Ruanda: Gottesmutter ruft die Welt zur Umkehr auf - Marienheiligtum - Kibeho - ist der einzige Wallfahrtsort in Afrika, dessen Marien-Erscheinungen von der Kirche anerkannt wurden; man kann ihn mit Guadelupe, Lourdes und Fatima vergleichen.
Kibeho in Ruanda ist der einzige von der Kirche anerkannte Wallfahrtsort in Afrika. 1981 sehen drei Mädchen dort die Jungfrau Maria. Diese stellt sich ihnen als "Nyina wa Jambo" vor, was soviel bedeutet wie "Mutter des Wortes". Der Ortsbischof beruft daraufhin eine Kommission ein, die sich 20 Jahre lang mit dem Ereignis befasst. Mit positivem Resultat: Kibeho wird am 29. Juni 2001 zum offiziellen Wallfahrtsort.
34 Jahre sind es her, seit die Muttergottes in Kibeho in Ruanda drei Mädchen erschien und die Welt zur Umkehr aufrief. Inzwischen wuchs am Ort der Erscheinungen ein Marien-Wallfahrtsort mit Zehntausenden von Pilgern heran.
Kibeho ist der einzige Wallfahrtsort in Afrika, dessen Marien-Erscheinungen von der Kirche anerkannt wurden; man kann ihn mit Guadelupe, Lourdes und Fatima vergleichen.
Die Pfarrei Kibeho in der Diözese Gikongoro wurde 1934 gegründet und liegt im gebirgigen Südwesten des Staates Ruanda, etwa 160 km von Kigali, der Hauptstadt, und 20 km von der Grenze zu Burundi entfernt. Die „Mutter der Schmerzen“, so wird berichtet, erschien in Kibeho drei jungen Mädchen aus Ruanda: Alphonsina (17-jährig), Nathalie (20) und Marie-Claire (21).
Vor 25 Jahren: „Die Welt steht am Abgrund ...“
Alphonsina sah bei der ersten Erscheinung eine schöne Frau in weißem Gewand und mit Schleier. Diese sprach: „Nyina wa Jambo“ („Ich bin die Mutter des Wortes“). Dann habe „Nyina wa Jambo“ die Welt zur Umkehr aufgerufen. Die Menschen sollten beten, die Welt stehe am Abgrund. Die „Mutter der Schmerzen“ sei traurig, erzählten die Seherinnen. Das war vor 25 Jahren, im November 1982.
Mit der Zeit sprachen alle drei Mädchen von Erscheinungen. Bei einem der Treffen soll die Muttergottes schreckliche Bilder vermittelt haben: ein Meer voll Blut, Menschen, die andere umbringen, tote Körper, die niemand zu Grabe trägt.
Später brachte man die Visionen mit dem Völkermord in Ruanda in den Jahren 1994/95 in Verbindung, der über eine Million Menschenleben gefordert hatte. In der Pfarrei Kibeho wütete das Massaker besonders schlimm. 20.000 Menschen – auch die Seherin Marie-Claire – kamen um. Die beiden anderen Mädchen überlebten den Genozid.
Wasser dringt durchs Kirchenfenster ...
Seither sind Jahre vergangen. Der Krieg scheint vorbei, aber noch immer beherrscht Gewalt den Alltag. Die Meldungen über Marien-Erscheinungen im afrikanischen Kleinstaat Ruanda gingen um die Welt. 2003 wurde der Wallfahrtsort in Kibeho eingeweiht. Inzwischen wachsen die Pilgerströme stetig.
Aber in Kibeho mangelt es überall. „Oft kommen Gruppen von 30.000 Pilgern. Dann wird es in der Kirche unruhig, wenn eine Bank zusammenzubrechen droht. Durch die Kirchenfenster dringt Wasser, Dach und Decke müssen renoviert werden“, schildern Mitarbeiter von „Kirche in Not“.
Es gibt im Wallfahrtsort weder Trinkwasser noch Elektrizität und kaum sanitäre Anlagen. Marienkirche, Erscheinungskapelle und Pfarreigebäude müssen renoviert und ein Pilger-Empfangsbüro gebaut werden.
„Kirche in Not“ half im Jahr 2006 mit rund 720.000 Schweizer Franken. „Viele kennen diesen Marien-Wallfahrtsort im Herzen Afrikas nicht“, heißt es in einer Mitteilung. „Die Menschen haben hier durch das blutige Kriegsgeschehen viel gelitten. Sie brauchen unsere Hilfe!“
Ruanda – Konfliktherd seit dem 15. Jahrhundert
Der Staat in Ostafrika geriet zur Kolonialzeit erst unter deutsche, dann unter belgische Herrschaft. 1962 wurde Ruanda zusammen mit Burundi in selbständige Staaten aufgeteilt. Das Land besitzt eine Fläche von 26'338 Quadratkilometern, ist also etwa so groß wie die Deutschschweiz.
Ruanda hat rund neun Millionen Einwohner; Hauptstadt ist Kigali. Der Stammeskonflikt zwischen Hutus und Tutsis schwelt schon seit dem 15. Jahrhundert; immer wieder – bis heute – brechen blutige Unruhen aus. Lebenserwartung 40 Jahre, Analphabetenrate 34 Prozent.
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