@Klaus Elmar Müller Als Abt ist er aber immer eine öffentliche Person. Natürlich hat er seine persönliche Frömmigkeit und ich stimme Ihnen zu, dass es wichtig ist das ein Abt auch im guten Sinne fromm ist. Wenn er aber ganz offiziell an derartigen erscheinungsbewegten Treffen usw. teilnimmt, und das ganze Kloster in diese Richtung tendiert, kann dass u. U. schwierig werden. Auch schon in früheren Jahren haben sich Kirchenobere teilweise zu sehr von solchen Dingen vereinnahmen lassen.
Leider hängt Abt Heim sehr an nicht anerkannten Erscheinungen. Heiligenkreuz hat ja eine große Nähe zu Medjugorje, was nicht unproblematisch ist. Außerdem sympathisiert der Abt mit der sogenannten Seherin von Sievernich, hat diese schon eingeladen und an ihren Ausführungen und Erscheinungen (?) teilgenommen.
Weitere Blutwunder ereigneten sich 1952 in Rodalben oder bei Anna Henle in Aichstetten. Zwar nicht direkt während einer Messfeier, aber noch in tridentinischer Zeit.
@viatorem Das könnte so sein. Aber der Himmel macht keine Fehler. Und wenn es halt mehrere Dinge im Leben der Resl gibt die nicht passen, dann wäre das Grund genug für mich vorsichtig zu sein. Und jeder der sie verehren möchte, kann das ja gerne tun. Übrigens: Ob Seligsprechungen wirklich immer so gut geprüft werden, daran habe ich inzwischen Zweifel. Die wunderlose Seligsprechung von Johannes XXIII. gefällt mir gar nicht.
@viatorem Dazu müsste man den Bericht wohl studieren. Neben Prof. Ewald gibt es ja auch eine Reihe anderer Kritiker. Den Arzt Dr. Deutsch, natürlich an erster Stelle der Regensburger Diözesanpriester Josef Hanauer, der Konnersreuther Benefiziat (Kaplan) Heinrich Muth und noch andere. Das was man heute über die Resl liest, ist ziemlich geglättet. Was mich immer etwas ratlos zurücklässt: Warum werden Kritiker nicht ins Archiv gelassen? Von jeher verweigert man kritisch und nachfragend eingestellten Menschen den Zugang. Ohne Frage hat Theres Neumann auch viele gute Eigenschaften gehabt, z. B. ihr Einsatz gegen die NS-Herrschaft, ihre Sorge um die Kranken, ihr Einsatz für die Kirche vor Ort, ihre Naturliebe usw. Aber demgegenüber gibt es eben auch viele Ungereimtheiten und auch sehr fragwürdige, irritierende Sachen, die eben ein anderes Bild von ihr zeichnen. Auch die von Ärzten diagnostizierte Hysterie wird von den Anhängern der Resl immer als Lüge abgetan. Warum? Wenn Ärzte eindeutige Hinweise darauf feststellen muss das doch in der Gesamtschau beachtet werden.
@viatorem Prof. Ewald veröffentlichte seine eigene Expertise in der Münchener Medizinischen Wochenschrift. In dieser beschreibt er ausführlich die angestellten Untersuchungen, stellt eine Hysteriediagnose für Neumann und bezweifelt die Nahrungslosigkeit. Zwar sei die Untersuchung streng durchgeführt worden, dennoch komme er „trotz aller Anerkennung der offenbar ehrlichen Bemühungen exaktester Beobachtung von allen Seiten nicht über den Eindruck hinweg, daß hier irgend etwas nicht stimmt“ (Ewald 1927, S. 48, Herv.i.O.).
@viatorem Ewald, G. 1927. Die Stigmatisierte von Konnersreuth. Untersuchungsbericht und gutachterliche Stellungnahme. München: J.F. Lehmanns. Sonderdruck aus der Münchener Medizinischen Wochenschrift.
Theres Härtl, Nichte der Resl und später Benediktinerin in Eichstätt, St. Walburg hat als Jugendliche erzählt dass sie ihre Tante durchaus schon beim Essen gesehen hat. Daraufhin wurde sie von ihrer Familie derart unter Druck gesetzt, dass sie später ihre Aussage zurücknehmen musste.
Es gab keine durchgehende zweiwöchige 24-Stunden-Überwachung. Therese Neumann konnte sich frei bewegen, die vier Mallersdorfer Schwestern waren völlig überfordert und Familie Neumann begegnete den Schwestern mit einer Art Feindseligkeit. Der neben Dr. Seidl hinzugezogene Prof. Ewald hat dann auch deutliche Kritik an der Untersuchung geübt und begründet.
So sehr ich Exc. Gänswein auch schätze, aber als er in die Verbannung musste, hat er m. E. zu sehr um sich gekreist und geheult, dass er nicht in Rom bleiben konnte. Es hätte ihm gut angestanden in Demut sich um eine Pfarrei, einen Wallfahrtsort oder ein Kloster zu kümmern, es hätte auch in der Erzdiözese Freiburg genug für ihn zu tun gegeben. Da hätte er Helfer und Diener der Freude sein können. Sein Verhalten fand ich damals höchst unangemessen.
Leider ist die Literatur vergriffe. Es gab zwei Schriften, eine von Georg Priller von 1928 und eine zweite von Kaplan Robert Ernst aus den 1950er Jahren.