Besser ohne Schott in der Messe.
Aus der lockeren Fragerunde am Samstag abend beim Gloria.tv-Pfingstseminar in Hohenfurth.
"Besser ohne Schott in der Messe" ist missverständlich formuliert.
Richtig müsste es heißen:
Es kommt beim Gebet und in der Liturgie nicht auf die äußerliche "Aktivität" (des Lesens, Singens, der Bewegung usw.) an, sondern auf die innere Aktivität der Anteilnahme und des Sich-Öffnens für Gott, d.h. kurz gesagt: Auf unsere Liebe!
Alles andere, das Mitbeten im Schott, der Gesang, die Haltung usw. sind nur Hilfsmittel zu dieser wahrhaft aktiven Teilnahme an der Liturgie.
Kann ich im Schott dem Priester kaum folgen und hindert mich die Bemühung um das Mitbeten im Schott hier, dann kann es besser sein, mich auch anders, nämlich durch innerliches Gebet und Betrachtung "aktiv" an der Liturgie zu beteiligen.
Das heißt nicht, sich nicht mehr um das Verständnis dessen zu bemühen, was sich der Liturgie vollzieht (wir haben als Christen den Heilige Geist der Weisheit, des Verstandes usw. doch nicht vergeblich erhalten), oder die Liturgie nur noch passiv zu "konsumieren" wie ein weltliches Konzert (doch selbst da brauche ich noch eine gewisse Aktivität), ohne die innere und liebende Vereinigung mit Christus im hl. Opfer!
Eine solche rein passive, teilnahmslose Haltung wäre keine Antwort auf unsere Berufung als Glieder Jesu Christi.
Was wohl im Vortrag gemeint war: Die Modernisten verstehen unter "aktiver Teilnahme" meist nur das äußerliche Tun (Singen, Beten, Lesen...), verhindern aber dadurch oft die innere Anteilnahme, um die es in der Liturgie eigentlich geht.
Der Schott ist eigentlich nicht zur "Informationsübertragung" gedacht, sondern wesentlich dazu, die innerliche Anteilnahme zu ermöglichen!
Sehr wichtig wäre in diesem ZusammenHange auch eine Abkanzelung des Kirchenliedes, mit welchem der Protestantismus seinerZeit siegte!
Schott, Lieder (Transeamus usque ad Bethlehem usw.) sind dann falsch, wenn sie ablenken. Eigentlich sollen sie uns hinführen und die Geheimnisse der Liturgie erschließen helfen, damit wir innerlich besser teilhaben können!
Der Mensch braucht als irdisches Wesen das Wort, die richtig Haltung (!), den Gesang, damit er mit dem Herzen der Liturgie auch innerlich folgen kann!
@michael7 Ja eben - KirchenLieder haben mit der Hl.Liturgie nichts zu tun und lenken ab; sie wurden eingeführt, weil sich die NeuZeitler während der Messe langweilten.
Das "Transeamus usque Bethlehem et videamus quod verbum factum est" ist ein wunderbares Beispiel für das innerliche, mystische Erfassen der unsagbaren Heiligkeit der Tridentinischen Opfermesse.
Die Priester müßen die Gläubigen über den Sinn und Ablauf der hl. Messe unterrichten und ausbilden. Wenn man Bücher lesen muß weil man von Priestern allein gelassen wird, ist das ein Armutszeugnis.
Warum werden Priester heutzutage immer als eine Art Sozialarbeiter angesehen?
Einarbeitung in die Glaubenswahrheiten und den Ablauf der Messe wird man mit etwas Anstrengung ja wohl auch alleine hinbekommen.
Zumal kein Mensch befähigt ist das Wesen des Hl. Meßopfers auch nur annähernd erfassen zu können. Das ist im übrigen auch nicht die Standespflicht der Laien
Laien sind keine Teilnehmer an der Hl. Messe, sondern bestenfalls physisch präsent. Das Hl. Meßopfer bringt ausschließlich der Priester dar.
Von daher ist es für die Laien vollkommen widersinnig die Texte zu verstehen (ebenso obsolet ist das Wiederholen von Lesung und Evangelium in der Landessprache). Man tut besser daran den Rosenkranz oder eine Litanei zu beten statt Priester spielen zu wollen.
Ob das Wiederholen von Lesung und Evangelium in der Landessprache wirklich obsolet ist, sei dahingestellt! Ich halte es durchaus für sinnvoll, wenn anschließend eine Predigt folgt, wobei es dann ja kein Teil der Liturgie, sondern der Predigt ist. Prinzipiell bin ich der Meinung, daß es eine Fehlentwicklung ist, wenn die Gläubigen die Liturgie nicht betrachtend mitfeiern, sondern nur im Missale blättern. Die beste Art der Mitfeier ist m. E. die Betrachtung des Lebens und Leidens Jesu, welches sich geheimnisvoll auf dem Altare vergegenwärtigt, wie es so schön im Canon Romanus heißt: So sind wir denn eingedenk, deine Diener und dein heiliges Volk, deines Sohnes Jesus Christus, unseres Herrn, sowohl seines seligen Leidens sowohl als seiner Auferstehung von den Toten als auch seiner glorreichen Himmelfahrt.
Nicht umsonst legt der Priester vor der Wiederholung der Lesung in Landessprache sein Manipel ab.
Auch die Predigt ist kein Teil der Messe und zerreißt diese unnötigerweise.
Zumal da heute jeder lesen kann und die Lesung und das Evangelium auch zu Hause nachlesen kann.
@Lutrina: Wären die Laien keine "Teilnehmer" der heiligen Messe, die sich innerlich mit dem Opfer Christi vereinigen sollen, dann wäre es sinnlos, wenn die Kirche die Laien zur Teilnahme/Mitfeier an der Sonntagsmesse streng verpfichten würde!
Dann genügte es, wenn ich zu Hause im Bett zufrieden daran denken würde, dass ja der Herr Pfarrer das Messopfer darbringt!
@Don Reto Nay
Hochwürden, haben Sie einen Tip, wie man sich in der lateinischen Messe möglichst schnell zurecht findet, sodass man auch aktiv mitfeiern kann, und nicht nur als stiller Betrachter?
smily-xy - Besorgen Sie sich hier www.sarto.de/product_info.php den Schott und üben Sie vorher einige Zeit hier mit den Liveübetragungen: livemass.org bevor Sie in eine FSSPX-Kirche gehen -- so habe ich einen guten Erfolg gehabt.
Ihr seid zu beneiden! Ich würde auch gern mich vom Lärm des Alltags in der Stille erholen. Aber hier hast nur II.VK. NOM
Schließt mich und die Meinigen, bitte, bitte in Eure Gebete ein! Das Gott uns an einen gnadenreichen Ort führt. Fernab von diesem Migrantenlärm. -terror!
Waagerl - Hier pro-missa-tridentina.org/heilige-messen/regelmaessige-g… und hier fsspx.de/de/content/3275 nix dabei? <- Fahrgemeinschaften bilden, dazu eventuell in den Prioraten telefonisch anrufen.
Ich kann es gerade nicht beantworten, Dafür fehlt mir die Kraft und es ist hier auch nicht der richtige Ort. Nur soviel. Wir leben sozusagen, wie fernab von der christlichen Zivilisation.
In meiner Gemeinde sind Tradition oder Wallfahrten an heilige Stätten nicht gefragt! DIe sind hier protestantisch angehaucht!
@Waagerl Als ich noch in die Neue Messe ging, hatte ich immer den Schott bei mir und alles gebetet, was in den Messtexten für den jeweiligen Tag stand. Vieles kann man von den feststehenden Gebeten bald auswendig. Beim Einzug des Priesters betete ich den Introitus . Beim Confiteor das alte Confiteor, bei der Gabenbereitung die Opferungsgebete usw. Nach der Messe betete ich alles das, was ich wegen der Unruhe nicht geschafft hatte. Das hat mir sehr geholfen geistig zu überleben. Ausserdem muss man viel knien statt sitzen und stehen.
Ich habe in meiner FSSPX-Kirche beim Heiligen Messopfer den großen Schott dabei und genieße Beides: Die Liturgie mit ihren sakralen Handlungen vorne am Altar und das Verständnis der Inhalte, die gerade geschehen. Mir gefällt es beides mitzuverfolgen.
1. Der Schott hat seine Berechtigung, d.h. in der persönlichen Vorbereitung auf das Heilige Messopfer;
2. Selbst bin ich als 72 jähriger ehemaliger Ministrant in der katholischen Theologie und Liturgie aufgewachsen und war jahrelang Ministrant,
3. Das Geschehen in der Heiligen Liturgie ist ein optischer und Gehörter Vollzug, an dem der Gläubige teilnimmt,
4. Bereits vor Erscheinen vom Schott (Ausgabe immer lateinisch / deutsch) gab es unzureichende Büche (nicht zur Mitnahme in die Messe ), die nicht alles wiedergaben was in der jeweiligen Messe gebetet wird.
5. damals war es angebracht zuhause eine Vorbereitung auf das Messopfer vorzunehmen, so war das Beiwohnen beim Messopfer ein geistiger Vollzug. In den Handlungen und im gehörten Gesang konnte der Gläubige nachvollziehen auf was er sich bereits vorbereitet hat.
6. das Problem besteht darin, folgt der Gläubige (auch Ministrant) im Messopfer der schriftlichen Vorgabe, dann konnte er (Aufsuchen der unterschiedlichen Rubriken im Buch) dem Geschehen am Altar und im Gesang nicht folgen.
7. als Ministrant wäre der Einsatz chaotisch verlaufen. So habe ich wie uns der Kaplan unterrichtet hat, auf jedes Heilige Messopfer vorbereitet, für mich günstig am Vorabend in Verbindung mit Gewissenserforschung und dem Nachtgebet
Merke Vor einem Urteil bitte selbst einmal versuchen mit der Vorbereitung und dem Beiwohnen im Heiligen Messopfer.