Josef Seifert: Franziskus ist ein Häretiker, der aber das Papstamt nicht automatisch verliert
Die Liste von sieben Häresien im April Brief von über achtzig Intellektuellen sei „keineswegs erschöpfend“: „Da gibt es noch viele andere.“
Als Beispiele nennt Seifert Franziskus' Aussagen, dass die Hölle leer sei oder dass böse Seelen nach dem Tod ausgelöscht würden, wie das die Zeugen Jehovas behaupten.
Die Erklärung von Abu Dhabi findet Seifert „mehr als häretisch, nämlich apostatisch.“
Seifert geht davon aus, dass ein Papst sein Amt verliert, wenn er offen Häresien vertritt. Allerdings gebe es kein Gericht, dass einen Papst richten könnte.
Darum verliere ein Papst wegen Häresie nicht automatisch sein Amt. Ein solcher Automatismus sei von manchen Kirchenlehrern [zum Beispiel Robert Bellarmin] vertreten worden, aber Kirchenlehre sei das nicht.
Nur ein Nachfolger könne Franziskus posthum wegen Häresie verurteilen oder aus der Liste der legitimen Päpste streichen.
Seifert hofft gegen alle Hoffnung, dass Franziskus seine Irrtümer zurücknehme. Er hofft auch, dass Franziskus einer posthumen Verurteilung entgehen werde. Aber dazu müsse er die Wahrheit sagen und alle falschen Aussagen "ganz klar und nicht zweideutig" zurücknehmen,
„Wenn das nicht geschieht, denke ich, dass es im Bereich des Möglichen liegt, dass er posthum verurteilt wird.“
Am Rande des Interviews berührte Seifert auch das Angst-Klima, das sich in der Franziskuskirche verbreitet. Ein Bischof hat Seifert offen eingestanden, dass er sich davor fürchte, "seinen Bischofssitz, seinen Bischofshut, zu verlieren, wenn er irgendetwas Kritisches sagt".
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