. Prophetie ausdrücklich die Interpretation hinzu: „Gewähre deinen Völkern, die dir Weinberg und Saatfeld bedeuten, …“ Also allen Völkern Gottes. Auch uns. Da es nicht klar aus der dritten Prophezeiung hervorgeht, ob auch die Christen gerettet werden, muß 1951 also extra noch im Zusatzgebet erklärt werden, daß das für alle Völker Gottes gilt. Das ist eine hinzugefügte Behauptung, die nicht eindeutig aus der 3. Prophetie hervorgeht, die sich nicht in der angeführten Stelle der hl. Schrift findet. Die ersichtlich künstlich hinzugesetzt wird - in der Oratio der tridentinischen 3. Prophetie gab es diesen Wortlaut nicht. Das war auch nicht nötig, weil andere Prophetien wie die 5. Prophetie, Jesaja 54,17 u. 55, 1-11 etc. das geklärt haben. Auch die 7. Prophetie, Ezechiel 37, befaßt sich intensiv mit der Frage.
Also: Gilt das mit der Erlösung am Ende, dem Weinberg, auch für Christen? - Je nach Meßbuch. Und der Interpretation. Aber so klar ist das gar nicht. Seit Bugnini.
Man könnte auch fragen: Ist auch von Christus die Rede?
Die gleiche Situation ergibt sich nämlich auch, wenn wir berücksichtigen, daß in den tridentinischen Prophetien der Osterfeier geschildert wird, wie Christi Opfertod bereits in den alttestamentarischen Prophetien beschrieben wird. 1951/1962 findet sich dieser Aspekt nicht mehr in den vier Prophetien.
Also: : Ist auch von Christus die Rede? - Je nach Meßbuch. Und der Interpretation. Aber so klar ist das gar nicht. Seit Bugnini.
Übrigens haben die Nachbearbeiter nach Vatikan II erkannt, daß das ohne Christus in den Prophetien so nicht geht und haben versucht, diesen Punkt zu heilen, indem sie eine diesbezügliche Lesung hinzufügten.
Ich könnte einiges hinzusetzen, was Bugnini alles eliminiert hat mit seinem gezielten Kahlschnitt der 12 Prophezeiungen. Man denke nur an das Thema der Auferstehung im Leibe. Usw usw.
Es wurde eben von Bugninis Kommission ab 1949 viel rausgeschnitten aus der katholischen tridentinischen Liturgie. Viel vom Kern des katholischen Glaubensgutes. Und das hat das 1962er Meßbuch leider voll abgekriegt.
Sie hätten wenigstens erwähnen sollen, daß die "zwölf Prophetien" gar nicht zwölf Prophetien sind...
Tatsache ist und bleibt: die Römische Liturgie kannte ursprünglich auch nur vier Lesungen. Erst im Mittelalter ging man dazu über, die Zahl zu erhöhen.
Die vielen Deutschen Diözesen, die bis zum Ende des 19. Jh. ihre eigenen Missalien hatten, hatte auch bis zur Einführung der Römischen Liturgie nur vier Lesungen.
zu Bethlehem 2014
Ihre Frage zu der Bezeichnung „Prophetien“ kann leicht beantwortet werden:
Das tridentinische Meßbuch spricht von 12 „Prophetiae“, 12 Prophezeiungen bzw. Prophetien. Es spricht von „Prophetien“, weil die 12 Texte den alttestamentarischen Schriften der Propheten entstammen.
Tridentinisches Meßbuch: Prophetia
Das Meßbuch von 1951/1962 nennt seine vier übriggebliebenen Texte “Lesungen“. Warum die Kommission um Bugnini den Begriff der „Prophetie“ ersetzt hat durch „Lesungen“, „Lectio“, das hat sie uns nicht erklärt.
1962er Meßbuch: Lectio
Das Meßbuch ab 1968 spricht von 8 Lesungen. Hier wird die Titeländerung nötig, weil auch Texte des Neuen Testaments mit aufgenommen wurden.