Die Neufassung des Tagesgebets zu Christi Himmelfahrt
Die Neufassung des Tagesgebets zu Christi HimmelfahrtHier nun die Lösung: Wie man das traditionelle Tagesgebet zu Christi Himmelfahrt auf modern umschreibt:
Vorher noch mal das katholische Gebet:
Oratio (der katholischen traditionellen Messe zu Christi Himmelfahrt):
„Allmächtiger Gott, wir glauben, daß am heutigen Tag dein Eingeborener, unser Erlöser, zum Himmel aufgefahren ist und bitten nun: gib, daß auch wir selbst mit unserem Geiste im Himmel wohnen. Durch ihn, unsern Herrn.“
Auflösung:
Folgende Inhalte/Worte werden im modernen Glauben beim modernen Tagesgebet zu Himmelfahrt gestrichen bzw. ersetzt: Das hören Sie heute in der Messe:
Eingeborener (Christus): Das würde ausdrücken, dass Christus Gott ist. Moderne Theologen sehen das „differenzierter“. Das mit dem „eingeborenen Sohn“ muss heute also weg. Wir streichen diesen Begriff einfach.
Himmel: drückt aus, dass es tatsächlich geistige Orte gibt, Empyreum etc. Moderne Menschen wissen dank Captain Cook, daß wir in den unendlichen Tiefen des Alls leben. Da gibt es kein Empyreum oder Ähnliches. So wie die Hölle sieht der moderne Katholik Begriffe wie Himmel und Hölle nur als Bilder, die noch unterentwickelte Menschen benötigten. Heute glaubt man, daß das nur Seelenzustände sind. Modern ersetzt man also den Begriff Himmel z.B. durch so etwas wie „Herrlichkeit“ . Das wirkt feierlich, ist positiv und sagt nichts Konkretes.
Unser Geist:
der moderne Katholik glaubt, daß Seele oder Geist nur eine Hervorbringung des materiellen Leibes ist. Das ist eine Ganzheit. Die Rede von einem Leib und einer Seele ist für ihn längst widerlegt. Deshalb wurde der Begriff „Seele“ ja auch aus der modernen Novus Ordo Requiemsmesse gestrichen. Es ist eine Einheit und wenn die kaputt geht, dann ist alles kaputt. Ganztod. Einen autonomen Geist oder Seele gibt es heute nicht mehr. Leib + Geist = der Mensch. Die Ersetzung des Begriffs Geist lautet in der Novus Ordo –Messe also konsequent: „… hast du den Menschen erhöht.“ Den Gesamtmenschen. Denn es gibt heute keinen selbständigen Geist mehr. Und „erhöht“ klingt auf jeden Fall gut, da ist ja was mit „Höhe“ drin, wobei die „Erhöhung“ des Gesamtmenschen abstrakt bleibt. Wir haben also auf jeden Fall die kosmische Dimension ausgelöscht. Die traditionelle Originalversion lautet: „gib, daß auch wir selbst mit unserem Geiste im Himmel wohnen“. Nicht nur kurz mal als Erleuchtung, nein: „Wohnen!“ Eigentlich war das „für immer“ geplant. Wenn da nicht die neue Theologie gekommen wäre.
Und natürlich:
Glauben: ist überholt. Wir sagen heute "schenke uns/oder gib das feste Vertrauen/die Zuversicht, dass…“Klar, das ist nur ein Detail. Es zeigt aber, wie minutiös das Umschreiben von den Professoren im Consilium durchgearbeitet wurde.
Sie wollen den Originalmesstext von Himmelfahrt lesen? Hier bitte: Das Tagesgebet:
Christi Himmelfahrt + Schott-Messbuch
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Anfügung: Das originale lateinische Tagesgebet lautet:
Orémus.
Concéde, quǽsumus, omnípotens Deus: ut, qui hodiérna die Unigénitum tuum, Redemptórem nostrum, ad cœlos ascendísse crédimus; ipsi quoque mente in cœléstibus habitémus.
Eine zweite Übersetzungsvariante dazu:
Lasset uns beten:
Gewähre, so bitten wir, allmächtiger Gott, daß wir, die wir glauben, daß am heutigen Tag dein Eingeborener, unser Erlöser, zum Himmel aufgefahren ist, selber mit unserem Geiste im Himmel wohnen. Durch ihn, unsern Herrn.