Extra Ecclesiam nulla salus: Traditionelles Taufverständnis und modernes Taufmissverständnis
Extra Ecclesiam nulla salus: Traditionelles Taufverständnis und modernes TaufmissverständnisEine aktuelle Diskussion macht wieder mal nötig, auf den Unterschied zwischen Tradition und Modernismus am Beispiel der Tauffrage hinzuweisen.
Die Tradition bezieht sich immer auf die offenbarte tradierte Lehre der Kirchenväter aller Zeiten und tut das, was ihr von Jesus aufgetragen wurde, nämlich die rechtgläubige Lehre zu verkünden ohne Abstriche, der Modernismus dagegen tendiert schnell zur Änderung der Lehre an den Stellen, wo man Bibel und Lehre nicht verstanden hat, um sie dem eigenen fehlbaren Verstand anzupassen. Dann meint man glücklich zu sein, obwohl sich Christus dennoch nicht ändert. Letzteres ist eine Art Theologie vom grünen Tisch aus, wie sie im II. Vatikanischen Konzil Gang und Gäbe war. Die Theologen meinten, selber die Macher zu sein, anstatt die wahre Lehre treu zu verwalten, wie die Hl. Schrift sagt. An der Tauffrage lässt sich das gut aufzeigen. Es ist wichtig, diese Frage genau zu behandeln, weil auch manche Traditionalisten falsche Schlüsse aus dem „Extra Ecclesiam nulla salus“ ziehen.
Jesus spricht im Evangelium davon, dass, wer getauft ist und glaubt, gerettet wird. Also: Taufe + Glaube öffnet den Himmel. Ohne Taufe ist der Himmel verschlossen. Das beweist der Umstand, dass die heiligen Väter des AT im Limbus warten mussten, bis Jesus durch seinen Erlösertod den Himmel öffnete. Das Kreuz ist der Schlüssel, welcher den Himmel aufsperrt. Und am Kreuz sind die Sakramente aus dem Heiligsten Herzen Jesu geflossen, die in der Katholischen Kirche ausgespendet werden, besonders auch die Taufe.
Nun meinen die Modernisten, anhand eines sog. Präzedenzfalles - so meinen sie - , an dem sie verzweifeln - wohlgemerkt: Präzedenzfälle sind Schlichen des Teufels, um die Lehre der Kirche zu stürzen - , den Wortlaut der Bibel umdeuten zu müssen. Sie sagen, im Falle der unschuldigen Babies im Mutterleib, die abgetrieben wurden, sei es unbarmherzig, wenn man von der Notwendigkeit der Taufe spreche. Wer hier die Bibel 1:1 auslege, sei zu rigoristisch.
Ich sage ganz klar: NEIN! In den biblischen Worten Jesu steckt geradezu die Barmherzigkeit! Man muss sie nur auf den Fall der Ungeborenen richtig anwenden können und damit haben all jene Probleme, die sich dazu nicht glaubwürdiger „Privat“offenbarungen (Paulus nennt sie besser Offenbarungen des Geistes) bedienen wollen. Damit tappen sie im Dunkeln, wollen aber alles besser wissen. Da wurde nämlich diese brisante Frage schon öfter geklärt und die Heiligen haben es auch so angewendet. Der große hl. Pater Pio, Ordenspriester, Stigmatiker und Mystiker, hat die Unschuldigen im Mutterleib täglich durch eine Begierdetaufe getauft, die auch jeder Laie von Ferne spenden kann. Taufformel + Weihwasser sprengen oder das Kostbare Blut Jesu über die Babies im Mutterleib herabbitten. Somit kann Jesus selbst diese Unschuldigen noch taufen und so kommen sie durch die Fürbittmacht der Katholischen Kirche in den Himmel, ein Aspekt der unendlichen Barmherzigkeit Gottes. Im Grunde sind es Märtyrer im Mutterleib und im Grunde könnte Jesus ihnen auch die Bluttaufe zukommen lassen, falls Er wollte, doch sie können sich selber noch nicht zu ihrem Glauben äußern, somit ist es gut, wenn ein anderer die Begierde der Taufe per Gebet ausdrückt. Es ist ja auch so, dass die Eltern verantwortlich für die Taufe ihrer Kinder sind. Je früher, desto besser. Wenn sie es versäumen, machen es eben andere, wie Pater Pio es immer tat.
Warum aber muss notwendigerweise immer eine Taufe erfolgen, in welcher Form auch immer (Taufe, Bluttaufe, Nottaufe, Begierdetaufe)?
Weil jedes Kind mit dem Erbsündenmakel im Mutterleib empfangen wird, der es zu Nachkommen der gefallenen Erzeltern macht, welche die Verbannung aus dem Paradies auf sich zogen. Ihre Nachkommen konnten keine ungefallenen Kinder sein. Wer aus Kindern der Verbannung Kinder Gottes machen möchte, muss seine Kinder taufen. Bei der Taufe wird ihnen ein unauslöschliches Prägemal (character indelebilis) eingebrannt, welches das Siegel der Allerheiligsten Dreifaltigkeit ist. Darum gilt immer: Ohne Taufe kein Himmel.
Dies können auch die Modernisten nicht ändern, zumal auch sie mit dem Erbsündenmakel empfangen wurden! Man soll die wahre Lehre nicht ändern, sondern so lange demütig betrachten, bis man sie verstanden hat. Man kann sich sicher sein, dass die Lehre Jesu, welche die Lehre der Katholischen Kirche ist, absolut gerecht, barmherzig und heilig ist. Daran dürfen wir nicht zweifeln.
D.h. also, dass überhaupt niemand ohne Taufe in den Himmel zur Anschauung Gottes kommt. Paulus gibt einmal zu verstehen, dass auch Heiden gerettet werden können, wenn sie sich wenigstens an ihr Gewissen halten. Jesus alleine kann das gerecht beurteilen, ob Er sie retten kann. Ich mache mal ein Beispiel der unendlichen Barmherzigkeit Gottes, damit man sieht, dass man an der Lehre nie verzweifeln braucht: in einer mystischen Schrift sagte Jesus einmal, wenn ein Moslem stirbt und sich nichts besonderes im Leben zuschulden hat kommen lassen, dann kann Er ihn trotzdem retten durch die Fürbittmacht der Kirche. Er erscheint dann den Moslems im Tod und fragt sie, ob sie nun zu Ihm kommen wollen. Ein Ja rettet sie, ein Nein verdammt sie. Danach kann Er ihnen selber die Taufe noch spenden. Aber es gibt da ein Gesetz: jede Gnade muss erbeten werden. Und das geschieht in solchen Fälle über die Fürbittmacht der Kirche.
Also man sieht: es gibt keinen Grund, an Lehraussagen der Bibel oder der Kirche zu verzweifeln. Ja leider haben auch manche Traditionalisten durch ein zu hartes Verständnis des „Extra Ecclesiam nulla salus“ für Missverständnisse und Unmut gesorgt. Die Kirche hat tatsächlich nur den Auftrag, die Taufe zu verkünden und zu sagen: wer in den Himmel will, muss Glaube und Taufe vorweisen. Das ist die Verpflichtung der Kirche. Das heißt aber nicht, dass alle automatisch verdammt werden, die beim letzten Atemzug noch nicht offiziell in der Katholischen Kirche waren. Und zwar aus dem Grund, weil sie möglicherweise unter Heiden aufgewachsen sind und sich keine schwere Schuld in der Wahrheitsfrage zugezogen haben. Sie haben Jesus nicht abgelehnt, sondern nur nichts von Ihm gewusst oder zu wenig gewusst. Jesus allein ist der Richter. Die Kirchenvertreter haben nicht die Aufgabe zu entscheiden, ob jemand nach dem letzten Atemzug verdammt wurde. Das wissen wir nicht und wenn es noch so schlimm aussieht. Der Herr alleine entscheidet hier und ist der Richter. Aber die Kirche hat den Auftrag Glaube + Taufe zu verkünden, weil es der einzig sichere Weg der Rettung ist.
Und nochmal: Für Unschuldige kann Jesus selbst in die Bresche springen und sie noch retten, aber dies geschieht durch die Fürbittmacht der Kirche und Er selbst spendet dann sein eigenes Sakrament, das katholisch ist. Ja, es kann nur katholisch sein, da die katholischen Sakramente aus dem Heiligsten Herzen Jesu geflossen sind und Jesus sie seiner einzig wahren Kirche anvertraut hat.
Niemand kommt ohne Taufe in den Himmel und
niemand kommt ohne die Katholische Kirche in den Himmel,
ABER: das will verstanden werden.
In diesem Sinn beten wir heute am 23.12. die O-Antiphon:
"O Emmanuel, unser König und Gesetzgeber,
Du Erwartung der Völker und ihr Heiland,
komm uns zu erlösen, Herr, unser Gott!"