Die Geburt Christi als schleimige, monströs anmutende Kreatur
gerichtet an:
– die Verantwortlichen der Christmette in Stuttgart (St. Maria)
– die Diözese Rottenburg-Stuttgart
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Darstellung der Geburt Christi im Rahmen der Christmette in Stuttgart überschreitet eine Grenze, die nicht relativiert, beschönigt oder mit dem Hinweis auf „künstlerische Freiheit“ verteidigt werden kann. Was hier gezeigt wurde, war keine Auslegung, keine Aktualisierung und kein geistlicher Impuls, sondern eine groteske und blasphemische Entstellung eines der zentralsten Mysterien des christlichen Glaubens.
Die Geburt Christi als schleimige, monströs anmutende Kreatur zu inszenieren, bedeutet nicht Irritation im Dienst der Erkenntnis, sondern eine bewußte Verkehrung der christlichen Bild- und Symbolsprache ins Abstoßende. Eine solche Darstellung steht nicht im Spannungsfeld theologischer Deutung, sondern außerhalb dessen, was innerhalb eines Gottesdienstes überhaupt verantwortbar ist.
Daß dies ausgerechnet in einem öffentlich übertragenen Weihnachtsgottesdienst geschah, verleiht dem Vorgang eine zusätzliche Schwere. Die Christmette ist kein Experimentierraum für Grenzüberschreitungen, sondern der wohl sensibelste liturgische Moment des Kirchen-jahres. Wer hier bewußt schockiert, nimmt nicht nur den Verlust geistlicher Sammlung in Kauf, sondern beschädigt das Vertrauen in die Kirche als Hüterin ihrer eigenen Inhalte.
Der Eindruck ist unausweichlich, daß hier nicht mehr aus Glauben heraus gehandelt wurde, sondern aus dem Wunsch nach Provokation, Aufmerksamkeit und Anpassung an zeitgeistige Erwartungshaltungen. Eine Kirche jedoch, die ihre zentralen Glaubensinhalte nur noch durch ästhetische Verfremdung, Verzerrung und kalkulierte Grenzverletzung zu vermitteln glaubt, stellt sich selbst in Frage.
Dieser offene Brief richtet sich an alle Verantwortlichen dieser Christmette ebenso wie an die zuständigen kirchlichen Stellen und die beteiligten Medien. Es bedarf einer klaren Benennung dessen, was hier geschehen ist, und einer ebenso klaren Abgrenzung. Wo zentrale Glaubensinhalte in dieser Weise entstellt werden, kann nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden.
Eine öffentliche Stellungnahme halte ich nicht nur für angemessen, sondern für zwingend erforderlich.
Thomas Richard Deutscher
Schwandorf, Dezember 2025