Antonio Santorio

Himmelfahrtsoktav! Unser Herr Jesus Christus steigt über die Himmel der Himmel empor!

Die christliche Kosmologie der Liturgie zu Christi Himmelfahrt.

Meßbuch zu In Ascensione Domini

In der traditionellen Messe und den Offizien zu Christi Himmelfahrt feiern wir jeden Tag innerhalb der gesamten Oktav die Auffahrt des Herrn zum Himmel. Die gesamte Liturgie beschreibt dies als ein Geschehen der christlichen Kosmologie. Christliche Malereien zeigen uns diese Himmelfahrt als ein kosmisches Geschehen: Christus wird auf mittelalterlichen Bildern gezeigt, wie er sich zwischen Mond und Sonne in den Kosmos erhebt.

Die Bilder im Meßbuch zeigen, wie Er sich nach oben erhebt, und wie er sich in Sphären erhebt:

In der Messe:

Introitus: Alle folgenden Gebete in blau sind aus der traditionellen Messe zu Christi Himmelfahrt. Es ist keine mehrfache Wiederholung: Mit jedem neuen Gebet kommen weitere neue Inhalte/Informationen zum Vorgang der Himmelfahrt hinzu:

"Ihr Männer von Galilea, was schaut ihr staunend auf zum Himmel? Wie ihr Ihn sahet auffahren zum Himmel, so wird er wiederkommen…"

Oratio:

„Allmächtiger Gott, wir glauben, daß am heutigen Tag dein Eingeborener, unser Erlöser, zum Himmel aufgefahren ist und bitten nun: gib, daß auch wir selbst mit unserem Geiste im Himmel wohnen. Durch ihn, unsern Herrn.“

Ende der Lectio:
„(…) Aufgefahren ist Gott unter Jubel, der Herr beim Schalle von Posaunen, der Herr auf Sinai im Heiligtum. Er erhebt sich in die Höhe und führt als Beute die Gefangenen mit.“

Ende des Evangeliums:
„(…) Nachdem der Herr Jesus mit ihnen geredet hatte, wurde Er in den Himmel aufgenommen und sitzt nun zur Rechten Gottes.“

Offertorium:
„(…) Aufgefahren ist Gott unter Jubel, der Herr beim Schalle von Posaunen, der Herr auf Sinai im Heiligtum.“

Gedächtnis der Heiligen/Communicantes: Diese besondere Communicantes-Gebet wird an jedem der Tage in der Oktav gebetet)
„(…) dieser Tag an dem unser Herr, Dein eingeborener Sohn, sich mit unserer gebrechlichen Natur, mit der Er sich vereint hat, zur Rechten Deiner Herrlichkeit gesetzt hat … (unítam sibi fragilitátis nostrae substantiam in gloriae tuae déxtera collocavit)

Die Bedeutung der Himmelfahrt Christi für die Menschen ist immens:
„… als im Angesicht der heiligen Engelschar die Natur des Menschengeschlechtes mit emporstieg (die „humani generis natura conscénderet“) über die Würde der himmlischen Geschöpfe, um alle Chöre der Engel zu übersteigen und um über die Rangstufen der Erzengel erhoben zu werden, und damit die Natur des Menschengeschlechtes bei ihrem Voranschreiten (ihrer Fortentwicklung) in keinerlei Rangordnung der Engelhierarchien aufgehen würde, bis sie den Bei-Sitz beim ewigen Vater erlangt hat und mit seiner Herrlichkeit auf dem Thron vereint wurde, mit dessen Natur sie im Sohn vereinigt war.“ Lectio V aus der Predigt von Papst Leo: (traditionelle Matutin von Christi Himmelfahrt)

Communio: (alle blaugeschriebenen Gebete entstammen der traditionellen Himmelfahrtsliturgie)

„Singet Psalmen dem Herrn, der über die Himmel der Himmel nach Osten emporsteigt/sich erhebt“
Der Originaltext sagt: „Psallite Domino, qui ascendit super caelos caelorum ad Orientem, alleluja.“


Was sind die „Himmel der Himmel“ über die der Herr emporsteigt? Er erreicht also eine Sphäre jenseits der Himmel! Jenseits, darüber hinaus.

Es handelt sich um die Sphäre jenseits der höchsten Himmelssphäre, die in der christlichen Kosmologie als Empyreum bezeichnet wird. Man findet z.B. auf wikipedia.fr noch einige Angaben dazu: empyrius kommt von „im lodernden Feuer“. Es ist die neunte Sphäre, die das Universum und die Sterne umgibt. Der Sitz Gottes.

Ein Beispiel aus der Literatur: „Dante et Béatrice contemplant l'Empyrée, illustration de Gustave Doré

Und der Herr nimmt in diese höchste Sphäre die menschliche Natur mit! Und der Geist der Menschen wird dort eine Wohnung finden!
So wird in der Vesper zu In Ascensione Domini zum Herrn gesagt:

Tu dux ad astra et semita – Du Führer zu den Gestirnen und Weg …

Und:
V. Der Herr hat im Himmel - alleluja
R. Seinen Thron bereitet - alleluja


Und das Schlußgebet von Laudes und Vesper lautet:

Oratio:
„Allmächtiger Gott, wir glauben, daß am heutigen Tag dein Eingeborener, unser Erlöser, zum Himmel aufgefahren ist und bitten nun: gib, daß auch wir selbst mit unserem Geiste im Himmel wohnen. Durch ihn, unsern Herrn.“

Und die Antiphon zum Magnifikat:

„O Rex gloriae, Domine virtutum
Qui triumphator hodie super omnes caelos ascendisti …“
– O, König der Glorie, Herr der himmlischen Mächte,

der Du heute über alle Himmel hinaus aufgestiegen bist …“


(Hymnus der traditionellen Matutin von Christi Himmelfahrt)
„Ewiger König, Höchster,
Erlöser der Gläubigen (…)
Du steigst empor zu den Sternenkreisen (orbes siderum)“


Fazit:

Die Messe und die Offizien von Himmelfahrt Christi zeigen die Auffahrt des Herren nach der tiefen Weisheit der christlichen Kosmologie.
Dies ist ein realer Vorgang, der den gesamten Sternenkosmos durchdringt und über ihn hinausgeht.
Die Himmelfahrt Christi zum Vater hat einen existentiell bedeutenden weiteren Aspekt: die Substanz/die Natur des Menschengeschlechtes wird durch Christus in diese höchste Sphäre miterhoben. Die Bedeutung dieses Geschehens für die Zukunft des Menschen ist unendlich groß.

Und die neue Messe?

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe „zeitgemäße neue Himmelfahrtsmesse“ (die Bezeichnung stammt vom Verf.. Die Gruppe war tatsächlich natürlich ein "Coetus") machten im Consilium daraus Folgendes: Das neu geschriebene Tagesgebet habe ich hier kommentiert: Die Neufassung des Tagesgebets zu Christi …
Hier noch ein weiteres Beispiel für die "gewissenhafte" Art, wie die Arbeitsgruppe „zeitgemäße neue Himmelfahrtsmesse“ mit starker Hand die Messe neu gestaltete: Das neue Communio-Gebet:

Kommunionvers: (Novus Ordo)

"Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. Halleluja."


Das war's. Mehr kommt nicht. Wir Menschen sind auf der Erde und Jesus ist bei uns, hier, auf der Erde, immer, bis ans Ende der Welt. „Keine Sorge, ich gehe nicht weg“, das teilt uns das neue Kommuniongebet mit. Und das Communio-Gebet heißt natürlich nicht mehr Communio-Gebet, sondern Kommunionvers.
Wie lautete das nochmal früher?

Communio: (traditionelle Himmelfahrtsmesse)

„Singet Psalmen dem Herrn, der über die Himmel der Himmel nach Osten emporsteigt/sich erhebt“
Der Originaltext sagt: „Psallite Domino, qui ascendit super caelos caelorum ad Orientem, alleluja.“


Das wurde zu:
Kommunionvers: (Novus Ordo)
"Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt. Halleluja."


Damit hat die Arbeitsgruppe „Neue Himmelfahrtsmesse“ das traditionelle Communio-Gebet ersetzt durch ein aus anderem Zusammenhang herausgerissenes Bibelzitat, das das genaue Gegenteil der ursprünglichen Aussage enthält. Die Arbeitsgruppe „Neue Himmelfahrtsmesse“ hat „mutig“ die traditionelle Messe "modernisiert“, der Ballast der Theologie der Antike und des Mittelalters und des 16.- bis 18. Jahrhunderts wurde abgeworfen.

Tatsache ist jedoch, daß der Herr in den Himmel auffährt und daß das bedeutet, daß er fortgeht von den Menschen auf der Erde. Der Herr sagt dies ausdrücklich:

„Ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beschützer (Paraclitus= Advokat, Verteidiger, Schützer, Helfer= Heiliger Geist) geben, damit er bei euch bleibe in Ewigkeit, den Geist der Wahrheit (den Spiritum veritatis), alleluja. Denn wenn ich nicht weggehe, kommt der Beschützer nicht zu euch; Wenn ich aber weggehe, werde ich ihn zu euch senden.“ (traditionelle Matutin von Christi Himmelfahrt und Evangelium)

Und der Herr wird übrigens wiederkommen, so wie er bei der Himmelfahrt aufgestiegen ist, so wird er aus den Himmeln herab wiederkommen. Das hat eine andere Arbeitsgruppe im Consilium allerdings auch „geglättet“ und der moderne Novus Ordo-Gläubige darf sich die Wiederkunft Christi modern ganz gefällig vorstellen.

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Die Messe zu Christi Himmelfahrt ist christliche Kosmologie – während der ganzen Oktav bis 6. Juni

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