Es handle sich bei der Homosexualität nach biologischer und psychologischer Erkenntnis um eine Krankheit. Eine erworbene Sexualneurose, die die Lebens- und Arterhaltungsfunktionen störe. Homos seien unglückliche, ruhelose Menschen, denen die Einsicht fehle.
Zur Agentur APA sagte Pfarrer Tropper, dass er niemanden beleidigt oder diskriminiert hat. Zitat: "Die Homosexuellen sind, wenn man etwas sagt, das nicht nach ihrem Sinn ist, automatisch beleidigt.“ Sie hätten ein schlechtes Gewissen.
Diözese Graz-Seckau stellt sich offen gegen Pfarrer Tropper
Die Diözese Graz-Seckau hat Pfarrer Karl Tropper "schreckliche Vereinfachungen" vorgeworfen. Eine ähnliche Distanzierung gegen die Mitglieder der Pfarrer-Initiative hat es österreichweit nirgends gegeben. Der Text der diözesanen Stellungnahme:
Pfarrer Karl Tropper von St. Veit am Vogau hat durch eine Beilage zu seinem Pfarrblatt über das komplexe Thema Homosexualität auf eine Weise Stellung genommen, die bei davon Betroffenen und weit über deren Kreis hinaus zu Kritik und auch zu Empörung geführt hat. In einem offenen Brief an den Bischof [von der Arbeitsgemeinschaft "Homosexualität und Glaube"] wurde auch die Abberufung des Pfarrers gefordert. Solche Forderungen wurden andererseits auch manchmal bezogen auf Proponenten der sogenannten Pfarrerinitiative öffentlich erhoben. Die Diözese lässt sich von Handlungsanweisungen solcher Art nicht in Pflicht nehmen, lehnt aber schreckliche Vereinfachungen, von woher sie auch kommen mögen, strikt ab.
Was Pfarrer Tropper angeht, so hat er sich bekanntlich zum Thema Islam vor einiger Zeit zu einer nicht hinzunehmenden generell abwertenden öffentlichen Äußerung hinreißen lassen und wurde auch seitens der Diözese zurechtgewiesen. Gleiches gilt jetzt auch betreffend seine Stellungnahmen zum Thema Homosexualität.
Die katholische Kirche steht bezüglich dieses Themas in der Spannung zwischen der gebotenen Nichtdiskriminierung homosexuell orientierter Menschen und der Bewertung von praktizierter Homosexualität. Es geht, kurz gesagt, um die Spannung zwischen einer aus der Glaubenstradition resultierenden Bindung an ein Prinzip und dem einfühlsamen Umgang mit den konkreten Biografien homosexueller Menschen. Mit dieser Spannung geht zum Beispiel der italienische katholische Philosoph und Politiker Rocco Buttiglione in einem Kommentar betreffend des Verhaltens von Kardinal Schönborn in einem Konflikt in der Pfarre Stützenhofen sehr einfühlsam um.
Dieser Text ist auf der Homepage der Diözese nachzulesen und sollte auch für Pfarrer Tropper anregend sein, zumal Rocco Buttiglione nicht als Laxist verdächtigt werden kann. Buttiglione wurde bekanntlich vom Europaparlament als EU-Kommissar abgelehnt, weil er zum Thema Homosexualität einer Mainstream - Position kritisch gegenüberstand. Zusammenfassend ist zu sagen, dass die katholische Kirche mit Spannungen, aus welcher Richtung auch immer, nur dann hilfreich umgehen kann, wenn schreckliche Vereinfachungen allseits unterbleiben.