DrMartinBachmaier

!!! Hier zum Lied mit schöner Stimme und schönem Bild !!!
!!! Hier zum Lied-Video mit Sänger !!!
Der Vergleich mit dem Luther-Spruch

Im Denken der heiligen Thérèsevon Lisieux (Fest nach dem 1962er Kalender: 3. Oktober) sind die Sünden der ganzen Welt nur ein Wassertropfen in einer Feuersglut, also so viel wie ein Nichts. Das ist eine Verharmlosung der Sünden, die offenbar auch keiner Reue bedürfen. Eine Abscheu vor der Sünde wird da nicht gelehrt, es reicht dagegen das grenzenloses Vertrauen auf Gott.
Luther folgert hier konsequent: "Sündige tapfer, aber glaube noch tapferer!" Naja, warum nicht, wenn die Sünde offenbar nichts ausmacht! Dennoch klingt Luthers Forderng abstoßend, während die heilige Thérèse das Sündigen nur in ein Hätte-wäre-wenn packt, sodass das grenzenlose Vertrauen auf Gott in den Vordergrund gerückt wird und so den Eindruck von Heiligkeit erweckt. So wird die Verharmlosung der Sünde salonfähig.
Diese Art, das Luthertum zu verbreiten, ist also wesentlich …Mehr

71K
michael7

@DrMartinBachmaier : Es scheint, als ob Sie entweder die hl. Therese von Lisieux oder Martin Luther - oder gar beide? - kaum kennen. Denn sonst könnten und würden Sie solche Vergleiche nicht ziehen.
Denken Sie nur einmal, wie sehr in allen Aussagen Thereses die Liebe (zu Gott und zum Nächsten) im Mittelpunkt steht, während nach Luther auch der "gerechtfertigte" Mensch zur Liebe und zur wahren Gemeinschaft mit Gott gar nicht fähig ist, sondern durch und durch der Sünde und der Bosheit verfallen bleibt!
Therese sagt nirgends, dass die Sünde einfach "egal" sei, wie Sie es unterstellen, oder dass wir wegen der Barmherzigkeit Gottes nicht mehr umkehren oder bereuen bräuchten! Vielmehr opferte Sie sich sogar für die Sünden anderer, damit z.B. ein verurteilter Verbrecher vor seinem Tod noch die Gnade der Umkehr und der Buße finde und ergreife (worauf ihr dann Gott durch das zufällige Auffinden eines Zeitungs-Artikels auch indirekt offenbarte, dass ihr Gebet für diesen Verbrecher erhört worden sei).
Was die hl. Therese verkündet, ist nichts anderes als die christliche Frohbotschaft unserer Erlösung und unserer christlichen Hoffnung, die sich auf Gottes Gnade und nicht auf unsere Leistung stützt!
Wenn man hingegen Ihre Worte, Herr Dr. Bachmaier, hier liest, so klingen diese eher pelagianisch, so als ob wir nicht durch Gottes Barmherzigkeit, sondern durch unsere Leistungen uns selbst erlösen könnten oder sollten?
Mit Recht hat die Kirche Therese von Lisieux heiliggesprochen, während sie hingegen vor einigen Aussagen von Sr. Faustina aus Polen früher deutlich gewarnt hat, z.B. weil dort von einem "Anrecht auf Barmherzigkeit" gesprochen wird, was nicht christlich ist und was es ja auch so nicht geben kann.
Kein Mörder kann z.B. zur Familie des Ermordeten sagen, er habe jetzt ein Anrecht auf Barmherzigkeit! Vielmehr kann - und muss! -er um Barmherzigkeit bitten und darauf hoffen, dass sie ihm wegen seiner Umkehr auch gewährt werde!
Vielleicht übersehen sie bei Therese auch die extremen Peinen ihrer Krankheit (oder kennen sie nicht?), die sie auch manchmal zum äußersten Vertrauen auf Gottes Liebe herausgefordert haben!
Und vielleicht haben Sie auch die oben wiedergegebenen Aussagen des Theologen Andreas Wollbold missverstanden, der ja ausdrücklich sagt, dass es bei Therese keinesfalls um ein bloßes Sich-lieben-lassen oder gar einen "Quietismus" geht, bei dem sich der Mensch der eigenen Bemühung entzieht!

DrMartinBachmaier

Ich habe nicht die heilige Therese mit Luther verglichen, sondern speziell die genannten beiden Sprüche und allgemein, was sie lehrt oder zu lehren scheint, mit dem Luthertum. Im Gespräch mit einem Lutheraner sagte ich diesem mal, was ich am Luthertum schlecht finde, nämlich, dass er behauptet, man könne selbst nicht zu seinem eigenen Heil beitragen. Er erwiderte, warum, das sei doch gut! Deswegen ist aber dieser Lutheraner aber immer noch nicht Luther.
Ich habe Thereses Satz im Titelbild nicht von den verlinkten Liedern kennengelernt, sondern von einem Beichtzettel, den ich selbst erhielt. Und dieser Satz lässt nun mal die Sünde wie eine Lapalie erscheinen. Er steht im krassen Gegensatz zu dem, was der heilige Alons Maria von Liguori lehrt, nämlich, dass das Maß der Sünden auch voll werden kann, man also sich nicht darauf verlassen soll: wenn ich sündige, dann beichte ich halt wieder. Irgendwann ist das Maß überschritten, und dieses erst recht, wenn ich alle Sünden der Welt begangen habe. Aber nein, hier ist es ja nur ein Tropfein in der Liebesglut. So eine Laxheit der Sünde verkündet man einfach nicht!
Wenn ich diesen Satz lese, kann ich durchaus verstehen, dass das, was Wollbold ihr nicht vorwerfen will, halt so rüber kommt, wie es ihr vorgeworfen wird. Von der Gerechtigkeit Gottes sehe ich da nichts, sondern sehe nur die Barmherzigkeit, der Glaube an welche mehr Seelen in die Hölle bringt als der Glaube an Gottes Gerechtigkeit.
Hier in Wikipedia fand ich keinen einzigen Versuch Wollbolds, ihre Anschuldigungen des Quietismus zu widerlegen, sondern nur eine Aussage wie, sie sei uns halt voraus. Voraus in welcher Hinsicht, Richtung Vaticanum II, Richtung "wir sind doch alle Sündern, aber wurscht, Gott ist ja barmherzig!", sowie es heute der kirchliche Tenor ist.

michael7

Ja, Jesus und die Heiligen werden heute leider oft auch missbraucht. Leider. Aber wir uns sollten das, was die Heiligen wirklich gemeint und gesagt haben, bedenken. Sonst kritisieren wir sie für etwas, was gar nicht so gesagt oder gemeint war.

sedisvakanz

Dieser Auspruch Thereses wäre ohne Zusammenhang betrachtet, tatsächlich reinstes Luthertum.
Denn man kann in diesem, ohne Zusammenhang geschriebenen Text von ihr, nicht erkennen, ob sie bei diesen Verbrechen von Verbrechen vor der Bekehrung und Umkehr spricht oder auch von Verbrechen nach der Bekehrung und Umkehr.
Hätte man diese schrecklichsten Verbrechen VOR der Bekehrung und Umkehr, Beichte und Buße begangen aber nicht mehr NACH Bekehrung, Umkehr und Buße, wäre dieser Gedanke katholisch.
Aber wer glaubt, weiter mutwillig weitersündigen zu dürfen, nachdem er/sie zum wahren Glauben gekommen ist, irrt sich gewaltig und ist weit vom katholischen Glauben abgewichen.
So steht es in der Bibel - im Hebräerbrief 10,26 -31:
Denn wenn wir vorsätzlich sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der Wahrheit empfangen haben, gibt es für diese Sünden kein Opfer mehr,
sondern nur die Erwartung des furchtbaren Gerichts und ein wütendes Feuer, das die Gegner verzehren wird.
Wer das Gesetz des Mose verwirft, muss ohne Erbarmen auf die Aussage von zwei oder drei Zeugen hin sterben.
Meint ihr nicht, dass eine noch viel härtere Strafe der verdient, der den Sohn Gottes mit Füßen getreten, das Blut des Bundes, durch das er geheiligt wurde, verachtet und den Geist der Gnade geschmäht hat?
Wir kennen doch den, der gesagt hat: Mein ist die Rache, ich werde vergelten, und ferner: Der Herr wird sein Volk richten.

Es ist furchtbar, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen.
Es gibt also lt. Hl. Schrift keine Gnade Gottes und kein Opfer mehr für die mutwilligen Sünder nach der Bekehrung und kein Kirchenlehrer oder Heiliger der Welt könnte und dürfte dies relativieren oder gar abstreiten! Er/sie wäre nicht mehr katholisch!
Es ist hier nicht die Rede von unabsichtlichem sündigen aus Schwachheit, sondern von mutwilligem sündigen.
Was und wen meinte Therese von Lisseux mit ihrer Behauptung genau?
Diese äusserst erschreckende Schriftstelle, die so gut wie niemand kennt oder kennen will, weil sie durch das verlogene häretische Allbarmherzigkeitsgedusel " der modernistischen Theologen, von teuflischen Privatoffenbarungen wie die von Sr.Faustina und häretischen "Päpsten"eingeschläfert" wurden.
Es wird für sie ein schreckliches Erwachen geben.

DrMartinBachmaier

Speziell beim Spruch der hl. Therese von Lisieux, mit dem das Lied beginnt, entsteht doch der Eindruck, dass wir sundigen dürfen, wie wir grad lustig sind. Das sei doch alles egal. Ich vertraue einfach auf Gott und fertig. Und das ist falsch. Wir müssen uns schon bemühen, die Sünde zu meiden, auch wenn es in der heutigen Zeit besonders schwer ist. Und wenn wir doch sündigen, dürfen wir nicht sagen: ist doch egal", sondern müssen bereuen und beichten.

Peregrinus M.

Ja, natürlich müssen wir bereuen und beichten und ich habe nirgendwo bei den Schriften von Therese von Lisieux gelesen, dass es "egal" sei. Das ist eine moderne Interpretation. Ein Glück verstehen die Modernen auch kaum Latein, sonst würden sie auch die "felix culpa" in die gleiche leichtfertige Haltung umdeuten. Es steht außer Frage, dass wir alles tun müssen, um die Sünde zu meiden. Aber da wir nunmal schon alle irgendwann mal was gesündigt haben, dürfen wir uns glücklich schätzen, dass wir einen Retter haben, der aus der Sünde - aber erst nach einer gültigen Beichte und echten Reue und dem Vorsatz, es nicht mehr zu tun! - einen Segen erwachsen lässt. Wer im Umkehrschluss meint, grad weiter sündigen zu können, hat nichts verstanden.

Peregrinus M.

Nun, natürlich kann man alles missbrauchen und so deuten, wie es einem passt. Auch Esoteriker nehmen gerne Meister Eckhart in den Mund, wenn sie eine Nabelschau rechtfertigen wollen, weil sie es nicht vor dem Hintergrund des katholischen Glaubens lesen. Und so glaube ich, geht es bei der Hervorhebung der Barmherzigkeit nicht um die Verharmlosung der Sünde (wie es Leute tun, die die Lehre nicht kennen oder ihrem Wunschdenken nachgeben), sondern um die Rettung der Sünder, die nicht verzweifeln sollen bei dem Abgrund, der sich vor ihnen auftut, wenn sie denn aufwachen. Und es ist kein Zufall, dass diese Thematik in unserer Zeit auftaucht. Denn wenn man wachen Auges das Treiben um einen herum anschaut, könnte man ja schon verzweifeln. Na und bei sich selbst erst! Wer kann denn bei dem Chaos heute noch "sauber" katholisch durchs Leben gehen? Die Kompromisse in der Familie, am Arbeitsplatz, ja auch in der Gemeinde...