Foto: Openverse, B. Tal (Lizenz: CC BY-NC 2.0) Die markanten Sprüche der eigenen Lehrer prägen sich dem Gedächtnis der Schüler besonders ein. Im Rückblick auf die Studienzeit an der Theologischen Fakultät Paderborn erinnere ich mich daher an einen Klassiker aus dem Munde des damaligen Professors Reinhard Marx in den Vorlesungen zur Christlichen Gesellschaftslehre: „Wer den Zeitgeist heiratet, ist morgen Witwer!“ Ein verbaler Volltreffer. Bleibt im Ohr – bleibt im Kopf. Gegenwärtig holen den früheren Dozenten aber einmal mehr seine eigenen Worte wieder ein und halten dem Soziologen den Spiegel vor. So wurde jüngst bekannt, dass Kardinal Marx die Handreichung „Segen gibt der Liebe Kraft“ in seiner Diözese für Paare, die keine sakramentale Ehe eingehen können, einführen will. Die Broschüre des sogenannten Synodalen Weges solle damit „‚Grundlage des seelsorglichen Handelns‘ werden und auch für geschieden wiederverheiratete, gleichgeschlechtliche und queere Paare gelten“. Die Direktive …
Die Handreichung „Segen gibt der Liebe Kraft“ verrät sowohl den Herrn als auch den Menschen. Was soll etwa eine tief verwundete Ehefrau, die nach Ihrem Jawort vor dem Traualtar von ihrem Mann betrogen und verlassen wurde, von einer Synodalkirche halten, die nun dessen Verbindung mit einer neuen Flamme segnet? Die allein gelassene Frau wird nochmals erniedrigt – nun sogar weitaus schlimmer. Der Ehebruch wird faktisch gutgeheißen, denn nichts anderes bedeutet ja eine Benediktion, abgeleitet von benedicere.