Ischa

"Causa Schönstatt"- Stellungnahme der Schönstattpatres vom 4. Juli

Er hat uns immer motiviert, Schönstatt aus Wahrheit, Gerechtigkeit und solidarischer Liebe aufzubauen
P. Diogo Barata im Namen der Schönstatt-Patres in Spanien | Brief an die Schönstatt-Bewegung in Spanien •
Die Schönstattpatres in Spanien möchten mit Ihnen eine erste Reflexion über die Nachrichten der letzten Stunden teilen. Es handelt sich um eine Untersuchung kürzlich freigegebener historischer Archive, die Anschuldigungen wegen angeblichen Missbrauchs durch unseren Gründer ans Licht gebracht haben. Pater Josef Kentenich – wie allen bekannt ist – wurde als Folge einer apostolischen Visitation Anfang der 1950er Jahre aus seiner Arbeit entfernt. Es scheint, dass es im Rahmen dieser Untersuchung mehrere Anschuldigungen von Mitgliedern der Gemeinschaft der Marienschwestern gab, die Machtmissbrauch, Gewissensmissbrauch und in einem Fall auch sexuellen Missbrauch erlitten hatten. All dies war von Beginn des Seligsprechungsprozesses an in den Unterlagen enthalten, die der Kongregation …
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Ischa

"Darf ich Dolmetscher Eurer Gedanken und Empfindungen sein? So oft habe ich an dieser Stelle im Namen der Kirche Weihen angenommen. Jede bot ein besonderes Bild, je nach der Vorbereitung, je nach der Stimmung, die gerade herrschte. Als wir letzten Ostern hier knieten, war es meine Aufgabe, die Kandidaten auf die Weihe vorzubereiten, die letzte Hand an sie zu legen. Das ist dieses Mal nicht notwendig. Ihr wisst bereits um die Bedeutung der Weihe. Die ganze Tagung mit ihren großen Gedanken war darauf eingestellt. Es bleibt mir dann weiter nichts übrig, als Eure Gedanken und Empfindungen zu sagen. Und da meine ich aus Euren Augen das Bekenntnis herauslesen zu dürfen: „Wir stehen vor einer Schicksalswende unseres Lebens!“ Oder täusche ich mich?
[1.1 Die Weihe als Besiegelung unserer Sendung]
Bislang hat in unserer Bewegung das Gesetz gegolten: „Was ihr ererbt von euren Vätern, erwerbt es, um es zu besitzen!“
Die vor Euch hier gekniet, die vor Euch hier gestanden haben, wie haben die diesen Tag herbeigesehnt, wie haben sie ihn in ihrer Erinnerung das ganze Leben hindurch festgehalten! Wie manche Tränen hat es vor der Weihe schon gegeben, Freudentränen – Leidenstränen, je nachdem der Kandidat angenommen oder abgewiesen wurde. In diesen Tagen fiel mir noch ein Briefchen in die Hände, das der erste Gymnasiast, der im Mai 1915 aufgenommen wurde, an seine Bundesbrüder hinausgeschickt auf die Kriegsschauplätze und in die Garnisonen: „Jetzt“, so heißt es darin, „ist der Würfel gefallen, jetzt weiß ich, was ich will. Jetzt ist die Schicksalsstunde meines Lebens angebrochen!“
Habt Ihr auch diese Begeisterung, dieses tiefe Durchdrungensein von der Bedeutung des Tages erworben in diesen Tagen? Es schien zwar eine Zeit lang, als ob das Wort auf unsere Gymnasiastenbewegung passte:
„Die groß geschaut und groß gebaut, die ruhen in den Särgen,
auf ihren Gräbern wandeln wir als ein Geschlecht von Zwergen!“
Aber das schien nur so. Die jetzige Tagung mit ihrem Anfang, ihrem Aufbau, ihrer Vollendung hat gezeigt, was Gott und die Gottesmutter in den letzten Jahren in unserer kleinen Gemeinschaft gewirkt.
Für mich ist es das Bedeutsamste, dass ihre Wirkungen so tiefgreifend sind, obwohl die Zentrale die Gymnasiastenbewegung bewusst vernachlässigte. Mit großer Dankbarkeit ernten wir heute, was andere gesät. Ich denke da vor allem an unsere Bundespriester in den Konvikten. Von jetzt ab habt Ihr einen sachkundigen und zielsicheren Führer. Die neuen Saatkörner, die er so reichlich ausgestreut, werden gewiss vielfältige Frucht bringen.
„Was Ihr ererbt von euren Vätern, erwerbt es, um es zu besitzen!“ Ich habe mir erzählen lassen, wie hoch Ihr in diesen Tagen die Forderungen gespannt habt für die Weihe. Das beweist mir, dass das alte Traditionsgut, dass der ererbte Heldengeist auch in Euren Gliedern herrscht, dass Ihr Geist vom Geiste unserer Heldensodalen habt.
Soll ich Euch aber tiefer einführen, Euch klarer sagen, was in Eurer Seele vorgeht? Soll ich der Dolmetscher Eurer tiefsten Gedanken sein? Euer Herz brennt in diesem Augenblick, Ihr seid durchdrungen von der Bedeutung der Stunde, weil die Weihe in sich schließt:"
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