Morgengruß an Elisabeth! Neuer Morgen, alte Sorgen: Wenn sich die Kirchenleitung nicht bald was einfallen lässt, dann werden die Priesterhände halt immer noch weniger werden und immer mehr von uns müssen dann ohne diese den Glauben leben.
Lieber azs! "Wow da lodert aber das Feuer der Wahrheit in diesem Bischof!" Ja, im Mittelalter loderte auch das Feuer im Namen der Wahrheit - die Scheiterhaufen!
Ob das dogmatisierende Wiederholen von kirchlichen Lehrsätzen über die Homosexualität durch Bischof Overbeck den vielen Zwischentönen menschlicher Sexualität als Ausdruck von wahrer Liebe gerecht wird, wage ich zu bezweifeln. Hier fährt theoretisches Dogma über die Vielfalt von Liebesäußerungen hinweg und lässt suchende Menschen ohne konkrete Hilfestellung für die Bewältigung ihrer Situation zurück. Jesuanisch scheint mir die Vorgangsweise des Bischofs nicht zu sein.
Fischer-Rücktritt: Wenn man die beiden Pressemeldungen kombiniert, entsteht schon ein möglicher Hinweis. 1. "Kardinal Levada wäre nach eigenen Worten «nicht überrascht», wenn es im Zuge des Missbrauchsskandals zu weiteren Amtsverzichten von Bischöfen käme. Man könne aber keine Voraussagen treffen. Zugleich ermutigte er die Bischöfe weltweit, «konkrete Schritte zu tun und die Dinge auf den Tisch zu bringen». 2. ORF: link weiter unten
Über das Buch: "Im Namen des heiligen Vaters" von Hanspeter Oschwald (Mitgestalter des 3sat-Beitrages) Rückwärts gewandt in die Zukunft Von Klaus Greifenstein Fünf Jahre sind vergangen, seit die Bild mit ihrem „Wir sind Papst“ die Wahl von Kardinal Joseph Ratzinger zum Oberhaupt der Katholiken überschwänglich feierte. Doch von der anfänglichen Euphorie gegenüber Benedikt XVI ist wenig geblieben. Was aus den ersten Jahren seiner Amtszeit in Erinnerung bleibt, sind Konflikte und Skandale: die Hinwendung zu den Holocaust-Leugnern der Pius-Brüderschaft, weltfremde Aussagen zu Themen wie Aids und Verhütung und nicht zuletzt die empörenden Berichte über sexuelle Vergehen von Priestern. So bewegt sich die katholische Kirche stetig weg von einem erhofften Reformkurs und irritiert ihre Anhänger. Die Frage, welche Kräfte diese Politik unterstützen und steuern, beantwortet Journalist und Vatikan-Kenner Hanspeter Oschwald in seinem neuen Buch „Im Namen des heiligen Vaters“. Das zweite Vatikanische Konzil – ein Schreckgespenst für Ewiggestrige Nach dem zweiten Weltkrieg schien die katholische Kirche erkannt zu haben, dass sie sich nicht länger der modernen Welt verschließen konnte. Es waren die 60er Jahre, Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs, in denen sie diese Erkenntnis im Zweiten Vatikanischen Konzil manifestierte. Der damalige Papst Johannes XII hatte es 1962 einberufen, als es sein Nachfolger Paul VI 1965 beendete, schien die althergebrachte Form des Katholizismus als geschlossene Veranstaltung ausgedient zu haben. Die traditionelle Liturgie war reformiert worden, der Dialog mit Andersgläubigen wurde verstärkt. Besonders bedeutend war aber die Neuinterpretation des Verhältnisses der Gläubigen zur katholischen Kirche: Man gestand von nun an dem Einzelnen das Recht auf seinen Glauben auch dann zu, wenn er dem katholischen Bekenntnis widersprach! Eine wahre Revolution, die den Ultrakonservativen von Anfang an ein Dorn im Auge war. Niemals würden sie den alleinigen Wahrheitsanspruch kampflos aufgeben. Also reagierten sie und öffneten als Reaktion fundamentalistischen Gruppierungen die Tore. Sie ließen zu, dass sie sich immer weiter in der Machthierarchie empor arbeiteten, bis sie die Kirche letztendlich nach ihren Vorstellungen prägen würden. Lasset die verirrten Kindlein zu uns kommen Welche bizarre Schar von verirrten Kindlein die Kirche seither in ihren Schoß zurückkehren ließ, ist mehr als erstaunlich. In Oschwalds Buch erfahren wir von Organisationen, deren Struktur sie eindeutig in die Nähe von Sekten wie Scientology rückt. Als die aggressivsten unter ihnen lernen wir das Opus Dei (das „Werk Gottes“), und die Legionäre Christi kennen. Deren Gründungs- und Wirkungsgeschichte liest sich eher wie ein Kriminalroman als ein Auszug aus der Kirchengeschichte. Das „Werk“ beispielsweise baut auf dem antikommuni- stischen Wahn seines Gründers Josemaría Escrivá auf. Der 1902 geborene Escrivá war als Sympathisant des faschistischen Franco-Regimes bekannt, ein glühender Kommunistenfeind mit starken antijüdischen Tendenzen. Ex-Mitglieder der Gruppe schildern „massive Manipu- lationen von Persönlichkeit und Psyche“. Kritiker rücken Opus Dei in die Nähe eines gefähr- lichen Geheimbundes, der „kein einziges Bibelzitat im ursprünglich gemeinten Sinn gebraucht“. Ein Grund, das „Werk“ zu verurteilen oder gar zu exkommunizieren? Natürlich nicht. Vielmehr wurde Escrivá 2002, 28 Jahre nach seinem Tod, heilig gesprochen. Heute zählt Opus Dei zum mächtigsten und reichsten Global Player innerhalb der Kirche: 86000 Mitgliedern und Strippenzieher in Politik und Finanzwesen schalten und walten unter päpstlicher Protektion. Ähnlich spektakulär ist die Erfolgsgeschichte der Legionäre Christi. Ihren Ordensgründer, den bolivianischen Pater Maciel, verfolgten zeitlebens schwere Vorwürfe. Aussteiger aus der Organisation nannten ihn einen Kinderschänder und Morphinisten, für seine ultrakonservativen Unterstützer waren dies natürlich nur Gerüchte. Als die Beweise zu erdrückend wurden, wies man den Pater an, sich zu einem Leben des Gebetes und der Buße zurückzuziehen. Mehr Strafe war anscheinend nicht vonnöten. Stattdessen betonte der Vatikan stets den „Geist des Gehorsams“ und Maciels „Verehrung für die Kirche“. Schließlich hatte er bis zu seinem Tod im Jahr 2000 schon 50000 Anhänger für seine Sache gewinnen können. Auch hier war eine starke Truppe zum Kampf gegen die modernistischen Ideen des Zweiten Vatikanischen Konzils herangewachsen. Was kümmert es, dass deren Mitglieder mit Methoden wie kompletter Abschottung von der Außenwelt und sogar der eigenen Familie gefügig gemacht werden. Die Krise der katholischen Kirche in neuem Licht Das „Werk“ oder die „Legionäre“ sind nur die Spitze des Eisbergs. Oschwald hat alle verfügbaren Informationen über weitere konservative Gegenbewegungen gesammelt. Gruppen wie Ecclesia Dei, Das Engelwerk, Una Voce oder die Legion Mariens - sie alle beanspruchen das alleinige Heilskonzept für sich, widersetzen sich damit bewusst der Verbindlichkeit des Konzils. Dem Konzept „Kirche für alle“ setzen sie ein „Kirche sind wir“ entgegen. Dank Oschwalds minutiöser Recherchen erscheint endlich auch die aktuelle Krise der katholischen Kirche in neuem Licht. Spannende Fragen tun sich nach der Lektüre auf: War der Papst, ein Mann mit einem perfekt gemanagten Informanten-Netz, wirklich so schlecht über den Holocaust-Leugner Williamson informiert? War das Mohammed-Zitat („er hat nur Schlechtes in die Welt gebracht“) nur ein Ausrutscher? Oder ist der 83-jährige Oberhirte längst nicht mehr Herr seiner Entscheidungen, weil andere hinter den Kulissen um eine neue Kirchenordnung ringen, die uns rückwärts gewandt in die Zukunft begleiten soll? Klaus Greifenstein München, April 2010
Musikalisch ganz schön. Backgroundchor im Verhältnis zu den Solisten eher zu laut. durch die Unterlegung des lateinischen Textes kommt es einige Male zu "unlateinischen" Betonungen.
Lieber Alfredo! Ich kenne die alte Liturgie noch von Kindesbeinen an und muss leider auch sagen, dass bei den gezeigten Ausschnitten gelegentlich schon etwas Ratlosigkeit geherrscht hat. Hutchen hat schon ein Stückchen Recht!
Von einer Assistenz von Bischof Overbeck habe ich nichts gesehen. Er saß höchstens dabei. Noch dazu an einem für den außerordentlichen Ritus völlig ungeeigneten Platz!