Die Tugend des Glaubens: Die Privatoffenbarungen
Der Glaube ist der normale und am meisten verdienstliche Weg, um Gott zu erkennen. „Selig, die nicht sehen und doch glauben“, sagt Christus zum Apostel Thomas (Joh 20,29). Aus dem Leben des hl. Königs Ludwig IX. von Frankreich wird berichtet, dass sich in einer Stadt, in der er sich gerade aufhielt, ein eucharistisches Wunder vollzogen habe. In einer Kirche sei in der konsekrierten Hostie das Bild des Heilands sichtbar geworden. Als man dem hl. König dies mitteilte, soll er geantwortet haben: Wer Zweifel am Sakrament der Eucharistie habe, solle hingehen und das Wunder schauen. Er selbst gehe aber nicht hin, denn er glaube auch ohne ein solches Wunder fest an die Gegenwart Christi in diesem Sakrament und wolle sich nicht das Verdienst des Glaubens mindern lassen. Wunder, Visionen und besondere göttliche Mitteilungen sind etwas Außergewöhnliches und gehören nicht zum normalen Weg der Heiligkeit. Man soll sie sich darum auch nicht wünschen, wie alle geistlichen Lehrer betonen, da dies ein …