Warum wir uns Jesus als Europäer vorstellen – und das ändern sollten
Über Umwege zum weißen Jesus In vielen Köpfen hat Jesus weiße Haut – aber warum eigentlich, wenn er doch aus dem Nahen Osten stammte? Ein Blick in die Geschichte zeigt Jesusbilder mit unterschiedlichen Funktionen und wenig Sinn für die Realität - und manchmal sogar einem gefährlichen Machtanspruch. Von Christoph Paul Hartmann | Bonn - 06.04.2021 Wie darf oder soll man sich Jesus vorstellen? Die meisten Menschen weltweit haben da ein klares Bild vor Augen: hoch gewachsen, hager, lange, dunkelblonde bis hellbrünette Haare, blaue Augen, weiße Haut. Es ist also ein Europäer – präziser, ein Mitteleuropäer – der in den Köpfen der meisten Menschen unabhängig von ihrem Wohnort oder ihrer religiösen Ausrichtung vorherrscht. Und dass bei einem Mann aus dem Nahen Osten? Im Zuge der "Black Lives Matter"-Bewegung und der wachsenden Sensibilisierung für das immer noch weit verbreitete und die Gesellschaft beeinflussende koloniale Erbe ist auch die Diskussion um die Darstellung von Jesus entfacht. …