„Im Namen der Heiligen Dreifaltigkeit, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Ich, mit Namen Ludwig XVI., König von Frankreich, (…) übergebe meine Seele GOTT, meinem Schöpfer; ich bitte Ihn, sie in seiner Barmherzigkeit aufzunehmen, sie nicht nach ihren Verdiensten zu beurteilen, sondern nach denen unseres Herrn Jesus Christus (…). Ich sterbe in der Einheit mit unserer heiligen Mutter, der katholischen, apostolischen und römischen Kirche (…). Ich bemitleide von ganzem Herzen unsere Brüder, die im Irrtum sein mögen; aber ich maße mir nicht an, sie zu verurteilen, und ich liebe sie alle gleichermaßen in Jesus Christus, gemäß dem, was uns die Nächstenliebe lehrt. [...] Ich empfehle meinem Sohn, wenn er jemals das Unglück haben sollte, König zu werden, daran zu denken, daß er sich ganz dem Glück seiner Mitbürger widmen muß; daß er allen Haß und Groll vergessen muß, vor allem den, der mit dem Unglück und den Sorgen zu tun hat, die mir zuteil werden; daß er das Glück der Völker nicht anders erreichen kann, als sie nach den Gesetzen zu regieren (…).

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Das wahre Gesicht der Revolution

Von Mauro Faverzani* „Ich habe dem König und seiner erhabenen Familie fünf Monate lang in der Tour du Temple1 gedient; und trotz der Wachsamkeit der städtischen Beamten, die sie bewachten, konnte ich einige Erinnerungen über die wichtigsten Ereignisse niederschreiben, die sich im Inneren dieses Gefängnisses zugetragen haben“. Mit diesen Worten beginnt das Tagebuch über die Ereignisse im Temple während der Gefangenschaft von Ludwig XVI., König von Frankreich, das Jean Baptiste Antoine Houet, genannt Clery, 1798 in London verfaßt hat. Houet war zwischen dem 10. August 1792 und dem 21. Januar 1793 Kammerdiener des Monarchen und somit der einzige, der über die tatsächlichen Geschehnisse in diesen düsteren Mauern berichten konnte. Houet wurde 1759 in Jardy bei Marnes geboren. Er diente der königlichen Familie bereits in den Tuilerien bis zum Angriff der Verschwörer unter der Führung von Louis-Philippe d’Orléans2, dem Cousin des Königs, demselben Mann, der den Sturm auf die Bastille und …

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