Aus dem Leben des späteren Kaisers Heinrich (+1024)
„Nach sechs Tagen“, dachte er, „werde ich sterben.“ Sechs Tage brachte er nun zu wie einer, den das Todesurteil getroffen. Aber der siebente Tag fand ihn am Leben und gesund.
„Sechs Wochen werden es sein“, meinte er dann. Doch Heinrich erlebt auch siebente Woche. Sechs Monate und dann sechs Jahre bereitete sich Heinrich zum Sterben vor.
Und er stirbt dabei ab sich selbst, allem Eigenwillen, aller Selbstsucht.
Unempfindlich wird er für die Welt und ihre Interessen, von allem Irdischen los geschält; über alles Zeitliche hinaus hebt sich sein Sinn zum Ewigen Jetzt, da er sich selbst regierte, taugte er, das Kaiserreich der Christen zu regieren.
Nach sechs Jahren, so war’s gemeint, setzten sie ihm die Kaiserkrone auf sein Haupt.