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Irapuato

Gottes Beistand in der Sterbestunde
Gottes Beistand in der Sterbestunde Beginnen will ich mit der 2. Lesung. wo wir von den letzten Erdenstagen des Paulus hören. Gläubig ruft er aus: "Ich werde nunmehr geopfert, und die Zeit meines Aufbruchs ist nahe. Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet, die Treue gehalten. Schon jetzt liegt für mich der Kranz der Gerechtigkeit bereit, den mir der Herr, der gerechte Richter, an jenem Tag geben wird, aber nicht nur mir, sondern allen, die sehnsüchtig auf sein Erscheinen warten." (2 Tim 4,6 8) Paulus spricht von der Zeit seines „Aufbruchs“ in die Ewigkeit, von seinem baldigen Tod, wo er vor dem „Gerechten Richter“ erscheinen wird. Doch wer kann wie er vor dem „Gerechten Richter“ bestehen? Vorletzte Nacht hatte ich ein schreckliches Erlebnis. Ich spürte für einen kurzen Augenblick den Zustand eines Sterbenden – die Todesnot. Es ist schwer zu beschreiben, wie hilflos und klein ich mich anfühlte. Da bekam ich einen Schreck: Wer kann vor Gott in der Sterbestunde bestehen? – Wenig später begriff ich: Ich begleite eine gleichaltrige Person, die im Todeskampf liegt. So begann ich für sie zu beten, damit sie sich auf Gottes Barmherzigkeit öffnen das irdische Leben loslassen und in Gottes ewigen Frieden heimgehen kann. Und tiefer Frieden kehrte ein. Was hilft uns eigentlich in unserer letzten Stunde, in der Sterbestunde? Im Evangelium hören wir: "Der Zöllner blieb ganz hinten stehen und wagte nicht einmal, seine Augen zum Himmel zu erheben, sondern schlug sich an die Brust und betete: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser kehrte als Gerechter nach Hause zurück, der andere nicht. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, wer sich aber selbst erniedrigt, wird erhöht werden." (Lk 18,13 14) In der Sterbestunde hilft uns, vertrauensvoll um das Erbarmen Gottes zu bitten: „Gott, sei mir Sünder gnädig!“ Die hl. Sr. Faustine durfte die Botschaft der Barmherzigkeit Gottes verkünden. Die Botschaft bekommt ihren tiefen Sinn, wenn wir daran denken, dass wir eines Tages vor Gott für all unser Tun auf Erden Rechenschaft ablegen müssen. Da bringt es uns nichts, wenn wir uns wie der Pharisäer vor Gott rühmen. Denn alles Gute, das wir im Leben tun, ist ein Geschenk der Liebe Gottes . Unser Eigenes dagegen ist unsere Lieblosigkeit, Untreue und unser Stolz. Mit all dem können wir vor Gott nicht bestehen. In der Sterbestunde hilft nur, wie der Zöllner sich zur eigenen Schuld zu bekennen demütig um Gottes Erbarmen zu flehen und auf die Barmherzigkeit Gottes zu hoffen, wie wir es in der ersten Lesung gehört haben: "Das Flehen des Armen dringt durch die Wolken, es ruht nicht, bis es am Ziel ist. Es weicht nicht, bis Gott eingreift und Recht schafft als gerechter Richter." (Sir 35,21 22) Der hl. Sr. Faustina lag das Gebet für die Sterbenden sehr am Herzen. Sie beschreibt ihre nächtliche Erfahrung folgendermaßen: „Heute kam der Herr zu mir herein und sagte: »Meine Tochter, hilf Mir, Seelen zu retten. Du wirst zu einem sterbenden Sünder gehen und den Rosenkranz der Barmherzigkeit beten.« Plötzlich fand ich mich in einer unbekannten Hütte wieder, wo ein älterer Mann in schrecklichen Leiden im Sterben lag. Um das Bett herum waren eine Menge Dämonen und die weinende Familie. Als ich zu beten begann, verschwanden die Geister der Dunkelheit mit Zischen und mit Drohungen gegen mich; die Seele beruhigte sich und schied voller Vertrauen im Herrn aus dem Leben“ (Tagebuch 1798). Beten auch wir fest für die Sterbenden, dass sie wie der Zöllner demütig ausrufen: „Gott sei mir Sünder gnädig!“ und sich vertrauensvoll in die Arme des Barmherzigen Heilands werfen. Achten wir auch darauf, dass zu ihnen vor ihrem Hinscheiden noch ein Priester kommt, bei dem sie ihre Sünden beichten können und durch die hl. Krankensalbung und hl. Kommunion für ihren letzten Gang gestärkt werden. Heißt es doch so innig im Lied: O Haupt voll Blut und Wunden: Wenn ich einmal soll scheiden, so scheide nicht von mir, wenn ich den Tod soll leiden, so tritt du dann herfür; wenn mir am allerbängsten wird um das Herze sein, so reiß mich aus den Ängsten kraft deiner Angst und Pein. Schauen wir zuletzt noch auf eine Vision des hl. Don Bosco, dem sein verstorbener Schüler, der hl. Domenico Savio erschienen ist. Auf die Frage von Don Bosco, was ihm in der Sterbestunde am meisten Trost geschenkt habe, sagte Domenico: „Die Anwesenheit der Muttergottes“. Nicht umsonst beten wir beim Rosenkranz bei jedem Ave Maria: „Bitte für uns Sünder… in der Stunde unseres Todes“. Wenn uns am allerbängsten sein wird, wenn wir spüren, dass wir mit all unserem Tun vor dem gerechten Richter nicht bestehen können, dann dürfen wir vertrauensvoll zur Mutter der Barmherzigkeit aufschauen. Beten wir deshalb oft innig zu ihr: Heilige Maria, Muttergottes, bitte für uns Sünder, jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.

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