Über die „Offenbarungen“ - Roberto de Mattei
Mit dem Begriff der „Offenbarungen“ ist es üblich, das ungeordnete Vertrauen anzuzeigen, das einige Seelen in Privatoffenbarungen haben (und noch allgemeiner in außergewöhnliche, mystische Phänomene), und die daraus folgende, irrationale Suche nach solchen Phänomenen. Wir beziehen uns dabei natürlich nicht auf öffentliche Offenbarungen, die durch Wunder bezeugt und von der Kirche anerkannt sind.
Vom Urteil über wahre und falsche Offenbarungen abgesehen, das nur der Kirche zusteht, soll vor allem vor der maßlosen Suche nach Offenbarungen gewarnt werden, die eine Art von „mystischer“ Abkürzung zu sein scheinen, um die asketischen Bemühungen von Vernunft und Willen zu vermeiden, die heute aber mehr denn je für die Seele notwendig sind, um der Überlieferung der Kirche treu zu bleiben. Niemand hat – soweit bekannt – das Thema mit größerer Genauigkeit untersucht als der heilige Johannes vom Kreuz (1542–1591), der mystische Arzt schlechthin.
In seiner Schule erfährt man eine durch und …