Leo XIV. ernennt einen madagassischen Bischof, der den lokalen Segensritus "Mitso-drano" praktiziert
Er wurde am 3. August 2002 zum Priester für die Erzdiözese Antananarivo geweiht. Papst Franziskus ernannte ihn im Jahr 2023 zum Weihbischof der Diözese Morondava.
In der Schweiz ausgebildeter Theologe
Zwischen 2011 und 2017 promovierte er in Theologie an der Universität Fribourg in der Schweiz. Seine Dissertation trägt den Titel Volonté de 'Fihavanana': Une Comparaison avec l'Observance de la 'Berît' dans le Livre du Deutéronome (Wille von 'Fihavanana': Ein Vergleich mit der Befolgung des 'Berît' im Buch Deuteronomium).
Darin behandelt er fihavanana (ein madagassisches Konzept der Harmonie) als Parallele zum biblischen Bund (berît) und betrachtet es als eine "Art, göttliche Beziehungen auszudrücken".
Er schlägt vor, dass die Bibelauslegung in Madagaskar direkt vom hebräischen Text auf die madagassische Weltsicht übergehen sollte, ohne Vermittlung durch griechisch-lateinische oder missionarische Traditionen.
Die These erklärt auch die einheimische madagassische Religion, in der zu einem höchsten Wesen namens Zanahary gebetet und die Ahnen namens Razana um Segen angerufen werden.
Im Jahr 2022 unterrichtete Monsignore Rakotojaona am Centre National de Formation Catéchétique in Antanimena den interreligiösen Dialog.
Doppelte Anrufung von Gott und Ahnen
Nach seiner Bischofsweihe nahm Monsignore Rakotojaona in der Kathedrale von Morondava den heidnischen Segen von mitso-drano entgegen. Dies berichtete die katholische Wochenzeitung Lakroan'i Madagasikara.
Mitso-drano" bedeutet wörtlich "Wasser als Segen besprengen oder ausgießen". Die Ältesten appellieren sowohl an Zanahary, den Gott, als auch an die Ahnen (razana) für Reinigung und Schutz. Traditionell spendet ein Ältester (z.B. ein Elternteil, ein Großelternteil oder ein Clanältester) diesen Segen bei bedeutenden Lebensereignissen wie dem Abschied, der Heirat oder der Übernahme einer wichtigen Rolle.
Ein Zweig oder ein grünes Blatt (oft von Ravina Hasina, einer 'heiligen Pflanze') wird verwendet, um das Wasser zu besprengen.
Die Person, die den Segen erteilt, trägt oft ein weißes Tuch, das 'lamba fotsy' genannt wird. Das weiße Tuch bedeutet, dass der Älteste für einen heiligen Zweck abgestellt ist. Die Person fungiert als Vermittler zwischen der sichtbaren Welt (tany) und dem unsichtbaren Reich (any an-danitra), einschließlich des Himmels und des Reiches der Ahnen (razana).
AI-Übersetzung