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miracleworker

Stellungnahme von Pater Martin Ramm zu den Bischofsweihen der Piusbruderschaft FSSPX

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sudetus schönhoff

Was geht den das an ???

Lutrina

Sehr viel. Die Existenz der Piusbruderschaft und deren Bischöfe ist der einzige Garant für das Fortbestehen der Petrusbruderschaft.

miracleworker

"Ablehnung des Universalprimats" - ist doch völliger Unsinn ! Von kaum einer Gemeinschaft wurde der Primat des Papstes höher eingeschätz insofern er mit der Tradition in Kontinuität stand als es die Bruderschaft FSSPX tat und tut ! Vielleicht sollte Herr Fastenmeiner mal zum Fasten schreiten und Exerzititen bei den Pius X Priestern machen . . .

Erich Christian Fastenmeier

Leider hat P. Martin Ramm mit seiner Stellungnahme sehr recht.
Was er "praktischer Sedisvakantismus" nennt, ist letztlich die konkludente Ablehnung des päpstlichen Universalprimats durch die Piusbruderschaft. Dies führt bzw. hat schon zur völligen Entfremdung der Priester und Anhänger der Piusbruderschaft geführt.
Insgesamt ist Ramms Analyse richtig, allerdings ist es sehr undiplomatisch, wenn ein Priester der Petrusbruderschaft sich so äußert. Das muss man auch sehen. Auch hier bei Gtv gibt es viele verwirrte Katholiken, die in ihrer eigenen Welt ("Tradihausen") leben.

Franz Xaver

Ich habe weder zur FSSP noch zur FSSPX ein Naheverhältnis sondern manchmal da und dort inhaltliche Glaubensübereinstimmungen, aber jeder sollte sich wohl klar sein, dass kein Papst einen unbedingten (Kadavergehorsam) zu fordern berechtigt und auch aus der göttlichen Offenbarung, oder anders: aus dem ius divinum kein solcher abzuleiten ist, im Gegenteil, es heißt vielmehr, "Du sollst Gott mehr gehorchen als dem Menschen".
Und wem das noch nicht reicht, dem sei "Newmans Lehre vom Gewissen", nahe gebracht. So schrieb einst Kardinal Ratzinger im Rückblick: "... wurde für uns damals zu einer wichtigen Grundlegung des theologischen Personalismus, der uns alle in seinen Bann zog. ... Wir hatten den Anspruch einer totalitären Partei erlebt, die sich selbst als die Erfüllung der Geschichte verstand und das Gewissen des einzelnen negierte ... So war es für uns befreiend und wesentlich zu wissen, daß das Wir der Kirche nicht auf dem Auslöschen des Gewissens beruhte, sondern genau umgekehrt sich nur vom Gewissen her entwickeln kann. Gerade weil Newman die Existenz des Menschen vom Gewissen her, das heißt im Gegenüber von Gott und Seele deutete, war aber auch klar, daß dieser Personalismus kein Individualismus ist und daß die Bindung an das Gewissen keine Freigabe in die Beliebigkeit hinein bedeutet - das Gegenteil ist der Fall."
Newman konvertierte aus Gewissensgründen im Alter von 44 Jahren. Das Mißtrauen, das ihm sowohl von Katholiken als auch von Anglikanern entgegenschlug ("Leben unter der Wolke") wich erst dank seiner "Apologie" (1864), einer Art Rechenschaftsbericht über seinen Glaubensweg. Papst Leo XIII. schlug massive kurieninterne Bedenken, Newman sei "zu liberal", aber auch gezielt gestreute, verleumderische Gerüchte in den Wind, als er ihn 1879 zum Kardinal ernannte ("il mio cardinale"); er war entschlossen, "indem ich Newman ehren würde, die Kirche zu ehren." Das rote Birett für einen Konvertiten als ekklesiale Anerkennung zu Lebzeiten, die Seligsprechung als postume Bestätigung!
Was läßt sich von John Henry Newman lernen? Vor allem Mut zum Gewissen. Berühmt und viel zitiert ist eine Passage aus seinem "Brief an den Herzog von Norfolk" (1874), in dem er den Primat des Gewissens betont: "Wenn ich ... einen Toast auf
die Religion ausbringen müßte, würde ich auf den Papst trinken. Aber zuerst auf das Gewissen. Dann erst auf den Papst."
Der Trinkspruch wirkt dramatischer, als er klingt; denn er spricht, wie Karl Rahner SJ betonte, lediglich "eine absolute Selbstverständlichkeit" aus. "Der katholische Christ", so Rahner im September 1978 in Freiburg am Ende der ersten internationalen Newman-Tagung auf deutschem Boden, "wird sagen: Aus der letzten Lebensentscheidung eines Gewissens heraus akzeptiere, anerkenne ich diese objektive Lehrautorität der katholischen Kirche als eine äußere, aber sinnvolle, notwendige, von Gott gewollte Norm meines Gewissens, aber die Anerkennung dieser objektiven Norm ist selbstverständlich noch einmal meine eigene, auf meine eigene Rechnung und Gefahr durchzuführende Gewissensentscheidung. Man kann das Gewissen nie gleichsam an einen anderen abgeben und abliefern."
Das Gewäsch einer "konkludenten Ablehnung des päpstlichen Universalprimats" findet darin keine Grundlage.

Franz Xaver

Apropos Kadavergehorsam:
Im Jahr 1558, zwei Jahre nach dem Tod des Ordensgründers, des Ignatius von Loyola, wurde vom Papst die Ordensregel der Jesuiten approbiert, darin heißt es zum Thema Kadavergehorsam: „Wir sollen uns dessen bewusst sein, dass ein jeder von denen, die im Gehorsam leben, sich von der göttlichen Vorsehung mittels des Oberen führen und leiten lassen muss, als sei er ein toter Körper, Kadaver, der sich wohin auch immer bringen und auf welche Weise auch immer behandeln lässt, oder wie ein Stab eines alten Mannes, der dient, wo und wozu auch immer ihn der benutzen will.“ (Deutsche Übersetzung von Peter Knauer SJ).
Kennern der Szene ist auch ein außergewöhnlicher Einführungseid der Jesuiten bekannt, wie er in den Kongressaufzeichnungen der U.S.A. zu finden ist. (Hausrechnung 1523, umstrittener Fall des Eugene C. Bonniwell, gegen Thos. S. Butler, Feb. 15, 1913, pp. 3215-3216). Dort heißt es:
"Ich ______, jetzt in der Gegenwart des allmächtigen Gottes, der gesegneten Jungfrau Maria, des gesegneten Michael dem Erzengel, dem gesegneten Hlg. Johannes dem Täufer, den heiligen Aposteln, dem Hlg Petrus und dem Hlg. Paulus, und den heiligen himmlischen Heerscharen, und vor dir meinem geistigen Vater, dem Höchsten General der Gesellschaft Jesu, gegründet vom Hlg. Ignatius Loyola, dem Pontifikat Paulus dem Dritten, der es bis heute noch ist durch den Schoß der Jungfrau, der Nährboden Gottes ist und das Zepter Jesu Christi, erkläre und schwöre ich, dass Seine Heiligkeit der Papst, der stellvertretende Herrscher Christi ist und das wahre und einzige Oberhaupt der Katholischen oder Universalen Kirche auf der ganzen Erde; und dass ihm, Seiner Heiligkeit, der Schlüssel der Vollmacht, zu binden und zu lösen, gegeben ist durch meinen Erlöser Jesus Christus, er die Macht hat ketzerische Könige abzusetzen, Fürsten, Staaten zu stürzen, Königreiche, und Regierungen, und alle als ungesetzlich gelten, wenn sie nicht seine heilige Zustimmung haben, und dass sie dann ganz sicher zerstört werden.
Ich erkläre weiter, dass ich allen Mitarbeitern Seiner Heiligkeit überall helfen und assistieren werde, wo immer ich auch bin, ob in England, Schottland oder Irland, oder irgendeinem anderen Gebiet oder Königreich, dass ich betrete; die ketzerische Lehre der Protestanten bis ins letzte ausrotten und all ihre vorgetäuschten Mächte und Regeln zerstören werde.
Ich verspreche außerdem und erkläre, dass ich ich auf jede religiöse Ketzerei verzichte um die Interessen der Mutterkirche zu verbreiten, alle Ratschläge ihre Mitarbeiter geheim halten und als private Angelegenheit behandeln werde, die sie mir anvertrauen und sie weder direkt noch indirekt durch Worte oder schriftlich oder was auch immer für Umstände verraten werde; jedoch alles ausführe, was vorgeschlagen und mir aufgetragen oder dargelegt wird, durch euch als meinem geistigen Vater. ...
Ich verspreche und erkläre weiterhin, dass ich keine eigene Meinung oder Willen haben werde, oder irgend einen menschlichen Vorbehalt, weder als Soldat noch als Leiche, sondern unweigerlich jedem und jedem Befehl gehorche, den ich von meinen Vorgesetzten der Miliz des Papstes und Jesus Christus erhalte.
Dass ich in jeden beliebigen Teil der Welt ohne Trauer gehen werde und mich in allen Dingen, die mir auch immer zugetragen werden, unterordnen werde .... ich verspreche und erkläre weiter, dass ich, wenn sich die Gelegenheit bietet, schonungslos Krieg führen werde, geheim oder offen gegen alle Ketzer, Protestanten und Liberale, so wie ich angewiesen bin sie vom Angesicht der Erde auszurotten und zu vernichten, ohne Rücksicht auf Geschlecht, Alter noch Gesundheit und dass ich diese infamen Ketzer hängen, umbringen, verbrennen, enthäuten, erwürgen und lebend begraben werde; die Mägen und die Gebärmutter der Frauen und die Köpfe der Kinder gegen die Mauer werfen werde, um für immer ihre verfluchte Rasse auszulöschen.
Dass, wenn dies nicht in Öffentlichkeit geschehen kann, ich im geheimen den Gifttopf nehmen werde, den Strick zum Erdrosseln, das Schwert oder die geladene Flinte, ohne auf die Ehre, den Rang, die Würde oder Autorität der Person Rücksicht zu nehmen, oder der Personen in welcher Lebenslage sie auch immer sein mögen, ob öffentlich oder privat, wie auch immer ich jederzeit angeleitet werde durch irgend einen Mitarbeiter des Papstes oder Ranghöchsten der Bruderschaft des Heiligen Glaubens der Gesellschaft Jesu. "

Vermutlich haben Jesuiten immer noch ein eigenes Gelübde, das sie zu einem besonderen Gehorsam gegenüber dem Papst verpflichtet, und – nach meinen persönlichen Erfahrungen – wurde noch 1998 ein blinder Gehorsam auch im Opus Dei praktiziert.

Bethlehem 2014

Peinlich, daß ein Petrusbruder meint, dem Hl. Vater vorschreiben zu können, was er im Sommer zu tun habe.
Die Piusbrüder sind dem Hl. Vater gegenüber durchaus ehrfürchtiger... 😲

Franz Xaver

Mir scheint, die FSSP ist ein Anhänger des absoluten, bedingungslosen Gehorsams und somit einer Papolatrie, die darin gipfelt, den Papst selbst zu vergöttlichen.
Die heute so weitverbreitete Tendenz - so Robero de Mattei -, jedes Wort und Verhalten des Papstes in den Rang der Unfehlbarkeit zu erheben, entspringt einer historistischen und immanentistischen Mentalität, die das Göttliche in den Menschen und in der Geschichte sucht und die unfähig ist, die Menschen und die Geschichte im Licht jenes Natur- und Gottesrechts zu beurteilen, das der direkte Reflex Gottes ist. Die Kirche Christi, die die Geschichte übersteigt, wird ersetzt durch die modernistische, die eingetaucht in die Geschichte lebt. Das ewige Lehramt wird durch das „lebendige“ ersetzt, das in einer gefühlsbetonten und vagen pastoralen Lehre zum Ausdruck kommt, die sich jeden Tag verändert und ihre regula fidei im Subjekt der Autorität und nicht im Objekt der vermittelten Wahrheit hat. Es verfehlt sich, wer gegenüber dem Papst sarkastische und respektlose Worte gebraucht. Die gebührende Ehrerbietung, die dem Stellvertreter Christi zukommt, gilt aber nicht dem Menschen, sondern dem, den er vertritt. Dem Menschen als solchen kann man, in Ausnahmefällen, sogar widerstehen. Die treuen Katholiken rühmten sich sogar der
Bezeichnungen Papisten und Ultramontane, die ihnen von den Feinden der Kirche abschätzig verpaßt wurden. Aber kein wirklicher Katholik ist je einer Papolatrie verfallen, die in einer Art von Vergöttlichung des Vikars Christi besteht, die so weit geht, dadurch Christus selbst zu ersetzen. Die Papolatrie ist Ausdruck einer Verwechslung der Mittel mit dem Zweck und ist ein psychologisches Verhalten, dem ein doktrinärer Irrtum zugrunde liegt.

Klaus Elmar Müller

Danke! Denn der Begriff "Ultramontane" ("nach jenseits der Alpen", nach Rom Orientierte") ist ein Kampfbegriff in Bismarcks Kulturkampf gegen die einfach papsttreuen Katholiken.

miracleworker

Die Macht des Gehorsams - schön dargelegt in: Glaube ist mehr als Gehorsam, (Prof. Dr. Drechsel), von Wilhelm Schallinger

Rückkehr-Ökumene

Pfarrer Milch hat Recht: Gehorsam in der Kirche ist entweder geboten oder er ist verboten. Wird er vom modernen Rom eingefordert für etwas, was dem traditionellen Glauben entspricht, dann ist der Gehorsam geboten. Wird er aber von diesem Rom eingefordert für Denk-und Handlungsweisen, die gegen den traditionellen Glauben gerichtet sind, dann ist der Gehorsam verboten.
Gewisse Texte des Zweiten Vatikanums zeigen antikatholische Denkweisen. Diese muss ein glaubenstreuer Katholik ablehnen, wie z. B. das berüchtigte subsistit in in Lumen gentium Art. 8. Ebenso ist die Neue Messe in mehr als einer Hinsicht nicht nur schlechter als die überlieferte Messe, sonderrn sogar in sich schlecht, also mit dem Geist der wahren Opfermesse nicht vereinbar, weshalb sie der glaubenstreue Katholik ablehnt.
Die Priesterbruderschaft St. Pius X. beachtet genau diese Unterscheidung, wogegen die Petrusbruderschaft in einem sklavischen Gehorsam befangen ist.

Bethlehem 2014

Pater Ramm muß wohl so denken. Sonst hat er keinen Grund mehr unter seinen Füßen.
Ich weiß nicht, ob ihm klar ist, was mit seiner Petrusbruderschaft geschehen wird, wenn die Piusbruderschaft tatsächlich "rausgeschmissen" wird: RIP

Rückkehr-Ökumene

Bethlehem 2014, was mit der Petrusbruderschaft geschehen wird, wenn die ungültige Exkommunikation gegen die Piusbruderschaft verhängt wird, dürfte das Beispiel von 1988 zeigen. The same procedure ...
Da wurde dieselbe Sache ja durchgespielt. Seinerzeit wurde die Petrusbruderschaft vom modernen Rom errichtet, mit dem üblen Auftrag, die Gläubigen von der Piusbruderschaft abzuziehen. Aber dieser Plan hatte wenig Erfolg, und er wird in diesem Jahr vermutlich noch weniger Erfolg haben.
Das moderne Rom wird die Petrusbruderschaft weiter an der kurzen Leine führen. Seit Jahren bettelt sie um einen Bischof, doch sie hat ihn bis heute noch nicht erhalten und sie wird ihn wohl auch in Zukunft nicht erhalten. So muss sie im offiziellen Raum Bischöfe suchen, welche die Weihen vorzunehmen.
Und die Petrusbruderschaft wird weiterhin ihren beschämenden Kniefall vor dem Zweiten Vatikanum und der Neuen Messe machen und heuchlerisch behaupten, dass beide akzeptabel seien. Aber es gibt wohl Priester in dieser Bruderschaft, denen diese Unwahrheit nicht über die Lippen kommt.

Bethlehem 2014

Stimmt es tatsächlich, daß die um einen (?) Bischof betteln? Ich hab noch nichts davon gehört, ist aber durchaus möglich. Kann auch sein, daß Rom denen dann im Sommer einen (?) gewährt. So als Schlag gegen die Piusbruderschaft.
Selbst ein Blinder könnte dann merken, daß das 38 Jahre zu spät ist - ohne, daß ich Blinde diffamieren möchte: ganz im Gegenteil!

Hier merkt leider niemand, dass das zentrale Problem die Dogmen des Ersten Vatikanums sind. 😎

Bethlehem 2014

@Erich Christian Fastenmeier Dogmen sind niemals ein "Problem", sondern stets die Lösung der Probleme!

Rückkehr-Ökumene

Die Heuchelei dieser Bruderschaft, die zweifellos viele gute Priester besitzt, besteht darin, dass sie zwar mit den Lippen die Neue Messe anerkennt, sich aber strikt weigert, sie zu konzelebrieren und sei es auch nur ein einziges Mal.
Das moderne Rom weiß um diese Heuchelei und hat schon vor vielen Jahren den Wunsch geäußert, dass die Petrusbruderschaft jenes Zeichen der Einheit setzt. Bis heute hat es Rom bei einem dringenden Wunsch belassen, aber es kann jederzeit aus dem Wunsch einen Befehl machen, ohne dass es gegen das Errichtungsdekret dieser Bruderschaft verstößt.
Dann muss die Petrusbruderschaft Farbe bekennen.
Übrigens, Herr Pater Ramm: Fragen Sie doch bitte einmal Ihren Generaloberen, Pater Berg, ob es wahr ist, dass er, wie mir berichtet wurde, vor einigen Jahren sagte: "Ich würde eher Taxifahrer in Brooklyn werden, als die Neue Messe zu zelebrieren."

Bethlehem 2014

Was macht die Petrusbruderschaft eigentlich mit den Sedis in ihren eigenen Reihen?

Klaus Elmar Müller

Bedauerlich und dazu intellektuell etwas dürftig. Sie müssen ja auch den Novus Ordo als alternativen eigenen spirituellen Zugang zum Mysterium hochloben.

Rückkehr-Ökumene

Ergänzung: Empfohlen sei auf youtube, katholische Antworten, der kurze Vortrag von Dr. Wolfgang Schüler: Das Dilemma der Petrusbruderschaft.

Rückkehr-Ökumene

Zur Priesterbruderschaft St. Petrus:
Diese Bruderschaft hat einen elenden Status und ich weiß, dass sie davor zittert, vom Papst auch zur Zelebration der Neuen Messen verpflichtet zu werden. Zwar erlaubt ihr das Errichtungsdekret, dass sie die überlieferte Messe zelebrieren darf, aber es fehlt in diesem ein entscheidendes Wörtchen, nämlich "nur".
Als sich vor einigen Jahren eine Anzahl ihrer Mitglieder Beschwerde führend an Rom wandte, weil der damalige Generalobere, Pater Bisig, es unterbinden wollte, dass einige seiner Priester auch die Neue Messe zelebrieren, wurde er von Kardinal Castrillón Hoyos kurzerhand abgesetzt und durch einen Mann ersetzt, der dagegen nichts einzuwenden hatte. Über der Priesterbruderschaft St. Petrus schwebt ständig das Damoklesschwert, zur Zelebration des Novus Ordo verpflichtet zu werden. Daran wurde sie im Jahr 2008 durch Kardinal Castrillón Hoyos erinnert, indem dieser nämlich anlässlich der Priesterweihen in Frankreich und in den USA die Weihekandidaten aufforderte, nicht nur am Gründonnerstag in der Chrisam-Messe, sondern auch darüber hinaus den Novus Ordo zu konzelebrieren, obwohl dem Vernehmen nach der heutige Generalobere der Petrusbruderschaft vor diesen Weihen den Kardinal geradezu flehentlich gebeten hatte, diese Forderung nicht zu erheben. An die Priester und Weihekandidaten der Priesterbruderschaft St. Petrus richtete der Kardinal diese Forderung bei seiner Predigt in Lincoln (Nebraska) mit den Worten:
„Zeigen Sie einen tiefen Respekt für die gewöhnliche Form der Messfeier des römischen Ritus [d.h. für die Neue Messe], indem Sie mit Ihren Bischöfen in der Ölweihmesse konzelebrieren, und immer dann, wenn dieses Zeichen der priesterlichen Gemeinschaft besonders angebracht ist.“
Dass Rom bisher noch nicht die Priesterbruderschaft St. Petrus ultimativ aufgefordert hat, den Novus Ordo zu zelebrieren und sich damit begnügte, es diesbezüglich bei einer mehrmals wiederholten dringenden Empfehlung zu belassen, hat die Petrusbruderschaft wohl nur der Existenz der Priesterbruderschaft St. Pius X. zu verdanken.
Denn sie kann geltend machen, dass sie die ihr von Rom zugedachte Aufgabe, die Gläubigen von der Piusbruderschaft ab- und zu sich herüberzuziehen, nicht mehr erfüllen könne, wenn sie offen zum Biliturgismus übergehen würde. Ein Gläubiger, der bei der Petrusbruderschaft praktiziert, brachte die Situation seinerzeit auf den Punkt, als er bemerkte: „Ihr [die Priesterbruderschaft St. Pius X.] seid unsere Lebensversicherung!“
Das sollten auch die Priester dieser Bruderschaft zugeben. Stattdessen treten einige von ihnen der Priesterbruderschaft St. Pius X. ständig ans Schienbein, indem sie diese bei den Gläubigen diffamieren.
Ich kenne aber auch honorige Priester der Petrusbruderschaft, die gute Seelsorger sind, nur leider sind sie in einer falschen Vorstellung vom Gehorsam befangen, den man als sklavischen Gehorsam gegenüber Rom bezeichnen kann.
Dieser ist ein Überbleibsel aus vorkonziliarer Zeit, das nach der Wende in der Kirche keine Auferstehung feiern darf.
Die Priesterbruderschaft St. Petrus hat also einen erbärmlichen Status, den man nach dem Wort eines bedeutenden Philosophen als „schimmerndes Elend“ bezeichnen kann.
Aber sie verfügt über viele gute Priester. Sie können sich aber aufgrund des Schweigeabkommens, das sie de facto mit dem modernen Rom geschlossen haben, nicht öffentlich äußern.
Die Priester der Petrusbruderschaft haben einen schweren Defekt, der alles, was sie an Richtigem tut, zu einer Nostalgie-Variante degradiert.
Denn zur katholischen Wahrheitsposition gehört die Verurteilung des Irrtums und insbesondere der Irrtümer, die im Konzilstext ebenso wie in einer Reihe von kirchenamtlichen Dokumenten der Nachkonzilszeit stecken.
Die Petrusbruderschaft muss über diese Irrtümer den Mantel des Stillschweigens breiten, um ihre Existenz nicht zu gefährden. Aber das ist nicht erlaubt für den, der die überlieferte Lehre verteidigen will. Es ist nicht damit getan, dass er selbst nur Richtiges sagt und tut, nein, er ist auch verpflichtet die glaubenszerstörenden Lehren des modernen Roms in aller Öffentlichkeit anzuklagen.
Denn der Irrtum beansprucht Wahrheit für sich und dieser Anspruch ist der Wahrheit entgegen gerichtet. Wer also die Wahrheit verteidigen will, der muss den Irrtum bekämpfen. Das ist nicht eine Zutat, auf die man nach Belieben auch verzichten kann, sondern eine Notwendigkeit für den, der die Wahrheit verteidigen will.
Es ist das Elend der Petrusbruderschaft, dass sie zu den Irrtümern des Konzils und des nachkonziliaren Roms schweigen muss, um ihre Existenz nicht zu gefährden.
Diagnose: Schimmerndes Elend.
Die Petrusbruderschaft zittert davor, dass sie parallel zur überlieferten Messe dazu verpflichtet wird, auch die antikatholische Neue Messe zelebrieren zu müssen und sie hat es wohl nur der Piusbruderschaft zu verdanken, dass Rom diesbezüglich die Daumenschrauben noch nicht angezogen und es bisher bei dringenden Appellen belassen hat.
Man schaue hinter die Kulissen.
Es wird berichtet, dass ein Pater der Petrusbruderschaft, der in Rom weilt, am Gründonnerstag oder kurz zuvor noch schnell Rom verlässt oder sich krank meldet. Warum? Am Gründonnerstag wird die Chrisam-Messe gefeiert, und die Petrusbruderschaft ist gehalten, neben der überlieferten Messe auch die Neue Messe zu zelebrieren, und sie ist gehalten, dies insbesondere am Gründonnerstag zu tun, an dem die Einsetzung des katholischen Priestertums durch unseren Herrn Jesus Christus gefeiert wird.
Um der an ihn von Seiten des modernen Roms ergangenen Aufforderung an diesem Tag die Neue Messe zu konzelebrieren zu entgehen, reist er vorher ab oder meldet sich krank.
Welch einen elenden Status hat doch diese Bruderschaft.
Auf youtube kann man weitere Ausführungen zur Petrusbruderschaft finden.

miracleworker

Absolut wahr !!!

RellümKath

Kein Wort zu dem, was die Piusbruderschaft zu dem Bischofsweihen bewegt; Kein Wort zur Vergangenheit, dass es die Petrusse ohne Pius gar nicht gäbe und auch einen Pater Ramm nicht. Nur Vorwürfe keine Klärungen. Ziemlich schwach und eines Petrus-Paters eher unwürdig.

Aquila

Dass die Piusbruderschaft die (von ihr so genannte) „Neue Messe” als in sich schlecht, ja als prinzipiell abzulehnen darstellt, ist dogmatisch falsch und in pastoraler Hinsicht äußerst schädlich, verwirrend und spaltend!

Rückkehr-Ökumene

Aquuila, nein, die Neue Messe ist in vieler Hinsicht schlechter als die überlieferte Messe und sie ist in mehr als einer Hinsicht in sich schlecht. Voraussichtlich noch vor den Bischofsweihen wird es eine Publikation geben, die das beweist.

miracleworker

Rigorismus ist in der Tat kein Argument - wir freuen uns auf die Publikation ...

miracleworker

"in vielerlei Hinsicht schlechter" - "illegitim" sagt Prof. May, da ein Ritus, der in der Fruchtbarkeit unübersehbare Einbrüche erlitten hat. Nur das fruchtbringend Gute ist legitim - völlig konsequent gedacht.
Das Dilemma liegt darin, dass wir freilich auch gute, sehr gute, in tiefer Frömmigkeit verwurzelte Priester kennen, die die Heilige Messe im novo ordo in würdiger Andacht feiern. Sie konnten keine anderen Erfahrungen machen, durch ihre eng geleitete theologische Ausbildung, durch ihr nachkonziliare Präsenz und Bevormundung. Wir halten es so: Es fließen wohl auch Gnaden - doch die Möglichkeit, die Gnaden in der Fülle zu empfangen bietet die Zelebration im überlieferten latein. Ritus, insofern nur weitergegeben werden kann, was der Priester zuvor empfängt; das heißt im Umkehrschluss: Wo der in der Tradition des Alten Ritus stehende Geistliche die Liturgie in mechanistisch-automatisierter Eile herunterrast, bleibt ihm der Inhalt der Worte verborgen, weil unnachvollzogen und wird nicht mehr Gnade durch ihn transferiert wie es dem würdig zelebrierenden Geistlichen beim novo ordo gelingt.

Franz Xaver

Hier eine Zusammenfassung des Kommentars von HW Prof. DDr Georg May, was er von Traditionis Custodes hält:
"Der Papst begründet sein rigoroses Vorgehen gegen die Freunde der tridentinischen Messe mit der Sorge um die Einheit der Kirche. Die festesten Bande der Einheit sind der Glaube und das Recht der Kirche. Der katholische Glaube wird heute an zahllosen Stellen von Gliedern der Kirche angefochten und aufgegeben. Niemals hat Papst Franziskus zu erkennen gegeben, daß er gewillt ist, der Erosion der Glaubens- und Sittenlehre durch die beauftragten Glaubenslehrer der Kirche entschieden zu begegnen. Nirgendwo wäre seine Sorge um die Einheit der Kirche mehr angebracht als hier. Doch er schweigt und sieht zu, wie der Glaube in zahllosen Gläubigen zerstört wird. Die Freunde der tridentinischen Messe sind die treuesten Wahrer und Bekenner des Glaubens der Kirche. Ihre Anhänglichkeit an diesen Glauben ist eines der Motive, die sie zur Teilnahme an der Feier der tridentinischen Messe führen. Hier finden sie die präzisen Aussagen über den dreifaltigen Gott, das Opfer Christi und seiner Kirche und die Gegenwart Christi in Gottheit und Menschheit. Ebenso scheint es dem Papst entgangen zu sein, daß es nicht die Freunde der Messe Pius' V. sind, die eine Änderung der Verfassung der Kirche fordern, sondern Anhänger des Novus Ordo celebrandi. Von ihnen erheben sich Forderungen nach Einschränkung der päpstlichen Gewalt und Stärkung der Selbständigkeit der „Ortskirchen“. Von ihnen werden das Frauenpriestertum und das Rätesystem auf allen Ebenen proklamiert. Die Übertreibungen einzelner Personen bei der Kritik des gegenwärtigen Zustands der Kirche sind nicht den Freunden der vorkonziliaren Messe zuzuschreiben, sondern ergeben sich aus theologischer Ignoranz einiger Querulanten. Es sind dies die sogenannten Sedevakantisten, nach denen der päpstliche Stuhl seit dem Tode des Papstes Pius XII. unbesetzt sei, die unerträgliche Ausstellungen und unglaubwürdige Vorwürfe erheben. Die Freunde der tridentinischen Messe stehen in Treue zum päpstlichen Primat und zu der in ihm geeinten katholischen Kirche. Nirgendwo haben sich Anhänger der vorkonziliaren Messe zu einer geschlossenen Phalanx vereinigt und von der Kirche getrennt. Die zahllosen Willkürlichkeiten und Abweichungen vom Novus Ordo sind einer der Gründe, weswegen gläubige und fromme katholische Christen den Gottesdienst im tridentinischen Ritus bevorzugen. Es sei noch einmal gesagt: Kritik an der Litugiereform ist keine Zurückweisung (rifiuto) derselben. In seinem Begleitschreiben räumt der Papst ein, daß der Gebrauch des Missale Romanum Pius' V. keineswegs selten war, sondern von „vielen“ geübt wurde. Die Befürchtung, daß der Hang zur tridentinischen Messe ausufern könnte, ist jedoch unbegründet. Die Ansprüche, die sie an Herz und Verstand, an Geduld und Aufmerksamkeit der Teilnehmer stellt, sind derart hoch, daß sie jene, die diesen Anforderungen nicht nachkommen wollen, nicht auf Dauer anzieht.
Kirchliche Gesetze müssen dem Gemeinwohl der Kirche dienen. Wenn sie diesem schaden, sind sie unwirksam. Die Vorgänger des gegenwärtigen Papstes waren fest davon überzeugt, daß die Erweiterung bzw. die Freigabe der Feier der tridentinischen Messe dem geistlichen Wohl der Gesamtkirche und darin eines besonders wertvollen Teils des Gottesvolkes zugute kommen. Es ist eine offenkundige Tatsache, daß die Freunde der alten heiligen Messe ganz überwiegend überdurchschnittliche katholische Christen sind, die ihre Kirche mit Wort und Tat lieben, erhalten und verteidigen. Das Motu proprio mit seinen Unterstellungen und Einschränkungen tritt der Gesinnung und der Überzeugung eines beträchtlichen Teiles des Klerus und des gläubigen Volkes zu nahe und beeinträchtigt seine Übung des Gottesdienstes und der Frömmigkeit. Es ist daher zu fragen, ob der Papst nicht damit seine Autorität überzogen hat. Es ist unbestritten, daß kirchliche Gesetze gerecht sein müssen. Kann das Motu proprio „Traditionis Custodes“ als ein gerechtes Gesetz angesehen werden? Die mannigfachen Unzuträglichkeiten, die mit dem Motu proprio „Traditionis Custodes“ verbunden sind, lassen Ausschau danach halten, wie ihnen begegnet werden kann. Dazu gibt es mehrere Wege. Die Gläubigen und die Priester können versuchen, den Papst zu überzeugen, daß die Einschränkung und gar die angezielte Abschaffung der Feier der tridentinischen Messe einen großen Verlust und Schaden für das Volk Gottes bedeuten. Jedes Kirchenglied ist befugt, seine Besorgnisse dem Vater der Christenheit zu unterbreiten (vgl. c. 212 §§ 2 und 3 CIC/1983). Die Bischöfe können von ihrem Remonstrationsrecht Gebrauch machen, d.h. sie können bei dem Papst vorstellig werden und begründeten Einspruch gegen das Motu proprio „Traditionis Custodes“ einlegen wegen all der Unzuträglichkeiten, die damit verbunden sind. Schließlich haben die Diözesanbischöfe die Möglichkeit und die Befugnis, die Gefahren und Schäden, die von dem Motu proprio ausgehen, abzuwenden, indem sie von seinen Bestimmungen Dispens erteilen. Der Diözesanbischof kann die ihm anvertrauten Gläubigen von allen universalen und partikularen Gesetzen dispensieren, ausgenommen von prozeß- und strafrechtlichen Bestimmungen sowie von jenen Gegenständen, deren Dispens dem Apostolischen Stuhl oder einer anderen Autorität besonders vorbehalten ist, sooft dies nach seinem Urteil ihrem geistlichen Wohl dient (c. 87 § 1 CIC/1983). Für jede Dispens ist das Vorliegen eines gerechten und vernünftigen Grundes erforderlich (c. 90 § 1 CIC/1983). Daß dieser im Falle der Feier der Messe Pius' V. bzw. Johannes' XXIII. gegeben ist, dürfte nach den oben gemachten Ausführungen nicht zweifelhaft sein."
Das entspricht im Übrigen auch meiner Auffassung.

Danke für Ihren Kommentar, @Aquila, denn hier können nur wenige klar sehen, was Sache ist.

miracleworker

Dem kann man in einigen Punkten widersprechen - jedoch auch wiederum zustimmen!