Vates, zunächst möchte ich bemerken, dass ich unter Strafe ein Übel verstehe, das entweder angedroht oder vollzogen wird, wenn sich ein Mensch nicht so verhält, wie es eine Autorität erwartet und festgelegt hat. Gott kennt mE mehrere Strafen, die erste war die Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies und die letzte wird die Ewige Verdammnis sein; beiden liegt jeweils ein göttliches Gericht und ein expressis verbis ausgesprochenes Verschuldensurteil zugrunde. Dazwischen liegen noch unzählig andere, zu denen auch kraft Göttlicher Anordnung die Kirchenstrafen der Exkommunikation, die ebenfalls Gerichtsverfahren voraussetzen und mit Schuldaussprüchen enden, zählen. Daneben können wir davon ausgehen, dass Gott - ohne im Einzelfall ein Gerichtsverfahren abzuführen und Schuldaussprüche auszusprechen - an (kollektive) menschliche Handlungen oder Unterlassungen unmittelbare Konsequenzen angeknüpft hat (vgl. zB das Zurückfließen des Meeres beim Auszug aus Ägypten, Plagen oder Katastrophen aus Anlass der Zulassung von Abtreibungen) - von einer Strafe im engeren Sinn kann dabei aber mE nicht gesprochen werden.