Lassen sich fremdpsychische Zustände wahrnehmen? – Dominikus Kraschl
Abstract: Der Beitrag diskutiert die Frage, ob sich fremdpsychische Zustände unter bestimmten Umständen wahrnehmen lassen. Dagegen lässt sich einwenden, dass fremdpsychische Zustände empirisch nicht zugänglich und deshalb allenfalls indirekt erschließbar seien. Diese in der Literatur immer wieder anzutreffenden Auffassung liegt allerdings ein empiristisch enggeführter Wahrnehmungsbegriff zu Grunde. Der Beitrag stellt diesem einen weiter gefassten repräsentationalen Wahrnehmungsbegriff gegenüber und erläutert dessen Anwendungsbedingungen bezüglich der Wahrnehmung fremdpsychischer Zustände. Zuerst erschienen in: KRITERION – JOURNAL OF PHILOSOPHY, 29 (2015), S. 93-120 Alan Turing und die Turing-Maschine I. Einleitung In seinem 1950 erschienenen Aufsatz „Computing Machinery and Intelligence“ stellt Alan Turing die Frage: Können Maschinen denken?[1] Weil sich schwer definieren lässt, was „denken“ bedeutet, schlägt er vor, diese Frage durch eine operationalisierbare Frage zu ersetzen. Sie …