Elista
Sichtbarer Glaube in einer immer mehr unsichtbar werdenden Kirche

Modest Fashion, religiöse Identität und die Frage nach den Zeichen des Glaubens. Ein Essay von Archimandrit Dr. Andreas-Abraham Thiermeyer

Eichstätt (kath.net) I. Einleitung: Ein unerwartetes Signal der Gegenwart
Manchmal offenbaren scheinbar nebensächliche gesellschaftliche Debatten tiefere geistige Strömungen einer Epoche. Dies gilt auch für die jüngste Diskussion (Bayerische Rundfunk, 2. Juni 2026) um die sogenannte „Modest Fashion“, jene Form der Kleidung, die bewusst auf stärkere Bedeckung des Körpers setzt und vielfach religiös, kulturell oder ethisch begründet wird. Was zunächst wie eine Modeerscheinung erscheint, berührt bei näherem Hinsehen grundlegende Fragen nach Identität, Menschenbild, Religiosität und öffentlicher Sichtbarkeit des Glaubens.¹
Bemerkenswert ist dabei ein Paradox, das weit über die Modewelt hinausweist. Während in vielen Teilen der Welt religiöse Menschen ihre Zugehörigkeit wieder sichtbar ausdrücken – durch Hijab, Kippa, Turban, Kreuz oder andere religiöse Zeichen –, hat sich ein erheblicher Teil des westlichen Christentums seit den 1960er Jahren zunehmend von seinen traditionellen sichtbaren Kennzeichen verabschiedet. Priester erscheinen vielfach nicht mehr als Priester, Ordensfrauen verzichten auf Schleier und Ordenskleid, Ordensmänner auf Habit oder Talar. Ausgerechnet in einer Zeit, in der die Sehnsucht nach Identität wächst, scheint die Kirche vielerorts ihre eigenen Identitätszeichen zurückgenommen zu haben.
Die Frage, die sich daraus ergibt, ist keineswegs nostalgischer Natur. Es geht nicht um eine Rückkehr zu vergangenen Formen um ihrer selbst willen. Vielmehr stellt sich die grundsätzliche Frage, ob der christliche Glaube überhaupt ohne sichtbare Zeichen bestehen kann. Das Christentum ist schließlich keine rein geistige Idee, sondern eine Inkarnationsreligion. Gott ist in Christus sichtbar geworden. Die Sakramente wirken durch sichtbare Zeichen. Die Kirche selbst versteht sich als sichtbares Sakrament des Heils. Daraus ergibt sich notwendig die Frage nach der Bedeutung religiöser Zeichen im öffentlichen Raum und um das Zeugnis ihrer Botschaft.
II. „Modest Fashion“ – Mode oder kulturelles Symptom?
Die Entwicklung der sogenannten „Modest Fashion“ gehört zu den bemerkenswertesten kultursoziologischen Phänomenen der letzten anderthalb Jahrzehnte. Ursprünglich vor allem mit muslimischen Milieus verbunden, hat sich der Begriff inzwischen deutlich erweitert. Gemeint ist Kleidung, die bewusst auf eine stärkere Bedeckung des Körpers setzt: lange Kleider, weite Schnitte, hochgeschlossene Oberteile, lange Ärmel und häufig, wenn auch nicht notwendig, Kopfbedeckungen.²
Dabei wäre es verkürzt, diesen Trend ausschließlich religiös zu deuten. Viele Frauen, die sich für solche Kleidung entscheiden, tun dies nicht primär aus Glaubensgründen. Sie empfinden die allgegenwärtige Sexualisierung des Körpers als Belastung und suchen nach einer Form der Kleidung, die weniger Aufmerksamkeit auf Äußerlichkeiten lenkt. Andere verstehen ihre Kleidung als Ausdruck persönlicher Freiheit gegenüber den Erwartungen der Modeindustrie. Wieder andere sehen darin bewusst eine kulturelle oder religiöse Selbstverortung....Sichtbarer Glaube in einer immer mehr unsichtbar …
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Lea Hofmann teilt das
1576

Nach Schisma der FSSPX: Frankreichs altrituelle Katholiken stehen zu Papst Leo XIV.
vor 2 Stunden in Weltkirche, 14 Lesermeinungen
Gemeinschaften, die den Alten Ritus pflegen, stellen viele Freiwillige für den Papstbesuch im September.

ein zeitzeuge teilt das
1279
Alfredus .

@Franz Xaver @Elista Auch bei dem Thema Mode muss das Konzil herhalten und eine Entwicklung aufzeigen ... ! Seither und in zunehmenden Maße ist festzustellen, dass gerade Priester nicht nur ohne weißen Kragen und der Soutane sich zeigen und im Freizeit-Look unerkannt sein und so bleiben wollen ! Kardinäle und Bischöfe legen Kreuze und religiöse Zeichen ab, so macher Priester schmückt sich mit den Regenbogen-Farben und auch hier fehlen oft die Kreuze ! Der allgemeine Trend geht weiter ins Profane ... !