Prof. May bemerkte zutreffend, dass die Liturgiekonstitution kautschukartige Passagen enthält. Diese konnten in unterschiedlicher Weise im NOM umgesetzt werden. Paul VI. setzte sie in einer Weise um, die, wie er sagte, alles vermied, woran die Protestanten Anstoß nehmen konnten. Aber die Liturgiekonstitution enthält bereits weitgehend den Sprengstoff, der im NOM offensichtlich wurde. Leider haben sich die Konservativen in nachkonziliarer Zeit fast nur den einzelnen Defekten des NOM zugewendet und die Prinzipien vernachlässigt, aus denen er hervorging. Diese wird man nicht erkennen, wenn man sich nicht mit der Liturgie des Pascha-Mysteriums auseinandersetzt, die auf Odo Casel zurückgeht und die die Liturgiekonstitution beherrscht. Bald wir eine Publikation erscheinen, die die Prinzipien des NOM unter die Lupe nimmt.
woher wissen Sie, dass sich die Petrusbruderschaft verpflichtet hat, wenigstens einmal im Jahr nach dem NOM zu zelebrieren. Seinerzeit sagte ein römischer Prälat zu Erzbischof Lefebvre sinngemäß: Zelebrieren Sie nur einmal nach dem NOM, dann ist alles geregelt.
Texte des Konzils enthalten Widersprüche, was z. B. die Heilsnotwendigkeit der Kirche betrifft; das soll ein wahres Konzil sein? Das sogenannte Konzil der Medien hat sich auf die antikatholischen Aussagen des Konzils konzentriert, aber sie sind dem Konzil anzulasten. Benedikts Konzil der Medien ist keine Konzil neben dem von Benedikt XVI. sogenannten wahren Konzil, sondern es ist in diesem enthalten.
erschreckt werden können nur diejenigen, die nicht erkennt haben, dass diese Exkommunikationen null und nichtig sind, weil die Priesterbruderschaft St. Pius X. mit vollem Recht mit einem Notstand in der Kirche argumentiert und insofern das Kirchenrecht auf ihrer Seite hat. Wer den Notstand nicht erkennt, der ist mit Blindheit geschlagen,
... und deshalb gibt es nur diese eine Kirche und alle anderen christlichen Religionen sind Nichtkirche, wenngleich man sie im bürgerlichen Leben als Kirchen bezeichnet. Diese Erkenntnis bringt den Ökumenismus des Konzils zum Einsturz und sie bringt die Rückkehr-Ökumene zu Ehren.
Dr.Martin Bachmaier, mit Abweichungen des modernen Roms meine ich in erster Linie die Abweichungen des II. Vatikanums. In Hinblick auf die Ekklesiologie ist das primär die subsistit-in-Lehre und die mit ihr verbundene Elemente-Ekklesiologie, die das Selbstverständnis der katholischen Kirche grundsätzlich verändert haben. Indem Leo XIV. sich hinter das Konzil stellt, macht er sich diese Abweichungen zu eigen.
Aus dem Manifest von Erzbischof Lefebvre vom 21.11.1974: " Wir lehnen es dagegen ab und haben es immer abgelehnt, dem Rom der neomodernistischen und neoprotestantischen Tendenzen zu folgen, die eindeutig im Zweiten Vatikanischen Konzil und nach dem Konzil in allen daraus hervorgegangenen Reformen zum Durchbruch kamen. … Keine Autorität, auch nicht die höchste Autorität in der Hierarchie kann uns zwingen, unseren Glauben, der vom Lehramt der Kirche seit 19 Jahrhunderten eindeutig formuliert und verkündet wurde, aufzugeben oder zu schmälern. …“
Guntherus de Thuringia: Ihr Vorwurf trifft mich nicht und Sie irren, wenn Sie meinen, der KKK würde bekennen, dass der NOM ein Sühnopfer ist. Der ausschlaggebende Art. dafür ist 1367. Dieser bezieht sich auf das Konzil v. Trient DS 1743. In 1743 steht tatsächlich " ... so lehrt das heilige Konzil,, daß dieses Opfer wahrhaft ein Sühnopfer ist". Aber erstens wird hier gesagt, dass das Konzil v. Trient das lehrt (!), und zweitens lässt 1367 ausgerechnet die Passage weg. Warum wohl.
fra Giovanni Maria: Ja der Gültigkeit stimme ich zu, aber der NOM ist keine Reform der Liturgie, sondern er ist in Bezug auf dieselbe eine Revolution. Pfarrer Milch sagte sinngemäß: Das ist ja gerade das Übel, dass das Gültige entehrt wird. Den Auftrag des Herrn an seine Jünger, sein Kreuzesopfer auf unblutige Weise zu erneuern, eigenmächtig zu verändern, indem man den Übergang des Herrn vom Tod zum Leben zum Wesen der Neuen Messe erklärt, ist ein Frevel. Soweit ich sehe, ist das in konservativen Kreisen noch nicht zureichend erkannt.
Die Neue Messe ist Ausdruck der Liturgie des Pascha-Mysteriums, kurz der Pascha-Liturgie, worauf die Liturgiekonstitution, Sacrosanctum concilium, sechsmal hinweist. Die Pascha-Liturgie erkennt die Messe nicht als ein Sühnopfer an. Mit Erfolg haben es die Vertreter der Pascha-Liturgie verhindert, dass der Begriff der Sühne in dieser Konstitution auftrat, was der Kommentator der Liturgiekonstitution, J. A. Jungmann, hervorhebt, und die Konservativen haben diese schwerwiegende Auslassung leider zugelassen. Da aber das Konzil von Trient bestimmt, dass die Messe ein Dank-Lob und Sühnopfer ist und jeden mit dem Ausschluss aus der Kirche belegt, der das leugnet, können die Vertreter der Pascha Liturgie diese Wesenseigenschaft der Messe nicht ausdrücklich leugnen. Die Pascha-Liturgie will kein Sühnopfer sein, sondern sie ist, wie die Liturgiekonstitution sagt, die Feier des Übergangs Christi vom Tod zum Leben. Aber der Auftrag Christi: "Tuet dies zu Meinem Gedächtnis" fordert, dass die Messe ein Opfer ist. Der Herr hat nicht gesagt: "Feiert Meinen Transitus", d.h. Meinen Übergang vom Tod zum Leben." Der Satz von Kardinal Roche „Die reichhaltige Nahrung der Heiligen Schrift, die nun durch die Feier der Messe und der Sakramente vermittelt wird, stand uns früher nicht zur Verfügung, ist es nun aber.“ ist glatter Unsinn. Und was den Schlusssatz seines Ausführungen betrifft, ist festzuhalten, dass der Priester allein das Sühnopfer darbringt, weil es Christus so bestimmt hat. Sein Auftrag: "Tuet dies zu Meinem Gedächtnis" ist an die Jünger gerichtet und infolgedessen an die Priester und nicht an das Volk.
Die Petrusbruderschaft hat de facto ein Schweigeabkommen mit dem modernen Rom geschlossen. Sie muss akzeptieren, dass Wahrheit und Irrtum nebeneinander bestehen. Und je weiter das moderne Rom von der traditionellen Lehre der Kirche abweicht, um so unglaubwürdiger wird die Petrusbruderschaft. Und was heißt schon "Einheit mit Rom", wenn diese Bruderschaft, wie mir glaubhaft versichert wurde, seit eh und je davor zittert, auch die Neue Messe zelebrieren zu müssen. Aber schützt sie vor dieser Forderung denn nicht ihr Errichtungsdekret? Keineswegs, denn es erlaubt ihr zwar die Zelebration der überlieferten Messe, aber von einem "ausschließlich" ist in diesem Dekret nicht die Rede. Welch ein erbärmlicher Status, über den noch so dicke Weihrauchschwaden bei ihren Priesterweihen nicht hinwegtäuschen können.
oder dieser eine Erkenntnis gewonnen hat, die anderen verborgen geblieben ist, die in einem sklavischen Gehorsam dem modernen Rom gegenüber befangen sind.
Man wird, um ein Beispiel zu nennen, von den Mitgliedern der Petrusbruderschaft nicht hören, dass das Konzil in Lumen gentium, Art. 8, mit seiner subsistit-in-Lehre und die mit ihr verbundene Elemente-Ekklesiologie das Selbstverständnis der katholischen Kirche grundsätzlich verändert hat. (Beweis: Wolfgang Schüler: "Die Elemente-Ekklesiologie - Wie das II. Vatikanum die Identität der Kirche Jesu Christi mit der Römischen Kirche aufhebt". (Sarto Verlag). Doch diese Abweichung von der traditionellen Lehre, die auch das Verhältnis zu den anderen christlichen Religionen und zur Weltverändert hat, ist bis heute vielen Katholiken nicht bekannt. Hingegen sind die Abweichungen von Franziskus auf moralischem Gebiet leicht zu erkennen. Deshalb sagte ich, dass die Petrusbruderschaft mit ihrem Schweigen zu dem Traditionsbruch des modernen Roms immer unglaubwürdiger wird.