Tina 13

Balduin von Ford (um 1190), Zisterzienserabt, dann Bischof.
Balduin von Exeter, Balduin von Canterbury, engl. Baldwin of Ford, franz. Baudouin de Forde
Aufgrund seiner Frömmigkeit fiel er als Bischof König Heinrich II. von England auf, auf dessen Vorschlag hin Balduin zum Erzbischof von Canterbury gewählt wurde. Er wurde im Dezember 1184 geweiht. Er stritt teilweise heftig mit den Klerikern in seinem Bistum, ließ einige seiner Kritiker gar einkerkern. Sein Verhalten brachte den Chronisten Gervasius von Canterbury dazu, ihn als „einen größeren Feind der Christenheit als Saladin“ zu charakterisieren.[1]
Balduin verbrachte einige Zeit in Wales, wo er mit Gerald von Wales für den Dritten Kreuzzug predigte und Gelder dafür sammelte. Nach der Krönung König Richards I. wurde Balduin von diesem ins Heilige Land vorausgesandt, wo er im Oktober 1190 die Belagerer von Akkon verstärkte und sich energisch in der Politik des Königreichs Jerusalem einmischte und Partei für den umstrittenen König Guido von Lusignan ergriff. Balduin starb allerdings nur wenige Wochen später.
Balduin von Ford (um 1190), Zisterzienserabt, dann Bischof
Was ist das für ein Wort? Mit Vollmacht und Kraft befiehlt er
„Denn lebendig ist das Wort Gottes, kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert“ (Heb 4,12) [...] Es wirkt bei der Erschaffung der Welt, bei der Gestaltung der Welt und bei ihrer Erlösung. Gibt es wirklich etwas Wirkmächtigeres und Kraftvolleres? „Wer kann seine großen Taten erzählen, all seinen Ruhm verkünden?“
Die Wirkmacht dieses Wort Gottes offenbart sich in seinen Werken; sie offenbart sich aber auch in der Verkündigung. Dieses Wort kehrt nicht zu Gott zurück, ohne seine Wirkung entfaltet zu haben, sondern bringt denen Nutzen, zu denen es ausgesandt wurde (vgl. Jes 55,6). „Es ist kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert“, wenn es gläubig und liebevoll aufgenommen wird. Gibt es etwas Unmögliches für denjenigen, der glaubt; etwas Unüberwindbares für den, der liebt? Wenn die Worte Gottes ihren Klang entfalten, durchdringen sie das Herz des Glaubenden „wie scharfe Pfeile von Kriegerhand“ (Ps 120,4). Sie dringen wie Pfeilspitzen ins Herz hinein und verankern sich im tiefsten Inneren. Ja, dieses Wort ist schärfer als ein zweischneidiges Schwert, denn es ist einschneidender als jede andere Kraft oder Macht, subtiler als jedweder menschliche Scharfsinn, weitaus schärfer als jegliche gelehrte Durchdringung menschlichen Wissens.
6. Predigt über Heb 4,12; PL 204, 451-453

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Tina 13

Balduin von Ford (?-um 1190), Zisterzienserabt, dann Bischof
„Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte“
„Denn das Wort Gottes ist lebendig“ (Hebr 4,12). Die ganze Größe, die Kraft und Weisheit des Wortes Gottes zeigt der Apostel mit diesen Worten denen, die Christus suchen, der das Wort, die Kraft und die Weisheit Gottes ist. Im Anfang war das Wort beim Vater [...] (Joh 1,1). Zur rechten Zeit wurde das Wort den Aposteln kundgetan, es wurde von ihnen verkündigt und vom Volk der Glaubenden demütig aufgenommen [...]
Es ist lebendig, das Wort, dem der Vater gegeben hat, das Leben in sich zu haben, wie auch der Vater es in sich hat (Joh 5,26). Es ist also nicht nur lebendig, sondern es ist, wie geschrieben steht, das Leben: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6). Und da es das Leben ist, ist es lebendig und lebendig machend, denn „wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, wen er will“ (vgl. Joh 5,21). Lebendig machend ist das Wort, wenn es Lazarus aus dem Grab ruft und ihm sagt: „Lazarus, komm heraus!“ (Joh 11,43) Als dieses Wort kundgetan wird, klingt die Stimme, die es ausspricht, draußen derart kraftvoll, dass sie auch im Grab wahrgenommen wird: sie erweckt die Toten zum Leben, und indem sie den Glauben entfacht, erweckt sie wahre Kinder Abrahams (Mt 3,9). Ja, das Wort ist lebendig, lebendig im Herzen des Vaters, im Mund dessen, der es verkündet, im Herzen dessen, der glaubt und liebt.
Homilie über den Hebräerbrief 4,12; PL 204,451-453

Tina 13

Balduin von Ford (?-um 1190), Zisterzienserabt, dann Bischof
Ihr haltet außen sauber [...] Hat nicht der, der das Äußere schuf, auch das Innere geschaffen?
Der Herr kennt unsere Gedanken und die Beweggründe unserer Herzen. Niemand kann bezweifeln, dass er sie allesamt kennt, wir hingegen erkennen nur jene, die er uns durch die Gabe der Unterscheidung zu erkennen gibt. Denn der Geist des Menschen weiß nicht immer, was in ihm vorgeht, selbst dann, wenn es sich um seine eigenen Gedanken handelt, ob sie nun gewollt sind oder ungewollt, er macht sich über sie eine Vorstellung, die nicht immer der Wirklichkeit entspricht. Selbst jene Gedanken, die sich seinem Verstand mit großer Klarheit darstellen, kann er nicht präzise unterscheiden, solange sein Blick verdunkelt ist.
Oft kommt es vor, dass man aus einem menschlichen Antrieb oder vom Versucher herrührend, von den eigenen Gedanken in etwas hinein gedrängt wird, was nur den Anschein von Barmherzigkeit besitzt, und das aus den Augen Gottes heraus überhaupt nicht den Lohn verdient, der aller Tugend vorbehalten ist. Tatsächlich können einige Haltungen den Anschein wahrer Tugend besitzen, wie übrigens auch die Laster, und damit die Augen des Herzens täuschen. Durch ihre verführerische Kraft können sie den Blick unseres Verstandes so sehr eintrüben, dass sie ihm Böses als gut erscheinen lassen − und umgekehrt − ihn Böses dort vermuten lassen, wo es tatsächlich nicht vorhanden ist. Hier liegt ein großer Teil unseres Elends und unserer Unwissenheit, über die wir sehr betrübt −, und wegen derer wir besonders vorsichtig sein sollten [...]
Wer kann beurteilen, ob die Eingebungen von Gott kommen, außer er hat von Gott die Gabe der Unterscheidung der Geister erhalten? [...] Diese Unterscheidung der Geister ist die Quelle aller Tugenden.
Predigt Nr. 6 über den Hebräerbrief, 4,12; PL 204, 466

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Tina 13

Balduin von Ford (?-um 1190), Zisterzienserabt, dann Bischof
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„Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm gesagt hatte“
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„Lebendig ist das Wort Gottes, kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert“ (Hebr 4,12). Mit diesen Worten zeigt der Apostel denen, die Christus suchen – er ist das Wort, die Kraft und die Weisheit Gottes – alles auf, was an Kraft und Weisheit im Wort Gottes ist. Im Anfang war es bei Gott, von Ewigkeit mit ihm (Joh 1,1). Als seine Zeit gekommen war, wurde es den Aposteln kundgetan, von ihnen verkündet und vom Volk der Gläubigen demütig im Glauben angenommen.
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Es gibt also ein Wort im Vater, ein Wort im Munde der Apostel und ein Wort im Herzen der Glaubenden. Das Wort im Mund ist Ausdruck des Wortes im Vater; es ist gleichermaßen Ausdruck des Wortes im Herzen des Menschen. Wenn einer das Wort versteht oder es glaubt oder es liebt, wird es in seinem Herzen zum Verstehen des Wortes oder zum Glauben an das Wort oder zur Liebe zum Wort. Wenn diese drei in ein und demselben Herzen zusammenkommen, dann versteht man mit einem Male Christus, man glaubt an ihn und liebt ihn, das Wort Gottes, das Wort des Vaters [...] Durch den Glauben wohnt Christus in diesem Menschen und gelangt in einer wundersamen Herabkunft aus dem Herzen des Vaters in das Herz des Menschen [...]
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Dieses Wort Gottes ist lebendig. Denn wie der Vater das Leben in sich hat, so hat er auch dem Sohn gegeben, das Leben in sich zu haben (Joh 5,26). Deshalb ist das Wort nicht nur lebendig, sondern es ist Leben, wie geschrieben steht: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6). Und da es Leben ist, ist es lebendig, um seinerseits lebendig zu machen. „Denn wie der Vater die Toten auferweckt und lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig, wen er will“ (Joh 5,21).
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Homilie 6, über Hebr 4,12

Tina 13

Balduin von Ford
„Jesus befahl ihm: Schweig und verlass ihn!“
„Denn lebendig ist das Wort Gottes, kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert“ (Hebr 4,12). Die ganze Größe, die Kraft und Weisheit des Wortes Gottes zeigt der Apostel mit diesen Worten denen, die Christus suchen: er ist das Wort, die Macht und Weisheit Gottes (1 Kor 1,24)…Wenn dieses Wort verkündet wird, gibt die Stimme, die es verkündet, einem sinnlich vernehmbaren Wort die Kraft des innerlich wahrgenommenen Wortes. Dann stehen Tote auf (Lk 7,22), und dieses Zeugnis macht neue Kinder Abrahams (Mt 3,9). Und da es ein lebendiges Wort ist, ist es zweifellos auch wirksam. Es wirkt bei der Erschaffung der Welt, bei ihrer Steuerung und ihrer Erlösung. Was könnte denn wirksamer und kraftvoller sein? „Wer kann die großen Taten des Herrn erzählen, all seinen Ruhm verkünden?“ (Ps 106,2) Die Wirksamkeit dieses Wortes zeigt sich in seinen Werken; sie zeigt sich auch in der Verkündigung. Denn „es kehrt nicht leer zu mir zurück, sondern… erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe“ (Jes 55,11). „Lebendig ist das Wort Gottes, kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert“, wenn es mit Glauben und Liebe angenommen wird. Alles kann, wer glaubt (Mk 9,23). Und was wäre denn schwierig für einen, der liebt?
Homilie Nr. 6, über Hebr 4,12; PL 204, 451

Tina 13

Balduin von Ford (um 1190), Zisterzienserabt, dann Bischof
Was ist das für ein Wort? Mit Vollmacht und Kraft befiehlt er
„Denn lebendig ist das Wort Gottes, kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert“ (Heb 4,12) [...] Es wirkt bei der Erschaffung der Welt, bei der Gestaltung der Welt und bei ihrer Erlösung. Gibt es wirklich etwas Wirkmächtigeres und Kraftvolleres? „Wer kann seine großen Taten erzählen, all seinen Ruhm verkünden?“
Die Wirkmacht dieses Wort Gottes offenbart sich in seinen Werken; sie offenbart sich aber auch in der Verkündigung. Dieses Wort kehrt nicht zu Gott zurück, ohne seine Wirkung entfaltet zu haben, sondern bringt denen Nutzen, zu denen es ausgesandt wurde (vgl. Jes 55,6). „Es ist kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert“, wenn es gläubig und liebevoll aufgenommen wird. Gibt es etwas Unmögliches für denjenigen, der glaubt; etwas Unüberwindbares für den, der liebt? Wenn die Worte Gottes ihren Klang entfalten, durchdringen sie das Herz des Glaubenden „wie scharfe Pfeile von Kriegerhand“ (Ps 120,4). Sie dringen wie Pfeilspitzen ins Herz hinein und verankern sich im tiefsten Inneren. Ja, dieses Wort ist schärfer als ein zweischneidiges Schwert, denn es ist einschneidender als jede andere Kraft oder Macht, subtiler als jedweder menschliche Scharfsinn, weitaus schärfer als jegliche gelehrte Durchdringung menschlichen Wissens.
6. Predigt über Heb 4,12; PL 204, 451-453