Pandemie-Spiel weltweit: Gamechanger 2009
Die WHO hat die Definition, was eine Pandemie ist, 2009 geändert
Im April 2009 hat die WHO die Definition der Pandemie abgeschwächt und die Passage, in der eine „beträchtliche Zahl von Toten“ vorausgesetzt wird, weggelassen.
Schweinisch
Auf der Basis dieser „aktualisierten Pandemiekriterien“ erklärte die Organisation am 11. Juni 2009 die Schweinegrippe zur Pandemie (Stufe 6), also rund sieben Wochen nach Bekanntwerden der ersten Infektion. Zu diesem Zeitpunkt war, wie die damalige Generaldirektorin der WHO, Margaret CHAN, herausstellte, die Zahl der Toten weltweit gering.
Die Organisation hatte zudem auch „keine plötzliche oder dramatische Zunahme von Zahl und Schwere der Infektionen gesehen oder erwartet“. Auch von einer „länderübergreifenden Großschadenslage“ ... konnte keine Rede sein. Die Einstufung der Schweinegrippe als Pandemie – gleichbedeutend mit dem Startschuss für die Produktion von Impfstoffen ... wäre somit ohne Neudefinition nicht möglich gewesen.
Generelle Interessenskonflikte
Die Generaldirektorin der WHO betonte aber, dass die „Vorwürfe, die WHO habe die Pandemiedefinition geändert, um sie (zum Vorteil der Industrie) mit einem weniger schweren Ereignis in Einklang zu bringen, nicht auf Fakten beruhen“. Der aktuelle Pandemieplan sei bereits im Februar 2009 nach zweijähriger Beratung fertig gestellt worden, als das neue H1N1-Virus noch nicht in Sicht war.
Dies steht wohl außer Zweifel. Dass jedoch die Schwelle für die Ausrufung einer Pandemie und damit für frühzeitige milliardenteure Medikamenteneinkäufe gesenkt wurde, lässt sich als Folge einer Pandemieplanung mit Experten interpretieren, die entsprechende Interessenkonflikte haben.