Lisi Sterndorfer

"Wir erkennen die neue Liturgie als gültig und legitim an."
Und: "Die Petrusbruderschaft hingegen hat sich auf ein vorbehaltloses Studium der Konzilstexte eingelassen und ist zur Überzeugung gelangt, dass kein Bruch zu früheren Lehraussagen vorliegt. Allerdings sind manche Texte so formuliert sind, dass sie zu Missverständnissen Anlass geben. Hier sind aber inzwischen vonseiten Roms entsprechende Klärungen erfolgt, welche auch die Piusbruderschaft anerkennen sollte.

katholisch.de

Petrusbrüder: "Keine Traditionalisten, sondern einfach katholisch"

Die Priesterbruderschaft St. Petrus wird 30 Jahre alt Heute vor 30 Jahren wurde die Petrusbruderschaft als Gesellschaft päpstlichen Rechts errichtet. Pater Bernhard Gerstle, deutscher Distriktoberer, spricht im katholisch.de-Interview über die Anliegen der Petrusbrüder. Von Tobias Glenz | Bonn - 18.10.2018 Frage: Pater Gerstle, die Petrusbruderschaft (FSSP) ist 1988 als Abspaltung der Piusbruderschaft entstanden. Sie waren unmittelbar mit dabei. Was genau ist damals vorgefallen? Gerstle: Ich trat im Herbst 1985 in das Priesterseminar der Piusbruderschaft in Zaitzkofen ein und hatte die Hoffnung, dass es möglichst bald zu einer Versöhnung mit Rom kommt. Die Zeichen standen damals zunächst relativ günstig. Zu einer Wende kam es dann 1986 durch das interreligiöse Treffen in Assisi, das Erzbischof Marcel Lefebvre ablehnte. Es gab Bemühungen vonseiten Roms, vor allem von Kardinal Joseph Ratzinger, die unerlaubten Bischofsweihen 1988 abzuwenden und doch noch eine Einigung zu erzielen. Das …

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Rückkehr-Ökumene

Zur Priesterbruderschaft St. Petrus:
Als sich vor einigen Jahren eine Anzahl ihrer Mitglieder Beschwerde führend an Rom wandte, weil der damalige Generalobere, Pater Bisig, es unterbinden wollte, dass einige seiner Priester auch die Neue Messe zelebrieren, wurde er von Kardinal Castrillón Hoyos kurzerhand abgesetzt und durch einen Mann ersetzt, der dagegen nichts einzuwenden hatte. Über der Priesterbruderschaft St. Petrus schwebt ständig das Damoklesschwert, zur Zelebration des Novus Ordo verpflichtet zu werden. Daran wurde sie im Jahr 2008 durch Kardinal Castrillón Hoyos erinnert, indem dieser nämlich anlässlich der Priesterweihen in Frankreich und in den USA die Weihekandidaten aufforderte, nicht nur am Gründonnerstag in der Chrisam-Messe, sondern auch darüber hinaus den Novus Ordo zu konzelebrieren, obwohl dem Vernehmen nach der heutige Generalobere der Petrusbruderschaft vor diesen Weihen den Kardinal geradezu flehentlich gebeten hatte, diese Forderung nicht zu erheben. An die Priester und Weihekandidaten der Priesterbruderschaft St. Petrus richtete der Kardinal diese Forderung bei seiner Predigt in Lincoln (Nebraska) mit den Worten:
„Zeigen Sie einen tiefen Respekt für die gewöhnliche Form der Messfeier des römischen Ritus [d.h. für die Neue Messe], indem Sie mit Ihren Bischöfen in der Ölweihmesse konzelebrieren, und immer dann, wenn dieses Zeichen der priesterlichen Gemeinschaft besonders angebracht ist.“
Dass Rom bisher noch nicht die Priesterbruderschaft St. Petrus ultimativ aufgefordert hat, den Novus Ordo zu zelebrieren und sich damit begnügte, es diesbezüglich bei einer mehrmals wiederholten dringenden Empfehlung zu belassen, hat die Petrusbruderschaft wohl nur der Existenz der Priesterbruderschaft St. Pius X. zu verdanken.
Denn sie kann geltend machen, dass sie die ihr von Rom zugedachte Aufgabe, die Gläubigen von der Piusbruderschaft ab- und zu sich herüberzuziehen, nicht mehr erfüllen könne, wenn sie offen zum Biliturgismus übergehen würde. Ein Gläubiger, der bei der Petrusbruderschaft praktiziert, brachte die Situation seinerzeit auf den Punkt, als er bemerkte: „Ihr [die Priesterbruderschaft St. Pius X.] seid unsere Lebensversicherung!“
Das sollten auch die Priester dieser Bruderschaft zugeben. Stattdessen treten einige von ihnen der Priesterbruderschaft St. Pius X. ständig ans Schienbein, indem sie diese bei den Gläubigen diffamieren.
Ich kenne aber auch honorige Priester der Petrusbruderschaft, die gute Seelsorger sind, nur leider sind sie in einer falschen Vorstellung vom Gehorsam befangen, den man als sklavischen Gehorsam gegenüber Rom bezeichnen kann.
Dieser ist ein Überbleibsel aus vorkonziliarer Zeit, das nach der Wende in der Kirche keine Auferstehung feiern darf.
Die Priesterbruderschaft St. Petrus hat also einen erbärmlichen Status, den man nach dem Wort eines bedeutenden Philosophen als „schimmerndes Elend“ bezeichnen kann.
Aber sie verfügt über viele gute Priester. Sie können sich aber aufgrund des Schweigeabkommens, das sie de facto mit dem modernen Rom geschlossen haben, nicht öffentlich äußern.
Zweifellos gibt es in der Petrusbruderschaft gute Priester, aber sie hat einen schweren Defekt, der alles, was sie an Richtigem tut, zu einer Nostalgie-Variante degradiert.
Denn zur katholischen Wahrheitsposition gehört die Verurteilung des Irrtums und insbesondere der Irrtümer, die im Konzilstext ebenso wie in einer Reihe von kirchenamtlichen Dokumenten der Nachkonzilszeit stecken.
Die Petrusbruderschaft muss über diese Irrtümer den Mantel des Stillschweigens breiten, um ihre Existenz nicht zu gefährden. Aber das ist nicht erlaubt für den, der die überlieferte Lehre verteidigen will. Es ist nicht damit getan, dass er selbst nur Richtiges sagt und tut, nein, er ist auch verpflichtet die glaubenszerstörenden Lehren des modernen Roms in aller Öffentlichkeit anzuklagen.
Denn der Irrtum beansprucht Wahrheit für sich und dieser Anspruch ist der Wahrheit entgegen gerichtet. Wer also die Wahrheit verteidigen will, der muss den Irrtum bekämpfen. Das ist nicht eine Zutat, auf die man nach Belieben auch verzichten kann, sondern eine Notwendigkeit für den, der die Wahrheit verteidigen will.

DrMartinBachmaier

Zitat aus dem Artikel:
"Es gab Bemühungen vonseiten Roms, vor allem von Kardinal Joseph Ratzinger, die unerlaubten Bischofsweihen 1988 abzuwenden und doch noch eine Einigung zu erzielen. Das hätte auch fast Erfolg gehabt durch einen Einigungstext, der unterzeichnet, jedoch kurze Zeit später von Lefebvre widerrufen worden ist. Ich denke, das Ganze gründete auf einem Mangel an Vertrauen gegenüber Rom."
Ich weiß zwar nicht genau, was in dem Eingungstext drin stand, soviel mir bekannt ist, wäre da aber der Piusbruderschaft die Feier der Hl. Messe nach altem Ritus erlaubt worden und damit eine kirchliche Anerkennung (Aufhebung der Suspension) geschaffen worden. Ebenso wäre die Weihe eines Bischofs erlaubt gewesen.
Offenbar tatsächlich aus mangelndem Vertrauen hat aber EB Lefebvre die Unterschrift wieder zurückgezogen, angeblich aus Angst, Rom wolle die Piusbruderschaft in den Modernismus hineinziehen.
Klar, als Konzilstheologen traute der Erzbischof wohl Kardinal Ratzinger nicht; andererseits ist aber so ein Misstrauen doch auch eine Unterstellung.
Deshalb verstehe ich bis heute diesen Rückzieher nicht. Mit der Unterschrift wäre wohl die Priesterbruderschaft St. Pius X. kanonisch anerkannt gewesen, die Suspension also aufgehoben gewesen.
Und wenn, wie es aussah, Rom tatsächlich die vorgesehene Bischofsweihe auf den Sankt-Nimmerleins-Tag hinausgezögert hätte oder Rom kein Weihekandidat gut genug gewesen wäre, dann hätte man ja ein, zwei Jahre später, sich auf den Notstand berufend, immer noch die vier Bischöfe weihen können.

DrMartinBachmaier

Der Novus Ordo ist natürlich nicht legitim. Er entspricht ja im Wesentlichen dem, was der Teufel in persönlichem Gespräch Luther beigebracht hat.
Pater Jäger von der Petrusbruderschaft in München meint, dass es gegen die Heiligkeit der katholischen Kirche stpräche, wenn diese etwas Illegitimes genehmigt hätte.
Da gebe ich ihm Recht.
Die Frage, die sich stellt, ist aber, ob denn der Novus Ordo überhaupt genehmigt wurde. Gregor Hesse etwa meint, eine solche Genehmigung sei von Paul VI. nicht unterschrieben worden, also sei der Novus Ordo verboten.
Nun hat zwar Paul VI. gewissen Priestern gesagt, sie sollten im Novus Ordo zelebrieren; sowas dürfte man aber wohl als Privatmeinung abtun können.
Der Fakt, dass Paul VI. und seine Nachfolger ebenfalls im Novus Ordo zelebrierten, genehmigt diesen ebenso nicht als legitim.
Man sollte noch näher untersuchen, ob etwa Benedikt XVI. in seinem Motu proprio Summorum Pontificum den Novus Ordo genehmigt hat; zumindest ist da von einem Ritus ordinarius die Rede.

Carlus

Der katholische Glaube, wie auch die Katholische Kirche ist auf drei Säulen aufgebaut
1. die Tradition,
2. die göttliche Offenbarung,
3. die Dogmatik,

warum aber will die Bruderschaft von der 1. Säule sich verabschieden und die andere Bruderschaft zum gleichen Irrweg verleiten?
Fragen über Fragen und weit und breit keine Antwort!

Gerti Harzl

Ach, die Streitereien der Tradis untereinander interessieren mich sowieso kaum bis gar nicht, @Isidoro Matamoros Ich meinte ja nur ...

Isidoro Matamoros

@Gerti Harzl : schweifen Sie nicht ab! Der NOM wird hier Land auf Land ab zelebriert, dann sollen die sich nach dem fügen, was die FSSP gemäß ihren Lippenbekenntnissen als legitim ansieht.

Gerti Harzl

"Wenn die Petrusbruderschaft diese neue Liturgie als legitim anerkennt, dann soll sie diese auch zelebrieren mit allem Zick und Zack!"
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Auch alle anderen über 20 legitimen Riten der katholischen Kirche? Würde etwas mühsam werden.

Isidoro Matamoros

@Lisi Sterndorfer: Legitim? Können Sie mir bitte erklären, wie man z. B. innerhalb des neuen Ritus' der Taufe (bei der Weihe des Taufwassers gemäß der Editio typica) beten oder singen kann, daß unser Herr Jesus Christus anläßlich seiner Taufe durch Johannes von Gott dem Vater mit dem Hl. Geist gesalbt worden sei, als habe der eine Herr und Gott Jesus Christus diesen nicht seit Ewigkeit besessen und als sei dieser Geist nicht sein eigener gewesen, der eben auch von ihm ausgeht? Können Sie erklären, wie man das ohne Blasphemie und Sakrileg singen kann, in dem Augenblick, da man kurz davor ist, die Taufe zu spenden, die Jener eingesetzt hat, der von sich sagen kann: "Mir ist alle Macht Herrlichkeit gegeben im Himmel und auf Erden"?

Isidoro Matamoros

Wenn die Petrusbruderschaft diese neue Liturgie als legitim anerkennt, dann soll sie diese auch zelebrieren mit allem Zick und Zack!

Bethlehem 2014

Die "Piusbrüder" werden das nicht anerkennen. Das hat deren neuer General ganz klar gesagt. Irgendwo MUSS es ja noch Katholiken geben (dürfen)...!