Wer hat Angst vor Vatikan-Agenten?
In unseren Breiten wohl eher unbemerkt, könnte in Australien eine administrative Aussonderung politisch aktiver Christen auf schleichend-bürokratische Art Gestalt annehmen. Um Einfluß „ausländischer Mächte“ (lies: Volksrepublik China) auf die Gesetzgebung des Staates zu erkennen (und damit zu vermeiden), ist eine Gesetzesvorlage eingebracht worden, wonach sich Lobbyisten für ausländische Regierungen registrieren lassen müssen.Wie im Artikel Angst vor Vatikan-Agenten in der Tagespost (www.die-tagespost.de) zu lesen ist, steht nun eine Lesart des Gesetzes im Raum, wonach australische Staatsbürger katholischen Glaubens, wenn sie ihre gewählten Abgeordneten und Senatoren (z.B. gegen Genderpolitik) beeinflussen wollen, sich vorher als „Agenten einer ausländischen Regierung“ (hier: des Vatikanstaates) registrieren lassen müssen, um strafrechtliche Verfolgung zu vermeiden.
Interessanterweise wurden die Hinweise australischer Bischöfe auf diese Lesart des Gesetzes von einem Abgeordneten der Regierungspartei so beantwortet: „Wer Australien als Bürger aufbauen und nicht untergraben will, der braucht nicht besorgt zu sein“.
Eine gerade im Hinblick auf staatliche Gender- und Vielfältigkeits-Politik aufschlußreiche Stellungnahme, die Bedenken nicht verringern wird – umso mehr, als auch die punktuelle Ausserkraftsetzung des Beichtgeheimnisses bei Mißbrauchsfällen von einer Royal Commission bereits vorgeschlagen wurde.