Warum Leo XIV. die FSSPX loswerden will
1. Wie sehr der Papst die Priesterbruderschaft St. Pius X. verachtet, ergibt sich schon daraus, dass er sich öffentlich zu ihr nur infolge einer zufälligen Journalistenfrage geäußert hat.
2. Leo XIV. erklärte, einen Appell an die FSSPX zu erwägen. Sicher ist er sich also keineswegs, ob dies gut und sinnvoll wäre und er es tun wird. Eine Herzensangelegenheit ist ihm die Sache also nicht. Und was sein Satz ausschließt: ein Gespräch des Hirten mit jenen Schafen, an denen ihm doch liegen sollte.
Mit der FSSPX in „Gemeinschaft leben“, wie er die Kircheneinheit beschreibt, heißt für ihn nur: von oben an sie zu appellieren, falls überhaupt.
3. Er nennt die zu erwartenden Bischofsweihen einen „schmerzhaften Punkt“, weil Spaltungen in der Christenheit immer schmerzhaft seien. Also sinngemäß: Derlei kommt kirchenhistorisch immer mal vor. Er sieht seine eigene historische Verantwortung nicht.
Und mit Achselzucken fügt er an: „mi dispiace, ma noi...“/“mir tut's leid, aber wir...“. „Doloroso“-“schmerzhaft“ ist ihm persönlich die Sache also nicht.
4. Da, so Leo XIV., die Piusbruderschaft ja ohnehin das Konzil ablehne, fehle ihr Fundamentales zur Kircheneinheit. Der Papst gibt damit die FSSPX auf, sieht sie bereits außerhalb der Kirche.
5. Diese Kaltschnäuzigkeit ist nur gespielte Überlegenheit. Denn in seinem letzten Satz offenbart Leo XIV., dass ihm die FSSPX tief ärgerlich ist. Er offenbart seine Einsicht in den tiefen Konflikt. Er sagt, worum es geht: um das Festhalten an der vorkonziliaren katholischen Glaubensüberlieferung oder das, was er für zukünftigen Fortschritt hält:
„Mir tut's leid, aber wir müssen vorwärts gehen.“
Damit erklärt er die FSSPX zum innerkirchlichen „Bremsklotz“ seiner theologischen Fortschrittsideen. Und indem er, oberster Hirte, kalt die Achseln zuckt,
verrät er, als was er die Piusbruderschaft noch empfindet: als Feind, der nach draußen gehört, den er nicht mehr in der Kirche haben will.
6. Nur so kann er glaubenstreue traditionsorientierte Gemeinschaften, Bischöfe und Theologen einschüchtern und am Schweigen halten.
a) Sein Schreiben an die Erzbischöfin von Canterbury
zeigt, dass die inhaltlichen Unterschiede der
christlichen Konfessionen fortan keine Bedeutung
mehr haben dürfen. Darum versichert er den
protestantischen Christen, das für uns Maria fortan
nur noch Vorbild ist, nicht mehr („Mater populi
fidelis“).
b) Wie die weiterhin geltende Erklärung von Abu Dhabi hebt auch Leo's XIV. Enzyklika „Magnifica
Humanitas“ sogar die Unterschiede der Religionen
auf. Denn im Geschichtsprozess zu mehr
Menschlichkeit spreche Christus überall und die
Kirche müsse das Evangelium durch die Stimmen
in der Welt besser verstehen lernen.
Dies also ist die Vertiefung des Zweiten Vatikanums,
das nur gut über Islam, Buddhismus, Hinduismus
spricht und Gemeinsames herausstellt, so dass
die Anerkennung des Konzilstextes „Nostra aetate“
unabdingbar wird für die Kirche, die dem Fortschritt der
Menschheit dienen will.
c) Dazu kommt eine neue, „menschlichere“ Morallehre,
die allen den Leib Christi reicht und Sympathie für
die homosexuelle Lebensform hegt, nämlich weiter
„Fiducia supplicans“ gelten lässt und die
Bischofsernennungen nach diesem Gedanken
ausrichtet.
Die Exkommunikation für die Bischofsweihen der FSSPX dient mithin der kirchlichen Um- und Neugestaltung.
Hingegen werden die Bischofsweihen der Priesterbruderschaft St. Pius X. helfen, Kirche und Evangelium in heikler kirchenhistorischer Situation vor der Auflösung zu bewahren.
Das Interview vom 16. Juni 2026 als Video Il Pontefice annuncia pure che verrà esteso un …
Deutsche Übersetzung von Leo's XIV. Antwort auf die Frage nach einem Schisma durch Bischofsweihen der Priesterbruderschaft St. Pius X.:
„Wir haben sie eingeladen, und ich überlege noch, ob ich einen weiteren Appell starten soll, um zu sagen: 'Tut es nicht. Lasst uns versuchen, in Gemeinschaft innerhalb der Kirche zu leben!'
Doch die Entscheidung liegt bei ihnen. Sie müssen sich darüber im Klaren sein, was dies für sie und für die Kirche bedeutet. Gewiss, Spaltungen unter Christen sind immer ein schmerzhafter Punkt.
Sie weigern sich jedoch, einige grundlegende Elemente der Kirche anzuerkennen, angefangen bei mehreren Punkten des Zweiten Vatikanischen Konzils.
Wenn sie diese Entscheidung treffen, tut's mir leid, aber wir müssen voranschreiten.“