Antonio Santorio

Weitere Informationen zur neuen Mariologie bei der Veröffentlichung von Mater Populi fidelis am 4.11.25: Franziskus‘ Begriff von Maria und die zwei Gruppen der neuen Mariologie

Weitere Informationen zur neuen Mariologie bei der Veröffentlichung von Mater Populi fidelis am 4.11.25: Franziskus‘ Begriff von Maria und die zwei Gruppen der neuen Mariologie

el cardenal Víctor Manuel Fernández

Seine Eminenz Kardinal Víctor Manuel Fernández veröffentlichte am 4.11.25 in der Casa Generalicia de la Compañía de Jesús, der Generalskurie (die Generalskurie ist der Sitz des Jesuiten-Generals und seiner Mitarbeiter) die neuen Marienlehren unter dem Titel Mater Populi fidelis.
Das Dikasterium für die Doktrin des Glaubens hat hier eine Videoaufzeichnung dieses bedeutenden Moments für die Kirchengeschichte online gestellt: Die Veröffentlichung wird auf Italienisch gehalten. Hier finden Sie die Text-Wiedergabe der Worte seiner Eminenz Kardinal Víctor Manuel Fernández. (google kann übersetzen)

Kein Konzil
Die neue Mariologie ist die von Papst Franziskus. Näheres dazu habe ich hier ausgeführt.
Eigentlich müßte eine neue Mariologie auf einem Konzil debattiert und beschlossen und verkündet werden. Das hätte zu heftigen Debatten geführt, im Konzil und dann bei der Verkündung vor den Medienvertretern und in der Kirche.
Deshalb ist der von Papst Franziskus gewählte Weg praktisch für die Neugestalter: Vom Papst dreimal thematisch ab 2019 eingebracht, vom Dikasterium ab 2023 im Geheimen verfaßt. Und nun am 4.11.25 die Überrumpelung des Publikums bzw. der Kirche mit der Verkündigung der neuen Mariologie. Gutwillige nennen es auch Überraschung. Wobei die meisten ohnehin gar nicht mitkriegen, daß es sich um eine neue Mariologie handelt. Zur Sicherheit ist keine Presse zugelassen; Fragen im Anschluß, nach der Präsentation, sind nicht erlaubt; ein versuchter Widerspruch (Min 30) während der Präsentation wird energisch unterbunden.
Der Präfekt erklärt, daß das Dokument Mater Populi fidelis zwar Fragen zu einigen Marientiteln behandelt (und es werden ja dann auch drei untersagt), daß sein eigentliches Thema aber Marias Beziehung zu den Gläubigen ist. Es gehe um die Definition von authentischer Marienverehrung im Lichte des Wortes Gottes. Also um Grundlagen der Mariologie. Daß es um Grundlegendes geht, steht auch in dem Lehrschreiben: es gehe darum, in einer „Vertiefung der angemessenen Grundlagen der Marienverehrung den Platz Marias in ihrer Beziehung zu den Gläubigen (…) zu verdeutlichen“. Maria ihren Platz zuzuweisen. Und der ist eben nicht der einer Himmelskönigin oder Mittlerin sondern einer normalen Frau, einer Mutter.
In der Präsentation des Präfekten wie auch im eigentlichen Lehrschreiben werden wie ein Ohrwurm permanent als Zweiklang zwei Sätze zu hören sein: „Maria ist (nur) Mutter, (nur) Frau.“ - „Und nicht Mittlerin der Gnaden, keine Titel, keine Mariendogmen.“
Der Präfekt betont gleich zu Beginn, daß die doktrinale Note einen besonderen Wert hat, der über den anderer Dokumente hinausgeht, die in den letzten zwei Jahren veröffentlicht wurden. Sie ist vom Papst unterzeichnet, gehört zum ordentlichen Lehramt der Kirche und muß bei der Erforschung und Vertiefung mariologischer Themen berücksichtigt werden.

Die zwei Gruppen und die übergangene dritte
Der Präfekt des Dikasteriums für die Glaubenslehre, Kardinal Víctor Manuel Fernández, teilt in seiner Einführungsrede die Mariengläubigen in zwei Gruppen ein: Die erste Gruppe seien diejenigen, die aus Volksfrömmigkeit heraus Maria verehren. Er nennt sie die „Einfachen“.
Die zweite Gruppe seien diejenigen, von denen auch im Internet die verschiedensten Publikationen, Andachtsformen und Aufrufe zu neuen marianischen Dogmen ausgehen. Diese würden Verwirrung unter den Gläubigen schaffen, weshalb eine Überprüfung der Grundlagen der Marienverehrung durch das Dikasterium nötig geworden sei.
Er hat eine dritte Gruppe übergangen: Diejenigen, die nicht „einfältig“ sind (wie die erste Gruppe) und nicht falsche Lehren erfinden (wie die zweite Gruppe): Diese dritte Gruppe sind die Gläubigen, die Maria auf der Basis des Lehramts, des Magisterium ordinarium verehren. Diejenigen, die sie auf dem festen Boden des Lehramts stehend als „Miterlöserin“, als „Mittlerin“, als „Spenderin der Gnaden“, als „Königin der Engel“ anrufen. Da aber in der doktrinalen Note gerade diese Inhalte des Lehramts verschwiegen werden, hat er sie wohl nicht vergessen, sondern verschwiegen.
Es sei kurz referiert, wie der Präfekt seine erste Gruppe der volkstümlichen Marienverehrer sowie die zweite Gruppe charakterisiert, um zu zeigen, wie unhaltbar die inhaltlichen Aussagen sind:

I. Die 1. Gruppe: Die Volksfrömmigkeit (ich referiere aus der Präsentation)
Der Präfekt beginnt mit der ersten Gruppe: der Volksfrömmigkeit.
Diesem Kapitel gibt er den Titel: Amare la fede dei semplici. (Den Glauben der Einfachen lieben)
Es gehe dabei nur um Maria als Mutter. Und ihm zufolge sei es nicht nötig, andere Konzepte zu erfinden, um die Bedeutung Marias für das Leben der Gläubigen zu beschreiben.
Der Präfekt erklärt, daß die nicht Gebildeten, wie er sie nennt: die „Einfachen“ (semplici) mit ihrer volkstümlichen Marienverehrung durchaus weitermachen sollen, denn das gibt ihnen Halt und Geborgenheit. Er sagt: „Wir wollen einfache Christen nicht als Gläubige zweiter Klasse beurteilen, weil sie keine theologischen Kurse besucht haben …“ Sie sollen so weiterleben. „Viele von ihnen zweifeln nicht an der Existenz des Transzendenten; sie beginnen nicht einmal darüber nachzudenken, ob Gott existiert oder nicht. Der Präfekt stellt also die Behauptung auf, daß viele dieser „Einfachen“, die „volkstümlichen Marienverehrer“ zwar Maria verehren, daß sie jedoch oft noch gar nicht zum Glauben an Gott gekommen seien. Deshalb: Maria, die einfache Mutter für alle. Diese einfache Mutter sei es, die die einfachen Leute in ihrer Volksfrömmigkeit anrufen. Und das sei in Ordnung.
Dieser Glaube manifestiere sich nicht durch Worte, Theorien oder Erklärungen – er sei verbunden mit der realen Frau Maria von damals, die sich um den Wein der Eheleute kümmerte und um ihre Kusine. Wie alle anderen Frauen war sie schwanger und erzog ihren Sohn, lebte in Armut. Der Präfekt betont, daß diese Frau vielen der Simplen zur großen Stütze wird, „die die Nähe Christi im Antlitz einer Frau zum Ausdruck bringt“. Und sie zertritt nicht mehr das Haupt der Schlange, sondern sie ist in dem Lehrschreiben nur noch „die Frau, die am endgültigen Sieg über die Schlange teilhat“. Und "am Siege teilhaben", das werden Millionen oder Milliarden.
Der mariologische Begriff der Frau und Mutter von Papst Franziskus
Der Präfekt Víctor Manuel Card. Fernández verwendet hier wie auch in der doktrinalen Note den Mutterbegriff, den Franziskus in seinen drei Leitansprachen entworfen hat (siehe hier). Der Präfekt nennt es hier in seiner Präsentation die „Marienverehrung der Simplen (semplici)“. Dieser Begriff ist eine logisch nicht haltbare Erfindung: Maria sei für die Simplen eine einfache Frau und Mutter, wie alle anderen. Da ihr Kind Jesus war, kann sie Fürsprache bei ihm einlegen. Und wir dürfen sie alle im Gebet anrufen um Fürsprache; Franziskus/Fernandez geben zumindest vor, daß sie glauben, daß sie das hören kann und daß sie es an ihren Sohn weiterleitet. Das hebt sie aber heraus aus der natürlichen Lebensweise: Andere Frauen aus der Zeit 30 n. Chr. sind heute nicht mehr da und man kann sie nicht anrufen. Maria muß also doch etwas Besonderes sein, wenn sie all diese Gebete weiterleiten kann. Ganz offensichtlich hat Maria einen besonderen Status. Ich hatte im vorangegangenen Artikel bereits gesagt, daß Diekamp deshalb Maria korrekterweise so beschreibt: „Maria ist unsere Mittlerin und geistliche Mutter in der übernatürlichen Ordnung.“ Sie ist keine normale biologische Mutter von jedem von uns; diese Stellung bleibt der Mutter eines jeden von uns erhalten. Maria ist unsere „geistliche Mutter in der übernatürlichen Ordnung“. Hier findet bei Franziskus eine Begriffsverwirrung statt zwischen natürlich biologischer und geistiger Mutter. Ist es, weil es zu den „Simplen“ gesagt wird? Und einzig an dieser Stelle kann Fernandez nun doch nicht vermeiden, von „Marias geistlicher Mutterschaft“ zu sprechen. (la maternità spirituale di Maria) Darauf reduziert er die Himmelskönigin sofort wieder: Diese könne sich aber nur ausdrücken in ihrer Fürsprache und in mütterlichen Gesten, die die Gläubigen bewegen, ihre Herzen für die Gnade zu öffnen, die nur Gott vermitteln kann. Im Lehrschreiben selber wird das ja dann dargestellt: Maria könne die Menschen nur disponieren, bereit machen für etwas. Sie selber könne keine Gnade weitergeben. Das mache sie durch ihr „mütterlichen Gesten“. (Es ist klar, daß hier vom Putschisten der Zustand der Gottesmutter fantasiert wird, die vom Himmelsthron gestürzt werden soll.)

II. Die 2. Gruppe: Die zweite Gruppe der Marienverehrer laut dem Präfekten: Diejenigen, die Irrtümer verbreiten
Die zweite Gruppe: Neben der durchaus erwünschten Volksfrömmigkeit mit ihrer simplen Verehrung Marias als Mutter in der ersten Gruppe gäbe es laut dem Präfekten jedoch auch im Internet die verschiedensten Publikationen, Andachtsformen und Aufrufe zu neuen marianischen Dogmen und diese würden sich mit Marientiteln befassen. Es ist die Aufgabe des Dikasteriums, den wahren Glauben aufzuzeigen. (Wo man ihm nur zustimmen kann; aber bitte richtig: über das bestehende Lehramt!)
Er berichtet, daß manche Gruppen (im Internet) angesichts der Schönheit Marias alles Mögliche über Maria behaupten wollen. Es geht um drei Titel:
Bezüglich des Titels „Miterlöserin“ kommt das Dokument zu dem Schluß, daß dieser „immer unangemessen“ und „unangebracht“ (Sconveniente) sei. (Sconveniente ist eigentlich ein grobe, fast beleidigende Verurteilung: unanständig, ungehörig)
Der Titel „Mittlerin“ wird mit ein paar Wendungen verurteilt. Ebenso wie „Mittlerin aller Gnaden“.
Diese Glaubensgruppen auf Abwegen nennt der Präfekt in seiner Präsentation nicht konkret und er nennt auch nicht konkret deren Abwege. Er faßt das nur an den drei Titeln.
Später sucht Kardinal Fernandez dann doch noch einen konkreten Fall, um dieser sehr nebulösen Bedrohungslage durch Mariengruppierungen und deren Andachtsformen etwas Gestalt zu geben; leider kann er auch bei längerem Suchen nicht das Blatt finden, auf dem er sich ein Beispiel notiert hat. (Es hat nicht den Weg in den offiziellen Redetext gefunden)
Sein Sekretär an seiner Seite findet die Website der betreffenden Gruppe in seinem Smartphone, sodaß der Präfekt doch noch das vorbereitete Beispiel geben kann, für die gewaltigen Irrlehren, die die Gläubigen so zu verwirren scheinen. Da gibt es nämlich eine Website (die Zuhörer erhalten keine Quellen), die behaupte dem Präfekten zufolge, daß Maria nicht die Gnaden von Christus empfangen müsse, denn sie gehöre zu einer anderen Ordnung als die Ordnung der Gnade. Marie stehe über allem, sage die Website, auch Christus.
Diese Art, eine Argumentation zu belegen ist sehr anekdotisch. Wir stehen hier in der päpstlich angeordneten Verkündigung einer neuen Mariologie! Und die erzählte Anekdote wird als Begründung dafür erzählt. Als einziger konkreter Beleg.
- Und zu dem gegebenen Internet-Beispiel: Da kann man nur sagen: Ja und? Wo ist das Problem?! Das ist auf Grund des geltenden Lehramtes klar und deutlich eine Häresie, die das Dikasterium zu untersagen hat. Das ist einfach eine klare Irrlehre und das Dikasterium hat die Aufgabe, gegen Irrlehren vorzugehen. Dafür muß man die bestehenden Aussagen des Lehramts zur Mariologie ernst nehmen und einschreiten.
Deshalb muß man kein neues Lehramt verfassen. Man muß das bestehende Lehramt kennen und es anwenden wollen.

III. Die 3. Gruppe: Diejenigen, die die Mutter Gottes auf der Basis des Lehramts der Kirche verehren, des Magisteriums ordinarium
Im vorherigen Artikel habe ich beschrieben wie die Aussagen des Lehramts die besondere Stellung der Mutter Gottes beschreiben. Die Königin des Himmels, die Miterlöserin, die Mittlerin, die Mittlerin aller Gnaden, die Helferin der Bedrückten, das Heil der Kranken, die Königin der Engel – sie ist im Lehramt der Kirche fest bestätigt.
Diese dritte Gruppe löscht Fernandez in seiner Papst Franziskus-Mariologie vollkommen aus. Dieses Lehramt, diese Marienverehrer werden nicht erwähnt.
Fernadez/Franzikus haben eben ein klares Ziel: die Königin des Himmels soll gestürzt werden. Und Papst Leo XIV. hat dieses marilogische Erbe angenommen und mit seiner Approbation zu seinem gemacht.
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es ist vor 11 Jahren vorausgesagt worden! BdW 1279

John IHS

Die Verehrung als Mutter Jesu und außergewöhnliche und fromme und reine Frau gibt es auch in der evangelischen Kirche und sogar im Islam. Man will dann in Zukunft nur die Gemeinsamkeiten betonen. Diese halben Wahrheiten sind aber , wie so oft, irreführend.

Carlus teilt das

Unter Leo XIV. wird manifestiert, was unter Bergoglio eingeführt wurde. Bergoglio war und ist ein Weisenkind gegenüber Leo XIV.

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