Hauptversammlung von „Pro Missa Tridentina“: Bericht der Tagung
Pünktlich um 10 Uhr begann in der Basilika zur Alten Kapelle das levitierte Hochamt in der außerordentlichen Form des römischen Ritus. Eine lange Prozession von Ministranten und Klerikern zog zusammen mit dem Zelebranten, Pater Axel Maußen FSSP, dem deutschen Distriktoberen der Priesterbruderschaft St. Petrus, und den beiden Leviten feierlich in die prächtige Rokoko-Kirche ein, die Bischof Gerhard Ludwig Müller für dieses Hochamt zur Verfügung gestellt hatte.
Viele Gläubige füllten die Alte Kapelle, um nach Jahrzehnten zum ersten Mal wieder die über 1500 Jahre alte Liturgie mitzufeiern, für die jenes Gotteshaus einst gebaut wurde. Die Papst-Benedikt-Orgel und gregorianischer Choral erklangen zur größeren Ehre Gottes, während Weihrauchwolken mehr und mehr den Kirchenraum erfüllten.
Nach der Mittagspause begrüßte die Vorsitzende der Laienvereinigung, Monika Rheinschmitt, die teils von weit her angereisten Teilnehmer im großen Saal des Kolpinghauses.
Das Hauptreferat hielt Prof. Dr. Andreas Wollbold, Lehrstuhlinhaber für Pastoraltheologie an der LMU München, zum Thema „Die klassische römische Liturgie und die Zukunft der Kirche“. Professor Wollbold empfahl als Therapie für die heutige Kirchenkrise: „Rettung durch Tradition“, das heißt: das lehren, glauben und leben, was die Kirche immer gelehrt, geglaubt und gelebt hat – diese Elemente dürfen, ja müssen in die heutige Zeit übersetzt werden, jedoch nicht unter Verlust ihres Inhalts, nicht durch eine bloße Anbiederung an den Zeitgeist.
Dazu gehört, die Schätze der traditionellen Liturgie auch heute wieder verständlich, zugänglich zu machen. Das erfordert von Priestern und Gläubigen Einsatz und Anstrengung, um die wahre, innere „aktive Teilnahme“ („participatio actuosa“) an der heiligen Messe wieder zu erlernen und zu vertiefen.
Als Ratschläge für die heutige Zeit nennt Professor Wollbold u.a.: Heiliger Eifer jedes einzelnen Katholiken, in Glaube, Hoffnung und Liebe Fortschritte zu machen, unterstützt durch bewußten und häufigen Empfang der Sakramente.
Dazu sollte kommen: Aufbau von seelsorglichen Strukturen, traditionsverbundenen Personalgemeinden (wie das Motu proprio „Summorum sie vorsieht“), in denen Priester nicht nur kurz einfliegen, die heilige Messe feiern und dann weitereilen zum nächsten Termin, sondern Zeit haben für Vorträge, Gespräche, Krankenbesuche. Nicht nur alle Gläubigen, sondern auch alle Priester sollten die überlieferte Form der heiligen Messe kennen- und schätzenlernen, wie es das Motu proprio anregt und die Instruktion „Universae Ecclesiae“ fordert.