M.RAPHAEL
Kein Recht zu Richten

Meine Beiträge werden schwieriger. Ich muss die Hölle verkünden. Ich wollte es nicht wahrhaben, aber ich muss mich an den einen Traum meiner frühen Kindheit erinnern, als ich mich im unglaublich hellen Himmel vor dem Absprung zur Erde gesehen habe und Gott mir gesagt hat: "Ich schicke dich das letzte Mal!" Das habe ich so lange verdrängt. Ich kann es nicht länger.

Ich liebe die Menschen. Ich liebe gute Filme, Musik sowieso. Ein guter Wein ist nicht schlecht. Auch ein lustiger Kirchtag mit zünftiger Musik macht Spaß. Ich liebe meinen Kirchenchor. Die meisten Menschen sind liebenswert. Vor allem habe ich Himmerod geliebt. Gerne erinnere ich mich, als wir an einem Sonntag unsere Besucher mit unserem in Belgien gebrauten starken Bier (10%, ausgeschenkt wie normales Bier) fröhlich gemacht haben. Das war lustig. Und jetzt, die Hölle?

Zuerst, ich habe keinerlei Vollmacht, konkrete Menschen zu richten. Ich schicke niemanden in die Hölle. Ich kann die wahre Beziehung zwischen Gott und einer konkreten Seele nicht sehen. Deshalb darf ich nicht verurteilen, das gilt auch für Protestanten oder jeden anderen Menschen. Das bedeutet in keiner Weise, dass ich die Lehre der traditionellen Kirche, dass der Weg zum Heil allein in der katholischen Kirche zu finden ist, relativiere oder in Frage stelle. Das ist, was Gott mir sagt. Das gehört zur universellen Wahrheit. Wer nicht katholisch sein oder werden will, wird sich entsprechend verantworten müssen. Ich kann nur sagen, bekehre dich. Mehr ist nicht möglich. Ich kann niemanden zwingen.

Ein passender Begriff, der auch im Zusammenhang mit der Haltung der Gekreuzigten benutzt wurde, ist das altgr. ἐποχή (epoché) = „Zurückhaltung seines Urteils“ bzw. von ἐπέχω = 1) „anhalten, zurückhalten“; 2) „gegenüberstehen“ (Wikipedia).

Um das zu verstehen helfen auch die Weisungen/Sprüche der Väter, die Apophthegmata Patrum/Gerontikon, die der machtorientierten instrumentellen Vernunft einen Riegel vorschieben.

Der moderne Mensch, der einen Wüstenvater besucht, wird nicht belehrt oder indoktriniert. Er wird auf die Vergeblichkeit einer gottlosen und kalkulierenden Vernunft deutlich hingewiesen. Er muss selbst die Schlüsse daraus ziehen. Nachlaufen tut ihm niemanden. Niemand kann der Seele das Problem abnehmen, sich freiwillig Gott hinzugeben. Es ist eine Eigenentscheidung.

In diesem Geist müssen wir die Endzeit und die Hölle verkünden, AUS LIEBE ZUR MENSCHHEIT.
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@M.RAPHAEL: Ein schöner Text! Zwei Fragen: 1. Dass Gott jede Seele im Himmel schafft und dann auf die Erde in die Vereinigung von Ei- und Samenzelle schickt, ist ein wunderbarer Gedanke! Aber was heißt "Ich schicke dich das letzte Mal"? 2. Der Wüstenvater, so schreiben Sie, wende sich gegen eine "gottlose Vernunft". Ist Ihrer Meinung nach Vernunft immer gottlos, oder erkennen Sie die vernünftigen Gottesbeweis der Scholastik und überhaupt eine klare, wahre Philosophie an? Frohen Gruß und gesegneten Sonntag!

Heilwasser

@M.RAPHAEL Da hätte ich auch eine Anmerkung, denn "Vernunft" ist schon immer die Vernunft schlechthin gewesen. Es gibt meines Wissens keine gottlose Vernunft, auch nicht unter den Menschen, denn das wäre die Unvernunft, die Torheit. P.S.: Mag sein, dass das auf andere Begrifflichkeiten anwendbar ist, doch auf Vernunft wohl nicht.

M.RAPHAEL

@Klaus Elmar Müller: Den Traum, den ich beschreibe, hatte ich als ganz kleiner Bub. Er war der wohl intensivste Traum, den ich je hatte, vor allem das gleißende Licht. Er war sogar intensiver als der Traum vom Wurm. Ich weiß nicht, was er bedeutet. Er hatte andere Aspekte, die ich an anderer Stelle soweit es geht schon angedeutet habe. Aber das ist der Punkt. Keine Ahnung. Dazu kommt, dass meine Mutter mit mir im achten Monat einen Autobahnunfall mit Überschlagen gehabt hat. Ich müsste eigentlich tot sein. Eines aber weiß ich, ich liebe Gott sehr. Die Liebe ist unvorstellbar. Da ist Feuer nichts dagegen. @Klaus Elmar Müller + @Heilwasser: An einer Klarstellung zur Vernunft arbeite ich. Sie kommt kurzfristig.

alfredus

Jeder Mensch ist einzig und verschieden gegenüber den anderen Menschen ! So bleibt der Mensch ein Rätsel : .. warum ist der Mensch für etwas und der andere ist dagegen .. ? So ist es auch mit der Gotteserfahrung die immer auf Gnade beruht und nicht jedem zuteil wird. Wir Menschen müssen im Glauben und nach den Geboten leben und uns bemühen durch die enge Pforte zu gelangen und das ist nicht leicht ! 🙏 🤫 🙏

Salzburger

@M.RAPHAEL Sie scheinen da an das "Richtet nicht, auf daß…" zu denken.
Aber wie jeder PschoLogie sagen kann, be-urteilen wir jeden StraßenBettler (und zu ~2/3 sind diese ersten EinDrücke richtig - ein Wert, der bei näherer Bekanntschaft sogar sinkt, weil sich der andere verstellen mag oder sich gerade in unüblicher Stimmung befindet). Somit hatte ER entweder von Psychologie keine Ahnung - oder es ging IHM nicht - wie die modernen TheoLügen behaupten - um unsere Ethik, sondern einzig um SICH selbst: Als Menschlein dürfen wir einerseits nicht richten, andrerseits müssen wir es zwangsläufig - womit wir zwangsläufig verloren sind, so wir nicht über DEN SOHN in DEN VATER aufgenommen werden!
Ad "Aus Liebe zur Menschheit": "Die Liebe zu einem konkreten Geschöpf ist nicht sündhaft - sofern sich dahinter nicht eine Liebe zur Menschheit versteckt." "Der Mensch wird wahrscheinlich der Antichrist gewesen sein." (GOMEZ DAVILA)

michael7

Jeder geistige Akt ist auch Urteil!
Jesus meint mit Seiner Aussage also nicht, dass wir uns "doof" stellen und so tun sollten, als ob wir Wahr und Falsch, Gut und Böse gar nicht erkennen könnten, sondern Er ermahnt uns nur im Hinblick auf unsere Mitmenschen, dass wir uns nicht selbst zu Gott machen sollen und niemand von unserer Seite für die Hölle oder den Himmel "bestimmen" können, weil wir ja als Menschen immer nur das Äußere sehen.
Das Herz und damit die Verantwortlichkeit für alles Tun aber kennt nur Gott allein!
🤗 😇

Salzburger

@michael7 Jaja, das Gerede vom unerkennbaren forum internum, das schon stimmt, aber halt nur ein ganz klein bißchen. Dieses ward gerade aus Verlegenheit ob dieser BibelStellen erfunden und paßt zu den Protestanten mit ihrer "Innerlichkeit" oder den NOMlern und anderen Ketzern, welche unseren "äußerlichen" "Ritualismus"/"Rubrizismus"/... verdammen. Jedoch ist das die Häresie der FormLosigkeit - widerlegt z.B. vom scharfsinnigen Wort eines etwas zweifelhaften Politikers (CHURCHILL): "Zuerst bauen unsere Seelen unsere Gebäude; dann bauen unsere Gebäude unsere Seelen."
Nein, ganz im GegenTeil: DER SOHN ("JESUS") verlangt von uns, dass wir uns selbst zu Gott machen sollen und jeden von unserer Seite für die Hölle oder den Himmel bestimmen! Wie ich oben schon schrieb, richten wir alltäglich ganz zwangsläufig - und nur wenn wir verGOTTet werden, d.h. nur wenn wir so in IHM sind, wie ER im VATER ist, dürfen wir auch, was wir müssen! Es ging DEM SOHNE nie um uns und unsere Moral - wen interessiert das denn! -, sondern einzig um die VerKündigung von SICH selbst! GOTT kann uns im Grunde nur SICH selbst schenken - aus dem einfachen Grunde, weil ER sonst nichts von Wert hat! Wir sind ohne BeDeutung, einzig GOTT ist von Wert. Die Wahrheit ist kein System, sondern 1 Wesen (Nicht "Die Wahrheit ist...", sondern "Ich bin die Wahrheit!"). Hw. @Don Reto Nay sieht das sicher genauso!?