„Diese Seelen gleichen den Blumen der Felder und Wiesen…“. Von Thérèse von Lisieux
Hl. Thérèse von Lisieux
… Dann öffnete ich die Hl. Schrift, und mein Blick fiel auf folgende Worte: „Jesus stieg auf einen Berg, und er berief zu sich, die er wollte.“ (Mark. 3, 13.) Diese Worte waren das Geheimnis meines Berufes, meines ganzen Lebens und der Schlüssel zu allen Gnadenerweisungen, die Jesus über meine Seele ausgoß. Er beruft nicht die, welche würdig sind, sondern diejenigen, welche er berufen will. So schreibt auch der heilige Paulus: „Ich erbarme mich, wessen ich mich erbarmen will, und ich erzeige Barmherzigkeit, wem ich Barmherzigkeit erzeigen will; also liegt es nicht an dem Wollen und Laufen des Einzelnen, sondern an Gottes Erbarmen.“ (Röm. 9, 16.)
Lange habe ich mich gefragt, warum Gott einzelne bevorzuge, warum er nicht allen Seelen das gleiche Maß von Gnaden erteile. Ich war überrascht, daß er selbst großen Sündern außergewöhnliche Gunstbeweise zuteil werden ließ, wie einem heiligen Paulus und Augustinus, einer Maria Magdalena, die er, man möchte sagen, …