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SPEZIAL: Auf den Spuren des Heiligen Pfarrers von Ars: Sein Leben und seine Wirkungsstätte
In unserem Livestream werden hl.Messen und mehr aus der Hauskapelle des ehemaligen Franziskanerklosters und der Wallfahrtskirche "Maria Hilf" in Klosterlechfeld übertragen, sowie aus den dazugehörigen Pfarrkirchen der Pfarreiengemeinschaft Lechfeld. Bei technischen Störungen - wir sind alles Ehrenamtliche - werden die Mitschnitte der Liveaufnahmen zeitnah online gestellt. Wir bitten dies zu entschuldigen!
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Auf den Spuren des Heiligen Pfarrers von Ars: Sein Leben und seine Wirkungsstätte

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Märtyrer des Beichtstuhls
Hl. Johannes MariaVianney, Pfarrer von Ars
Walter Nigg bezeichnet in seinem Buch "Große Heilige" den Pfarrer von Ars als einen Märtyrer des Beichtstuhls. Damit trifft er wohl den Kern dessen, was das Leben dieses heiligen Priesters ausmacht. Es gab Zeiten, da verbrachte er bis zu 18 Stunden am Tag in diesem engen und stickigen Holzkasten. Von überall her kamen Menschen, um bei diesem Priester zu beichten, dem nach seiner Priesterweihe der Bischof erst nach langem Zögern überhaupt die Vollmacht zum Beichtehören erteilt hat, weil er ihn dazu nicht für fähig hielt.
Der Pfarrer von Ars war kein Seelenführer, der seine Beichtkinder über längere Strecken ihres Lebensweges begleitet hätte. Eher waren es wohl Menschen, die einmal bei ihm beichten wollten, weil sie sich davon eine besondere Art der Vergebung versprachen. Sicher, im Sakrament wirkt Gott und gewährt die Vergebung der Sünden unabhängig von der Heiligkeit des Priesters. Was Vianney in besonderer Weise auszeichnete war seine Gabe der Seelenschau. Er besaß die Fähigkeit, direkt in die Seele des Menschen zu blicken.
Die Menschen waren gefesselt von seiner Fähigkeit, Sünden klar zu benennen, eine tiefe Gewissenserforschung und Reue hervorzurufen und gleichzeitig die Liebe Gottes im Verzeihen spürbar werden zu lassen. Zu ihm strömten Menschen jedes Standes und Ranges, Reiche und Arme, Gelehrte und selbst Würdenträger der Kirche, wie der Bischof seiner Diözese. Hier gab es jemanden, der erkannte, was sie quälte, wofür sie sich schämten und bei ihm konnten sie es Gott übergeben, konnten sie ihre Sünden abladen, weil sie wussten, dass der heilige Priester sie zusammen mit ihnen vor Gott trug.
Sicher trug auch der Pfarrer von Ars selbst schwer an den Sünden der Menschen. Er übernahm in Stellvertregung für sie einen großen Teil der Bußleistung. "Ich gebe ihnen eine kleine Buße, den Rest leiste ich selber für sie", sagte er zu seinen Beichtkindern. Diese Buße leistete er durch eine Selbstkasteiung, die an die Grenzen des Menschenmöglichen ging. Der Gedanke des stellvertretenden Leidens ist heute nicht sehr beliebt. Aber doch beruft Gott immer wieder Menschen zu diesem Dienst. Wir sollen das Leid nicht suchen, das müssen wir auf jeden Fall beachten. Aber wenn Gott zu diesem Dienst ruft, so gilt es ihn zu übernehmen.
Vianney wurde nie überheblich, selbst als täglich hunderte Menschen zu ihm pilgerten, blieb er der einfache Dorfpfarrer. Nie schrieb er sich irgendwelche Leistungen zu. Stets wurde er von Selbstzweifeln gequält und war der Überzeugung, ein unfähiger Mensch zu sein. Er hat sich ein Leben lang die Demut bewahrt, die ihn erkennen ließ, dass er nichts aus seiner Kraft und Vollkommenheit tat, sondern dass stets Gott durch ihn wirkte zum Heil der Menschen. Das ist das große Verdienst des Heiligen Pfarrers von Ars. Durch seine Schlichtheit konnte die Welt die Größe Gottes erkennen. Er war ein Büßer, der die Sünden seiner Zeit auf sich nahm und so das Erbarmen Gottes für unzählige Menschen erfahrbar gemacht hat.
Sünde steht stets auch in Zusammenhang mit dem Vater der Sünde, dem Teufel, der die Menschen versucht. Gegen ihn trat Vianney zum Kampf an. "Diese Geister werden nur durch Gebet und Fasten ausgetrieben", sagt Jesus (Mk 9.29) und das Leben der Pfarrers von Ars bewahrheitet dieses Wort. Die Askese des Heiligen ist ein oft mißverstandener Aspekt in seinem Leben. Wir erschaudern, wenn wir noch heute die Blutspritzer in seinem Zimmer sehen. Durch stundenlange Geißelung und das Tragen eines Bußhemdes quälte er seinen Körper. Er aß wenig. Meist kochte er nur einmal in der Woche Kartoffeln, von denen er dann jeden Tag etwas aß, selbst wenn sie schon schimmlig waren.
Gewöhnlich erhob er sich um 2 Uhr nachts, um die Beichte der Wartenden zu hören, in der Regel 15 Stunden lang, der Rest des Tages war mit Heiligen Messen, Gebeten, Gesprächen und Ansprachen ausgefüllt. Dabei plagten ihn abwechselnd Kopfschmerzen, ein Bruchleiden und ein hartnäckiger Husten. Gleichwohl lebt er in steter Furcht, Gott nicht gerecht zu werden, und bezeichnet seine aufkommende Verzweiflung darüber als seine "Versuchung".
Gegen Ende seines Lebens sehnte sich Vianney nach der Stille eines Klosters und unternahm regelrechte Fluchtversuche, die jedoch kläglich scheiterten. Er wurde stets von der alarmierten Gemeinde, die ihn dann weinend umdrängte, zurück in seinen Beichtstuhl getragen. Trotz Krankheit und Schmerzen verharrte er aus Liebe zu den Menschen bis einige Tage vor seinem Tode in seinem Beichtstuhl. Bald nach einem Schwächeanfall während einer Predigt starb er am 4. August 1859.

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