Morgen erscheint Bischof Schneiders neues Buch: Ein Glaubensbekenntnis angesichts des Glaubensabfalls
Am 19. September 2023 veröffentlicht der katholische Verlag Sophia Institute Press aus Manchester, New Hampshire, USA, das Buch „CREDO, Kompendium des katholischen Glaubens“ (im Folgenden: Kompendium) von Bischof Athanasius Schneider, Weihbischof der Erzdiözese der Hl. Maria in Astana, Kasachstan.
Dieses Kompendium wurde für die Kleinen und Einfachen geschrieben, in einer Sprache, die auch für Menschen zugänglich und verständlich ist, die sich mit theologischen Fragen nicht auskennen, und ist gleichzeitig genau und der Lehre der Kirche treu. Es enthüllt die Wahrheit des Glaubens und der katholischen Tradition angesichts der Komplexität des gegenwärtigen Augenblicks, in dem wir leben.
Die vollständige Weitergabe des von der Kirche empfangenen Glaubens, der Moral und der Heiligen Liturgie ist eine Pflicht und Verantwortung jedes katholischen Bischofs, wie es auch Bischof Schneider tut, und zwar kraft der Bischofsweihe. Sowohl der Papst, der Stellvertreter Christi als auch die Bischöfe sind weder Eigentümer des Depositum fidei noch der Heiligen Liturgie, noch können sie nach eigenem Ermessen darüber verfügen, noch haben sie die Macht, neue Ausdrucksformen der katholischen Lehre vorzuschlagen, außer im gleichen Sinne und in dergleichen Bedeutung. In dieser Hinsicht ist der Kommentar des Heiligen Vinzenz von Lerins im Commonitorium 8 sehr inspirierend:
„Die Autorität des Apostels zeigte sich dann mit größter Strenge: „Selbst wenn wir selbst oder ein Engel vom Himmel euch ein anderes Evangelium verkünden würden als das, was wir euch verkündet haben, er sei mit dem Fluch belegt“ (Gal. 1, 8). Und warum sagt der heilige Paulus „obwohl wir selbst“ und nicht „obwohl ich selbst“? Denn es bedeutet, dass, selbst wenn Petrus, Andreas, Johannes oder das gesamte Apostelkollegium ein anderes Evangelium verkünden würden als das, das wir euch verkündet haben, soll er mit dem Bann belegt werden. Enorme Strenge, mit der er, um die Treue zum ursprünglichen Glauben zu bekräftigen, weder sich selbst noch die anderen Apostel ausschließt.“
Nie zuvor standen dem katholischen Volk so viele Texte des Lehramtes zur Verfügung wie heute. Und noch nie ist der Glaube so sehr verloren gegangen wie heute. Dies stellt einen scheinbaren Widerspruch dar. Im Westen gab es in der Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil einen spektakulären Rückgang der Teilnahme an der Heiligen Messe, der Taufen, der katholischen Eheschließungen, der Erstkommunionen, der Firmungen, der Berufungen zum Priestertum und des geweihten Lebens; der Verlust der Bischöfe als moralische Autorität in jedem dieser Länder, die enorme Zahl derjenigen, die das Priesteramt niederlegten oder auch die Ordensgelübde aufgaben, all dies geschah aus ernst zu nehmenden Gründen. Einige führen eine solch dramatische Situation auf das Zweite Vatikanische Konzil zurück, andere auf den sogenannten „Geist des Konzils“, andere auf die aktuelle Weltlage, wieder andere auf eine Verbindung all dieser Faktoren, aber die wahren Tatsachen sind offenbar. Sie in all ihrer Breite, Tiefe und Dramatik zu erkennen, sowohl innerhalb der Kirche als auch im chaotischen Zustand der gegenwärtigen Welt (beide sind miteinander verknüpft), bildet den Ausgangspunkt für die Suche nach einem übernatürlichen und natürlichen Weg aus der gegenwärtigen Krise, die wir erleiden (manchen zufolge die größte in der Geschichte der Kirche).
Andererseits kann niemand leugnen, dass angesichts der gravierenden Spaltung des Christentums aufgrund des Wirkens und Unglücks Martin Luthers in seinen vielfältigen religiösen, politischen, sozialen und kulturellen Aspekten, das Konzil von Trient und die „Gegenreformationsbewegung“ im Gegensatz zum Zweiten Vatikanischen Konzil die Kraft hatte, dieser Häresie entgegenzutreten, den gesamten katholischen Glauben innerhalb der Kirche zu schützen und viele Länder mit katholischen Wurzeln zurückzuerobern.
Das Kompendium von Bischof Schneider, das den Glauben, die Moral und die katholische Liturgie klar darlegt, befasst sich mit zahlreichen und komplexen aktuellen Themen, bezüglich derer große Verwirrung herrscht. Er nähert sich ihnen ohne Angst vor irgendjemandem außer vor Gott – dem wir alle Rechenschaft ablegen müssen –, ohne die mentalen und verhaltensbedingten Konditionierungen, die ihm der Kompromiss mit der bürgerlichen und kirchlichen Welt auferlegt – was in vielen Fällen in lähmender Stille endet. –. Heute haben wir das wertvolle Zeugnis, das der Bischof von Tyler (Texas), Bischof Joseph Strickland, zugunsten der Wahrheit ablegt, und den wir alle mit Gebet begleiten sollten.
So geht das Kompendium mit mehr als 400 Seiten und 607 Zitaten aus kirchlichen Dokumenten unter anderem auf folgende Themen ein: Transhumanismus, Charismatische Bewegung, die Bedeutung der Verfolgung der alten traditionellen Messe und das Problem des „Gehorsams“, die diese Verfolgung erzeugt, der Kult von Mutter Erde, asiatische Meditationsmethoden, das Frauenpriestertum oder Frauendiakonat, die Nutzung sozialer Netzwerke, Wissenschaft und Evolution, der gerechte Krieg, die Todesstrafe, Gender-Ideologie, Keuschheit, Impfstoffe und Gesundheitsvorschriften, Weltreligionen, wahres Gebet, gläubige Kindererziehung und Schulbildung, das komplexe Thema der Religions- und Meinungsfreiheit, Skandale in der Kirche, Unfehlbarkeit, die Grade des Lehramts und der Irrtum, Pornografie und Sexualerziehung, Sonntagsarbeit und wie man Gott verehren sollte, Kommunismus und Freimaurerei, Globalismus, die charismatische Bewegung, der Konsum von Marihuana und Drogen, der Sinn einer authentischen Erneuerung des Kirche und vieles mehr.
War ein weiteres Glaubensbekenntnis oder Kompendium des katholischen Glaubens notwendig, da es vor nicht langer Zeit sowohl den Katechismus der Katholischen Kirche als auch das entsprechende Kompendium gab? In den Texten des Lehramts nach dem letzten 21. Ökumenischen Konzil, dem Zweiten Vatikanischen Konzil, beziehen sich die Zitate und Verweise überwiegend auf das Zweite Vatikanische Konzil selbst – das mit dem suggestiven Ausdruck „Das Konzil“ bezeichnet wird (als Hinweis auf einen Wendepunkt im Leben der Kirche) –, sowie selbstreferenzielle Zitate aus päpstlichen Dokumenten beginnend mit Johannes XXIII. Wenn wir andererseits das Kompendium von Bischof Schneider lesen, sehen wir zum ersten Mal seit 60 Jahren eine Darstellung des Glaubens, der Moral und der katholischen Liturgie, die zahlreiche Zitate aus dem sehr reichen Lehramt vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil, sowie auch aus dem neueren Lehramt enthält. Wir sehen hier gute Zitate aus dem Zweiten Vatikanischen Konzil, zum Beispiel aus Sacrosanctum Concilium und gleichzeitig aus Mediator Dei von Pius XII., aus Quanta Cura von Pius IX., Libertas Praestantissimus von Leo XIII. und so weiter. Die Gründung der Kirche erfolgte nicht im Jahr 1962: Das ist sehr bemerkens- und hervorhebenswert.
Das Kompendium von Bischof Schneider befasst sich indirekt auch mit der oben diskutierten Frage nach den Ursachen der aktuellen Krise, indem es die Unklarheiten aufdeckt, die im Zweiten Vatikanischen Konzil selbst und in späteren Dokumenten, einschließlich des Katechismus der Katholischen Kirche, bestehen, und außerdem die Beiträge des aktuellen Lehramts zitiert, wenn sie im Einklang mit dem Glauben und der Tradition der Kirche stehen. Diese Unklarheiten sind überraschend, weil wir bei der häufigen Lektüre dieser Dokumente oft Aussagen übersehen, die bei genauerer Betrachtung und in ihrer wahren Bedeutung entweder nicht mit der Lehre der Kirche vereinbar sind oder sie fast unmerklich verwässern. In diesem Beitrag gehe ich nicht näher auf dieses heikle Thema ein, hoffe aber später, mit Gottes Gnade, es klarzustellen.
Ich danke Bischof Schneider für die hervorragende Arbeit und ermutige die Leser, das Kompendium zu erwerben, das jetzt im Sophia Institute Press Publishing House oder bei Amazon in englischer Sprache erhältlich ist. Wir hoffen, dass wir es bald in unserer spanischen Sprache haben werden. Beten wir, dass die Reinheit ihrer Lehre, ihrer Moral und ihrer Liturgie bald wieder in der Kirche erstrahlt, damit wir ohne Zweifel den Weizen vom Unkraut unterscheiden können, zur größeren Ehre Gottes und zum Heil der Seelen.
Ich beende diese Zeilen mit einem Zitat aus dem Vorwort des Verfassers des Kompendiums:
“Möge die selige Jungfrau Maria, die Mutter Gottes und unsere zärtliche Mutter, die ehrenwerterweise in der Kirche als Besiegerin aller Häresien und Sitz der Weisheit angerufen wird, uns mit ihrem mütterlichen Mantel beschützen und für uns bitten, auf dass wir würdig werden der Verheißungen ihres göttlichen Sohnes, des fleischgewordenen Wortes, das voller Wahrheit ist, und im Schoß des Vaters seiend, uns alle Wahrheit geoffenbart hat (vgl. Joh 1,14.18)”.