Die Fehler, Unwahrheiten, verzerrten Darstellungen, bewußten Auslassungen und Anfeindungen gegen die Mutter Gottes im Lehrschreiben „Mater Populi fidelis“, der neuen Mariologie von Papst Franziskus und Leo XIV.
Sancta Maria, ora pro nobis. - Heilige Maria, bitte für uns.Mater divinae gratiae, ora pro nobis. - Mutter der göttlichen Gnaden
Mater inviolata, ora pro nobis. – unantastbare (heilige) Mutter
Mater intemerata, ora pro nobis. - non profanée (nicht profaniert), non souillée (nicht beschmutzt), non déshonorée (nicht entehrt) (Litania de Beata Maria Virgine) Lauretanische Litanei.
Die folgende Darstellung unterzieht das Lehrschreiben „Mater Populi fidelis“ einer genauen Untersuchung und zeigt, daß es eine neue Mariologie einführt, die Maria entthronen möchte. Diese Mariologie stammt von Papst Franziskus, wurde von dem Präfekten des Dikasteriums für die Glaubenslehre verfaßt, Papst Leo XIV. approbierte sie und veranlaßte ihre Veröffentlichung.
Der folgende Beitrag weist im Detail nach, daß die Argumentationen des Lehrschreibens gegen die Gnaden Marias falsch und bewußt manipulativ gegen Gnadentitel und die Mutter Gottes selbst verfaßt sind und daß sie böswillig einen Konflikt zwischen unserem Herrn, Jesus Christus und der heiligen Jungfrau konstruieren.
Die Belege aus vielen Jahrhunderten, welche die besondere Gnadenstellung der Mutter Gottes hervorheben, werden im Lehrschreiben durchgehend verschwiegen.
Es wird gezeigt, an welchen Stellen das Lehrschreiben gegen das offizielle Lehramt der Kirche, das Magisterium ordinarium, verstößt.
Es wird die wahre Faktenlage zum Thema Mittlerin der Gnade und Miterlöserin gezeigt, die einmütig deren Berechtigung unterstützt.
Es wird weiter konkret nachgewiesen, daß im Gesamtaufbau des Lehrschreibens mit verschiedenen Methoden ein Krieg gegen die Mutter Gottes eingeleitet wurde, bei dem die sogenannten Titel nur als Vorwand für den grundlegenden Angriff benutzt werden. Durch das gesamte Lehrschreiben wird mittels der beanstandeten sogenannten "Titel Marias" ein behaupteter Konflikt künstlich herbeigelogen, der zwischen dem Wirken Marias und dem ihres Sohnes, Jesus Christus, laut dem Präfekten des Diakasteriums für die Glaubenslehre und Papst Leo XIV. behauptet wird. Bestimmte Titel Marias werden mit vollkommen erlogenen Begründungen verboten. Hier ein Beispiel für eine solche Begründung: „Dieser Titel bringt die Gefahr, die einzige rettende Heilung durch Christus zu verfinstern“ (oscurecer la única mediación salvífica de Cristo) (op. cit.)
In Wahrheit besteht zwischen dem Herrn Jesus Christus und seiner Mutter, der hl. Jungfrau eine innige von großer Liebe getragene Verbindung, die Marias Wirken immer in Einheit mit ihren heiligen Sohne vonstatten gehen läßt. Das ist offizielle Lehre der Kirche, sie galt schon immer und sie hat auch mit dem lügnerischen Lehrschreiben nicht aufgehört zu gelten. Deshalb seien an den Anfang dieser Überprüfung des päpstlichen Lehrschreibens zwei kirchliche Zitate gestellt, die diese unabänderliche Harmonie zum Ausdruck bringen und die gleichzeitig kirchenrechtlich gültige Dokumente sind:
Pius X. sagt 1904 in seiner Enzyklika : AD DIEM ILLUM LAETISSIMUM
„(…) auf Grund dieser Gemeinschaft zwischen Mutter und Sohn in Leiden und Ängsten wurde dieser hehren Jungfrau verliehen, „bei ihrem Sohn die sehr mächtige Mittlerin und Anwältin für alle zu sein“. Die Quelle ist also Jesus Christus „aus dessen Fülle wir alle empfangen haben (Joh. I, 16) (…). Aber Maria ist der Aquädukt, wie ganz richtig der hl. Bernhard feststellt.“ (Serm. de temp., in Nativ. B. V., " De Aquæductu ", n. 4) Pius X. führt das in seiner Enzyklika noch weiter aus – es lohnt sich nachzulesen.
Zweites Vatikanisches Konzil:
Wir finden die Anrufung Mariens als Mittlerin der Gnaden in den Konzilsdokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils und es gehört somit zum Glaubensgut der Katholiken. Die Verwendung dieses Titels findet sich in Lumen gentium, 8. Kapitel, Artikel 62: „Deshalb wird die selige Jungfrau in der Kirche unter dem Titel der Fürsprecherin, der Helferin, des Beistandes und der Mittlerin angerufen (187). Das aber ist so zu verstehen, daß es der Würde und Wirksamkeit Christi, des einzigen Mittlers, nichts abträgt und nichts hinzufügt (188)“ - „B. Virgo in Ecclesia titulis Advocatae, Auxiliatricis, Adiutricis, Mediatricis invocatur(186)“
Das findet man so auch auf Wikipedia. Besonders hier Wikipedia.
Wir sehen - und werden es im folgenden Beitrag noch weiter bestätigt finden - der behauptete Konflikt, der durch die "Titel Marias" entstanden sein sollte, ist eine pure Lüge! Diese Lüge dient als Vorwand, um Maria im Kirchenglauben von ihrem Thron zu stürzen.
Die mariologischen Grundaussagen von Papst Franziskus
Das Lehrschreiben ist vom Präfekten des Dikasteriums für die Glaubenslehre gültig unterzeichnet und von Papst Leo XIV. approbiert. Dieser hat die Veröffentlichung angeordnet.
Die neue Mariologie ist das Erbe von Papst Franziskus. Es ist seine Mariologie. Papst Leo XIV. hat das Erbe angenommen.
Papst Franziskus hat seine Mariologie seit 2019 in drei Ansprachen vorgetragen. Diesen kommt eine große Bedeutung zu, weil wir hier unverhüllt die neue mariologische Position von Papst Franzikus dargestellt finden und Papst Leo XIV. diese übernommen hat. Dazuhin werden die Argumente in diesen Reden die einzigen Argumente sein, mit deren Hilfe Marias Titel der Miterlöserin in Zukunft untersagt werden wird. Andere lassen sich nicht finden!
Papst Franziskus fand in Víctor Manuel Fernández die geeignete Person, um diese Mariologie schriftlich zu fassen und setzte ihn dazu im Juli 2023 als Präfekten des Dikasteriums für die Glaubenslehre ein. Er kreierte ihn rasch, zwei Monate danach, zum Kardinal. Víctor Manuel Card. Fernández wird die neue Mariologie dann in enger Zusammenarbeit mit Papst Franziskus in den nächsten anderthalb Jahren zu einer neuen Marienlehre gestalten - dem Lehrschreiben Mater populi fidelis.
Die drei Predigten von Papst Franziskus
Der großen Bedeutung halber seien die von Papst Franziskus vorgegebenen mariologischen Punkte hier dargestellt: Die Reden sind mit Copyright versehen sind, ich werde deshalb hier nur die Links zu den Reden wiedergeben und die wesentlichen inhaltlichen Punkte referieren. Die Videoaufzeichnungen finden sich auch auf Youtube.
Papst Franziskus erste Rede zur neuen Mariologie: Im Petersdom
Die erste dieser mariologischen Ansprachen hielt Papst Franziskus bei der Predigt zu einer Heiligen Messe für Lateinamerika in der Vatikan-Basilika, im Petersdom, also im Herz-Zentrum der Kirche, am 12. Dezember 2019.
Wenn wir die Aufzeichnung anschauen, dann wird uns bewußt, daß diese Feierlichkeit ein großer Moment der Kirche war: youtube.com/watch?v=vJxIbsarV5g
Im Petersdom findet die Feier der Heiligen Messe mit Papst Franziskus anlässlich des Hochfestes der Jungfrau von Guadalupe statt. Der Petersdom ist dicht gefüllt, eine große Anzahl Priester sind anwesend. Links vom Altar ist ihr großes Bildnis angebracht.
Im Petersdom, am Festtag der Mutter Gottes, in der Heiligen Messe zum Fest Unserer Lieben Frau von Guadalupe, im Angesicht der Mutter Gottes sprach er in diesem feierlichen Rahmen die folgenden Inhalte aus: Papst Franziskus nahm eingangs Bezug auf den Nican Mopohu, das Schriftstück von 1556, das die Erscheinung der Mutter Gottes in Guadalupe in der Ursprache Nahuatl dokumentiert. Der Papst sieht darin drei Inhalte: Frau, Mutter und Mestizin.
Er betont, daß Maria nur Frau sei und daß sie sich niemals als Miterlöserin präsentiert habe. Maria sei Frau, sei Mutter, ohne andere essentielle Titel (spanisch: título esencial). Das heißt, ohne daß diese Titel etwas mit ihrem Wesen, ihrer Essenz zu tun hätten.
Die anderen Titel, wie zum Beispiel die in der Lauretanischen Litanei, seien Titel die verliebte Kinder singen – aber sie würden nicht die Wesenhaftigkeit des Wesens von Maria berühren und die ist nur Frau und Mutter. (no tocan la esencialidad del ser de María)
Und dann wird Papst Franziskus sehr heftig und zornig: er sagt, daß, wenn die Leute mit so Geschichten daherkämen (Cuando nos vengan con historias de que … die deutsche Version gibt das nicht wieder!), wo sie behaupten, man müsse dieses oder jene Dogma (über Maria, der Verf.) verkünden, dann solle man sich doch nicht in solchen Dummheiten (tonteras) verlieren. In Wirklichkeit sei Maria nur Frau. Hier der ganze Wortlaut: Santa Misa en la Fiesta de Nuestra Señora de … Die offizielle Veröffentlichung des Vatikan erscheint in sechs Sprachen! Nicht auf Lateinisch! Papst Franziskus hält die Ansprache auf Spanisch - hier die Videoaufzeichnung.
Papst Franziskus ist noch stark genug, um der Mutter Gottes diese Herabsetzungen ins Gesicht zu schleudern. 2019. Franziskus, der mit zitternder Hochachtung die Anbetung der Panchamama in den Vatikanischen Gärten im selben Jahr kurz zuvor mitzelebrierte.
Die drei Worte, die Papst Franziskus im Nican Mopohu findet, sind seine eigene Erfindung. Es ist eine Lüge: Im Nican Mopohu steht etwas anderes: dort ließ Juan Diego aufschreiben, wie ihm die Mutter Gottes erschienen ist: „ichpochtli Sancta Maria Dios Inantzin tocihuapillatoatzin, inoncan Tepeyac, motenehua Guadalupe.“ (original Nahuatl-Sprache) Zu Deutsch: „Die vollkommene Jungfrau, die heilige Maria, Mutter Gottes, unsere verehrungswürdige Herrin und Königin (nuestra venerable señora Reina), machte sich sichtbar dort in Tepeyac, das bekannt ist als Guadalupe.“
Das Originaldokument spricht mit unendlicher Ehrerbietung von der Mutter Gottes und es nennt sie unter anderem „Königin“! Das streicht Franziskus weg und reduziert sie willkürlich auf Frau.
Die Lauretanische Litanei:
Mit seiner Deutung der Lauretanischen Litanei zeigt Papst Franziskus, daß er das ernst meint, wenn er sagt, Maria habe keine essentiellen Titel, keine Titel, denen eine reale Substanz zugrunde liegt. Es handle sich nur um eine Art Komplimente, die Kinder - also noch unreife Persönlichkeiten – machen. Die Titel würden nicht die Wesenhaftigkeit des Wesens von Maria berühren und die sei nur Frau und Mutter. Alle Titel (es müßte richtig heiße: Anrufungen) der Laurentinischen Litanei haben deshalb nach Papst Franziskus Predigt keine reale Grundlage, also auch keine Berechtigung, sie sind leere Seifenblasen: Ich nenne hier ein paar Beispiele:
Mater Ecclesiae, ℟ ora pro nobis – Mutter der Kirche, bitte für uns.
Mater divinae gratiae, ℟ ora pro nobis. – Mutter der göttlichen Gnade, …
Salus infirmorum, ℟ ora pro nobis. – Heil der Kranken, …
Regina Angelorum, ℟ ora pro nobis. – Königin der Engel, …
Franziskus nennt selbst den Titel „Maria Miterlöserin“ – all diesen Titeln liegt nichts zugrunde. Also müssen sie weg.
Maria sei zu reduzieren auf (natürliche) Frau und Mutter.
Daß allein die Tatsache, daß Maria in Guadalupe erschienen ist, Beweis ablegt für ein höheres geistiges Sein Marias, hat Franziskus übersehen – es sei denn, er glaubt auch an diese Erscheinung nicht.
Wobei Kinder, sprich unreife Persönlichkeiten, durchaus weiter ihren Seifenblasen nachhängen (dürfen).
Auch die Mariendogmen müssen weg!
Franziskus predigt, daß, wenn die Leute mit so Geschichten daherkämen, wo sie behaupten, man müsse dieses oder jene Dogma über Maria verkünden, dann solle man sich doch nicht in solchen Dummheiten (tonteras) verlieren. In Wirklichkeit sei Maria nur Frau. – Wenn also zum Beispiel Leute kommen und fordern, der Papst solle das Dogma der „Maria + Titel N“ verkünden, dann sei das ein Unsinn. Die Begründung dafür hat er ohne kausale Bestimmung (weil, deshalb) einfach als Nachsatz angefügt: In Wirklichkeit sei Maria nur Frau. Dann aber gilt diese Begründung nicht nur für die Ablehnung neuer gewünschter Mariendogmen, sondern auch für die schon bestehenden: Die vier bestehenden Mariendogmen sind:
Marias Gottesmutterschaft
Immerwährende Jungfräulichkeit Marias
Unbefleckte Empfängnis Marias
Mariä Aufnahme in den Himmel
Diese sind nach der Logik von Franziskus nicht angebracht.
Am 12.12.2019 begann Franziskus den Krieg gegen die Mutter Gottes. Mit einem feierlichen Gottesdienst zu Ehren der Mutter Gottes. Im Herzen der heiligen Messe sprach er als Predigt diese Giftworte gegen die Himmelskönigin aus. Im Herzen der Kirche, wo der Stuhl Petri steht. Sein Ziel ist, die Mutter Gottes vom Thron der Himmelskönigin zu stürzen.
In der heiligen Messe zu Ehren der Mutter Gottes spricht er in der Predigt diese Worte aus und damit fordert er ihren Sturz vom Thron.
Der Papst als Statthalter Christi verkündet im Zentrum der heiligen Messe, der Predigt, vor dem Stuhl Petri, daß die Königin des Himmels zu Unrecht alle Titel führe, daß die Mariendogmen ein Irrtum seien.
Franziskus führt Krieg gegen die Himmelskönigin. Dazu macht er das Heiligste zur Waffe gegen sie: Er mißbraucht die Stellung des Statthalters Christi, er mißbraucht die heilige Messe mit ihrer Predigt, er mißbraucht den Petrusdom mit dem Stuhl Petri. Er setzt das alles als Waffe gegen die Mutter Gottes ein.
Die zweite Rede zu seiner neuen Mariologie hielt Papst Franziskus in der Predigt zur Frühmesse im Vatikanischen Gästehaus "DOMUS SANCTAE MARTHAE": am 3. April 2020. Oben wieder der Link.
Franziskus schildert an diesem ´Festtag der „sieben Schmerzen Mariens“ daß Maria nie gesagt habe, daß sie die Königin und die Mutter sei. Daß Christus ihr nur den Titel „Mutter“ am Kreuz verliehen habe, daß er sie nie zur Premierministerin ernannt habe oder ihr funktionelle Titel (títulos de “funcionalidad”) verliehen habe. Ich übersetze Franziskus Wortwahl hier mit „Titel für Verantwortungsbereiche, für Aufgabenbereiche“. Daß sie nur Mutter sei. Und Franziskus betont, daß Maria dem Herrn, Christus, keine Titel wegnehmen wollte. Daß Maria nie darum gebeten habe, eine Quasi-Erlöserin oder Miterlöserin (cuasi-redentora o una co-redentora) zu sein. Sie ist nur Jüngerin und Mutter.
Hier wieder der ganze Copyright-geschützte Wortlaut: Die sieben Schmerzen Mariens (3. April 2020)
Die offizielle Veröffentlichung des Vatikan erscheint in sieben Sprachen! Nicht auf Lateinisch! Papst Franziskus hält die Ansprache auf Italienisch - hier die Videoaufzeichnung.
Und das Procedere ist ja gut durchdacht: Nachdem nun schon zweimal die Empörung der Marienverehrer explodieren durfte und sich wieder gelegt hatte („Der meint das nicht so…“), folgte ein Jahr später die dritte Verkündigung der neuen Mariologie. Die dritte und letzte vor der Durchführung durch das Dikasterium. Die größte. Das sind psychologische Techniken der Führung der Massen.
Papst Franziskus präsentierte seine dritte Verkündigung bei der Generalaudienz in der Bibliothek im Apostolischen Palast am 24. März 2021. Zum Hochfest des Herrn.
Ihre Bedeutung erkennen wir wieder daran, daß sie in neun!! Sprachen offiziell veröffentlicht wurde.
Papst Franziskus verkündet hier definitiv, daß nur Christus der Mittler ist, der einzige Erlöser. Und er betont, daß es keinen Miterlöser neben Christus gäbe. Auch Gebete, die wir zu Gott erheben, vollzögen sich nur durch Christus und fänden nur auf seine Fürsprache hin Gehör. Die Rolle Marias sei es nur gewesen, als demütige Magd auf den Herrn zu verweisen. Wir können um ihre Hilfe bitten, aber nur als Mutter. Sie sei laut Franziskus keine Göttin und auch keine Miterlöserin. Nur Mutter. Und die Titel, die wir von ihr kennen, seien bloße Erfindungen der christlichen Frömmigkeit – er bezieht hier ausdrücklich auch den Sohn mit ein, der schöne Titel als Liebesbekundung zu seiner Mutter erfindet. Die Titel seien halt Liebesbekundungen - manchmal seien sie etwas übertrieben (wörtlich: "übertrieben"). Aber Franziskus meint, daß wir aus Liebe doch immer übertriebene Dinge tun wie solche übertriebenen Titel zu erfinden. Das sei aber keine reale Gegebenheit. Christus allein sei der Erlöser. Franziskus meint, daß wir z. Bsp. im Rosenkranz zu ihr beten dürften. Aber nur als Mutter. Aber als liebende Mutter.
Hier der Link zu dieser dritten, letzten vorbereitenden Ansprache: Generalaudienz vom 24. März 2021
Die offizielle Veröffentlichung des Vatikan erscheint in neun Sprachen!!! Nicht auf Lateinisch! Papst Franziskus hält die Ansprache auf Italienisch - hier die Videoaufzeichnung.
Folgende Punkte bilden somit die neue Mariologie von Papst Franziskus:
- Maria ist Frau und Mutter.
- Sie hat keine Titel.
- Wenn die Volksfrömmigkeit oder der Sohn der Mutter Titel gaben, dann ist das nicht die Feststellung einer tatsächlichen Autorität Marias, sondern es ist nur, um die Zuneigung zu ihr auszudrücken.
- Christus allein ist der Mittler der Gnaden.
- Maria ist nur Frau und Jüngerin.
Mancher wird sagen: Das ist nicht viel. Und das soll die neue Mariologie von Papst Franziskus sein?!
Ich antworte: Das reicht völlig aus! Warum? Weil es die Himmelskönigin entthront! Indem man sie all ihrer göttlichen Gnaden beraubt, stürzt man sie von ihrem Thron.
- Das geht doch gar nicht, wird mancher sagen. Man kann Maria nicht von ihrem Thron stürzen
- Und wenn dies zwei Päpste nacheinander koordiniert durchführen, vereint mit dem Dikasterium für Glaubenslehre und dessen Präfekten. Wenn dies neue vorgeschriebene Lehre des Magisteriums ist? Wer bestimmt das geltende Hausrecht in der Kirche?
Beispiel 1: Zu Maria beten: Was heißt das, Maria ist nur eine natürliche Mutter und Frau, ohne besonderen Status? Papst Franzislus führt das in der dritten Ansprache oben aus: Franziskus erklärt dort, daß wir z. Bsp. im Rosenkranz zu ihr beten dürften. Aber nur als Mutter. Denn: Auch Gebete, die wir zu Gott erheben, vollzögen sich nur durch Christus und fänden nur auf seine Fürsprache hin Gehör. Sie hat keinerlei Sonderstatus mehr. Nach der Logik von Franziskus können wir genauso gut zu unserer eigenen Mutter beten. Die ist auch liebvoll.-
Papst Franziskus Redetechniken:
- Ich möchte hier auf die besondere Unart in der Redeweise hinweisen, die wir bei Franziskus und in seiner Mariologie des Lehrbriefs von Fernandez finden: Diese Un-Kunst besteht darin, daß bei einer Haupt-Aussage zu Thema A wie zufällig ein winziger Zusatz hinzugefügt wird, der trotz seiner Winzigkeit ein anderes Thema B zerstörerisch vernichtet. Franziskus hat die vier Mariendogmen mit einem kurzen beigefügten Satz de facto als falsch deklariert - ohne dies schon zu verkünden. Es ist wie wenn jemand durch eine Tür kommt und noch einen weiteren rasch mit reinzieht.
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Das ist die Mariologie von Papst Franziskus.
Es ist das Marienbild Martin Luthers und der Lutheraner. Und man tut im Sinne von Franziskus und Luther dieser Frau nichts Gutes, wenn man sie ungerechtfertigt so „hochjubelt“. Man muß ihr helfen, einfach Frau zu sein, Mutter zu sein, Jüngerin zu sein.
Lesen Sie, welche Annäherung die katholische Kirche unter Franziskus an das Luthertum macht.
Das ist nichts Neues. Das ist Protestantismus. Jetzt verstehen wir auch die Annäherung der katholischen an die protestantische Kirche unter Papst Franziskus.[1]
Neu ist, daß der Papst das sagt. In drei hochfeierlichen Ansprachen, offiziell, öffentlich. Bewußt nacheinander, mit Steigerung in der Deutlichkeit der Ansage. Das heißt: Bewußt, als Ankündigung einer neuen Mariologie. Ich korrigiere mich: Keine Ankündigung. Diese neue Mariologie wurde nie "angekündigt" und auf einem Konzil diskutiert. Was wir hier dreimal erleben, das ist die psychologische Vorbereitung der Massen auf die überraschende Einführung der neuen Mariologie. Die neue Mariologie wird dann am 4.11.2025 im Hauptquartier der Jesuiten "verkündet" werden.
Neu ist auch, daß das der Präfekt des Heiligen Offiziums, heute Dikasterium für die Glaubenslehre, zu einer schriftlichen Kirchenurkunde ausarbeitet, im Namen des Hl. Offiziums unterschreibt und daß der Nachfolge-Papst, Leo XIV., diese Urkunde der neuen Mariologie approbiert und die Veröffentlichung anordnet. Daß sie somit kirchenrechtlich gültig und zwingend ist. Jeder Katholik muß das glauben.
Seit dem 26. März 2025 hat das Dikasterium für die Glaubenslehre das Lehrschreiben über Maria fertig ausgearbeitet und unterzeichnet vorliegen. Papst Franziskus hat seine neue Mariologie noch gesehen. Sein Geisteskind. Lange vor seinem Tod. Aber er war schon schwer krank und man hielt ihn in diesem Elend nicht für den Richtigen, um der Öffentlichkeit das positive Bild eines gesunden Papstes zu geben, der die Königin des Himmels mit einem Tritt gewinnend lächelnd von ihrem Thron stößt. Und dabei noch Papst bleibt.
Deshalb beschloß die Leitung auf den Nachfolger zu warten. Sechs Monate später nun hat Leo XIV. das Erbe seines Vorgängers angenommen und die neue Mariologie zu seiner Sache gemacht.
Im folgenden Text werden die Zitate immer von folgender Website sein: Mater Populi fidelis - Lehrmäßige Note zu … Ich berücksichtige immer auch die spanische Fassung, die ich für die ursprüngliche Fassung halte. In dieser Sprache haben Franziskus und Fernandez sie verfaßt.
Fernandez spricht einleitend davon, daß das Dikasterium sich mit verschiedenen Titeln Marias befaßen muß, weil Beschwerden und Nachfragen eingegangen seien. Er spricht aber auch klar im Vorwort aus, daß es dabei darum gehe, in einer „Vertiefung der angemessenen Grundlagen der Marienverehrung den Platz Marias in ihrer Beziehung zu den Gläubigen (…) zu verdeutlichen“. Das Thema einer Reform der Mariologie ist so eingangs bereits angekündigt. Die Besprechung der Titel als Anlaß zu nehmen ist nur der formale Vorwand, der die Korrektur der Mariologie möglich machen soll. Literarisches Geschick des Autors, sozusagen. Zur Wortwahl: "den Platz Marias verdeutlichen" - so spricht kein Freund von ihr.
I. Die fünf inkriminierten Titel Marias:
Die fünf inkriminierten Titel sind:
1 Miterlöserin
2 Mittlerin
3 Mutter der Glaubenden
4 Mutter der Gnade
5 Mutter des gläubigen Volkes (eigentlich nur ein Nachwort)
Kapitel 1 bis 4 sollen hier einer Untersuchung unterzogen werden:
Maria als Mitarbeiterin Christi
Bis Abschnitt 16 werden die Bezeichnungen Marias im Evangelium und in der Kirchengeschichte dargestellt. Die Ostkirche über die Jahrhunderte beschrieben und etliche Titel Marias genannt. Maria als Mitarbeiterin Christi- das ist nicht viel und vor allem nichts besonderes. Mitarbeiter gibt's viele Millionen.
Die Westkirche scheint gar nichts zu bieten bezüglich unseres Themas: ihre Geschichte beginnt mit Bernard de Clairvaux im 12. Jahrhundert – weil mit ihm vielleicht sowas wie Miterlöserin angefangen haben könnte - und endet auch schon mit ihm. Die Darstellung macht deshalb einen Sprung über sechs Jahrhunderte und landet gleich im zweiten Vatikanischen Konzil. Es ist klar, wie mein Kommentar zu dieser Arbeitsqualität ausfallen muß.
1 Der Titel der Miterlöserin
Ab Abschnitt 17 des Lehrbriefs wird der Titel Marias als „Miterlöserin“ bearbeitet.
Das Thema von Maria als Miterlöserin ist in der Theologie sehr gut bearbeitet. Wenn wir zum Beispiel die dreibändige Dogmatik von Diekamp nehmen, dann finden wir in Band II, S. 350 die wichtigen Elemente dazu. Anfang des 20. Jahrhunderts ist alles dazu gesagt, die verschiedenen Stellen und Vertreter sind untersucht. Diekamp faßt die verschiedenen Punkte zusammen: Daß aufgrund der Heilsgeschichte und Marias Teilnahme daran der Titel „Miterlöserin“ inhaltlich richtig ist. Daß allerdings auch Theologen darauf hinweisen, daß dieser Titel bei weniger informierten Personen zu Mißverständnissen führen könne. Man müße sich überlegen, wie man das abwägen möchte. Das ist die Situation. Inhaltlich ist der Titel berechtigt! Wir werden nun gleich sehen, daß in der Mariologie von Papst Franziskus das anders aussieht: hier wird nämlich behauptet, daß dieser Titel inhaltlich nicht berechtigt ist. Wie geht das, wo die Fakten doch ganz anders aussehen? Das geht so:
Abschnitt 17 des Lehrschreibens behandelt das zentrale Thema: den Titel Miterlöserin. Wir finden aber nichts, was Beurteilungskriterien liefern würde. Nur eine vage Erwähnung aus dem 15. Jahrhundert: in einem anonymen Salzburger Hymnus aus dem 15. Jahrhundert sei das Wort aufgetaucht. Dann erfahren wir nichts Weiteres darüber. Es lebte der Begriff „Erlöserin“ bis ins 17. Jahrhundert und wurde nach dem 18. Jahrhundert wieder durch „Miterlöserin“ ersetzt.
Keinerlei qualitativ inhaltliche Informationen über diese 400 Jahre. Leere Zeilen.
In Abschnitt 18 erwähnt der Lehrbrief, daß einige Päpste den Titel verwendeten. Es wird behauptet: „Einige Päpste haben diesen Titel verwendet, ohne ihn näher zu erläutern.“ Das stimmt nicht: Die Päpste haben den Titel sehr wohl erläutert. Bischof Schneider hat einige dieser Päpste in seiner Erwiderung auf das Lehrschreiben genannt und den Wortlaut ihrer näheren Erläuterungen veröffentlicht. Hier nachzulesen: Bishop Athanasius Schneider responds to the …
Das Lehrschreiben nennt dann doch immerhin einige dieser Päpste mit Quellenangaben aber unten in der Fußnote. Es finden sich dort wertvolle Hinweise, die man gerne oben im Haupttext dargestellt hätte. Schauen Sie sich als Beispiel dafür mal die Fußnote 33 an. Diese Informationen und mehr hätte man vervollständigt und kommentiert oben im Haupttext erwartet.
Ein spezieller Punkt ist Papst Johannes Paul II.: Daß Papst Johannes Paul II. den Titel „Miterlöserin“ siebenmal verwendet hat, wird tatsächlich im Haupttext erwähnt. Die Erklärung, daß es in Verbindung mit der Kreuzigung geschah, scheint für die Autoren des Lehrschreibens den Vorgang irrelevant zu machen, was ein logischer Lapsus ist, spricht sie doch gerade für diese Titelverwendung. Diese logisch nicht nachvollziehbaren Schlußfolgerungen im Haupttext erklären sich, wenn man nachforscht: Man findet dann, daß die eigentlich Deutung der Verwendung dieses Titels bei Johannes Paul II. wieder mal im "Keller der Fußnoten" stattfindet. Allerdings ist das dort im Keller angedeutete Endurteil nicht akzeptabel.
Man muß feststellen: Bei der Beweisaufnahme für den Titel der Miterlöserin werden die Pro-Argumente unter den Teppich gekehrt (in den "Keller" der Fußnoten) oder überhaupt ausgeblendet.
Die Argumente sprechen alle für die Verwendung des Titels „Miterlöserin“! Was von den Autoren aber gar nicht so nachvollzogen wird. Sie erwähnen dann noch, daß der Titel der Miterlöserin auf Vatikan II nicht gern gesehen war. Das mag sein und das verwundert nicht. Ist aber kein Argument gegen ihn.
Also: von der faktisch-logischen Materiallage her wäre damit also dieser Titel gerettet?
Leider nein: denn jetzt lassen die Autoren über mehrere Abschnitte hinweg den früheren Kardinal Ratzinger zu Wort kommen, der seine Ablehnung des Titels Miterlöserin durch Bibelstellen ausgiebig begründet, denen zufolge alles Heil von Christus ausgeht. Und das würde den Titel fraglich machen.
Aber das mit dem Kardinal Ratzinger ist eben nicht so einfach wie es die Leiter des Dikasterium für die Glaubenslehre hinstellen; der gereifte Papst Benedikt XVI. sieht die Sache später so: „Die Reinste Jungfrau, die den Erlöser der Menschheit in ihrem Schoß empfing und von jedem Makel der Erbsünde bewahrt wurde, möchte das endgültige Siegel unserer Begegnung mit Gott, unserem Erlöser, sein. Es gibt keine Frucht der Gnade in der Heilsgeschichte, die nicht die Mittlerschaft Unserer Lieben Frau als notwendiges Instrument hat.“ (Homily at the Holy Mass and Canonization of Fr Antônio de Sant’Ana Galvão, OFM, May 11, 2007) Schade, daß das Dikasterium für die Glaubenslehre nach den Aussagen all der vorhergehenden Päpste wie Benedikt XIV, Leo XIII, Pius X, etc etc auch diesen Papsttext übersehen hat. Das wäre aber das Magisterium ordinarium, das es zu achten hat.
Der Lehrbrief zur neuen Mariologie bringt danach Papst Franziskus‘ ausführliche Stellungnahmen, die entschieden gegen diesen Titel sprechen; Es ist eine kurze Wiedergabe der drei Ansprachen von Franziskus, die ich eingangs dargestellt habe. Meine Bewertung von vorne gilt immer noch: Das ist Luthers Religion neu auftischt.
Das Fazit der neuen Marienlehre:
Allein auf dieser argumentativen Grundlage verbietet die neue Mariologie den Begriff „Miterlöserin“!
Jahrhunderte der Kirchengeschichte, wo dieser Titel verwendet und erklärt wurde, werden knallhart ausgeblendet und sie dürfen nicht zu Wort kommen.
Dogma der neuen Mariologie, das von Katholiken geglaubt werden muss:
„Indem man die Notwendigkeit, die Christus untergeordnete Rolle Marias zu erklären, berücksichtigt, ist die Verwendung des Titels „Miterlöserin“ immer unangebracht, um die Mitarbeit Marias zu definieren. „Dieser Titel bringt die Gefahr, die einzige rettende Heilung durch Christus zu verfinstern“ (oscurecer la única mediación salvífica de Cristo) (op. cit.)
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II. Maria als Mittlerin :
Von Abschnitt 23- 30 erleben wir den gleichen Ablauf wie zuvor, nur jetzt stark verkürzt.
Eigentlich gehören die beiden Titel zusammen. Franziskus behandelt beide Begriffe eigentlich auch zusammen in seinen Ansprachen.
Wieder ganz kurzer Überblick über den Titel in der Kirchengeschichte, diesmal in wenigen Zeilen, der wieder keinen inhaltlichen Stoff zum Thema „Mittlerin“ liefert.
Die Anekdote über Kardinal Mercier, Erzbischof von Mechelen:
Ganz ausführlich wird dann Kardinal Mercier, Erzbischof von Mechelen, eingebracht, der 1921 Papst Benedikt XV. um eine dogmatische Definition der Mittlerschaft Mariens gebeten habe. Auch im Namen der Universität. Das klingt nach Problemen: Damit soll wohl angedeutet werden, daß es 1921 schon Kritik an dem Titel gab, wenn der die genaue Definition wissen wollte. Und: "Nichtsdestoweniger kam der damalige Papst dieser Bitte nicht nach; er approbierte lediglich ein Partikularfest »Maria, Mittlerin aller Gnaden« mit eigener Messe und Offizium."
Der Papst kam der Bitte um eine Definition der Mittlerschaft Mariens nicht nach! Heißt es im Lehrschreiben.
Es klingt nach einer provokativen Ablehnung der kritischen Hinterfragung durch die Universität und den Kardinal.
Aber: diese ganze Art der Darstellung ist anekdotisch und jeder kann sich entscheiden, ob das nun ein Argument gegen oder für den Tittel der "Mittlerin" sein soll. Der Haupttext insinuiert, ohne einem das ganze Bild zu geben. Begibt man sich jedoch in die Unterwelt der 197 Fußnoten ganz weit weg nach dem Haupttext zur Fußnote 46, dann darf man erfahren, daß der Vorgang einer der großen Belege für die kirchliche Akzeptanz des Titels Maria "Mittlerin" ist:
"Am 12. Januar 1921 gewährte Papst Benedikt XV., auf Bitten des Primas v. Belgien, Desiré-Joseph Kard. Mercier, ganz Belgien das Offizium und die Messe zu Ehren der Gottesmutter, „Mittlerin aller Gnaden“, zur jährlichen Feier am 31. Mai. Später gewährte der Heilige Stuhl auch vielen anderen Diözesen und Orden und Kongregationen auf deren Bitten dasselbe Offizium mit der Eigenmesse: vgl. AAS 13 (1921), 345." Fußnote 46
Die Fußnote, die keiner lesen wird, ist ein Beleg dafür, daß Papst Benedikt nicht nur ein bißchen für diesen Titel war, sondern daß es ihm ein sehr wichtiges Anliegen für die Kirche war. Spezielle Offizien + Messe lassen die Päpste nur bei den ihnen allerwichtigsten Anlässen verfassen.
Wie schon zuvor wird auch hier die Verwendung des bekämpften Marientitels bei den Päpsten der Vergangenheit unter den Teppich gekehrt. Wir erfahren nichts darüber im Haupttext des Lehrschreibens.
Wir erfahren nicht, daß auch hier in den Dogmatiken die Frage seit 100 Jahren erforscht und abschließend positiv, bejahend geklärt ist – siehe Diekamp - diesmal ohne die Sorge eines möglichen Missverständnisses.
Bei Diekamp finden wir in Band II, Dogmatik (3.-5. Auflage) ab Seite 348 das Kapitel „Maria als Mittlerin“: „Maria ist unsere Mittlerin und geistliche Mutter in der übernatürlichen Ordnung.“ (Franziskus spricht von ihr nie als „geistliche Mutter in der übernatürlichen Ordnung“.) Diekamp stellt die Argumente dafür in der hl. Schrift dar, dann laut Kirchentradition und schließlich die inneren Gründe, die dafür sprechen.
Über päpstliche Stellungnahmen wäre einiges zu berichten, was diesen Begriff stützt. Ich erlaube mir hier die beiden, bereits oben genannten Beispiele zu wiederholen; diese hätte man uns eigentlich in dem Lehrschreiben nennen müssen:
Pius X. sagt 1904 in seiner Enzyklika : AD DIEM ILLUM LAETISSIMUM
„(…) auf Grund dieser Gemeinschaft zwischen Mutter und Sohn in Leiden und Ängsten wurde dieser hehren Jungfrau verliehen, „bei ihrem Sohn die sehr mächtige Mittlerin und Anwältin für alle zu sein“. Die Quelle ist also Jesus Christus „aus dessen Fülle wir alle empfangen haben (Joh. I, 16) (…). Aber Maria ist der Aquädukt, wie ganz richtig der hl. Bernhard feststellt.“ (Serm. de temp., in Nativ. B. V., " De Aquæductu ", n. 4) Pius X. führt das in seiner Enzyklika noch weiter aus – es lohnt sich nachzulesen.
Pius IX. hatte in seiner Bulle Ineffabilis Deus die zentrale Aussage von Papst Pius X. schon 1854 ausgesprochen:
Sie ist „bei ihrem einzigen Sohn die mächtigste Mittlerin (médiatrice) und Versöhnerin für die ganze Welt.“ „apud unigenitum Filium suum mediatrix et conciliatrix“. Übrigens nennt Pius IX. sie in der Bulle auch Auxiliatrix (Helferin). (S. 75 Ineffabilis Deus)
Man erlebt hier wie an so vielen anderen Stellen des Lehrschreibens, daß nicht objektiv dargestellt wird. Und auch in Bezug auf das Vatikanische Konzil wird uns Wichtiges zum Thema vorenthalten:
Zweites Vatikanisches Konzil:
Wir finden die Anrufung Mariens als Mittlerin der Gnaden in den Konzilsdokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils und es gehört somit zum Glaubensgut der Katholiken. Die Verwendung dieses Titels findet sich in Lumen gentium, 8. Kapitel, Artikel 62: „Deshalb wird die selige Jungfrau in der Kirche unter dem Titel der Fürsprecherin, der Helferin, des Beistandes und der Mittlerin angerufen (187). Das aber ist so zu verstehen, daß es der Würde und Wirksamkeit Christi, des einzigen Mittlers, nichts abträgt und nichts hinzufügt (188)“ - „B. Virgo in Ecclesia titulis Advocatae, Auxiliatricis, Adiutricis, Mediatricis invocatur(186)“
Das findet man so auch auf Wikipedia. Man findet es nicht im mariologischen Lehrschreiben Papst Leos XIV.
Diese Information über Vatikan II ist keine Kleinigkeit: Maria als Mittlerin gehört nach Vatikan II zum Glaubensgut der Katholiken!!
Die Flut von giftigen Anschuldigungen
In den Abschnitten 24 bis 33 wird der Satz "Christus ist der einzige Mittler" (immer mit dem mal ausgesprochen mal insinuierten mal dazuzudenkenden Nachsatz: und Maria gar nicht!) an sechzehn Beispielen - wenn ich richtig gezählt habe - unermüdlich durchkonjugiert.
Wie eine Flut von vergiftenden Anschuldigungen strömt diese Menge an theologischen Reflexionen und Zitaten aus der hl. Schrift heran, die immer betonen, daß Christus allein der Mittler ist, daß er alleine die Menschen erlöst -und daraus ergibt sich immer, daß Maria nicht die Rolle der Mittlerin zustehen kann. Daß sie diesen Titel zu unrecht führt!!
Das wird teilweise dargestellt, teilweise angedeutet, teilweise hat der Leser selbst diese Konsequenz gedanklich zu ziehen. Eine wahre Giftflut wird hier auf die Gottesmutter hin ausgespien. Immer unter dem Vorwand, den Status Christi schützen zu müssen.
Diese Giftflut trägt keine Wahrheit in sich:
Alle vorgebrachten Argumente gegen Marias Mittlerschaft schmelzen weg wie Wachs, wenn man das Licht der Überprüfung auf sie richtet.
Hat man sich intensiv mit diesen Abschnitten beschäftigt, dann bleibt neben der intellektuellen Empörung hinsichtlich des Dargebotenen unter anderem ein angewidertes Gefühl zurück: Es wird hier bewußt und artifiziell eine Opposition zwischen Christus und seiner Mutter konstruiert und permanent in allen Variationen wiederholt.
Auf der Grundlage einer solchen vollkommen inadäquaten Untersuchung des Themas hat der Erbe von Papst Franziskus, Papst Leo XIV. auch dieses scheinbar unerwünschte Kapitel der Mariologie bereinigt. Die Mittlerschaft Marias ist erledigt und zu den Akten gelegt.
Man muß ganz deutlich feststellen: Die inhaltliche Qualität entspricht nicht den Erfordernissen der Thematik.
Beenden wir dieses Kapitel mit einem beeindruckenden Beispiel argumentativer Qualität (ironisch gemeint):
Das Argument gegen Marias Mittlerschaft lautet abschließend:
„Die unvergleichliche Größe Marias liegt in dem, was sie empfangen hat, und in ihrer vertrauensvollen Bereitschaft, sich vom Heiligen Geist durchströmen zu lassen. Wenn wir uns bemühen, ihr aktive Funktionen in Parallele zu denen Christi zuzuschreiben, entfernen wir uns von dieser unvergleichlichen Schönheit, die Maria eigen ist.“ (op.cit. Abschnitt 33, Ende von Kapitel II und Fazit)
Es werden der Mutter Gottes keine aktiven Funktionen erlaubt. Warum: Weil das ihre Schönheit zerstört.
Bitte denken Sie mit, was hier lehramtlich festgelegt wird!! Ich korrigiere: „wurde“, „festgelegt wurde“.
Fazit: Maria als Mittlerin ist abgeschafft. Offiziell. Von allen Katholiken zu glauben.
Nostalgisch denke ich an die Messe »Maria, Mittlerin aller Gnaden«, die jetzt aus Gründen der neuen Mariologie nicht mehr erlaubt ist…
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III. Maria als Mutter der Gläubigen - Wer hat diesen Text geschrieben?!
Liest man dieses Kapitel – zum Marientitel „Mutter“ – dann erhält man zunehmend den Eindruck (der vermutlich gar nicht täuscht), daß dieses Kapitel von anderen Personen geschrieben wurde als die vorangehenden. Ich empfehle die Lektüre ab Abschnitt 37 a und b. Da wird überraschenderweise das Thema der „Mittlerin“ Maria, das oben schon abgeschlossen war, noch einmal ganz neu aufgemacht:– Über die Hilfe Marias: „Maria tritt auf eine ganz persönliche Weise in die einzige Mittlung Christi ein. Die mütterliche Funktion Marias mindert oder überschattet in keiner Weise Christus als einzigen Mittler, sondern sie offenbart seine Wirksamkeit.“ (op. cit.) Hier klingen gute Töne an. Natürlich strömen von Maria als Mittlerin immer nur die Gnaden Christi – man erinnere sich an St. Bernards Predigt über Maria als Aquädukt.
Und der Text der neuen Mariologie macht in diesem Kapitel über Maria als Mutter manches wieder gut, was oben zerstört wurde. Er sagt: „Tatsächlich entspringt der gesamte Einfluss der Heiligen Jungfrau auf das Heil/die Rettung der Menschen“ dem „Überfluss der Verdienste Christi, er gründet sich auf seine Mittlung, hängt gänzlich von dieser Mittlung ab und bezieht seine ganze Wirksamkeit von ihr“.
Der Einfluss der Heiligen Jungfrau auf das Heil/die Rettung der Menschen! Hier wird er genannt. Und daß alles Wirken der Mutter Gottes von Jesus Christus ausgeht, ist immer selbstverständlich. Nur – in den Kapiteln oben wurde es offiziell abgelehnt.
Wir stehen hier vor einem inhaltlichen Widerspruch zu den offiziellen Bestimmungen der neuen Mariologie. Es ist wie eine kleine Entschuldigung. Sie wird aber keine Wirkung haben, denn das wurde nur im Rahmen der Mutterschaft Marias erwähnt, ist also eingeschränkt. Allein die Verurteilungen der Titel „Miterlöserin“ und „Vermittlerin“ oben hat Rechtskraft. Und diese Begriffe wurden ja auch hier vermieden – wenn sie auch inhaltlich gegeben sind. Auch 37c nennt eine Wahrheit: Die Kirche ist der Ort, wo sich ihre mütterliche Aufgabe auf immer verwirklicht. Maria handelt mit der Kirche, in der Kirche und für die Kirche. Abschnitt 38 nennt weitere Titel Marias: Maria, voll der Gnade. Wörtlich wird gesagt: „Aufgrund dieser besonderen Verbindung in der Mutterschaft und in der Gnade hat ihr Gebet für uns einen Wert und eine Wirksamkeit, die mit keiner anderen Fürsprache verglichen werden können. Der heilige Johannes Paul II. hat den Titel „Mittlerin“ auf diese Funktion der mütterlichen Fürsprache bezogen, denn »sie stellt sich „dazwischen“, das heißt, sie macht die Mittlerin (…).“ (op. cit) Maria dann doch als Mittlerin!! Ich höre hier Papst Pius IX.! Es ist deutlich sichtbar, daß die Mitglieder des Dikasteriums im Coetus für „Maria als Mutter“ rechte Katholiken waren, die versuchten wieder gut zu machen, was die Coetus für „Miterlöserin“ und „Mittlerin“ „verbrochen“ haben. Aber leider können sie das nur im Rahmen ihres Kapitels.
Die Abschnitte 39 bis 41 sind wertvoll und lesenswert: Was dort über die Fürsprache der Engel bei Gott für die Menschen auf Erden gesagt wird. So wie Maria das Gebet der Apostel begleitete, so begleitet sie nun unser Gebet. Das führt zu dem Schluß:
„42. Unter denen, die zusammen mit Christus auserwählt und verherrlicht wurden, steht seine Mutter an erster Stelle. Deshalb können wir behaupten, dass es eine einzigartige Mitwirkung Marias am Heilswerk, das Christus in seiner Kirche vollbringt, gibt.“ (op.cit.)
Maria, die Miterlöserin.
Der Schreiber dieses dritten Marien-Themenbereichs korrigiert Schritt für Schritt die Fehlaussagen der anderen beiden unter dem Oberbegriff: Mutterschaft Marias.
Es ist ein interessanter Vorgang: Wer wirkt da in Kapitel III: Maria als Mutter der Gläubigen ?
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IV Maria: Mutter der Gnade
Ab diesem Kapitel schwenkt die Geisteshaltung in die von Kapitel I und II zurück. Es würde mich interessieren zu erfahren, was da personell ablief.
Wir werden wieder auf den Weg der ersten Kapitel zurückgeführt: daß die Gnaden, die Maria vermittelt, nicht von ihr stammen sondern dem dreieinigen Gott. Und Kardinal Ratzinger wird nochmal aus der Mottenkiste geholt, mit den bereits oben verwerteten Zitaten gegen den Titel der Miterlöserin: „Kardinal Ratzinger brachte zum Ausdruck, dass der Titel Maria, Mittlerin aller Gnaden auch in der Offenbarung nicht eindeutig begründet ist.“ (Op. cit.) Wieder ohne die Position pro Mittlerin Maria des gereiften Papstes Benedikt XVI. zu erwähnen.
Wir erfahren dann aus ganz vielen Quellen der Kirchengeschichte, daß die Gnaden nur von Gott ausgehen (was hier immer mit dem vorwurfsvollen Unterton versehen ist: nicht von Maria). „53. Keine menschliche Person, nicht einmal die Apostel oder die Gottesmutter, kann als universaler Spender der Gnade handeln. Gott allein kann Gnade schenken.“ (op.cit.) Jeder Satz ein Vorwurf mit einer Unterstellung. Wir haben hier eine Textkonstruktion böswilliger insinuierter Unterstellungen, oft durch bewußt ausgewählte Zitate der hl. Schrift.
Und um noch mal die Sache mit der Mittlerschaft wieder zurechtzurücken:
„Sie (Maria) wirkt in der Heilsökonomie durch eine abgeleitete und untergeordnete Teilnahme; daher muss jede Rede („jedes Gerede") über Marias „Vermittlung“ von Gnade als eine entfernte Analogie zu Christus und seiner einzigartiger Mittlerschaft verstanden werden.“ (op.cit.)
Man muß enttäuscht feststellen, daß ab diesem Kapitel die kurze Rückkehr ins Magisterium der Kirche mit kräftigen Fäusten beendet wurde.
Das geht dann in Abschnitt 54 so weiter: Man behält durchgehend den Eindruck, daß die neue Mariologie eine Warnlehre vor Maria ist. So sagt Abschnitt 54:
„54. In die vollkommene Unmittelbarkeit zwischen dem menschlichen Wesen und Gott in der Mitteilung der Gnade kann nicht einmal Maria eingreifen.“ (op.cit.)
Es wird geradezu der Eindruck erzeugt, Maria würde sich zwischen den Menschen und Gott unrechtmäßig drängen wollen. Und daß uns die neue Mariologie schützt vor dieser Übergriffigkeit. "In die vollkommene Unmittelbarkeit zwischen dem menschlichen Wesen und Gott in der Mitteilung der Gnade kann nicht einmal Maria eingreifen.“ (op.cit.) Was für eine hinterhältige Unterstellung wird durch das Schreiben dieses Satzes formuliert! Als wollte Maria den Menschen von Gott wegbringen.
Hier sprechen Wesen zu uns, die Maria von uns wegdrängen wollen. Das geht so weiter, wenn in 55 berichtet wird: „55. Wie das Zweite Vatikanische Konzil lehrt, begünstigt der heilsame »Einfluß der seligen Jungfrau bei der Rettung der Menschen [...] die unmittelbare Vereinigung der Gläubigen mit Christus […] und verhindert sie in keiner Weise.“ (Die offizielle deutsche Version unterschlägt „bei der Rettung der Menschen“)
Wer schafft es, solch eine unsinnige Befürchtung auch nur zu formulieren? Wie kommt jemand überhaupt auf die Idee, daß der Einfluss der Mutter Gottes die unmittelbare Vereinigung der Gläubigen mit Christus verhindern solle! Verhindern!!
Viele Kirchenlehrer werden herangezogen und in Abschnitt 63 auch etliche neuere Päpste, die zeigen, daß die Gnade allein von Gott ausgeht. Auch eine stufenweise Ausgießung der Gnade wird verworfen als neuplatonisch. Schluss mit Bernards Aquädukt, Der ganze Aufwand geschieht nur zu einem Zweck: Es soll bewiesen werden, daß Maria nicht die Spenderin von Gnaden ist oder sein kann.
Die Giftflut wird nochmals ausgespien:
In den Abschnitten 45 bis 63 (was viel Text bedeutet!) wird nochmals der Satz "Christus ist der einzige Mittler" (immer mit dem mal ausgesprochen mal insinuierten mal dazuzudenkenden Nachsatz: und Maria gar nicht!) an ganz vielen Beispielen entwickelt. Es ist wieder wie eine Flut von vergiftenden Anschuldigungen: diese Menge an theologischen Reflexionen und Zitaten aus der hl. Schrift und Päpsten und Kirchenlehrern und Konzilen, die alle betonen, daß Christus allein der Mittler ist, daß er alleine die Menschen erlöst - und wieder wird das immer so hininterpretiert, daß Maria aufgrund dieser Zitate nicht das Spenden von Gnaden zustehen kann. Daß sie diesen Titel zu unrecht führt!! Damit aber (und das wird damit nur insinuiert): Maria als Angeklagte und Schuldige: Unrechtmäßiges Führen eines Titels. Von wegen "Mutter der Gnade" - Betrügerin!
Wieder wird dies teilweise dargestellt, teilweise angedeutet, teilweise hat der Leser selbst diese Konsequenz gedanklich zu ziehen. Zum zweiten Mal wird eine wahre Giftflut auf die Gottesmutter hin ausgespien. Wieder unter dem Vorwand, den Status Christi schützen zu müssen.
Wie bei dem ersten Flut-Angriff schmelzen auch hier die angestellten Interpretationen bei einer Untersuchung ebenso weg wie ein Stück Butter in der Sonne.
Ich habe den Eindruck, daß nachdem "Ausreißer" (dem unerwünschten Auftauchen des Magisteriums) in Kapitel III damit das Lehrschreiben wieder auf den Kurs von Franziskus gebracht werden soll.
Die Gottesmutter wird an die kurze Leine genommen:
In Abschnitt 65 werden genaue Kriterien formuliert, die Maria laut der neuen Mariologie zu erfüllen hat für die Spendung von Gnaden (ja, hier ist ein logischer Widerspruch zu den Aussagen zuvor): Sie muss dazu die Kriterien von Dogmatischen Konstitution Lumen gentium erfüllen. Also dann doch Gnaden-Spenderin!
Bei der Aufzählung der Kriterien wird (wie üblich) permanent unterstellt, die Gnaden Marias würden getrennt von Gottes Willen gespendet. Auf eigene Rechnung. Und daß das Dikasterium streng mit der neuen Mariologie darüber wachen muss, daß Maria sich nicht verselbständig. Permanent wird dies als Gefahr genannt, gegen die die neue Mariologie schützen muss. Das Bild, das von Maria gezeichnet wird, ist das einer gefährlichen Wirkkraft, die gottlos wirken könnte. 44 und 45.
Maria darf keine Gnaden mehr spenden !
Wir sind nun schon weit in diesem belastenden Textmonster und die meisten haben schon abgebrochen; der kleine Rest liest noch rasch mit Restenergie drüber. Und gerade jetzt reißen die Putschisten gegen Maria den Tempelbau ein:
Letztlich bleibt als einzige erlaubte Spendenart der Gnade für Maria „la contribución dispositiva de María donde sí puede pensarse en una acción en la que ella aporta algo propio en cuanto «pueda disponer de algún modo» a otros.“
„…der disponierende (bereitmachende) Beitrag Marias, wobei man an eine Handlung denken kann, bei der sie etwas von sich selbst einbringt, insofern sie »die anderen in gewisser Weise (dazu disponieren) bereitmachen kann« (op. cit, 65 c) - bereitmachen für das höhere Wirken der Gnade Gottes.
Bitte lesen und verstehen Sie diesen Satz ganz genau. Was bedeutet das? Konkret?
Das ist das neue Dogma das Maria vom Papst befohlen wurde, nach dem sie zu wirken hat. Sie wurde ganz an die kurze Leine genommen!! Was bedeutet das?!! Ein Mensch ist in einer Lebenskrise und will zu Gott beten. Er hat aber Bauchweh. Darf sie ihm helfen? Nein. Damit würde sie ja eine Gnade spenden. Und dazuhin muß sie sich selbst einbringen… Hmmh. Vielleicht wenn sie Ruhe verbreitet? Aber das ist ja auch eine Gnade. Sie darf ja keine Gnade spenden…Wie könnte Maria einen "disponierenden (bereitmachenden) Beitrag (...) (bringen), (...) eine Handlung (...), bei der sie etwas von sich selbst einbringt" ??
Wenn man versucht ein Beispiel zu finden, wie Maria diese neuen Bedingungen erfüllen soll, dann merkt man, daß es so formuliert ist, daß es unmöglich ist, Das geht nicht!! Es ist unmöglich!
Und es ist eine derart ungeheuerliche Frechheit und Beleidigung gegenüber der Mutter Gottes, daß man hier wie eigentlich durchgehend fragen muß: Wer spricht hier?! Wer stößt diese gehässigen beleidigenden Forderungen aus, die Papst Leo XIV. zu den seinigen gemacht hat?
Das heißt nichts anderes als daß Maria kirchenrechtlich keine Gnaden mehr spenden darf. Wenn doch, dann verstößt sie gegen Kirchenrecht. – Diabolisch eingefädelt. Um das Bild des Schachspiels zu bemühen: Wurde sie schachmatt gesetzt?
Die neue Mariologie von Papst Franziskus:
Wir haben eingangs in den drei Reden von Papst Franziskus die Hauptpunkte seiner neuen Mariologie gesehen. Es ist im Grund nur einer aber einer, der es in sich hat:
"Maria ist Frau und Mutter. Sie hat keine Titel."
Man kann diese Forderung auch anders formulieren:
"Stürzt Maria von ihrem Thron als Himmelskönigin!"
In der Analyse des Lehrschreibens Mater populi fidelis wurde die Anwendung dieser Kernforderung von Papst Franziskus bezogen auf drei Titel Marias durchgeführt. Das wird in der nächsten Zeit bei allen Titeln Marias durchgeführt werden - nun basierend auf dem rechtlich gültigen Lehrschreiben.
Endbewertung durch den Verfasser:
Hier findet ganz konkret mit dieser neuen Mariologie ein Putsch statt. Die Mutter Gottes soll vom Thron geworfen und entmachtet werden.
Immer wieder wird auf die Gefahr hingewiesen, daß Maria - als eine Verteilerin geistiger Güter oder Gnaden angesehen - diese unabhängig von Jesus Christus einfach so verteilt oder daß Leute das so vermuten könnten oder daß diese Gnaden ihr nicht zustehen. Abschnitt 68.
Die Argumentation dreht und windet sich; es geht hin und her. Das macht das Lesen dieses Textes auch so ermüdend. Ich empfinde ihn sogar als seelisch krankmachend.
Wir finden permanent in irgendeiner reingeschobenen Stelle in den Sätzen die Unterstellung oder die Andeutung einer Unterstellung, daß Maria eine separate Sache ohne Christus, die Trinität, durchführen wolle oder könne, oder daß die Gefahr bestünde, daß ihre Anhänger das so sehen könnten oder daß sie diese Macht gar nicht habe oder doch oder daß sie entgegen der hl. Schrift wirken wolle und zu Unrecht und und und. Das windet und dreht sich im Gedankenbilden, das geht hin und her. Und im Grunde gibt es nur eine klare Essenz, die man in den Hunderten von Argumentationen in der Lehrschrift findet:
Maria als Königin des Himmels muß weg! Sie muß reduziert werden auf den Status einer natürlichen Frau und Mutter. Maria ist gefährlich.
Diese durchgehende Vorwurfsvermutung, ja Anklagehaltung, kommt wie in einer Gerichtsführung dazu, daß ihr die inkriminierten fünf Titel in Zukunft untersagt werden. Aber aufgrund der neuen mariologischen Grundlagen ist klar, daß damit alle Titel gestrichen werden.
Das neue häretische Christusbild:
Christus wird im Lehrschreiben als Mittler der Gnaden vom Vater beschrieben, sehr häufig wird betont: Mittler.
In Absatz 42 wird Christus zu den Auserwählten gerechnet: 42. "Unter denen, die zusammen mit Christus auserwählt und verherrlicht wurden, steht seine Mutter an erster Stelle." Laut Lehrschreiben hatte Christus also auch das Glück, daß er mit zu den Auserwählten gestellt wurde. Er gehöre laut Leo XIV. mit seiner Mutter zu der Schar, die Gott auserwählt hat. Das ist wieder mal eine Behauptung wider das Lehramt! Das ist Häresie. Aber ganz ruhig: Sie ist ja vielleicht bewußt zweideutig formuliert.
Hier klingt in vielen Stellen des Lehrschreibens ein weiterer Änderungspunkt an, den die Leitung schon seit Langem auf der Agenda stehen hat: Auch Christus vom Thron seines göttlichen Standes zu stürzen.
(Franziskus/Leo/Fernandez spielen hier mit einem neuen Christusbild, das dann vielleicht Schwerpunkt von Leos Pontifikat sein wird, nachdem die neue Mariologie nun fest installiert werden konnte.)
Der Genauigkeit halber muß man präzisieren, daß sich diese Häresie so plump nur in der deutschen Version des Lehrschreibens findet. Die spanische sagt: "42. Entre los elegidos y glorificados junto a Cristo está en primer lugar la Madre" was heßt: "Unter den Erwählten und Verherrlichten bei Christus (die mit Christus vereint sind, die bei ihm stehen) ist an erster Stelle seine Mutter." Das deutsche Lehrschreiben ist aber auch offiziell und gültig: "... (diejenigen), die zusammen mit Christus auserwählt und verherrlicht wurden." Christus ist einer der Auserwählten!
De facto gilt damit mit päpstlicher Approbation in der deutschen katholischen Kirche eine andere Christologie als in der Weltkirche!!
Abschließend:
Es ist ein offenes Geheimnis für jedermann, der es wissen will, daß die katholische Kirche umgebaut wird, um eine Einheit mit der protestantischen und anglikanischen etc etc herstellen zu können. Und daß der vielgelobte Begriff der Ökumene nicht heißt, daß Protestanten die Liebe zu Königin des Alls entwickeln sollen.
Aber dieser Lehrbrief trägt noch mehr in sich. Eine durchgehende Feindseligkeit geht hinter allen üblichen Lobessätzen durch den ganzen Lehrbrief – mit Ausnahme der erwähnten Stellen.
Wer spricht denn hier?!
Er möchte Maria entmachtet sehen.
Ich denke, mit diesem päpstlich unterzeichneten Lehrschreiben zur Mariologie hat der Krieg gegen Maria in der Kirche begonnen.
Mit geistigen Waffen gegen Maria
In dem Lehrschreiben wird an 25 Stellen über Christus als alleinigen Mittler von Gnaden reflektiert; meist in Absetzung der Mutter Gottes, die diesen Anspruch nicht erheben könne. An zwölf Stellen wird dazuhin explizit thematisiert, warum nicht der Anspruch erhoben werden könne, Maria als Mittlerin der Gnaden zu bezeichnen. Hierbei wird mit sehr einseitigen Argumenten des Dikasteriums gearbeitet, immer wieder benutzt dessen Beweisführung auch Worte aus der hl. Schrift, um Titelansprüche für Maria zurückzuweisen. Dazu gehören Stellen wie der erste Brief an Timotheus, Kapitel 2: „Einer ist Gott, / Einer auch Mittler zwischen Gott und den Menschen: / der Mensch Christus Jesus, ...“ Der Mensch Christus als einziger Mittler. Die Interpretation der Worte der hl. Schrift wird so gestaltet, daß sie Marias Titel verbietet. Es handelt sich natürlich um einseitige Interpretationen, die bewußt zielgerichtet gegen die Titel gehen.
Indem das Dikasterium in dem Lehrschreiben Gottes Wort gegen Marias Titel richtet, haben wir es mit dem Einsatz einer geistigen Waffe zu tun. Es ist Krieg. Krieg gegen die Mutter Gottes in ihrer Kirche.
Katholische Gläubige müssen der neuen Mariologie Folge leisten. Es sei denn, es kommt hier zu einer Auflehnung.
Was aber bedeutet die neue Lehre für die Mutter Gottes?
Maria wurde von Gott zur Königin des Himmels gekrönt. Seine Worte und Taten sind heilig und unwandelbar und Marias Thron wird nicht von den Giftfluten erreicht, die auf sie ausgespuckt wurden mit dem Lehrschreiben Mater Populi fidelis.
Allerdings hat die neue falsche Mariologie in der hl. Kirche volle Gültigkeit, volle Rechtskraft!
Ich denke, daß es nun darauf ankommt, daß die Geistlichen und die Gläubigen erkennen, daß ihnen eine falsche Mariologie von Papst Leo XIV. und seinem Dikasterium verkündet wurde und daß sie auf dieser Basis der Mutter Gottes die Treue halten.
Die Lüge ist ja offenbar. Da kann keine Glaubenspflicht bestehen.
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Die neue Mariologie wurde nach dem Prinzip des Putsches erzwungen
Die Definition der neuen Mariologie wurde von einer Gruppe von Beteiligten durchgeführt. Der Ablauf war geplant mit verschiedenen Phasen. Durch die drei Ansprachen durch Papst Franziskus wurde die Kirche nicht in den Vorgang einbezogen, denn sie waren nicht als Diskussionsbeginn einer neuen Mariologie eingesetzt, sondern nur als psychologische Vorbereitung der Massen. Betrachtet man die bisherige Kirchengeschichte, dann hätte man das Thema auf einem Konzil behandeln müssen.
Tatsächlich aber wurde es im Geheimen seit 2023 im Dikasterium ausgearbeitet und dann unter dem Vorwand der Beschwerdebearbeitung bezüglich marianischer Titel überraschend veröffentlicht. Es fand de facto eine raffiniert durchgeführte Überrumpelung statt.
In Anbetracht der Bedeutung der Mutter Gottes für die Katholische Kirche muss man von Putsch sprechen.
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Anfügung:
Zum gewählten Begriff der „Titel“ Marias:
Das Lehrschreiben zur Mariologie gibt als Zielsetzung an, gewisse „Titel“ der Mutter Gottes zu untersuchen, weil sich in Bezug darauf Probleme und Beschwerden ergeben hätten.
Der gewählte Begriff „Titel“ bedeutet im Alltagssprachlichen den Rang, Stand, Amt, Würde einer Person, die als Zusatz vor den Namen gestellt werden kann (Bsp. "einen akademischen Titel, den Titel eines Professors, Doktors haben") Auch im Sport wird dieser Begriff verwendet: den Titel eines Weltmeisters haben, halten, abgeben müssen, verlieren. Man sagt auch: „Zu Unrecht einen Titel führen.“
Auf die Mutter Gottes bezogen wird dieser Ausdruck des „Titels“ in den liturgischen Schriften nur in wenigen Ausnahmen verwendet: Das Missale romanum von 1962 kennt zwar einen „Titulo“ bei Bezeichnungen für Maria wie „Salus Infirmorum – Heil der Kranken“.
Die Messe heißt „Beatae Mariae Virginis titulo Salus infirmorum.“ (S.1009)
Ansonsten wird dieser Begriff des „Titels“ auf Maria bezogen nicht verwendet.
Die Messe zu Ehren der Mutter Gotter der Gnaden ist „Beatae Mariae Virginis Matris Gratiae“. Früher „de Gratia“. „Mutter der Gnaden“, früher: „der Gnade“. Es ist keine Rede von „Titel“.
Am 8. Mai wird die Messe gefeiert von „Beatae Mariae Virginis omnium gratiarum Mediatricia“ – der „seligen Jungfrau Maria, Mittlerin aller Gnaden.“
Der Ausdruck „Titel“ ist nicht üblich zur Bezeichnung der heiligen Eigenschaften und Aufgaben der Mutter Gottes.
Wie wir im Meßbuch sehen, werden andere Begriffe verwendet, die der Heiligkeit und Würde der Mutter Gottes entsprechen. Und bei der Lauretanischen Litanei sprechen wir von Anrufungen an die Gottesmutter Maria: Die IA definiert: „Die Litanei ist eine Reihe von Anrufungen an Maria, wie z.B. „Mutter der göttlichen Gnade“, „Jungfrau von allen Gnadentaten“.“ (Google)
Auch der Ausdruck „Ehrbezeugungen“ oder „Lobpreisungen“ ist passend.
Papst Leon XIV. und sein Dikasterium haben mit dem alleinigen, durchgehend verwendeten Begriff des „Titels“ von vorherein einen Rahmen geschaffen, der die erhabene Königin des Himmels und Mutter Gottes in eine negative Atmosphäre versetzt. Wo auf Grund von eingegangenen Beschwerden untersucht werden muß, ob sie nicht unrechtmäßig bestimmte Titel verwendet. Oder daß ihre Anhänger das tun. So als müsse – bedauerlicherweise - ein Prozess wegen Titelmißbrauchs geführt werden.
Tatsächlich geschieht nichts Anderes in diesem Lehrschreiben. Nach dem Motto: Liebe Maria, bei allem Respekt etc - es gibt da gravierende Probleme und Beschwerden, die geklärt werden müssen. Einige Dinge in Bezug auf Sie müssen ganz neu geregelt werden. Grundlegendes muß anders werden. Der heiligen Kirche zuliebe. Titelmissbrauch vorbeugen und abstellen. Lernen Sie wieder, die ganz normale Frau zu sein, die sie in Wirklichkeit sind.
Wer spricht in dieser harten Sprache zu ihr im Namen ihrer Kirche und des Papstes, gezielt die geistigen Waffen der Worte der hl. Schrift benutzend und routinemäßig die üblichen Lobessätze dazwischen einfügend?
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[1] Martin Luthers Einzug im Vatikan - Chronologie …