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Monsignore Bonivento: Nein, Scicluna, der Zölibat war nie "fakultativ"

Monsignore Cesare Bonivento P.I.M.E., 83 - der ehemalige Bischof von Vanimo, Neuguinea, ein Historiker, der über den klerikalen Zölibat publiziert hat - hat den Erzbischof von Malta, Charles Scicluna, auf AldoMariaValli.it (8. Februar) gebeten, seine historische Lüge zu korrigieren, dass der Zölibat "während des ersten Jahrtausends der Existenz der Kirche fakultativ war".

- Der Zölibat war in der katholischen Kirche nie fakultativ.

- Die Kirche hat immer erlaubt, dass sowohl verheiratete Männer als auch Zölibatäre geweiht werden, aber sie hat immer von allen Klerikern verlangt, sich nach der Weihe jeglicher sexueller Aktivität zu enthalten.

- Es gibt kein einziges Dokument des katholischen Lehramtes, weder der West- noch der Ostkirche, das die Ehe oder den Gebrauch der Ehe nach dem Empfang der heiligen Weihe erlaubt.

- Diese Disziplin geht auf die Ursprünge des Christentums zurück und leitet ihre Lehre direkt von Christus und den Aposteln ab.

- Die Kodifizierung dieser Disziplin erfolgte auf dem Konzil von Elvira im Jahr 305, dann auf den Konzilien von Arles im Jahr 314, Amcyra im Jahr 314 und Neocesarea im Jahr 315 bis hin zum großen Konzil von Nicäa im Jahr 325, das die Verpflichtung zum Zölibat für alle Kleriker festlegte.

- Der Zölibat wurde von Christus eingeführt, der alle Apostel aufforderte, ihm zu folgen und alles zu verlassen, sogar ihre Familien, was die Apostel auch taten (Matthäus 19,27-29).

- Der Zölibat wurde von Petrus (Mt 19,27-29) und Paulus (1 Kor 7; 1 Tim 5,9-10, Tit 1,89; Hebr 7,23-28) gelehrt.

- Das Lehramt hat den Zölibat aufgrund seiner biblischen und patristischen Grundlagen seit über zwei Jahrtausenden unzählige Male verteidigt, z. B. Siricius I., Innozenz, Gregor der Große, das Konzil von Karthago 390, Can. 2.

- Er wurde der Kirche durch Kanon 3 des Konzils von Nicäa vorgeschrieben und durch Kanon 9 der 24. Sitzung des Konzils von Trient feierlich bestätigt.

- Der Zölibat war der Grund für die anfängliche Spaltung zwischen der Kirche und den Orthodoxen.

- Erst 691 gestattete das Konzil von Trullan II. dem internen Druck der Ostkirchen nachgebend verheirateten Klerikern [aber nicht Bischöfen] den Gebrauch der Ehe, wenn sie nicht am Altar dienen, trotz des starken Widerstands von Papst Sergius I.

- Monsignore Bonivento fragt: "Welche Rolle spielt Monsignore Scicluna als Untersekretär des Dikasteriums für die Glaubenslehre? Ist es nicht seine Pflicht, alle Bischöfe der katholischen Kirche daran zu erinnern, dass die zweihundertjährige Disziplin des kirchlichen Zölibats auf der Person Jesu Christi selbst beruht?"

- Die Äußerungen Sciclunas zeugen nicht von Klarheit und Mut, sondern nur von großer Unvorsichtigkeit.

AI-Übersetzung

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Franz Xaver

Zunächst einmal ein herzliches Dankeschön für den Link, den der User Oenipontanus in der Thematik eingestellt hat; mir dienten die dortigen Ausführungen einer Auffrischung eines schon bekannten Disputes in einer nicht unbedeutenden Angelegenheit.
Trotz aller Auffassungen im Wechselspiel obligatorischer und fakultativer klerikaler Ehelosigkeit (klerikale Monogamie) bevorzuge ich, wie wohl kirchenrechtlich gebildet, in der Frage, ob der Zölibat an das Weihesakrament gebunden ist – auch unter Bedachtnahme auf Darlegungen zur Priesterweihe von Ratzinger, Scheffczyk, Balthasar, Galot u.a.: Im Namen des Herrn, Theologie des geweihten Priesters, Turin 1992 - einen spirituellen Zugang, wie das auch aus einem Beitrag eines Priesters des Opus Dei – man lese und staune, ja es gibt Priester des Opus Dei, denen ich noch vertraue und deren Erfahrungen und Frömmigkeit mir edel und gut sind - zum Ausdruck gebracht wird.
Für mich – so wie für ihn, dessen Gedanken ich hier, seine Zustimmung vorausgesetzt, mit einbeziehe – stellen sich daher die Fragen: Was ist denn die Haupttätigkeit eines katholischen Priesters? Besteht er nicht in der Feier der Heiligen Messe, der Quelle und Höhepunkt der Evangelisierung für jeden Gläubigen? Ist der Priester nicht innerlich und äußerlich mit Christus verbunden, den er darstellt? Erkennt die Kirche nicht im Priester die zwei Seinsweisen, die Christus ausmachen, und opfert sich Christus nicht am Kreuz für seine Braut, die Kirche?
Der Priester ist nunmal Diener des Bräutigams Christus, der sich am Kreuz, auf dem Altar seiner Vermählung mit der Kirche, hingibt. Dann aber wird der Priester selbst durch seine besondere Identifikation mit dem Erlöser dazu berufen, dieses Opfer mitzuvollziehen; und genau das geschieht unter anderem durch den – obwohl trotz der Weihevoraussetzung der Verpflichtung zur Ehelosigkeit dennoch fakultativ (insofern, als ja niemand - abgesehen von mir bekannten Fällen im Opus Dei, wo Leiter bestimmen, wer von den Numerariern zum Priester geweiht werden soll - zu einer Priesterweihe gezwungen wird) zu sehenden Zölibat. Die päpstlichen Dokumente Sacerdotalis coelibatus (1967) und Pastores dabo vobis (1992) fassen diese Gedanken im Wesentlichen zusammen. Papst Benedikt XVI. stellt in Sacramentum caritatis (2007) zudem den eucharistischen Bezug noch besonders heraus.
Der Gedanke der bräutlichen Liebe Gottes zu seinem Volk findet sich bereits sehr ausgeprägt im Alten Testament. Der Bund, den Gott immer wieder mit seinem Volk schließt, ist nicht eine bloß juristische Vereinbarung, sondern der auf bedingungsloser Treue gründende Ehebund eines grenzenlos Verliebten. Gott selber hält zwar diese Treue, aber seine „Braut“ fällt offensichtlich immer wieder ab. Wie ergreifend sind die ganz menschlich gefassten Klagen des Betrogenen, der unter den immer wieder neuen Untreuen seiner Braut, des auserwählten Volkes, „leidet“, der sich aber nicht von seiner Liebe abbringen lässt und immer wieder den Bund erneuert!
In seiner Menschwerdung macht sich Jesus, der Sohn Gottes diese grenzenlose Liebe zu eigen, ja er treibt sie, allen zu erwartenden Enttäuschungen zum Trotz, geradezu auf die Spitze. Im Kreuzesopfer, das sich in der Eucharistie geradezu verewigt, wird diese Liebe zur vollkommenen Hingabe, sozusagen zur Selbstaufgabe Gottes. Ein französischer zeitgenössischer Theologe, Marc-Francois Lacan, formuliert das so: „Im Geheimnis des Kreuzes, der Torheit Gottes, enthüllt sich die Liebe des Herrn zu seiner treulosen Braut. Er, Christus, ist der Bräutigam, und zwar der gekreuzigte Christus.“ Wie die alten Bundesschlüsse wird dieser Neue Bund im Blut geschlossen, aber nicht mehr im Blut „von Böcken und Stieren“, sondern im kostbaren Blut des Gottmenschen selbst. Hier also verbinden sich die beiden Aspekte zu einer untrennbaren Einheit: der bräutliche und der eucharistische. Auch die anderen Sakramente entstehen aus dieser Opferliebe und teilen sie mit.
In der Geschichte der Theologie lässt sich eine deutliche Entwicklung von den frühen Kirchenvätern mit ihren mehr moralischen Begriffen hin zur sakramentalen Sicht der Spätpatristik und des Mittelalters zu erkennen.
Eine „moralische“ Betrachtungsweise findet sich dort, wo die Freiheit des Subjekts das bräutliche Handeln hervorbringt. Ebendort werden die tieferen Dimensionen der Liebe in der Betrachtung des Gekreuzigten gesehen, den man nachahmen will. Mit dem Begriff „sakramental“ verbindet sich dagegen nicht eine äußere Nachahmung. Vielmehr kommt darin zum Ausdruck, dass das Leben Christi des Bräutigams sich im einzelnen Christen wie auch in der Kirche als Ganzes realisiert, und zwar durch die Sakramente. Der Priester ist derjenige, der durch seine gottgeschenkte Berufung und damit in der Spendung der Sakramente, diese Identifikation mit Christus zum Inhalt seines eigenen Lebens macht. Im Laufe ihrer Geschichte gelangt die Kirche von der „moralischen“ zur „sakramentalen“ Sicht, doch im Grunde gehören beide zusammen.
Der Priester stellt in der Heiligen Messe nicht nur Christus dar, er ist dann in persona Christus. Und Christus ist ohne jeden Zweifel Mann, und er lebte zölibatär.
Sehen wir den Gedanken noch aus einem anderen Blickwinkel: Der Priester ist ein Zeichen, dessen übernatürliche Wirksamkeit der Priesterweihe entstammt. Zugleich muss er ein Zeichen sein, das die Gläubigen leicht erkennen können. Die Sakramente sind Zeichen durch „natürlich ablesbare Symbole“.
Wofür ist die Priesterweihe nun ein Zeichen? Hier gebraucht die Kongregation für die Glaubenslehre den Ausdruck nuptialitas – geistliche Brautschaft (vgl. Inter insigniores vom 15.10.1976). Die Priesterweihe bedeutet das von Gott angebotene Heil im Rahmen einer bräutlichen Heilsökonomie, deren ganze Logik sich aus der Hingabe des Herrn am Kreuz ergibt, die wiederum in der Eucharistiefeier „repräsentiert“ wird. Wenn Christus sich als der Bräutigam des als Braut gesehenen Volkes erweist, ist es mehr als angebracht, dass sein Repräsentant ein erkennbares Zeichen des Bräutigams ist, also ein Mann sein muss, der nicht an eine andere „Braut“ gebunden ist – ganz besonders in dem herausragenden bräutlichen Akt, der die Messe aufgrund des österlichen Mysteriums ist.
Das Zweite Vatikanischen Konzil sagt dazu, dass der Priester in seiner Einswerdung mit Christus durch die consecratio und mit ihr die nuptialitas sowie – im Hinblick auf den Dienst an den Seelen – die missio gekennzeichnet ist. Dazu schreib ein Priester des Opus Dei, Alvaro del Portillo, dass „diese Einheit (der beiden Elemente) und ihre gegenseitige Abhängigkeit die eigentliche Leitidee für die Abfassung des Dekrets „Presbyterorum ordinis" waren (vgl. Del Portillo, Schriften über das Priestertum). Portillo bezeugt das aus eigenem Erleben, denn der spätere Bischof und Prälat des Opus Dei war während des Konzils Sekretär der Kommission zur Redaktion dieses Konziltextes über die Priester.
Die zeitgenössische Theologie sieht im geweihten Priester nicht nur eine repraesentatio Christi in Bezug auf die Person des Priesters selbst, sondern erkennt in ihm immer auch eine öffentliche Person. Sein Handeln in persona Christi ist ihm nicht nur um seiner eigenen Person willen gegeben, sondern auch und vor allem im Hinblick auf die Kirche: Er muss Christus vor den Augen der Menschen sichtbar werden lassen.
Ich halte es aus dieser Sichtweise daher für völlig entbehrlich, ja unzulässig, den priesterlichen Zölibat um des Himmelreiches willen abzuschaffen.

Vates

Ein Sonderlob für Msgr. Bonivento für seine Feststellung, daß die zweitausendjährige Disziplin des kirchlichen Zölibats auf der Person Jesu Christi selbst beruht!
Aber der verlogene Modernist Scicluna von Malta wird natürlich seine historische Lüge darüber nicht widerrufen, oder?

kyriake teilt das
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Gast6

Petrus: "Wir haben alles außer die Ehefrau verlassen."