Japanischer Kardinal: Sozialer Aktivismus funktioniert nicht - einige Katholiken "wollen lateinische Messe"
"Wir haben zahlreiche Bildungseinrichtungen und Sozialarbeitsprogramme. Infolgedessen haben wir einige Sympathisanten, darunter auch einige in der Regierung und unter wohlhabenden Privatpersonen. Aber sie sind genau das - Sympathisanten."
Kardinal Kikuchi fügt hinzu, dass die meisten Menschen in Japan eher politisch konservativ sind: "Die Soziallehre der katholischen Kirche wird oft als nicht sehr konservativ und manchmal sogar als links oder für manche als 'kommunistisch' angesehen."
Eine Nebenbemerkung, die sein Schlüsselsatz ist: "Einige Menschen in Japan bevorzugen traditionelle katholische Praktiken, wie die lateinische Messe mit viel Weihrauch und einer mystischen Atmosphäre, weil sie sich dadurch von den politischen oder sozialen Lehren der Kirche abgrenzen können. Innerhalb der Kirche selbst, auch wenn sie klein ist, gibt es immer Spannungen zwischen denen, die sozial und politisch aktiv sein wollen, und denen, die eine traditionellere Spiritualität bevorzugen."
Kardinal Kikuchi räumt auch ein, dass die japanische Gesellschaft altert. "Das liegt nicht nur an der Kirche. Die jungen Leute fehlen der Gesellschaft insgesamt."
Seine Missionare sind Migranten. "Es gibt Filipinos, die japanische Männer geheiratet haben. In vielen landwirtschaftlichen Gemeinden suchten japanische Bauern nach Ehefrauen. Durch Agenturen und andere Mittel kamen viele Frauen von den Philippinen, aus Indonesien und China, aber die meisten waren Filipinas."
Der Kardinal fährt fort: "Die Filipinos, die im ländlichen Japan lebten, waren diejenigen, die ihren nicht-katholischen Ehemännern sagten: 'Nimm mich mit zur Kirche.'" Und sie "evangelisieren im Stillen, persönlich und mit Überzeugung".
In seiner Erzdiözese Tokio gibt es 90.000 japanische Katholiken, aber weitere 100.000 katholische Ausländer, davon 40.000 Filipinos.
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