Marina Weiss

Wie oft schon in der Geschichte stand es schlechter um das Land? Wie viele Kriege, Krisen, größere wie kleinere Komplikationen musste die Menschen früherer Tage schon erdulden? Und trotzdem: Kinder bekamen sie immer. Anders als heute.
Anders als heute glaubten sie aber an etwas, das sie übersteigt. Die Geburtenkrise ist also in Wirklichkeit eine Glaubenskrise. Sie hängt auch zusammen mit dem zweiten großen Problem, das die Geburtenzahlen sinken und die Abtreibungszahlen steigen lässt: mit der Beziehungskrise. Wo keine stabile Liebesbeziehung, da weniger Kinder. Eine ungewollt schwangere Frau, deren Partner nicht für sie, sondern gegen sie arbeitet, wird eher abtreiben als eine, die mit ihrem Anvertrauten sprichwörtlich durch dick und dünn gehen kann. Dafür sind allerdings Selbstlosigkeit und Hingabe nötig.

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Diese zwei Zahlen zeigen, wie wenig zuversichtlich die Menschen wirklich sind

Geburten- und Abtreibungszahl Die Geburtenzahlen sinken, die Abtreibungszahlen steigen. Ein erschreckender Indikator für die Zuversicht auf das Leben. Denn wer das Leben liebt, will es weitergeben. Was der Staat tun kann und was nicht. Und worauf es wirklich ankommt. Ein Kommentar Leerer Spielplatz: Die Frauen, die vor 30 Jahren nicht geboren worden sind, können heute keine Kinder kriegen © IMAGO / Kirchner-Media / Statistisches Bundesamt / Corrigenda-Montage Das Statistische Bundesamt hat am heutigen Dienstag zwei Pressemitteilungen veröffentlicht, deren Inhalt den Zustand Deutschlands genauer beschreibt, als es Kommissionen, Institute und Regierungspolitiker je könnten. Um es kurz zu machen: Die Zahl der Geburten ist 2025 auf den niedrigsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg gefallen. Wenn man das Jahr 1945 außer Acht lässt, weil es dafür ohnehin keine genauen Zahlen gibt, muss man sogar bis weit zurück ins 19. Jahrhundert gehen, um eine ähnliche Geburtenzahl vorzufinden, wie sie die …

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