Ich hab‘ mein Sach‘ auf Gott gestellt,
er tu mit mir, was ihm gefällt.
Tracht der und der nach Gut und Geld,
nach Hof und Habe, Flur und Feld
und wähn, die Welt wär – seine Welt,
da nichts doch Stich und Probe hält.
Wenn erst der Ruf: „Nimm Abschied!“ gellt,
muss er davon und ist geprellt.
Weil alles wankt und alles fällt
und bleibt nur auf den Schein gestellt,
wähl ich den Grund, der trägt und hält,
den Fels, dran jeder Trotz zerschellt.
Der reichste Herr, der stärkste Held,
was gilt’s, wieviel ich vor ihm gelt‘?
Ob er mich lohn‘, ob er mich schelt‘,
ich hab‘ mein Sach‘ auf Gott gestellt.
(entnommen aus: Rudolf Alexander Schröder, Die Gedichte. Gesammelte Werke
Erster Band, Suhrkamp, Berlin und Frankfurt am Main 1952, S. 995)