Im Frühjahr 1950 war Alois Irlmeier längst kein Unbekannter mehr. Zeitungen berichteten über seine düsteren Visionen eines kommenden Krieges – und über auffallend konkrete Bilder, mit denen er das Geschehen beschrieben haben soll. Da Irlmaier die Zukunft in Form von Filmszenen sah, konnte er Zeitpunkte oftmals nur nach Naturzeichen ausmachen.
„Die Weltkatastrophe bricht über Nacht herein, wenn der dritte Mord geschehen ist. (Die ersten beiden Morde wurden nach Irlmeier an Gandhi und Graf Bernadotte begangen.) Es geht in drei großen Linien westwärts. Der unterste Heerwurm kommt über den Wald daher, zieht sich aber dann nordwestlich der Donau, um in gleicher Richtung wie die zwei anderen Heersäulen dem Rhein zuzustreben. Es geht sehr rasch. Das Hauptquartier steht an einem Ort, der eine Kirche besitzt, in der der Altar nach Norden zeigt. Dieses Hauptquartier wird von „Tauben“, die aus dem Sand aufsteigen, mit einem schwarzen „Kastl“ beworfen, und „dann ist alles hin“. Von den drei aus dem Osten vorgestoßenen Heereszügen wird kein Soldat mehr nach Hause kommen. Die ganze Kriegshandlung dauert nicht lange — drei Tage, drei Wochen, drei Monat „i woaß net genau, aber lang dauerts nicht“.“
[…]
„Wenn die Buche im Bayerischen Wald rotes Laub bekommt, dann gehts los.“ Er beschrieb den Ort, an dem der Baum steht, sehr genau, aber auf eine exakte Zeitbestimmung wollte er sich nicht einlassen. An einem Tag, so meinte er, würden die Russen bis in das Ruhrgebiet vorstoßen. Alles, was sich nördlich der Donau befände, käme ums Leben und nur, wer ein schnelles Fahrzeug besitze, könne sich noch über den Fluß retten, so unerwartet würde der Krieg hereinbrechen.
Quelle: Echo der Woche, 12. 5. 1950, Seite 7, „Was Seher Irlmeier wirklich kann“.
Prophezeiungskenner verorten den Kriegsausbruch auf ungefähr Ende Juli, Mitte August (also Hochsommer). Nun verbindet man rote Buchen mit dem Herbst, aber je nach Niederschlag im Sommer kann die rote Verfärbung und der Laubfall bereits im Sommer der Fall sein...
Kann man diesen Prophezeiungen Glauben schenken? Entscheiden sie selbst:
𝗜𝗿𝗹𝗺𝗮𝗶𝗲𝗿𝘀 𝗖𝗼𝘂𝗻𝘁𝗱𝗼𝘄𝗻:
»Zuerst kommt ein Wohlstand wie noch nie.
Dann folgt ein Glaubensabfall, wie nie zuvor.
Darauf eine noch nie da gewesene Sittenverderbnis
Alsdann kommt eine große Zahl fremder Leute ins Land.
Es herrscht eine hohe Inflation. Das Geld verliert mehr und mehr an Wert.
Bald darauf folgt die Revolution.
Dann überfallen die Russen über Nacht den Westen.«
(Alois Irlmaier, 1952)
Wer diesem Kanal folgt und die dazugehörige Homepage besucht, wird rasch feststellen, dass man das Thema „Prophetie“ nicht per se als Unfug oder Betrug abtun kann.
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Hier stimmt etwas nicht der Alois Irlmeier hat doch gesagt nach der Getreideernte gehts los.Das Getreide bekommen sie noch geerntet aber den Hafer nimmer hat er gesagt.
Das ist ein anderes Zitat zur Jahreszeit von Irlmaier:
»Die Ähren, höre ich Irlmaier beschreiben, stehen hoch am Halm, das Laub an den Bäumen beginnt sich schon zu bräunen, da geschieht der dritte Mord.« Prinz Ferdinand von Bayern ( Nach der Sintflut. )
Also muss ich zugeben, dass mit der Getreide- und Haferernte ich noch nicht vertraut war, das muss ich wohl überlesen haben ( oder noch nicht gelesen haben. )Deshalb habe ich zu deinem Einwand die KI gefragt:
... Noch interessanter ist Stephan Berndts eigene Tabelle in Refugium. Dort steht bei Irlmaier ausdrücklich nur:
„wenn das Getreide reif ist“
Der quellenmäßig relativ gut greifbare Irlmaier-Satz lautet bereits 1949 sinngemäß: Der Krieg komme, „wenn das Getreide reif ist“. Das wurde im Oktober 1949 im Münchner Merkur berichtet und im Dezember 1949 auch vom damaligen Oberbayerischen Volksblatt wiedergegeben. Entscheidend ist dabei: „reif“ bedeutet nicht „bereits abgeerntet“.
Die Angaben „nach Korn-, vor Haferernte“ bzw. „nach Weizen-, vor Haferernte“ führt Berndt dagegen bei anderen Quellen auf: Eilert, Abbé Curique und Landinger. Bei Abbé Curique findet sich tatsächlich genau der Gedanke, den die Leserin im Kopf hat: Der Weizen könne noch eingebracht werden, der Hafer dagegen nicht mehr. Diese Aussage wird aber Curique zugeschrieben, nicht Irlmaier. Deshalb vermute ich, dass die Leserin hier Irlmaier mit einer anderen Überlieferung verwechselt. Für die konkrete Formulierung „Das Getreide bekommen sie noch geerntet, aber den Hafer nimmer“ konnte ich jedenfalls keinen belastbaren frühen Irlmaier-Nachweis finden.
Bezüglich der roten Buche-Färbung während des Hoch-Sommers:
Das kann durchaus gleichzeitig auftreten. Man muss bei „rotem Laub“ nämlich nicht automatisch an normalen Oktober-Herbst denken. Die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft dokumentierte beispielsweise schon ab Anfang August 2009 stark verfärbte Rotbuchen, teilweise sogar „tiefrot“. Bei der Dürre 2018 wurden andernorts sogar ab Mitte Juli vorzeitige Blattverfärbungen bei Buchen beobachtet. Und 2022 beobachtete die bayerische LWF bereits in der ersten Augusthälfte deutliche Trockenheitssymptome und Verbraunungen an Buchen.
Das macht die Kombination
reifes Getreide + erste auffällig rote Buche + Hafer teilweise noch auf dem Feld
für Anfang bis Mitte August biologisch durchaus möglich.