Ischa

Beinahe richtig - Oder: man trägt wieder Schwarz Weiss

Mein Mathelehrer mochte mich, obwohl ich spätestens seit Integral- Und Differentialrechnung nichts mehr begriff. Ich hatte Glück, denn Lehrer bewerten doch - egal, was geschrieben wird - nach Sympathie und Antipathie. Wenn es um Funktionen ging und ich eine Ableitung an der Tafel durchführen musste, sagte er oft: Beinahe richtig. Seltsam. Eigentlich kann es in der Mathematik doch nur richtig oder falsch geben. Andererseits kann sich wohl auch eine Kurve der Null unendlich annähern, ohne sie jemals zu erreichen. Das "beinahe richtig" bezog sich wohl auf Teile des Rechenweges, auf dem ich aber irgendwann falsch abbog und das korrekte Resultat verfehlte. Aber wenigstens hatte ich mich ihm angenähert.
Wir im Forum wollen uns Gott immer mehr annähern - und können ihn auch niemals erreichen, wie diese seltsamen Kurven den Nullpunkt. Denn er ist die absolute Wahrheit und wir als sehr begrenzte Wesen dümpeln in der Annäherung an ihn irgendwo auf dieser Kurve herum.
Aber manche denken, sie sitzen schon in der Quelle drin. Weiss. Alles Licht. Wer anders denkt: Schwarz, Finsternis. Nein, hier gibt es keine Grauschattierungen. Hier die Guten, da die Bösen. In diesem Sommer trägt man wieder Schwarz-Weiss. In der Mode soll sich auch die politische Stimmung der Gesellschaft widerspiegeln.
Seltsam nur, dass es allein in diesem Forum, das sich so sehr um Gott und seine Wahrheit bemüht, so viele verschiedene Meinungen zu ein und demselben "Objekt" gibt. Nehmen wir den Papst, den, der derzeit offiziell Papst ist. Die Sedisvakanten gehen davon aus, dass der Papstthron schon lange unbesetzt ist. Wie lange - ist verschieden angesetzt. Dann gibt es die, die den zurückgetretenen Papst Benedikt als rechtmässiges Oberhaupt ansehen, was für die Sedis gar nicht in Frage kommt. Wiederum gibt es auch einige, die Franziskus als rechtmässig gewählt und also an der Spitze der Hierarchie stehend sehen, eventuell aber häretische Thesen vertretend.
Na was denn nun? Alles "beinahe richtig"? Keiner lässt sich von seiner Position abbringen. Ist wohl auch Glaubenssache. Wie bei mir die Mathematik, wo ich glauben musste, dass sich die Kurve unendlich annähern kann.
So auch die Diskussion über Mund- und Handkommunion, über Feuer- oder Erdbestattung, über den Sinn von Neuoffenbarungen angesichts der Heiligen Schrift usw. usf.
Alle, die auf der anderen Seite stehen: brennen sollen sie auf ewig in der Hölle, das ist notwendig, denn der gerechte Gott würde sich sonst selbst untreu werden, er ist der absolut Gerechte, Gute, Wahre und Schöne!
Nur gut, dass einige ihn so genau kennen! Oder eben auch nicht!
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Salzburger

GOMEZ DAVILA: "Der Relativist vergisst, seinen Relativismus relativ zu setzen."

Salzburger

Als Skeptiker wusste auch GOMEZ DAVILA, dass uns das Ding an sich - sowohl der DEUS absconditus als auch die Frau Welt - unzugänglich sind; verwehrte sich aber gegen den PschoLogismus der Engländer, denn die Werte sind ein objektives WiderFahrnis in unserem BeWusstSein, keine Schöpfung unsrer selbst.

Waagerl

Vom Sinn des Lebens
Manfred Balkenohl: Vom Sinn des Lebens Orientierungen in unruhiger Zeit Der österreichische Pfarrer Michael Dobler schrieb uns: 'Eben habe ich das Buch von Manfred Balkenohl durchstudiert. Ich finde es für unsere Zeit epochal notwendig. Ich beschäftige mich als Priester ganz besonders mit der Familienpastoral. Alle negativen Erscheinungen unserer Zeit (Ehezerfall, Jugendkriminalität, Süchte aller Art) haben ihre Wurzeln im Zerfall der Familie. Das zeigt der Verfasser in wahrhaft grandioser Weise. Hier muß die Neuevangelisierung, von der immer wieder gesprochen wird, beginnen. Die Gnade baut auf der Natur auf.'
www.fe-medien.de/Vom-Sinn-des-Lebens

Don Reto Nay

Das alte Motto würde vielen guttun: Numquam nega, raro adfirma, semper distingue.

Ischa

🥰🥰🥰 Für alle: Niemals leugnen, selten sicher sein, immer unterscheiden (zweifeln)!

Don Reto Nay

Vielleicht so: "Lehne nie ab, stimme selten zu, treffe immer Unterscheidungen."