Sich schämen, um zu bleiben: Nach dreimonatiger Krankschreibung erklärt Sanija Ameti ihre Schüsse auf die Mutter Gottes mit dem Jesuskind zur «Dummheit ohne jede Absicht» – für wie dumm hält sie ihre Mitbürger?
Sanija Ameti will nicht von der Politik lassen. Die berühmteste Schützin des Landes gab CH Media das lange erwartete Interview. Chefredaktor Patrik Müller konnte sich zwar über den Primeur freuen. Er musste ihn aber durch die unkritische Wiedergabe von Ametis Standpunkt erkaufen. Und damit die Intelligenz seiner Leserschaft beleidigen.
Wie wenn es der EU-Rahmenvertrag nicht schon schwer genug hätte, taucht die eurotrunkene Co-Präsidentin der Operation Libero wieder in der Öffentlichkeit auf. Nach dreimonatiger Krankschreibung erklärt Sanija Ameti ihre Schüsse auf die Mutter Gottes mit dem Jesuskind zur «Dummheit ohne jede Absicht». Sie sei «nach mehreren Nachtschichten völlig übermüdet» gewesen. Warum bitte soll die kinderlose Ameti mit ihrem Schoggi-Job bei der Agentur Farner, einem gut verdienenden Mann und ein bisschen nebenberuflicher Politik Nachtschichten einschalten müssen?
Zum Ausgleich ballerte die übermüdete Chrampferin in ihrem stadteigenen Patrizierhaus auf Madonna und Christus. Ihre Begründung: «Beim Schiessen passierte etwas in meinem Kopf. […] Mein Bruder wurde umgebracht, bevor wir geflüchtet sind.» Präzis vor der Schussabgabe kam der 32-Jährigen etwas in den Sinn, das sich in ihrem ersten bis dritten Lebensjahr abgespielt haben müsste – und dies nach etwa drei Jahrzehnten. Sie sei in einem «Meer des Schmerzes» geschwommen und habe deswegen ihr Trefferbild in den sozialen Medien verbreitet.
Mit der Wut einer Muslima gegen das Christentum hätte das nichts zu tun. Denn sie habe sich «in den Medien mehrfach als Atheistin» bezeichnet. Doch im Zusammenhang mit der Initiative für ein Verhüllungsverbot erklärte sich Sanija Ameti 2021 zum «Mitglied der muslimischen Gemeinschaft». Viele Muslime in der Schweiz würden sich durch die Kampagne «beleidigt» fühlen. Für wie dumm hält Ameti ihre Mitbürger? Wie wär’s mit Eisenmangel oder dem Sternzeichen als Begründung? Die Scham ist immer noch die billigste Art, sich zu schminken. Zumal wenn die Blässe keine Schamesröte zulässt.
Christoph Mörgeli
Weltwoche online 24.12.2024
Quelle: Sich schämen, um zu bleiben: Nach dreimonatiger Krankschreibung erklärt Sanija Ameti ihre Schüsse auf die Mutter Gottes mit dem Jesuskind zur «Dummheit ohne jede Absicht» – für wie dumm hält sie ihre Mitbürger?