Antonio Santorio

Wie die Feier der Osternacht durch die vier Lesungen im Meßbuch von 1962 beschädigt wird.

Wie die Feier der Osternacht durch die vier Lesungen im Meßbuch von 1962 beschädigt wird.

Auferstehung Christi

Christus wird aus den Lesungen entfernt,
die Christen werden nicht mehr als Teilhaber des Lebens im neuen Jerusalem nach dem Jüngsten Gericht genannt.


Im Meßbuch von 1962 findet eine stark beschädigte Feier der Osternacht statt. Eine dieser Schadstellen sind die 12 Prophetien des tridentinischen Meßbuchs[1]. Sie wurden auf nur 4 reduziert, die die religiöse Botschaft der tridentinischen Feier der Osternacht stark beschädigen.[i]
Warum ist das Meßbuch von 1962 heute noch wichtig? Weil die traditionalistischen Priesterbruderschaften das Meßbuch von 1962 verwenden – und damit haben sie diese Neufassung der Feier der Osternacht mit vier Lesungen zu verwenden. Und nicht etwa die echte katholische, die tridentinische, die bis 1950 die einzig gültige war (und heute natürlich immer noch ist).

Warum wird die Feier der Osternacht durch Streichung von acht Lesungen im Meßbuch von 1962 (im Vergleich zu den 12 im tridentinischen Meßbuch) beschädigt?

Christus wird aus den Lesungen entfernt


Das tridentinische Meßbuch schildert in seinen zwölf „Prophetien“ aus dem Alten Testament wie der Messias bereits im Alten Testament angekündigt wurde. Das ist wichtig: Christus ist gekommen, um die hl. Schrift zu erfüllen. Hier nimmt die dritte Prophetie im tridentinischen Meßbuch eine wichtige Rolle ein. Abraham, der als Vater seinen Sohn Isaak opfern soll, ist eine Vorankündigung des Opfers, das der Vatergott mit seinem eingeborenen Sohn bringen wird. Es zeigt dabei die Liebe Gottes, der Abraham dieses Opfer vorausschauend vollziehen läßt – ihn vom Vollzug dieses Opfers im letzten Moment verschont. Ein Nachsehen, das Gottvater für sich selbst nicht beanspruchen wird. Sein Sohn wird den Opfertod erleiden.
Die vier Lesungen im Meßbuch von 1962 haben diese Lesung gestrichen. Es gibt auch keinen ähnlichen Text, der sie ersetzen würde.
1 Mose 22.1-19, schildert das Opfer des Isaak durch seinen Vater Abraham. Das Opfer des Isaak ist das Vorbild des Kreuzesopfers. Es stellt die dritte Prophetie der tridentinischen Feier der Osternacht dar, die bis 1950 offiziell gelesen wurde:

„Nach diesen Ereignissen stellte Gott Abraham auf die Probe. Er sprach zu ihm: Abraham! Er sagte: Hier bin ich. Er sprach: Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du liebst, Isaak, geh in das Land Morija und bring ihn dort auf einem der Berge, den ich dir nenne, als Brandopfer dar! Frühmorgens stand Abraham auf, sattelte seinen Esel, nahm zwei seiner Knechte mit sich und seinen Sohn Isaak, spaltete Holz zum Brandopfer und machte sich auf den Weg zu dem Ort, den ihm Gott genannt hatte. Als Abraham am dritten Tag seine Augen erhob, sah er den Ort von weitem. Da sagte Abraham zu seinen Knechten: Bleibt mit dem Esel hier! Ich aber und der Knabe, wir wollen dorthin gehen; dann wollen wir zu euch zurückkehren. Abraham nahm das Holz für das Brandopfer und lud es seinem Sohn Isaak auf. Er selbst nahm das Feuer und das Messer in die Hand. So gingen beide miteinander. Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham. Er sagte: Mein Vater! Er antwortete: Hier bin ich, mein Sohn! Dann sagte Isaak: Hier ist Feuer und Holz. Wo aber ist das Lamm für das Brandopfer? Abraham sagte: Gott wird sich das Lamm für das Brandopfer ausersehen, mein Sohn. Und beide gingen miteinander weiter. Als sie an den Ort kamen, den ihm Gott genannt hatte, baute Abraham dort den Altar, schichtete das Holz auf, band seinen Sohn Isaak und legte ihn auf den Altar, oben auf das Holz. Abraham streckte seine Hand aus und nahm das Messer, um seinen Sohn zu opfern. Da rief ihm der Engel des Herrn vom Himmel her zu und sagte: Abraham, Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. Er sprach: Streck deine Hand nicht gegen den Knaben aus und tu ihm nichts zuleide! Denn jetzt weiß ich, daß du Gott fürchtest; du hast mir deinen Sohn, deinen einzigen, nicht vorenthalten. Abraham erhob seine Augen, sah hin und siehe, ein Widder hatte sich hinter ihm mit seinen Hörnern im Gestrüpp verfangen. Abraham ging hin, nahm den Widder und brachte ihn statt seines Sohnes als Brandopfer dar. Abraham gab jenem Ort den Namen: Der Herr sieht, wie man noch heute sagt: Auf dem Berg lässt sich der Herr sehen. (…)“[2]

Diese bedeutende Lesung (im tridentinischen Meßbuch „Prophetie“ genannt) wird aus dem 1962er Meßbuch gestrichen. Es findet sich auch kein Ersatz dafür.[ii]

Christus wird damit in den Lesungen der Osternacht nicht mehr erwähnt. Die Vorankündigung seines Kreuzesopfers fällt weg.

Eine weitere wichtige Beschädigung der Lesungen im 1962er Meßbuch:

Die Christen werden nicht mehr als Teilhaber des Lebens im neuen Jerusalem nach dem Jüngsten Gericht genannt.
Wer wird zu den Auserwählten zählen, die am Ende bei Gott sein dürfen, in Jerusalem, im Weinberg des Herrn?


Die fünfte Prophetie des tridentinischen Meßbuchs verkündet Jesaja 54,17 u. 55, 1-11: sie verkündet, daß alle Völker der Erde zu dem Messias eilen und sich ihm anschließen sollen. Er wird dann den neuen Bund gründen.

„Das ist das Erbe der Knechte des Herrn und die Gerechtigkeit, die ihnen von Mir zuteil wird“, spricht der Herr. Kommt, all ihr Durstigen, kommet zum Wasser und die ihr kein Geld habt, eilet, kaufet und esst! Kommet und kauft ohne Geld und ohne Gegengabe Wein und Milch. Warum wägt ihr das Geld dar für etwas, was kein Brot ist, und euren Verdienst und werdet doch nicht satt? Hört mir aufmerksam zu, dann werdet ihr Gutes genießen und eure Seele soll sich laben an kräftiger Speise. Neigt mir euer Ohr zu und kommt zu mir. Höret und eure Seele wird leben. Ich will mit euch einen ewigen Bund schließen gleich den Gnadenerweisen, die für David ewig währen.
Sehet! Zum Bürgen gebe Ich Ihn (den Messias) den Völkern, zum Führer und Lehrer den Heiden . Sieh, ein Volk, das Du (der Messias) nicht kennst, wirst Du herbeirufen und die Heiden, die Dich nicht kannten, werden zu Dir eilen um des Herrn, Deines Gottes und des Heiligen in Israel willen, denn Er hat Dich verherrlicht. Sucht den Herrn, solange Er sich finden lässt. Ruft Ihn, während Er nah ist. (…)“


Aus allen Völkern werden die Menschen zum Messias strömen und Teil des Neuen Bundes werden. Sie werden mit Christus nach dem Jüngsten Gericht leben.

Diese Lesung gibt es nicht mehr im 1962er Meßbuch.

Nimmt man nun die vier Lesungen der Feier der Osternacht nach dem Meßbuch von 1962, dann gibt uns nur die dritte Prophetie, Isaias 4. 2-6, eine Schilderung des Zustandes der Erlösung. Das angeschlossene Canticum, Is 5.1 - 2, über den Weinberg führt dies noch weiter aus: „Der Weinberg des Herrn(…) ist das Haus Israel.“ Wer sind dann diese Menschen, die errettet werden? Die dritte Prophezeiung spricht von Israel, Jerusalem, dem Schmutz, der abgewaschen wird von den Töchtern Sions und der Blutschuld Jerusalems, die durch das Gericht gereinigt wird. Und da ist der Berg Sion, über dem der Herr wacht – wie auch überall, wo er angerufen wird.

An keiner Stelle wird gesagt, daß die Christen mit einbezogen sind. Das 1962er Meßbuch fügt deshalb hier in der abschließenden Oratio zur 3. Prophetie ausdrücklich die Interpretation hinzu: „Gewähre deinen Völkern, die dir Weinberg und Saatfeld bedeuten, …“ Also allen Völkern Gottes. Da es nicht aus der dritten Prophezeiung hervorgeht, ob auch die Christen gerettet werden, muß 1951 also extra noch im Zusatzgebet erklärt werden, daß das für alle Völker Gottes gilt. Das ist eine hinzugefügte Behauptung, die sich nicht in der angeführten Stelle der hl. Schrift findet. Die hinzugesetzt wird - in der Oratio der tridentinischen 3. Prophetie gab es diesen Wortlaut nicht. Das war auch nicht nötig, weil andere Prophetien wie die 5. Prophetie, Jesaja 54,17 u. 55, 1-11 etc. das geklärt haben.

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Fazit
Die Auswahl der Lesungen, die wir im Meßbuch von 1962 finden, stellt eine enorme Zerstörung der ursprünglichen Botschaft dar, die im tridentinischen Meßbuch ursprünglich gegeben worden war. Die Beschreibung der Zukunft der Christen, der Kinder der Kirche, wurde ausgelöscht. Und die alttestamentarische Botschaft, daß Gottes Sohn am Kreuz geopfert werden wird, wurde gestrichen. Und ich habe hier nur 2 Beispiele von mehreren ausgeführt, die sich in der Umgestaltung der Lesungen finden.
1950 saß die zuständige liturgische Reformkommission bei ihrer Arbeit vor den überkommenen zwölf tridentinischen Lesungen: sie hatte das tridentinische Meßbuch vor sich liegen. Und sie strichen gut bedacht acht der zwölf Lesungen weg. Wenn man weiß, daß der Kommissionssekretär Annibale Bugnini seit langem schon ein weltberühmter Liturgie-Neuschreiber war (siehe hier: S. 11 Stichwort „Nostra Messa“), der durch seine vollkommen verrückten neuen Meßfassungen auf sich aufmerksam gemacht hatte, dann darf man sicher sein, daß das Weggestrichene in vollem Bewußtsein weggestrichen wurde. Sie wußten, was sie taten und sie wollten das tun.

Wenn man das verstanden hat, diese tiefe und bewußte Zerstörung der Liturgie der Feier der Osternacht durch diese Menschengruppe (und der gesamten hl. Woche; siehe auch hier ab S. 19 ff Die zerstörte Vigil der Osternacht (ab S. 20 im … ) – muß man dann nicht zumindest für die österliche Karwoche von dem 1962er Meßbuch (das diese zerstörte neue Form der Liturgie der Karwoche weitertransportiert) Abstand nehmen und zum tridentinischen Meßbuch greifen?

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Anhang:

Stehen im Meßbuch bis 1950 (das im wesentlichen das tridentinische war) in der Feier der Osternacht eigentlich die ursprünglichen 12 Prophetien? Also diejenigen Texte, die Papst Pius V. für alle Zeiten als unantastbar bestimmt hat oder wurden die im Laufe der Zeiten ohnehin geändert?

Das ist eine Frage, die oft gestellt wird.

Ich habe es deshalb heute morgen nochmal überprüft und bin die 12 Prophetien in der Erstfassung nochmal genau durchgegangen und habe sie mit den 12 Prophetien in den Meßbüchern bis 1950 verglichen.

Ergebnis:

Die 12 Prophetien, die ich in einem tridentinischen Schott-Messbuch und anderen Meßbüchern bis 1950 lese sind exakt die gleichen, wie diejenigen 12 Prophetien, die Papst Pius V. festgelegt hat: 1570 wurde dieses tridentinische Meßbuch von Pius V. mit seiner Apostolischen Konstitution "Quo primum" in Kraft gesetzt, die mir vorliegende Ausgabe des tridentinischen Meßbuchs ist aus dem Jahre 1574. Das ist der Text der Erstfassung.
Diese tridentinische Liturgie ist so heilig, daß niemand es wagte, im Laufe der Jahrhunderte an die Feier der Osternacht mit ihren 12 Prophetien die Hand anzulegen und etwas zu ändern.
Das geschah erst 1950. Da aber wurde es knallhart und radikal durchgeführt - am Herzstück des liturgischen Kirchenjahres, der Feier der Osternacht. Und wie es das Schicksal so will lebt diese Schandtat des Jahres 1950 im 1962er Meßbuch fort. Interessant: Das sind Dinge, die am Ende des 2. Weltkriegs eingeleitet wurden.

Da eine solche Feststellung manche unvorbereitete Geister gerade in traditionellen Kreisen überrascht, oft empört, weise ich zum wiederholten Male auf meine Darstellung dieser neuen Feier der Osternacht hin: S. 19 ff Die zerstörte Vigil der Osternacht (ab S. 20 im … Und eben die hier vorgelegte, die wie gesagt, nur zwei der zerstörten Bereiche anführt; es sind deutlich mehr.

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[1] Sie heißen Prophetien im tridentinischen Meßbuch und Lesungen im 1962er Meßbuch. Ich werde beide Begriffe verwenden.
[2] Bibeltexte übersetzt nach der Vulgata-Ausgabe

[i] Die Änderung wurde durch die pontifikale Liturgiekommission 1951 durchgeführt und findet sich auch im Meßbuch von 1962 noch. In Zusammenhang mit Vatikan II fand eine Überarbeitung der Osterfeier statt. Dort wurden die 4 Lesungen auf 8 erweitert. Diese modifizierte Form der Lesungen in der Feier der Osternacht gilt seit 1968 bis heute.
[ii] Auch die überarbeitete Version von 1968 schafft dafür keinen Ersatz, denn der dort neu hinzugefügte Text bringt zwar das Thema, jedoch nicht die Innigkeit der Abraham-Stelle
8889
Juan Cruz

Sehr interessant, denn die 1962er Messe der Piusse, Petrusse usw. ist nicht die wahre traditionelle tridentinische Messe des Hl. Pius V.

Bethlehem 2014

... sondern welche?

Juan Cruz

Na die nach dem Messbuch welches nach dem Konzil von Trient bis 1950 zelebriert wurde !

Bethlehem 2014

Da kennen Sie sich aber schlecht aus! - Zwischen 1570 und 1950 gab es mehrere Reformen des tridentinischen Missale mehrerer Päpste.
Steht alles vorn im Missale von 1962.
Natürlich auch in dem von 1950. 🥴
Natürlich bis auf die letzte...

Antonio Santorio

Das mit den verschiedenen liturgischen Varianten vor dem Tridentinum ist richtig.
Aber: Gerade deshalb hatte die tridentinische Kommission unter Pius V. ja die beste Form zusammenzustellen. Sie haben vieles gesichtet, bewertet, und das Beste herauskristallisiert. Im tridentinischen Meßbuch.
Bei der Feier der Osternacht nach dem 1951er/1962er Meßbuch ist diese weise Zusammenstellung Pius' V. zunichte gemacht worden. Dies hatte ich bereits für Teil 1- die Weihe der Osterkerze – gezeigt. Bei den 12 Prophetien schufen sie nochmals ein ähnliches Desaster.
Stellen wir an die 4 Prophetien der 1962er Fassung folgende Frage:
Gilt das mit der Erlösung am Ende, dem Weinberg, auch für Christen?
Die 12 Prophezeiungen der tridentinischen Feier der Osternacht erzählen den Gang der Menschheit von der Schöpfung über den Opfertod von Gottes Sohn bis zum Jüngsten Gericht, der Auferstehung und der Aufnahme der Erwählten in das neue Jerusalem. Das werden (unter anderen?) diejenigen sein, die zum neuen Bund gehören, den der Messias bei seinem Wandel auf Erden gegründet hat. Die 5. Prophetie, Jesaja 54,17 u. 55, 1-11, verkündet, daß alle Völker der Erde zu dem Messias eilen und sich ihm anschließen sollen. Er wird den neuen Bund gründen.
Diese konkreten Aussagen haben Propheten lange vor Christi Geburt angekündigt. Damit bestätigt das Alte Testament das Wirken Christi, des Messias und die Bedeutung seiner Kirche, dem neuen Bund.
Nimmt man nun die vier Prophezeiungen der Feier der Osternacht nach dem Meßbuch von 1951/1962, dann gibt uns die dritte Prophetie, Isaias 4. 2-6, eine Schilderung des Zustandes der Erlösung. Das angeschlossene Canticum, Is 5.1 - 2, über den Weinberg führt dies noch weiter aus: „Der Weinberg des Herrn(…) ist das Haus Israel.“ Wer sind dann diese Menschen, die errettet werden? Die dritte Prophezeiung spricht von Israel, Jerusalem, dem Schmutz, der abgewaschen wird von den Töchtern Sions und der Blutschuld Jerusalems, die durch das Gericht gereinigt wird. Und da ist der Berg Sion, über dem der Herr wacht – wie auch überall, wo er angerufen wird.
Es ist nicht klar, ob die Christen mit einbezogen sind. Das 1951er/62er Meßbuch fügt deshalb hier in der abschließenden Oratio zur 3. Prophetie ausdrücklich die Interpretation hinzu: „Gewähre deinen Völkern, die dir Weinberg und Saatfeld bedeuten, …“ Also allen Völkern Gottes. Auch uns. Da es nicht klar aus der dritten Prophezeiung hervorgeht, ob auch die Christen gerettet werden, muß 1951 also extra noch im Zusatzgebet erklärt werden, daß das für alle Völker Gottes gilt. Das ist eine hinzugefügte Behauptung, die nicht eindeutig aus der 3. Prophetie hervorgeht, die sich nicht in der angeführten Stelle der hl. Schrift findet. Die ersichtlich künstlich hinzugesetzt wird - in der Oratio der tridentinischen 3. Prophetie gab es diesen Wortlaut nicht. Das war auch nicht nötig, weil andere Prophetien wie die 5. Prophetie, Jesaja 54,17 u. 55, 1-11 etc. das geklärt haben. Auch die 7. Prophetie, Ezechiel 37, befaßt sich intensiv mit der Frage.
Also: Gilt das mit der Erlösung am Ende, dem Weinberg, auch für Christen? - Je nach Meßbuch. Und der Interpretation. Aber so klar ist das gar nicht. Seit Bugnini.
Man könnte auch fragen: Ist auch von Christus die Rede?
Die gleiche Situation ergibt sich nämlich auch, wenn wir berücksichtigen, daß in den tridentinischen Prophetien der Osterfeier geschildert wird, wie Christi Opfertod bereits in den alttestamentarischen Prophetien beschrieben wird. 1951/1962 findet sich dieser Aspekt nicht mehr in den vier Prophetien.
Also: : Ist auch von Christus die Rede? - Je nach Meßbuch. Und der Interpretation. Aber so klar ist das gar nicht. Seit Bugnini.
Übrigens haben die Nachbearbeiter nach Vatikan II erkannt, daß das ohne Christus in den Prophetien so nicht geht und haben versucht, diesen Punkt zu heilen, indem sie eine diesbezügliche Lesung hinzufügten.
Ich könnte einiges hinzusetzen, was Bugnini alles eliminiert hat mit seinem gezielten Kahlschnitt der 12 Prophezeiungen. Man denke nur an das Thema der Auferstehung im Leibe. Usw usw.
Es wurde eben von Bugninis Kommission ab 1949 viel rausgeschnitten aus der katholischen tridentinischen Liturgie. Viel vom Kern des katholischen Glaubensgutes. Und das hat das 1962er Meßbuch leider voll abgekriegt.

Bethlehem 2014

Sie hätten wenigstens erwähnen sollen, daß die "zwölf Prophetien" gar nicht zwölf Prophetien sind... 🥴

Bethlehem 2014

Tatsache ist und bleibt: die Römische Liturgie kannte ursprünglich auch nur vier Lesungen. Erst im Mittelalter ging man dazu über, die Zahl zu erhöhen.
Die vielen Deutschen Diözesen, die bis zum Ende des 19. Jh. ihre eigenen Missalien hatten, hatte auch bis zur Einführung der Römischen Liturgie nur vier Lesungen.

Antonio Santorio

zu Bethlehem 2014
Ihre Frage zu der Bezeichnung „Prophetien“ kann leicht beantwortet werden:
Das tridentinische Meßbuch spricht von 12 „Prophetiae“, 12 Prophezeiungen bzw. Prophetien. Es spricht von „Prophetien“, weil die 12 Texte den alttestamentarischen Schriften der Propheten entstammen.
Tridentinisches Meßbuch: Prophetia
Das Meßbuch von 1951/1962 nennt seine vier übriggebliebenen Texte “Lesungen“. Warum die Kommission um Bugnini den Begriff der „Prophetie“ ersetzt hat durch „Lesungen“, „Lectio“, das hat sie uns nicht erklärt.
1962er Meßbuch: Lectio
Das Meßbuch ab 1968 spricht von 8 Lesungen. Hier wird die Titeländerung nötig, weil auch Texte des Neuen Testaments mit aufgenommen wurden.