Sel. Titus Brandsma (1881-1942), niederländischer Karmelit, Märtyrer.
Sel. Titus Brandsma, Ordensmann, Märtyrer
* 23. Februar 1881 in Bolsward in den Niederlanden
† 26. Juli 1942 in Dachau in Bayern
Titus Brandsma war Karmelit und Professor für Philosophie und Geschichte der Mystik an der katholischen Universität in Nijmwegen. Sein Wirken galt besonders der katholischen Presse und der Öffnung hin zu ökumenischer Zusammenarbeit unter den Kirchen. Von Anfang an wandte er sich gegen den Nationalsozialismus und die Judenverfolgung. Nach der Besetzung der Niederlande war er Verbindungsmann der katholischen Bischöfe zur katholischen Presse. Er war einer der kompromisslosesten NS-Kritiker in Holland, geißelte den dort schon früh bekannt gewordenen Holocaust. Da er nach Eischätzung der Gestapo sehr gefährlich war, wurde er im Januar 1942 in seinem Kloster in Nijmwegen verhaftet. Im Juni 1942 wurde er trotz schwerer Krankheit nach Dachau gebracht, sechs Wochen später als lebensunwertes Leben vom Lagerarzt mit einer Giftspritze ermordet.
Im Februar 2009 wurden Titus Brandmas Reliquien aus der Kirche St. Mariä Geburt in Essen in das Mainzer Karmeliterkloster überführt.
Titus Brandsma war Karmelit und Professor für Philosophie und Geschichte der Mystik an der katholischen Universität in Nimwegen / www.heiligenlexikon.de/Orte/GKarte.html. Sein Wirken galt besonders der katholischen Presse und der Öffnung hin zu ökumenischer Zusammenarbeit unter den Kirchen. Von Anfang an wandte er sich gegen den Nationalsozialismus und die Judenverfolgung. Nach der Besetzung der Niederlande war er Verbindungsmann der katholischen Bischöfe zur katholischen Presse. Er war einer der kompromisslosesten NS-Kritiker in Holland, geißelte den dort schon früh bekannt gewordenen Holocaust. Im Januar 1942 wurde er in seinem Kloster in Nijmegen verhaftet; dieser Mann ist sehr gefährlich, berichtete die Gestapo. Im Juni 1942 wurde er trotz schwerer Krankheit ins www.heiligenlexikon.de/Orte/GKarte.html gebracht, sechs Wochen später als lebensunwertes Leben vom Lagerarzt mit einer Giftspritze ermordet.
Im Februar 2009 wurden Titus Brandmas Reliquien aus der Kirche St. Mariä Geburt in www.heiligenlexikon.de/Orte/GKarte.html in das www.heiligenlexikon.de/Orte/GKarte.html Karmeliterkloster überführt.
Kanonisation: Titus Brandsma wurde am 3. November 1985 als erster Häftling des www.heiligenlexikon.de/Orte/GKarte.html durch Papst Johannes Paul II. seliggesprochen.
Hl. Titus Brandsma (1881-1942), niederländischer Karmelit, Märtyrer
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„Habt auch ihr euch in die Irre führen lassen?“
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Wir leben in einer Welt, wo die Liebe selbst verurteilt wird. Man sagt, sie sei Schwäche, ein Zustand, den man hinter sich lassen sollte. Es gibt Leute, die sagen: „Liebe hat keine Bedeutung, es müssen vielmehr die eigenen Kräfte mobilisiert werden; jeder muss so stark wie möglich werden; der Schwache soll doch zugrunde gehen!“ Auch sagen sie, dass die christliche Religion mit ihrem Gerede über die Liebe der Vergangenheit angehöre [...] Es ist so: sie kommen mit diesen ihren Lehren auf dich zu und finden sogar Leute, die sie bereitwillig übernehmen. Liebe ist unbekannt. Der hl. Franz von Assisi sagte zu seiner Zeit: „Die Liebe wird nicht geliebt.“ Und einige Jahrhunderte später läutete die hl. Maria-Magdalena von Pazzi, eine Karmelitin, die Glocken ihres Klosters, damit die Welt erfahre, wie schön die Liebe ist. Auch ich wollte gerne die Glocken läuten, um der Welt mitzuteilen, wie schön es ist zu lieben.
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Das Neuheidentum (des Nazismus) mag die Liebe verschmähen; die Geschichte lehrt uns aber trotz allem, dass wir dieses Neuheidentum durch die Liebe bezwingen werden. Wir lassen von der Liebe nicht. Die Liebe wird die Herzen dieser Heiden uns wieder zuführen. Natur ist stärker als Philosophie. Eine Philosophie mag die Liebe verurteilen und zurückweisen, sie als Schwäche bezeichnen; das lebendige Zeugnis der Liebe wird ihre Kraft aber immer wieder aufleben lassen, um Menschenherzen zu erobern und für sich zu gewinnen.
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Einladung zum Heroismus in Glauben und Liebe
Dass die NationalSozialisten "Heiden" oder "Neuheiden" waren, glaubten auch nur sie selbst - aber wer von denen glaubte denn an Götter?! - und z.B. dieses ihr Opfer! Grotesk dann, dass das Heidentum keine Liebe haben soll (was ist mit dem Eros?) und "Philosophie" sein soll und ausgerechnet wir Christen "Natur" - absurd!
Umso bewegender, dass einer solchen Gestalt durch eine triviale GiftSpritze in einem schäbigen Lager das edle Ende eines Märtyrers geschenkt ward!
„Als die Bischöfe der katholischen Kirche es ablehnten, NS-Propaganda in ihren Zeitungen abzudrucken, entschloss sich P. Titus Brandsma, jedem katholischen Zeitungsschreiber die Anweisung der Bischöfe persönlich zu übergeben. Nachdem er 14 Schreiber erreicht hatte, wurde er am 19. Januar 1942 auf Veranlassung des Reichskommissariats im Kloster Boxmeer gefasst und als „rotgesinnter politischer Häftling“ in Gefängnissen in Scheveningen und im Durchgangslager Amersfoortgefangengehalten.
Am 19. Juni 1942 wurde er in das KZ Dachau verschleppt. Unter Zwangsarbeit, Folter, Misshandlung und Unterernährung verschlechterte sich seine Gesundheit rapide. In der dritten Juliwoche wurde er in die Krankenstation des Konzentrationslagers eingewiesen. Dort führte ein KZ-Arzt mit ihm medizinische Experimente durch und gab ihm schließlich am 26. Juli 1942 um 13.50 Uhr die Todesspritze. Zehn Minuten später wurde P. Brandsma für tot erklärt. Nach einer KZ-ärztlichen Todesurkunde für die Verwandten sei Titus Brandsma an Darmkatarrh gestorben.“
„Unter den vielen Fragen, die ich mir stelle, bewegt mich keine stärker als das Rätsel, dass der sich entwickelnde Mensch, selbstsicher und stolz auf seinen Fortschritt, sich in so großer Zahl von Gott abwendet. Unbegreiflich ist es, dass wir in unserer Zeit so großer Fortschritte auf vielen Gebieten konfrontiert sind mit einer wie eine Epidemie um sich greifenden Entehrung und Leugnung Gottes. Wie konnte das Bild Gottes sich so verdunkeln, dass so viele nicht mehr von ihm berührt werden? Liegt der Fehler nur bei ihnen? Oder gibt es jetzt einen Auftrag an uns, es wieder in hellerem Licht aufstrahlen zu lassen über der Welt, und dürfen wir die Hoffnung haben, dass das Studium des Gottesbegriffs diese größte aller Nöte zumindest lindern wird?“
– Aus der Rede zum Jahrestag der Gründung der Katholischen Universität Nijmegen 1932
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Sel. Titus Brandsma (1881-1942), niederländischer Karmelit, Märtyrer
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„Habt auch ihr euch in die Irre führen lassen?“
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Wir leben in einer Welt, wo die Liebe selbst verurteilt wird. Man sagt, sie sei Schwäche, ein Zustand, den man hinter sich lassen sollte. Es gibt Leute, die sagen: „Liebe hat keine Bedeutung, es müssen vielmehr die eigenen Kräfte mobilisiert werden; jeder muss so stark wie möglich werden; der Schwache soll doch zugrunde gehen!“ Auch sagen sie, dass die christliche Religion mit ihrem Gerede über die Liebe der Vergangenheit angehöre [...] Es ist so: sie kommen mit diesen ihren Lehren auf dich zu und finden sogar Leute, die sie bereitwillig übernehmen. Liebe ist unbekannt. Der hl. Franz von Assisi sagte zu seiner Zeit: „Die Liebe wird nicht geliebt.“ Und einige Jahrhunderte später läutete die hl. Maria-Magdalena von Pazzi, eine Karmelitin, die Glocken ihres Klosters, damit die Welt erfahre, wie schön die Liebe ist. Auch ich wollte gerne die Glocken läuten, um der Welt mitzuteilen, wie schön es ist zu lieben.
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Das Neuheidentum (des Nazismus) mag die Liebe verschmähen; die Geschichte lehrt uns aber trotz allem, dass wir dieses Neuheidentum durch die Liebe bezwingen werden. Wir lassen von der Liebe nicht. Die Liebe wird die Herzen dieser Heiden uns wieder zuführen. Natur ist stärker als Philosophie. Eine Philosophie mag die Liebe verurteilen und zurückweisen, sie als Schwäche bezeichnen; das lebendige Zeugnis der Liebe wird ihre Kraft aber immer wieder aufleben lassen, um Menschenherzen zu erobern und für sich zu gewinnen.
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Einladung zum Heroismus in Glauben und Liebe
Sel. Titus Brandsma (1881-1942), niederländischer Karmelit, Märtyrer
„Wir gehen jetzt nach Jerusalem hinauf“
Jesus hat selbst gesagt, dass er das Haupt des mystischen Leibes ist, dessen Glieder wir sind. Er ist der Weinstock, wir sind die Reben (Joh 15,5). Er hat sich auf der Kelter ausgestreckt und sie bedient. So hat er uns den Wein gegeben, damit wir, wenn wir ihn trinken, von seinem Leben leben und an seinen Leiden teilhaben. „Wer mein Jünger sein will, nehme täglich sein Kreuz auf sich. Wer mir nachfolgt, wird das Licht des Lebens haben. Ich bin der Weg. Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe“ (vgl. Lk 9,23; vgl. Joh 8,12; vgl. 14,6; 13,15). Und da seine Jünger von sich aus nicht verstanden, dass sein Weg ein Weg des Leidens sein musste, erklärte er es ihnen so: „Musste nicht der Messias all das erleiden, um so in seine Herrlichkeit zu gelangen?“ (Lk 24,26).
Da brannte den Jüngern das Herz in der Brust (Lk 24,32). Das Wort Gottes begeisterte sie. Und als der Heilige Geist auf sie herabkam wie göttliches Feuer, das sie in Brand setzte (Apg 2,2−4), da freuten sie sich, Verachtung und Verfolgung erleiden zu dürfen (Apg 5,41); denn so waren sie dem ähnlich, der ihnen auf dem Weg des Leidens vorausgegangen war. Schon die Propheten hatten den Leidensweg Christi angekündigt, und die Jünger verstanden auf einmal, dass er ihn sich nicht erspart hatte. Von der Krippe bis zur Marter am Kreuz waren Armut und Unverständnis sein Los. Er hatte sein Leben damit zugebracht, die Menschen zu lehren, dass Gott Leid, Armut, Unverständnis der Menschen anders sieht, als es die Torheit menschlicher Weisheit (1 Kor 1,20) tut [...] Im Kreuz ist Heil. Und das Kreuz ist der Sieg. Gott hat es so gewollt.
Die Mystik des Leidens