Christkönigtum

Polen, 26. April 2026. Lech Poznań empfängt Legia Warszawa. Bevor der Anstoß ertönt, entfaltet sich auf der Tribüne ein Bild, das man in einem Fußballstadion nicht erwartet: die heiligen Apostel Petrus und Paulus — flankierend das Wappen des Vereins. Dazwischen die Inschrift der Fans: „Die Tore meiner Stadt schützen Petrus und Paulus."
Das Spiel endete 4:0 für Lech. Aber das ist zweitrangig.
Was hier geschah, ist etwas, das man in einer Zeit, in der Fußballstadien längst zu Tempeln des reinen Diesseits geworden sind, kaum noch für möglich hält: polnische Fans, die ihre Identität nicht in Konsum und Spektakel suchen, sondern in der zweitausendjährigen Überlieferung des Glaubens. Petrus und Paulus stehen nicht zufällig auf diesem Banner — sie stehen auf dem Wappen der Stadt Poznań, sie stehen auf der ältesten Kathedrale Polens. Sie sind der Grund, warum diese Stadt überhaupt existiert.

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Gisela Mueller

Posen nennt man die Stadt in deutscher Sprache.

Boni

Das brauchen wir in der Bundesliga auch.