Tina 13


Brief aus dem Jenseits Kurzfassung

Bete für mich nicht: ich bin verdammt !

Unter den Papieren einer Tochter, die als Klosterfrau jung starb, fand man folgende Niederschrift:

Ich hatte eine Freundin, Anni, (die) nach ihrer Verehelichung in ein Villenviertel von München zog . Während ich im Herbst 1937 am Gardasee meinen Urlaub verbrachte, schrieb mir meine Mutter: Denke dir, Anni N. ist gestorben. Bei einem Autounfall kam sie ums Leben. ...

Und mir träumte: Ich wollte in die Hauskapelle, als ich mit dem Fuß beim Öffnen der Zimmertür an einen Bund loser Breifblätter stieß. Sie aufheben, Annis Schrift erkennen, einen Schrei ausstoßen, war eins. ... Ihr Schreiben aus dem Jenseits setze ich Wort für Wort her, wie ich es im Traum gelesen. Es lautete also:

"Klara! Bete nicht für mich. Ich bin verdammt. Wenn ich es dir mitteile..., glaube nicht, es geschähe aus Freundschaft. Wie lieben hier niemanden mehr. Ich tue es gezwungen. Tue es als "Teil von jener Macht, die stets das Böse will, und stets das Gute schafft". In Wahrheit möchte ich auch dich in diesem Zustand landen sehen, worin ich jetzt auf ewig Anker geworfen. ... Unser Wille ist im Bösen - was ihr eben "böse" nennt - versteinert. Selbst wenn wir etwas "Gutes tun", wie ich jetzt, indem ich dir über die Hölle die Augen aufreiße, geschieht es nicht in guter Absicht.

Nach dem Plane der Eltern hätte ich eigentlich gar nicht sein sollen. Es "passierte ihnen eben ein Unglück". ... Wäre ich nicht geworden! Könnte ich mich jetzt vernichten, diesen Qualen entrinnen! Keine Wollust käme der gleich, womit ich mein Dasein zerrisse wie ein Aschengewand, daß seine Fetzen in nichts zerflattern. Aber ich muß sein. Muß so sein, wie ich mich gemacht habe: mit verfehltem Daseinsziel. ...

Recht beten hat mich niemand gelehrt. Solche Wörter, wie Beten, Messe, Weihwasser, Kirche schreibe ich mit einem inneren Ekel ohnegleichen! Ich verabscheue das wie die Kirchenspringer, alle Menschen und alle Dinge überhaupt. Denn aus allem erwächst uns Qual. Jede, beim Hinscheiden empfangene Erkenntnis, jede Erinnerung an Erlebtes und Gewußtes ist uns wie eine Stichflamme. Und alle Erinnerungen drehen uns jene Seite zu, die an ihnen Gnade war - die wir verschmähten. Wie das peinigt! - Wir essen nicht, wir schlafen nicht, wir gehen nicht mit Füßen. Seelisch angekettet starren wir mit "Heulen und Zähneknirschen" auf unser verpfuschtes Leben. Hassend und gepeinigt. Hörst du! Wir trinken hier den Haß wie Wasser. Auch gegeneinander. Am meisten hassen wir Gott. ...

Verstehst du jetzt, warum die Hölle ewig währt? Weil unsere Hartnäckigkeit nie wegschmilzt!

Gott war gegen uns barmherzig dadurch, daß er auf Erden unseren schlechten Willen nicht so sich ausleben ließ, als wir dazu bereit gewesen wären. Das hätte unsere Schuld und Strafe vergrößert. Er ließ uns vorzeitig sterben - wie mich; oder andere mildernde Umstände eintreffen.

Jetzt erweist er sich uns barmherzig, indem er uns nicht zwingt, ihm näherzutreten, als eben in diesem entfernten Höllenort, was die Qual verringert. Jeder Schritt Gott näher verursachte mir größere Pein als dir ein Schritt näher einem brennenden Scheiterhaufen. ...

Alle, die in der Hölle brennen, haben nicht gebetet oder nicht genug gebetet. Das Gebet ist der erste Schritt zu Gott. Es bleibt der entscheidende. ...

An den Einfluß des Teufels glaubte ich nie... Nur viele Gebete anderer und meiner selbst, verbunden mit Opfer und Leiden, hätten mich ihm entreißen können. Und auch das nur allmählich. Gibt es wenig äußerlich Besessene, so wimmelt es von innerlich Besessenen. ...

Ich hasse auch den Teufel. Dennoch gefällt er mir, weil er euch zu verderben sucht; er und seine Helfershelfer, die mit ihm am Anfang der Zeit gefallenen Geister. Sie zählen nach Millionen. Sie schweifen auf der Erde umher, dicht, wie ein Mückenschwarm, und ihr ahnt es kaum. Wir, die verworfenen Menschen, haben euch nicht zu versuchen, das kommt den gefallenen Geistern zu. Es vermehrt zwar ihre Qual noch jedesmal, daß sie eine Menschenseele in die Hölle herunterreißen. Aber was tut der Haß nicht! ...

Aber so ist es, wie ich einmal als Kind in einer Predigt sagen hörte, daß Gott alles Gute, das ein Mensch vollbringt, belohnt. Wenn er es im Jenseits nicht vergelten kann, tut er es auf Erden. ...

Nicht alle Seelen leiden gleichermaßen. Je boshafter undgrundsätzlicher jemand gesündigt, umso schwerer wuchtet auf ihm Gottes Verlust, würgt ihn die mißbrauchte Kreatur.

Die verdammten Katholiken leiden mehr als Andersgläubige, weil sie meist mehr Licht und Gnade empfingen und zertraten. Wer mehr gewußt hat, leidet härter, als wer weniger erkannte. Wer aus Bosheit gesündigt, leidet schärfer, als wer aus Schwäche fiel. Aber keiner leidet mehr, als er es verdient hat. ...

(Nach dem Autounfall:) Ich erwachte im Augenblick meines Hinscheidens jäh aus dem Dunkel. Sah mich wie von grellem Licht umflutet. Er war am gleichen Ort, wo meine Leiche lag. Es geschah wie im Schauspielhaus, wenn mit einem Mal die Lampen im Saale verlöschen, der Vorhang auseinanderrauscht, schaurig beleuchtet, eine ungeahnte Szenerie sich auftut. Die Szenerie meines Lebens. Wie in einem Spiegel zeigte meine Seele sich mir selbst. Die zertretenen Gnaden von Jugend auf, bis zum letzten "Nein" Gott gegenüber. Mir war zumute wie einem Mörder, dem während der Gerichtsverhandlung sein entseeltes Opfer vorgeführt wird.

Bereuen? - Nie!

Mich schämen? Nie!

Aber auch auszuhalten vermochte ich es nicht unter den Augen des von mir verworfenen Gottes. So blieb nur eines, die Flucht... Wie Kain floh vor Abels Leiche, so riß es meine Seele vor diesem Anblick des Grauens hinweg.

Das war das besondere Gericht!

Ich selbst riß mich los von Gott.

Zurück? Niemals! Nein!"

Xxxxxxx

Brief aus dem Jenseits Originaltext
Bete für mich nicht: ich bin verdammt !
Unter den Papieren einer Klosterfrau, die jung starb, fand sich folgende Niederschrift:
Ich hatte eine Freundin. Das heißt, wir standen uns nahe vom gleichen kaufmännischen Büro hier in München, wo wir nebeneinander arbeiteten. Als sich Anni später verheiratete, habe ich sie nie mehr gesehen. Es herrschte ja im Grunde von jeher mehr Freundlichkeit als Freundschaft zwischen uns. So vermisste ich sie eigentlich wenig, als sie nach ihrer Verehelichung in ein Villenviertel von München zog, das weit von meiner Behausung entfernt lag.
Während ich im Herbst 1937 am Gardasee meinen Urlaub verbrachte, schrieb mir meine Mutter gegen Ende der zweiten Septemberwoche: „Denke dir, Anni N. ist gestorben. Bei einem Autounfall kam sie ums Leben. Gestern wurde sie im Waldfriedhof beerdigt”. Diese Nachricht erschreckte mich. Ich wusste, dass Anni nie recht religiös gewesen. War sie, als Gott sie plötzlich abrief, vorbereitet?
Am folgenden Morgen besuchte ich in der Hauskapelle der Schwesternpension, wo ich wohnte, die hl. Messe für sie, betete innig für ihre Seelenruhe und opferte auch die hl. Kommunion nach dieser Meinung auf. Aber den ganzen Tag verspürte ich ein gewisses Unbehagen, das sich gegen Abend noch steigerte
Ich schlief unruhig. Schließlich erwachte ich wie von einem heftigen Pochen. Ich drehte das Licht an. Die Uhr auf dem Nachttischchen zeigte 10 Minuten nach Mitternacht. Doch nichts war zu sehen. Kein Laut ging im Hause. Nur die Wogen des Gardasees klatschten eintönig an die Ufermauern des Pensionsgartens. Vom Wind war nichts zu hören. Und doch hatte ich beim Erwachen, außer dem Pochen, ein windförmiges Geräusch zu vernehmen geglaubt, ähnlich dem, wenn mir mein Chef im Büro übelgelaunt einen lästigen Brief aufs Pult wirft.
Ich besann mich einen Augenblick, ob ich aufstehen sollte. Ach was, sagte ich mir entschieden: „Das ist deine überhitzte Phantasie vom Todesfall her”. Ich wandte mich um, betete einige „Vaterunser” für die Armen Seelen und schlief wieder ein. Und mir träumte:
Ich sei am Morgen gegen 6 Uhr aufgestanden und wollte in die Hauskapelle, als ich mit dem Fuß beim Öffnen der Zimmertür an einen Bund loser Briefblätter stieß. Sie aufheben, Annis Schrift erkennen, einen Schrei ausstoßen, war eins. Zitternd hielt ich die Blätter in Händen. Ich begriff, dass ich in dieser Stimmung kein „Vaterunser” über die Lippen brächte. Zudem überfiel mich ein erstickendes Gefühl.
So wusste ich nichts Besseres zu tun, als ins Freie zu flüchten. Ich ordnete etwas das Haar, steckte den Brief ins Täschchen und verließ das Haus. Draußen klomm ich den Weg empor, der sich jenseits der Autostraße, der berühmten ‘Gardesana’, zwischen Ölbäumen, Villengärten und Lorbeerstauden bergan windet.
Der Morgen stieg leuchtend herauf. Sonst sog ich hier alle hundert Schritte den herrlichen Ausblick ein, der sich von hier auf den See und die märchenschöne Gardainsel bietet. Die sprichwörtliche Bläue des Wassers labte mich immer wieder. Und wie ein Kind den Großvater, so staunte ich sonst den grauen Monte Baldo an, der sich am anderen Ufer langsam emporhebt von den 64 Metern Seespiegelhöhe bis über 2200.
Jetzt hatte ich für all dies kein Auge. Mechanisch ließ ich mich nach einer Viertelstunde Wegs auf eine Bank fallen, die an zwei Zypressen lehnte, wo ich noch am Vortage belustigt Federers „Jungfer Therese” gelesen. Zum erstenmal empfand ich nun die Zypressen als Totenbäume, als was sie mich im Süden, wo sie häufig vorkommen, vordem nie angemutet.
Ich griff nach dem Brief. Die Unterschrift fehlte. Aber es war unverkennbar Annis Schrift. Selbst der weit ausgreifende ‘S’-Schnörkel und das französisch geformte ‘T’ fehlten nicht, das sie sich, um Herrn Gr. zu ärgern, im Büro angeeignet hatte. Der Stil war nicht der ihre. Wenigstens sprach sie nicht wie gewöhnlich. Denn sie verstand ungemein liebenswürdig zu plaudern und aus blauen Augen neben ihrem niedlichen Stumpfnäschen zu lachen. Nur wenn wir über religiöse Fragen stritten, konnte sie giftig werden und dem harten Tonfall dieses Briefes verfallen. (Ich bin jetzt selbst in die aufgepeitschte Sprechweise ihres Briefes hineingekommen). Ihr Schreiben aus dem Jenseits setze ich Wort für Wort her, wie ich es im Traum gelesen. Es lautete also:

Klara, bete nicht für mich!
Klara! Bete nicht für mich. Ich bin verdammt! Wenn es dir mitteile und dir des längern darüber berichte, glaube nicht, es geschehe aus Freundschaft. Wir lieben hier niemand mehr. Ich tue es wie gezwungen. Tue es als ‘Teil von jener Macht, die stets das Böse will, und stets das Gute schafft’.
In Wahrheit möchte ich auch dich in diesem Zustand landen sehen, worin ich jetzt auf ewig Anker geworfen. Sei nicht verdutzt über diese Absicht. Wir denken hier so. Unser Wille ist im Bösen – was ihr eben ‘böse’ nennt – versteinert. Selbst wenn wir etwas ‘Gutes tun’, wie ich jetzt, indem ich dir über die Hölle die Augen aufreisse, geschieht es nicht in guter Absicht.
Erinnerst du dich noch, vor vier Jahren lernten wir uns in München kennen. Du zähltest 23 und warst ein halbes Jahr in dem Büro, als ich dort eintrat. Du halfst mir oft aus der Verlegenheit; gabst mir als Anfängerin manch guten Wink. Aber was heißt ‘gut’! – Ich lobte damals deine ‘Nächstenliebe’. Lächerlich! Dein Helfen entsprang reiner Großtuerei, wie ich übrigens schon damals vermutete. – Wir anerkennen hier nichts Gutes. An niemand.

Jugendliche Jahre
Meine Jungendzeit kennst du. Einige unerzählte Lücken fülle ich hier aus. Nach dem Plane der Eltern hätte ich eigentlich gar nicht sein sollen. Es ‘passierte ihnen eben ein Unglück’. Meine beiden Schwestern zählten bereits 14 und 15 Jahre, als dem Licht zustrebte. Wäre ich nicht geworden! Könnte ich mich jetzt vernichten, diesen Qualen entrinnen! Keine Wollust käme der gleich, womit ich mein Dasein zerrisse wie ein Aschengewand, dass seine Fetzen in nichts zerflattern. Aber ich muss sein. Muss so sein, wie ich mich gemacht habe: mit verfehltem Daseinsziel.
Als Vater und Mutter, noch ledig, vom Lande in die Stadt gezogen waren, hatten beide die Fühlung mit der Kirche verloren. Es war auch besser so. Sie schlossen sich kirchlich ungebundenen Kreisen an. Bei einem Tanzvergnügen lernten sie sich kennen und ‘mussten’ ein halbes Jahr später heiraten.
Bei der Trauung ist an ihnen nur so viel Weihwasser hängengeblieben, dass es die Mutter ein paarmal jährlich zur Sonntagsmesse in die Kirche zog. Recht beten hat sie mich nie gelehrt. Sie ging auf in Sorgen des Alltags, trotzdem unsere Lage nicht drückend war.
Solche Wörter wie Beten, Messe, Weihwasser, Kirche schreibe ich mit einem inneren Ekel ohnegleichen! Ich verabscheue das wie die Kirchenspringer, alle Mensch und Dinge überhaupt. Denn aus allem erwächst uns Qual. Jede beim Hinschied empfangene Erkenntnis, jede Erinnerung Erlebtes und Gewusstes ist uns eine Stichflamme. Und alle Erinnerungen drehen jene Seite uns zu, die an ihnen Gnade war. Die wir verschmähten. Wie das peinigt!
– Wir essen nicht, wir schlafen nicht, wir gehen nicht mit Füßen. Seelisch angekettet, starren wir mit „Heulen und Zähneknirschen” auf unser verpfuschtes Leben. Hassend und gepeinigt. Hörst du! Wir trinken hier den Hass wie Wasser. Auch gegeneinander.
Am meisten hassen wir Gott. Ich will es dir begreiflich machen. Die Seligen im Himmel müssen ihn lieben. Denn sie schauen ihn schleierlos in seiner blendenden Schönheit. Das beseligt sie unbeschreiblich. Wir wissen das und diese Erkenntnis macht uns rasend.
Die Menschen auf Erden, die Gott aus Schöpfung und Offenbarung erkennen, können ihn lieben; gezwungen sind sie nicht. Der Gläubige – knirschend schreibe ich es nieder – der sinnend Christus am Kreuze ausgespannt betrachtet, wird ihn lieben. Wem aber Gott nur nahetritt als der Strafende, Rächende, Gerechte, einst von uns Verworfene, im Ungewitter, wie uns: der haßt ihn. Mit der vollen Wucht seines bösen Willens. Ewig. Kraft des freiwilligen Entschlusses, von Gott abgewandt zu sein, womit wir unsere Seele sterbend ausgehaucht. Und den wir auch jetzt nicht zurückziehen und nie werden zurückziehen wollen.
Verstehst du jetzt, warum die Hölle ewig währt? Weil unsere Hartnäckigkeit nie wegschmilzt!

Gottes Barmherzigkeit den Verdammten gegenüber
Gezwungen füge ich bei, dass Gott selbst gegen uns auch barmherzig ist. Ich sage ‘gezwungen’. Denn schreibe ich diesen Brief auch gewollt, ist es mir doch nicht gestattet zu lügen, wie ich gerne möchte. Vieles bringe ich gegen meinen Willen zu Papier. Auch die Flut der Schmähungen, die ich ausspielen wollte, muss ich herunterwürgen.
Gott war gegen uns barmherzig dadurch, dass er auf Erden unsern schlechten Willen nicht so sich ausleben ließ, als wir dazu bereit gewesen wären. Das hätte unsere Schuld und Strafe vergrößert. Er ließ uns vorzeitig sterben, wie mich, oder andere mildernde Umstände eintreten. Jetzt erweist er sich gegen uns barmherzig, indem er uns nicht zwingt, ihm näher zu treten, als eben in diesem entfernten Höllenort, was die Qual verringert.
Jeder Schritt Gott näher verursachte mir größere Pein als dir ein Schritt näher einem brennenden Scheiterhaufen. Du hast dich entsetzt, als ich dir auf einem Spaziergang einst erzählte, mein Vater habe wenige Tage vor meiner Erstkommunion bemerkt: ‘Sorg, Annerl, dass du ein hübsches Kleid bekommst; das andere ist doch alles Schwindel’. Ich hätte mich ob deinem Schreck fast selbst geschämt. Jetzt lache ich darüber.
Das einzige Vernünftige bei dem Schwindel war, dass man uns erst mit zwölf Jahren zur Kommunion zuließ. Ich war damals bereits eingenommen genug von Weltlustigkeit, dass ich das Religiöse leichten Herzens hintansetzte; mir aus der Kommunion nicht viel machte. Dass manche Kinder jetzt schon mit sieben Jahren zur Kommunion gehen, versetzt uns in Wut. Wir tun alles, den Leuten weiszumachen, es fehle den Kindern an Verständnis dafür. Sie müssen erst einige Todsünden begangen haben! Dann schadet ihnen der weiße Herrgott nicht mehr so, wie wenn Glaube, Hoffnung und Liebe – Pfui darüber! – noch von der Taufe im Kindesherzen lebendig sind. Erinnerst du dich, dass ich diesen Standpunkt schon auf Erden vertreten?

Erinnerung an den Vater
Ich erwähnte meinen Vater. Er lag mit der Mutter oft im Streit. Ich habe es dir nur selten angetönt; ich schämte mich darob. Lächerliches Ding, die Scham! Uns ist hier alles gleich. Sie schliefen auch nicht mehr im selben Zimmer, sondern ich bei der Mutter; Vater in der Kammer nebenan, wo er jederzeit nachts heimkommen konnte. Er trank viel und vertrank unser ganzes Vermögen. Die beiden Schwestern waren in Stellung und brauchten ihr Geld selber, sagten sie. Die Mutter begann zu verdienen.
Im letzten Lebensjahr hat Vater die Mutter oft geschlagen, wenn sie ihm nichts geben wollte. Gegen mich war er immer lieb. Eines Tages – das habe ich dir erzählt, und du hast dich damals über meine Verwöhntheit geärgert; worüber hast du dich an mir nicht geärgert! – eines Tages also trug er sogar zweimal gekaufte Schuhe wieder zurück, sie umzutauschen, weil mir Form und Absätze nicht modern genug waren.
In der Nacht, wo ein Schlaganfall meinen Vater zu Tode traf, geschah etwas, das ich aus Angst vor einer unliebsamen Auslegung dir nie anvertrauen mochte. Doch nun sollst du es wissen. Es ist schon darum denkwürdig, weil ich damals zum ersten Male von meinem jetzigen Quälgeist angesprochen wurde.
Ich schlief in der Kammer bei meiner Mutter. Ihre regelmäßigen Atemzüge verrieten ihren tiefen Schlaf. Da hörte ich mich plötzlich beim Namen rufen. Eine unbekannte Stimme spricht: „Was ist, wenn der Vater stirbt!” Ich liebte den Vater nicht mehr, seit er die Mutter so grob behandelte; wie ich überhaupt schon damals eigentlich niemand liebte, sondern nur an einigen hing, die gut zu mir waren. – Liebe ohne Aussicht auf irdischen Gegengewinn lebt nur in den Seelen, die im Stand der Gnade sind. Das war ich nicht. So antwortete ich auf die geheimnisvolle Anrede, ohne mir Rechenschaft zu geben, woher sie kam: „Er stirbt doch nicht!”
Nach einer kurzen Pause wiederum dieselbe klar vernommene Frage. – „Er stirbt doch nicht!” entfuhr es mir abermals unwirsch. Zum dritten Male wurde ich aufgefordert: „Was ist, wenn der Vater stirbt?” Mir schwebte vor Augen, wie Vater oft angetrunken heimkam, lärmte, die Mutter misshandelte, wie er uns vor den Leuten in eine missliche Lage gebracht. So schrie ich trotzig „Dann ist es recht!” – Da wurde alles still.
Am folgenden Morgen, als Mutter in Vaters Zimmer aufräumen wollte, fand sie die Tür verschlossen. Gegen Mittag brach man auf. Der Vater lag halb angekleidet auf dem Bett, als Leiche: Beim Bierholen im Keller muss er sich erkältet haben. Er kränkelte schon seit langem.

Mädchenbund
Martha K. und du bewogen mich, dem Mädchenbund beizutreten. Ich habe zwar nie ein Hehl daraus gemacht, dass ich die Belehrungen der beiden Leiterinnen, der Damen X, reichlich pfarrermäßig fand. Die Spiele waren unterhaltsam. Ich behauptete dabei bald, wie du weißt, eine führende Rolle. Das behagte mir. Auch die Ausflüge gefielen mir.
Ich ließ mich selbst einige Male bewegen, zur Beichte und Kommunion zu gehen. Eigentlich hatte ich nichts zu berichten. Gedanken und Reden fielen bei mir nicht auf die Waagschale... Zu gröberer Taten war ich noch nicht weit genug. Du mahntest mich einmal: „Anni, wenn du nicht betest, gehst du verloren!” Ich betete freilich wenig. Und auch das nur ungern. Du hattest nun allerdings recht. Alle, die in der Hölle brennen, haben nicht gebetet oder nicht genug gebetet. Das Gebet ist der erste Schritt zu Gott. Es bleibt der entscheidende. Besonders das Gebet zu derjenigen, die Christi Mutter war, deren Namen wir nicht nennen. Die Andacht zu ihr entreißt dem Teufel zahlreiche Seelen, die ihm die Sünde unfehlbar in die Hände gespielt hätte.

Beten – ist das Leichteste
Wütend fahre ich fort – weil ich muss – : Beten ist das Leichteste, was der Mensch tun kann auf Erden. Und gerade an dieses Leichteste hat Gott das Heil geknüpft. Wer beharrlich betet, dem gibt er allmählich so viel Licht, stärkt ihn dermaßen, dass sich auch der versumpfteste Sündenbock schließlich endgültig erheben kann. Und steckte er bis zum Halse im Schlamme. Ich habe in den letzten Lebensjahren überhaupt nicht mehr recht gebetet und so mich der Gnaden beraubt, ohne die niemand selig wird.
Hier erhalten wir keine Gnade mehr. Doch selbst, wenn wir sie erhielten, hohnlachend wiesen wir sie zurück. Alle Schwankungen des Erdendaseins haben im Jenseits aufgehört. Bei euch auf Erden kann der Mensch vom Stand der Sünde in den Stand der Gnade rutschen. Von der Gnade in die Sünde fallen. Oft aus Schwäche; zuweilen aus Bosheit. Mit dem Tod hat dieses in der Unvollkommenheit des irdischen Menschen fußende Auf- und Abtanzen ein Ende gefunden. Der Endzustand ist erreicht.
Schon mit den zunehmenden Jahren werden die Sprünge kleiner. Es ist wahr, bis zum Tode kann man sich Gott zuwenden oder ihm den Rücken kehren. Doch fast zwangsläufig entschließt sich der Mensch mit den letzten, verzitternden Willensregungen vor dem Verscheiden so, wie er es im Leben gewohnt war. Gute oder böse Gewohnheit ward zur zweiten Natur. Diese reisst ihn fort.
So auch mich. Ich lebte seit Jahren von Gott abgekehrt. So entschied ich mich beim letzten Gnadenruf gegen Gott. Nicht, dass ich oft sündigte, ward mir zum Verhängnis, sondern dass ich nicht mehr aufstehen wollte. Du hast mich mehrmals zum Anhören der Predigt und zum Lesen frommer Bücher gemahnt. Ich fände keine Zeit dazu, lautete regelmäßig mein Bescheid. Hätte ich meine innere Unsicherheit noch vermehren sollen?
Ich muss übrigens feststellen: als es einmal so weit war, wie kurz vor meinem Austritt aus dem Mädchenbund, da wäre es mir ungeheuer schwer gefallen, einen anderen Weg einzuschlagen. Ich fühlte mich unsicher und unglücklich. Doch vor der Umkehr starrte eine Mauer. Das musst du nicht erkannt haben. Du hast es dir so einfach vorgestellt, da du einmal sagtest: „Leg doch eine gute Beicht ab, Anni, und alles ist wieder gut!” Ich ahnte, dass es so wäre. Aber Welt, Teufel und Fleisch hielten mich schon zu fest in den Klauen.

An den Einfluss des Teufels glaubte ich nie
An den Einfluss des Teufels glaubte ich nie. Und jetzt bezeuge ich, dass er solche Menschen, wie ich damals einer war, gewaltig beeinflusst. Nur viele Gebete anderer und meiner selbst, verbunden mit Opfer und Leiden, hätten mich ihm entreißen können.Und auch das nur allmählich. Gibt es wenig äußerlich Besessene, so wimmelt es von innerlich Besessenen. Der Teufel kann denen, die sich seinem Einfluss hingeben, den freien Willen nicht rauben. Doch zur Strafe für ihren gleichsam grundsätzlichen Abfall von Gott lässt dieser es zu, dass der ‘Böse’ sich in ihnen einnistet.
Ich hasse auch den Teufel. Dennoch gefällt er mir, weil er euch zu verderben sucht; er und seine Helfershelfer, die mit ihm am Anfang der Zeit gefallenen Geister. Sie zählen nach Millionen. Sie schweifen auf der Erde umher, dicht wie ein Mückenschwarm, und ihr ahnt es kaum. Wir, die verworfenen Menschen, haben euch nicht zu versuchen; das kommt den gefallenen Geistern zu. Es vermehrt zwar ihre Qual noch jedesmal, dass sie eine Menschenseele in die Hölle herunterreissen. Aber was tut der Hass nicht!
Trotzdem ich gottferne Pfade beschritt, ging Gott mir nach. Ich ebnete der Gnade den Weg durch natürliche Liebesdienste, die ich durch Neigung meines Naturells nicht selten verrichtete.
Zuweilen lockte mich Gott in eine Kirche. Da empfand ich es wie Heimweh. Als ich die kränkelnde Mutter pflegte, trotz der Arbeit im Büro tagsüber, und mich wirklich einigermaßen aufopferte, wirkten diese Lockungen Gottes mächtig. Einmal, in der Spitalkirche, wohin du mich über die Mittagszeit mitgenommen, überkam es mich so, dass es nur einen Schritt zu meiner Bekehrung gebraucht hätte. Ich weinte. Aber dann flutete die Weltfreude wieder über die Gnade hinweg. Der Weizen erstickte in den Dornen.
Mit der Erklärung, Religion sei Gefühlssache, wie es im Geschäft immer hieß, schob ich auch diese Gnadenerneuerung, gleich den übrigen, unter den Tisch. Du hast mich einmal getadelt, weil ich, anstatt einer Kniebeugung bis zum Boden, nur einen formlosen Knicks machte, du hieltest dies für Trägheit, schienst nicht zu vermuten, dass ich bereits damals nicht mehr an die Gegenwart Christi im Sakrament glaubte. Jetzt glaube ich daran, aber rein natürlich, so wie man an ein Ungewitter glaubt, wovon man die Folgen wahrnimmt.

Ich habe mir selbst eine Religion zurechtgelegt
Inzwischen hatte ich mir selbst eine Religion zurechtgelegt. Ich hielt zur Ansicht, die bei uns im Geschäft gang und gäbe war, die Seele erstehe nach dem Tode in einem anderen Wesen. So wandre sie endlos weiter (Reinkarnation). Damit war die bange Frage nach dem Jenseits zugleich untergebracht und mir unschädlich gemacht.
Warum hast du mich nicht ans Gleichnis vom reichen Prasser und armen Lazarus erinnert, die der Erzähler, Christus, unverzüglich nach dem Tode, den einen zur Hölle, den andern zum Paradies fahren lässt? Aber was hättest du erreicht. Nicht mehr als mit deinen anderen bigotten Reden (Luk 16,19).
Allmählich bastelte ich mir selbst einen Gott zurecht; ausgestattet genug, um ‘Gott’ zu heißen; mir fern genug, um keine Beziehungen zu ihm unterhalten zu müssen; verschwommen genug, um sich nach Bedürfnis, ohne meine Religion zu wechseln, zum pantheistischen ‘Weltgott’ ausdehnen oder zum deistischen ‘Hagestolz ’ verdichten zu lassen.
Dieser ‘Gott’ hatte mir keinen Himmel zu schenken und keine Hölle zu verabfolgen. Ich ließ ihn in Ruhe. Darin bestand meine Anbetung an ihn. ‘Was man liebt, das glaubt man gern!’ Im Lauf der Jahre hielt ich mich ziemlich von meiner Religion überzeugt. Es ließ sich damit leben. Nur eines hätte ihr das Genick gebrochen: ein tiefes langes Leid. Und dieses Leid kam nicht! Verstehst du jetzt, was es heißt: „Wen Gott liebt, den schlägt er?”

Der Freundin den Buben ausgespannt
Es war an einem Sommertag im Juli, als der Mädchenbund einen Ausflug nach A. veranstaltete. Der Ausflug wäre mir schon recht gewesen. Aber das blöde Gerede und fromme Getue! Ein anderes Bild als das der Gnadenmutter von A. stand seit kurzem auf dem ‘Altar’ meines Herzens: der flotte Max N. vom Kaufhaus nebenan. Wir hatten kurz vorher mehrmals miteinander geschäkert. Eben für jenen Sonntag hatte er mich zu einem Ausflug eingeladen. Die, mit der er gewöhnlich ging, lag im Krankenhaus.
Er hatte wohl gemerkt, dass ich ein Auge auf ihn geworfen. Ihn zu heiraten dachte ich damals noch nicht. Er war zwar wohlhabend, aber mir zu freundlich gegen alle möglichen Mädchen. Und ich wollte bis dahin immerhin noch einen Mann, der mir allein gehörte: nicht nur Frau, sondern einzige Frau sein. Ein gewisser natürlicher Abstand blieb ja stets eigen.
Beim erwähnten Sonntagsausflug überbot sich Max in Liebenswürdigkeiten. Keine pfäffischen Gespräche wurden geführt wie bei euch. Andern Tags, im Büro, hast du mir Vorwürfe gemacht, weshalb ich nicht mit euch nach A. gegangen. Ich schilderte dir mein Sonntagsvergnügen. Deine erste Frage lautete: „Warst du in der Messe?” – Närrin, wie konnte ich, da die Abfahrt schon auf 6 Uhr verinbart war!
Weißt du noch, wie ich gereizt hinzufügte: „Der liebe Gott denkt nicht so kleinlich wie eure Pfaffen!” Jetzt muss ich bekennen: Gott nimmt es bei all seiner endlosen Güte genauer als sie alle.
Nach jenem ersten Ausflug mit Max kam ich noch einmal in den Bund. An Weihnachten für die Feier. Es zog mich manches zurück. Aber innerlich war ich euch schon entfremdet. Kino, Tanz, Ausflüge, eins folgte aufs andere. Max und ich zerstritten uns zwar einige Male. Doch ich wusste ihn immer wieder an mich zu fesseln.
Äußerst lästig fiel mir die Nebenbuhlerin, die, aus dem Spital zurückgekehrt, sich wie rasend gebärdete. Eigentlich zu meinem Glück, denn meine vornehme Ruhe machte mächtigen Eindruck auf Max und gab schließlich den Ausschlag, mich vorzuziehen. Ich hatte es verstanden, sie bei ihm schlecht zu machen, kühl redend; äußerlich sachlich, innerlich Gift speiend. Solche Gefühle und solches Tun bereiten trefflich auf die Hölle vor. Sie sind teuflisch im besten Sinn des Wortes.
Warum erzähle ich das? Um zu berichten, wie ich von Gott endgültig loskam. Nicht dass es übrigens sehr oft zu letzten Vertraulichkeiten zwischen mir und Max gekommen wäre. Ich begriff, dass ich mich in seinen Augen herabsetzte, wenn ich mich vor der Zeit austrinken ließe. Deshalb hielt ich zurück.
Aber an sich war ich, sooft ich es für nützlich erachtete, jederzeit zu allem bereit. Ich musste Max erobern. Dazu war nichts zu teuer. Zudem liebten wir uns allmählich, da wir beide manch wertvolle Eigenschaften besaßen, die wir aneinander achten konnten. Ich war gewandt, tüchtig, gute Gesellschafterin. So bekam ich Max fest in die Hand. dass ich ihn wenigstens in den letzten Monaten vor der Heirat, allein besaß.
Darin bestand mein Abfall von Gott, ein Geschöpf zu meinem Abgott zu erheben. Nirgends kann das so allumfassend geschehen wie bei der Liebe zu einem Menschen des anderen Geschlechts, falls diese Liebe im Irdischen stecken bleibt. Das macht ihren Reiz aus, ihren Stachel und ihr Gift.
‘Die Anbetung’ die ich Max zollte, wurde mir zur gelebten Religion. Es war die Zeit, wo ich im Büro giftig über Kirchenspringen, Geistliche, Ablässe, Rosenkranzgeplapper und ähnlichen Krimskram herfiel. Du hast dich mehr oder weniger geistreich bemüht, diese Dinge in Schutz zu nehmen, scheinbar nicht ahnend, dass es sich bei mir zutiefst gar nicht um diese Dinge drehte, dass ich vielmehr einen Stützpunkt gegen mein Gewissen suchte – ich brauchte ihn damals noch –, um meinen Abfall auch verstandesmäßig zu rechtfertigen.
Im Grunde revoltierte ich gegen Gott. Das sahst du nicht ein. Du hieltest mich immer noch für katholisch. Ich wollte auch so heißen; zahlte sogar die Kirchensteuer. Eine gewisse ‘Rückenversicherung’ konnte ja nicht schaden, dachte ich. Deine Antworten mochten zuweilen treffend sein. An mir glitten sie ab, weil du nicht recht haben durftest!
Angesichts dieser zerschnittenen Beziehungen war unser Trennungsschmerz gering, als wir durch meine Verheiratung auseinanderkamen.

Endgültiger Weggang von Gott
Vor der Trauung beichtete ich noch einmal und kommunizierte. Es war eben vorgeschrieben. Ich und mein Mann dachten hierin gleich. Warum sollten wir diese Förmlichkeit nicht erledigen? Wir erledigten sie wie eine andere Förmlichkeit. Ihr nennt das unwürdig. Nach jener ‘unwürdigen Kommunion’. Kommunion hatte ich mehr Ruhe im Gewissen. Es war übrigens die letzte.
Unser Eheleben verlief im allgemeinen recht harmonisch. Wir waren in allen Punkten so ziemlich derselben Meinung. Auch darin, dass wir uns die Last von Kindern nicht aufbürden wollten. Im Grunde hätte zwar mein Mann gerne eines gehabt – natürlich nicht mehr. Ich wusste ihn schließlich auch davon abzubringen. Kleider, feine Möbel, Teestuben, Autofahrten und ähnliche Zerstreuungen lagen mir näher. Es war ein vergnügtes Erdenjahr zwischen der Trauung und meinem jähen Tode.
Jeden Sonntag fuhren wir aus oder machten Besuche bei Verwandten des Mannes. (Meiner Mutter schämte ich mich jetzt). Diese schwammen genau so an der Oberfläche des Daseins wie wir.
Innerlich fühlte ich mich freilich nie glücklich, mochte ich äußerlich noch so lachen. Es nagte immer ein unbestimmtes ‘Etwas’ an mir. Ich hätte gewollt, dass nach dem Tode, der selbstredend noch lange ausbleiben sollte, alles aus wäre.
Aber so ist es, wie ich einmal als Kind in einer Predigt sagen hörte, dass Gott alles Gute, das ein Mensch vollbringt, belohnt. Wenn er es im Jenseits nicht vergelten kann, tut er es auf Erden.
Ich machte unerwartet eine Erbschaft (von Tante Lotte). Meinem Mann glückte es, sein Gehalt bedeutend zu vermehren. Ich konnte unsere neue Wohnung reizend einrichten. Das Religiöse dämmerte nur noch ferne. Die Kaffeehäuser in der Stadt, die Hotels, wo wir auf Reisen einkehrten, brachten uns Gott nicht nahe. Alle, die dort verkehrten, lebten wie wir, von außen nach innen, nicht von innen nach außen.
Besuchten wir auf Ferienreisen einen berühmten Dom, suchten wir uns am bloßen Kunstgehalt der Meisterwerke zu laben. Den religiösen Hauch, den sie, besonders die mittelalterlichen, ausstrahlten, verstand ich dadurch zu neutralisieren, dass ich mich über irgend einen Nebenumstand der Besichtigung zu ärgern verstand. Einen unsauber gekleideten oder unbeholfenen Klosterbruder, der uns führte: – den ‘Skandal’, dass fromm sein wollende Mönche Likör verkaufen; das ewige Gebimmel zum Gottesdienst, wo es doch nur ums Geldmachen gehe.

Hölle?
So wusste ich die Gnade, sooft sie anklopfte, immer wieder abzuweisen. Besonders ließ ich meinem Unmut freien Lauf bei gewissen altertümlichen Höllendarstellungen, auf Friedhöfen oder anderswo, wo der Teufel die Seelen in Rot- und Weißglut röstet, und seine Genossen mit langen Schwänzen ihm neue Opfer herbeischleppen.
Klara, die Hölle kann verzeichnet, sie kann nicht übertrieben werden! Das Höllenfeuer habe ich stets besonders aufs Korn genommen. Du weißt, wie ich dir bei einem Gespräch darüber einst ein Streichholz unter die Nase hielt und höhnte: Riecht es so? Du bliesest die Flamme rasch aus. Hier löscht sie niemand. Ich sage dir: Feuer, wovon die Bibel spricht, heißt nicht Gewissensqual. Feuer heißt ‘Feuer’. Es ist wörtlich zu verstehen, was jener gesagt hat: „Weichet von mir, ihr Verfluchten, ins ewige Feuer!” Wörtlich!
Wie kann der Geist vom stofflichen Feuer berührt werden, fragst du. Wie kann auf Erden deine Seele leiden, wenn du den Finger in die Flamme hältst? Es brennt ja auch nicht die Seele; doch welche Qual verspürt der ganze Mensch! Ähnlich sind wir hier seelisch ans Feuer gebunden, unserem Wesen nach und unseren Fähigkeiten nach. Unsere Seele entbehrt ihres natürlichen Flügelschlages: wir können nicht denken, was wir wollen und nicht wie wir wollen.
Schau nicht blöd auf diese Zeilen; denn dieser Zustand, der euch nichts sagt, versengt mich, ohne mich zu verzehren. Unsere größte Qual besteht darin, genau zu wissen, dass wir Gott nie schauen werden. Wie das peinigen kann, da es einem auf Erden so gleichgültig? – Solange das Messer auf dem Tisch liegt, lässt es einen kalt. Man sieht seine Schärfe; fühlte sie nicht. Doch führe das Messer ins Fleisch und du schreist auf vor Schmerz. Jetzt fühlen wir Gottes Verlust; vorher sahen wir ihn nur.
Nicht alle Seelen leiden gleichermaßen. Je boshafter und grundsätzlicher jemand gesündigt, um so schwerer wuchtet auf ihm Gottes Verlust, würgt ihn die missbrauchte Kreatur. Die verdammten Katholiken leiden mehr als Andersgläubige, weil sie meist mehr Licht und Gnade empfingen und zertraten. Wer mehr gewusst hat, leidet härter, als wer weniger erkannte. Wer aus Bosheit gesündigt, leidet schärfer, als wer aus Schwäche fiel. Aber keiner leidet mehr, als er es verdient hat. Oh, dass dies nicht wahr wäre, so dass ich einen Grund zum Hassen hätte!
Du hast mir einmal gesagt, niemand komme in die Hölle, ohne es zu wissen. Einer Heiligen sei dies geoffenbart worden. Ich lachte darüber, verschanzte mich aber dann doch wieder hinter diese Erklärung. So wird nötigenfalls Zeit genug zu einer Schwenkung bleiben, sagte ich mir im stillen.
Der Ausspruch stimmt. Ich kannte vor meinem jähen Ende die Hölle zwar nicht so, wie sie ist. Kein Irdischer kennt sie. Aber ich war mir genau bewusst: Wenn du stirbst, gehst du gegen Gott ins Jenseits hinüber. Du wirst die Folgen tragen. Ich machte nicht kehrt, wie schon gesagt, fortgespült von der Gewohnheit. Aus jener Gleichmäßigkeit heraus, mit der die Menschen je älter, je mehr handeln.

Mein Tod
Mein Tod trat so ein. Vor einer Woche wars – ich spreche nach eurer Zählung, denn am Schmerz gemessen, könnte ich ebensogut schon 10 Jahre in der Hölle brennen – vor einer Woche also machten mein Mann und ich an einem Sonntag den für mich letzten Ausflug. Strahlend war der Tag angebrochen. Ich fühlte mich wohl wie selten. Ein unheimliches Glücksgefühl durchrieselte mich. Da plötzlich, bei der Heimfahrt, wurde mein Mann von einem heranbrausenden Auto geblendet. Er verlor die Führung.
Jessses (= Jesus!) – durchzuckte es mich. Nicht als Gebet, nur als Schrei. Ein zerquetschter Schmerz presste mich zusammen. – Verglichen mit den jetzigen, eine Bagatelle. Dann schwanden mir die Sinne.
Seltsam, an jenem Morgen war in mir unerklärlicherweise der Gedanke aufgestiegen: Du könntest wieder einmal in die Messe. Es klang wie ein Flehen. Klar und bestimmt schnitt mein „Nein” den Gedankenfaden ab. „Damit muss endlich Schluss gemacht werden. Ich übernehme alle Folgen”. Jetzt trage ich sie.
Was nach meinem Tode geschah, wirst du wissen. Das Schicksal meines Mannes, das meiner Mutter, was mit meiner Leiche vorging und der Hergang meines Begräbnisses sind mir in den Einzelheiten durch natürliche Erkenntnis, die wir hier haben, bekannt.
Was sonst auf Erden vorgeht, wissen wir nur verschwommen. Was uns aber irgendwie nahelag, kennen wir. So sehe ich auch deinen Aufenthalt.
Ich selber erwachte im Augenblick meines Hinscheidens jäh aus dem Dunkel. Sah mich wie von grellem Licht umflutet. Es war am gleichen Ort, wo meine Leiche lag. Es geschah wie im Schauspielhaus, wenn mit einmal die Lampen im Saale verlöschen; der Vorhang auseinanderrauscht; schaurig beleuchtet eine ungeahnte Szenerie sich auftut. Die Szenerie meines Lebens. Wie in einem Spiegel zeigte meine Seele sich mir selbst. Die zertretenen Gnaden von Jungend auf, bis zum letzten „Nein ” Gott gegenüber.
Mir ward zumute wie einem Mörder, dem während der Gerichtsverhandlung sein entseeltes Opfer vorgeführt wird. – Bereuen? Mich schämen?! Nie!
Aber auch auszuhalten vermochte ich es nicht unter den Augen des von mir verworfenen Gottes. So blieb nur eines, die Flucht. – Wie Kain floh vor Abels Leiche, so riss es meine Seele vor diesem Anblick des Grauens hinweg. Das war das besondere Gericht! Der unsichtbare Richter sprach: „Weiche!”
Da fuhr meine Seele wie ein schwefelgelber Schatten hinab an den Ort ewiger Qual.
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Nach dem Ende des Briefes ...
So endete Annis Brief. Die letzten Worte waren fast unleserlich. Da, was war das? In den scharfen Akzent der Zeilen, die ich zu lesen geglaubt, klang mild ein Glockenton.
Ich fuhr auf. Ich lag noch in meinem Zimmer. Das Frührot blickte durchs Fenster. Von der Pfarrkirche klang das „Aveläuten” herüber.
Also war alles nur ein Traum gewesen? – Nie fühlte ich je den Trost des „Engelgrußes”, wie nach diesem Traum. Langsam betete ich die drei „Gegrüßet”. Da wurde es mir ganz klar: An ihr musst du festhalten, an der gebenedeiten Mutter des Herrn, Maria kindlich verehren, willst du nicht das Los erleiden, das dir – wenn auch nur im Traume eine Seele geschildert, die Gott nie schauen wird.
Noch zitternd von der schrecklichen Nacht stand ich auf, kleidete mich hastig an, eilte stiegenab in die Hauskapelle. Das Herz pochte mir bis zur Kehle hinauf. Die mir zunächst knieenden wenigen Gäste sahen mich wohl an. Aber sie mochten sich denken, weil ich über die Stiege gelaufen, scheine ich so ‘erhitzt’.
Eine gütige ältere Dame aus Budapest, leidgeprüft, gebrechlich wie ein Kind, kurzsichtig, doch eifrig im Gottdienen und weitsichtig in geistlichen Dingen, meinte am Nachmittag im Garten lächelnd zu mir: „Fräulein, der Heiland will nicht im Schnellzug bedient sein”. Aber dann gewahrte sie gleich, dass etwas anderes mich bewegt hatte und noch bewegte. Begütigend fügte sie bei: „Nichts soll dich ängstigen – Sie kennen das Sprüchlein der heiligen Theresia? – Nichts dich erschrecken, Alles vergeht – Gott bleibt derselbe – Geduld erreicht alles – Wer Gott besitzt – dem kann nichts fehlen – Gott allein genügt!”
Während sie das leis und so gar nicht lehrhaft flüsterte, war mir, als lese sie in meiner Seele. „Gott allein genügt!” Ja, er soll mir genügen, hienieden und drüben. Ich will ihn dort einst besitzen, mag es hier noch so viele Opfer kosten. Ich will die Prüfungen des Erdenlebens bestehen und an der Liebe zu Gott festhalten, damit ich, Ihn immer besitze, der allein Friede, Freude und Glück ist, während alle Erdenfreuden vergehen.


(Zeugen der Wahrheit)

kath-zdw.ch/maria/brief.jenseits.html
8895
Tina 13

🙏 🙏

Janko333

Das Vertrauen - Jesus sagt zur hl. Faustyna:
„Wie sehr liebe Ich Seelen, die Mir vollkommen vertrauen - für sie tue Ich alles!
Jesus selbst offenbarte in den letzten
Jahrhunderten mystisch begnadeten Seelen
die entscheidende Bedeutung und Macht
des Gottvertrauens. Eine von ihnen ist die
verehrungswürdige italienische Kapuzinerin
Consolata Betrone (1903-1946). Über ihre
Berufung sagte der Herr: „Im Schoße der
Kirche wirst du das Vertrauen sein.“
Es war ihre Aufgabe, stellvertretend für viele
gleichgültige Seelen Jesus in allen Situationen
wie ein kleines Kind vollkommen zu vertrauen.
Er ermutigte sie: „Vertraue auf Mich, vertraue
immer! Wenn du wüsstest, wie Mich das
freut.“
Und ein anderes Mal: „Ehre Gott durch dein
Vertrauen!“
Was Adam und Eva durch ihr Misstrauen
zerstört haben, nämlich den vertrauten Umgang
mit Gott als ihrem Vater, der das Paradies
ausmachte, das kann allein das Vertrauen in
Seine Liebe wiedergutmachen. Wo ein Mensch
zur hingebungsvollen Kind-Vater-Beziehung
zurückfindet, wird etwas von den Folgen der
Erbsünde geheilt, kommt ein Stück Paradies
auf diese Erde, und am Ende seines irdischen
Lebens steht der Himmel für ihn offen. Dagegen
verletzt das „Misstrauen Mich im Innersten
des Herzens“, gesteht Jesus Consolata.
Dieses Leiden des Herrn ist leicht zu verstehen,
denn auch wir kennen den Schmerz, wenn
aufrichtige Liebe und Zuneigung mit Misstrauen
beantwortet oder sogar durch Untreue verraten
wird. Denken wir nur an die vielen seelischen
Verwundungen, die sich Ehepartner zufügen,
weil sie Gott nicht in ihre Mitte nehmen und
dann verständlicherweise unfähig sind, ihren
Egoismus zu überwinden oder einander um
Verzeihung zu bitten. Je mehr ein Mensch mit
Gott verbunden ist, umso fähiger ist er durch die
Gnade, treu zu sein, sein Wort zu halten und dem
anderen das zu geben, was er braucht. Aber auch
den Besten unter uns wird es nicht gelingen,
niemals einen anderen Menschen zu enttäuschen
oder zu verletzten, denn wir alle haben Grenzen.
Nur Gott allein liebt vollkommen. Deshalb
schreibt David im Psalm 40: „Selig der Mensch,
der sein Vertrauen auf den Herrn setzt.“ Es
ist wahrlich von entscheidender Bedeutung,
sich darüber im Klaren zu sein, wem wir unser
Vertrauen schenken und in welchem Ausmaß
wir uns ihm anvertrauen.
Die große Philosophin und Karmelheilige Edith
Stein, mit ihrem Ordensnamen Teresia Benedicta
vom Kreuz (1891-1942), kam zu dem Schluss:
„Wenn Gott mir durch den Propheten sagt,
dass Er treuer zu mir steht als Vater und Mutter, ja dass Er die Liebe selbst ist,
dann sehe ich ein, wie ‚vernünftig‘ mein Vertrauen auf den Arm ist, der mich hält.
Ich weiß mich gehalten und habe darin Ruhe und Sicherheit -
nicht die selbstgewisse Sicherheit des Mannes,
der in eigener Kraft auf festem Boden steht,
aber die süße und selige Sicherheit eines Kindes,
das von einem starken Arm getragen wird.
Oder wäre das Kind ‚vernünftig‘, das beständig in der Angst lebte,
die Mutter könne es fallenlassen?“
Eines ist sicher: wer sich Gott ausliefert, wird es nie bereuen! Denn Jesus sagt zur hl. Faustyna:
„Wie sehr liebe Ich Seelen, die Mir vollkommen vertrauen - für sie tue Ich alles!
Das Vertrauen
Das Vertrauen ist der Schlüssel
zum Herzen Gottes. Diese kindlich vertrauende
Seelenhaltung fällt uns nicht immer leicht.
Aber Jesus ermutigt die hl. Faustyna: „‚Meine
Tochter, stelle dir vor, du bist Herrscherin
über die ganze Erde und hast die Möglichkeit,
alles zu bestimmen, wie du willst. Du hast
alle Macht, Gutes zu tun, wie du willst, und
in dem Augenblick klopft an deine Tür ein
kleines, zitterndes Kind mit Tränen in den
Augen, doch mit großem Vertrauen auf deine
Güte, und bittet um etwas Brot, um nicht vor
Hunger zu sterben. Wie würdest du mit dem
Kind verfahren?‘ Ich antwortete: ‚Jesus, ich
würde ihm alles geben, worum es bittet, und
tausendmal mehr.‘ Der Herr entgegnete: ‚So
verfahre Ich mit deiner Seele.‘“ (Tagebuch Nr.
229) „Wenn dein Vertrauen groß ist, ist Meine
Freigebigkeit grenzenlos.“ (1602)
Vor allem jene, die unter der Last ihrer Schwächen
oder Fehler leiden, sollen sich nicht entmutigen
lassen. Denn Jesus sagt ihnen Seine Verzeihung
und barmherzige Liebe zu: „Eine schwache,
sündige Seele soll nicht fürchten, sich Mir zu
nahen, auch wenn sie mehr Sünden hätte, als
Sand ist auf Erden. Alles versinkt im Abgrund
Meiner Barmherzigkeit.“ (1059)
Ein überzeugender Beweis dafür ist der
rechte Schächer. Das bestätigte der Herr Sr.
Consolata Betrone: „Dismas wurden nach
einem einzigen Akt des Vertrauens auf Mich
alle seine vielen Sünden vergeben, und
noch am Tag seiner Bekehrung ging er als
Heiliger in Mein Reich ein. Daraus erkennst
du den Triumph Meiner Barmherzigkeit und
des in Mich gesetzten Vertrauens.“ Gibt es
eine schönere Frohbotschaft?
Wie sehr das Vertrauen der Zugang zu allen
Gnadenschätzen des Herzens Gottes ist,
zeigt uns in beeindruckender Weise das
Leben des hl. Ordensgründers Johannes
Bosco (1815-1888). Allein auf die Vorsehung
bauend, eröffnete er während seines Lebens
250 Häuser mit Oratorien der Salesianer in
Europa und Lateinamerika, in denen ungefähr
130 000 Jugendliche Aufnahme fanden. 6000
dieser Jugendlichen entschieden sich noch zu
seinen Lebzeiten, Priester zu werden. Man
kann nur staunen, was das Gottvertrauen dieses
Jugendapostels an Früchten hervorgebracht hat!
Eine besonderes schöne Frucht des pädagogischen
Charismas von Don Bosco ist der hl. Domenico
Savio (1842-1857), Sohn eines Schmiedes, der
als Zwölfjähriger zu den Salesianern nach Turin
kam. Sein Eifer, heilig zu werden, veranlasste so
manche seiner Kameraden, ihn nachzuahmen.
Körperlich schwach und kränklich, starb er
bereits mit 14 Jahren an Lungentuberkulose.
Am 6. Dezember 1876, fast 20 Jahre nach seinem
Tod, hatte sein geistiger Vater Don Bosco einen
für ihn sehr lehrreichen visionären Traum. Er
befand sich „am Ort der Glückseligkeit“ und
begegnete dort seinem geliebten Domenico
Savio. Dieser sprach zu ihm über den Himmel
und dann vor allem über seine Gründung. Don
Bosco sah eine riesige Schar von Jugendlichen,
die salesianische Jugend, und Domenico erklärte
ihm: „Durch dich, durch die Priester, Kleriker
und Laien deiner Ordenskongregation
sind sie gerettet worden. Zähle sie, wenn
du kannst! Es könnten jedoch tausendmal
mehr gewesen sein, wenn du größeren
Glauben und ein stärkeres Vertrauen auf
Gott hättest!“ „Dieser Tadel“, gesteht Don
Bosco, „traf mich im Innersten. Im Stillen
fasste ich sogleich den Entschluss, künftig
mit noch viel mehr Vertrauen zu leben und
zu arbeiten.“ www.familiemariens.org/html/de/pdf/131.pdf

Tina 13

🙏

Janko333

✝✝✝✝ Abtreibung ist die schwerste aller Sünden, die schrecklichste aller Sünden.Ich stand an den Pforten der Hölle - Gloria Polo - Sie wurde förmlich vom Blitz getroffen und bekam eine 2. Chance. Das wohl bedeutendste und lehrreichste Nahtoderlebnis (Die schwerste aller Sünden, ein Brandopfer an Satan ) Abtreibung ist die schwerste aller Sünden, die schrecklichste aller Sünden.
Jedes Mal, wenn das Blut eines Babys - eines Unschuldigen Kindes vergossen wird, bringen wir Satan ein Brandopfer dar und seine Macht erhöht sich mehr und mehr auf dieser Erde.
Und diese Seele schreit verzweifelt nach Hilfe - und niemand kann sie hören bzw. niemand will sie hören!
Ich wiederhole es Ihnen noch einmal: Diese Seele ist reif und erwachsen, auch wenn sie noch keinen ausgereiften und geformten Leib hat, alle Anlagen dazu sind ja schon da.
Wie im Apfelkern die Anlage zu einem großen ausladenden Apfelbaum vorhanden ist.
Der Körper muss sich erst bilden und wachsen, aber die Seele ist fertig.
Und dieser Schrei, den das junge Leben ausstößt, wenn man es tötet, lässt die Himmel erzittern.
Aber auch in der Hölle bricht ein Schrei des Triumphes los, zu vergleichen mit dem Geschrei in einem Fußballstadion, wenn ein Tor geschossen wird.
Die Hölle ist so ein Stadion, ein immenses, nicht einsehbares Terrain voll mit Dämonen, Teufeln und Unterteufeln, die wie verrückt vor Triumph schreien.
Die Dämonen haben das Blut meines Kindes über mich ausgegossen, das ich auf dem Gewissen hatte und auch das Blut jener, die ich dazu ermuntert und an-
gestiftet hatte, ebenfalls eine Abtreibung über sich ergehen zu lassen Und meine ursprünglich lichte Seele verwandelte sich in undurchdringliche Finsternis.
Nachdem ich abgetrieben hatte, verlor ich jedes Empfinden für Sünde.
Ich meinte wirklich, keine Sünden zu haben.
Aber der HERR zeigte mir noch mehr, nämlich wie man durch sogenannte "Familienplanung" weitere Abtreibungen verursacht.
Ich hatte mir eine Spirale aus Kupfer einpflanzen lassen zur Empfängnisverhütung.
Die Macht und der Einfluss, den ich mir durch mein GELD errungen hatte, haben mich dazu verführt und dazu gebracht, nicht nur eine, sondern einige - um nicht zu sagen viele - Abtreibungen zu finanzieren.
Mein Geld hat diese Abtreibungen erst möglich gemacht.
Denn ich hatte ja immer gesagt: „Die Frau hat das Recht, sich auszusuchen, wann sie schwanger bleiben will und wann nicht.
Ihr Bauch gehört nur ihr selbst!“
Und schaut nun her!
Die Macht und der Einfluss, den ich mir durch mein GELD errungen hatte, haben mich dazu verführt und dazu gebracht, nicht nur eine, sondern einige - um nicht zu sagen viele - Abtreibungen zu finanzieren.
Mein Geld hat diese Abtreibungen erst möglich gemacht.
In meinem „Buch des Lebens“ stand es schwarz auf weiß, - und es war ein großer Schmerz für mich, das hier zu sehen und endlich auch zu begreifen, in welche abscheulichen Verbrechen ich durch mein Geld mich selbst verwickelt hatte.
Es stand aber unlöschbar eingeschrieben in meinem „Buch des Lebens“.
Ein Mädchen, das gerade mal 14 Jahre alt war, habe ich dazu gebracht abzutreiben.
Und ich sage Euch. Es gibt keine Kategorie-Einteilung der Lügen. Es gibt sie nicht – weder die rosaroten, noch die dunkelgelben oder die grasgrünen Lügen. Jede Lüge ist eben eine Lüge. Und genauso wenig wie diese vorher erwähnten eingefärbten Lügen, existieren auch nicht die NOT-Lüge, oder die GEFÄLLIGKEITS-Lüge oder die Lüge aus BARMHERZIGKEIT oder die MITLEIDS-Lüge und noch so viele andere Arten, die listige Menschen unter dämonischer Anleitung zur Ausrede erfunden haben. Jede Lüge ist eben eine LÜGE. Und der Teufel ist der Vater aller Lügen, der Lügner von Anbeginn. Die Lügen, die ich mit meiner Zunge begangen hatte, waren so, so fürchterlich, einfach schrecklich. Ich konnte sehen, dass ich damit die höchst mögliche Punktezahl gewürfelt hatte.
Bei jeder Gelegenheit wie zum Beispiel beim Tratsch, den ich in die Welt setzte, wenn ich mich über andere lustig machte, oder wenn ich leichtfertig, für anderen Menschen einen bösartigen Spitznamen erfunden habe, und diesen dann aller Welt erzählte und mich jedes Mal dabei in gehässiger Art und Weise noch lustig machte. Wie sehr und wie viele habe ich dadurch verletzt, gekränkt, der Lächerlichkeit preisgegeben und verleumdet. Und das alles habe ich meinen Mitmenschen angetan. Sie können sich gar nicht vorstellen, wie so ein Spitzname, eine Person verletzen kann. Er kann dadurch Minderwertigkeitskomplexe bekommen, die ihn sein ganzes Leben lang begleiten und immer von neuem Schmerzen bereiten.
Und dann erklärte ER mir: „Weißt Du, Dein spiritueller Tod, das Absterben Deiner Seele, begann…“.
Und ich sah nun ganz deutlich: Ich war zwar noch am Leben, ich atmete noch, aber eigentlich war ich schon tot;
meine Seele war schon gestorben;
sie war erstickt.
Wenn Sie nur selbst gesehen hätten, was der „spirituelle Tod“ ist.
Was es heißt, die Seele ist abgestorben, erstickt.
Sie hätten sehen sollen, wie eine Seele aussieht, die nur mehr HASS empfindet.
www.gottliebtuns.com/news.htm
Wer ein schlechtes Leben führt, wird wohl wünschen, dass es ein Gericht, einen Himmel und eine Hölle nicht gibt.
Tatsächlich aber erwartet das Gericht nicht nur diejenigen, die daran glauben, sondern auch die anderen.
Kein Weg führt daran vorbei.
„Alle müssen wir erscheinen vor dem Richterstuhl Christi, damit ein jeder das erhalte, wofür er in seinem Leib tätig war, sei es Gutes, sei es Böses." (2 Kor 5,10)
Wenn der Augenblick des Todes unmittelbar bevorsteht, Jesus sagt: "Seid also wachsam! Denn ihr wisst weder den Tag noch die Stunde."
"Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. " www.gottliebtuns.com/letzte_dinge.htm
www.gottliebtuns.com/gebet_rosenkranz.htm
Wissen Sie, wer und wie GOTT, unser aller VATER, ist? Er steht wie ein Bettler am Rand unseres Lebensweges. Und wie ein Bettler eben fleht ER uns immer wieder an, läuft uns nach, ist oft auch lästig;
ER weint und sucht unser versteinertes Herz zu erweichen, und ER ist traurig bis in SEIN Heiligstes Herz hinein, wenn ER so oft erleben muss, wie wir IHM nur die kalte Schulter zeigen und IHN einfach nicht beachten, oder auch nur so tun, als würden wir IHN nicht bemerken. ER erniedrigt sich so oft und so vielfach – genau so wie ER sich am Kreuz erniedrigt hat – nur um zu erreichen, dass wir uns bekehren und unsere Leben ändern, zu IHM ins Vaterhaus zurückkehren.
Viele Heilige haben behauptet, übernatürliche Visionen der Hölle gehabt zu haben.
Anna Katharina Emmerich sagte: „Niemand konnte das ohne Zittern sehen.“
Sie war eine Mystikerin, die Visionen aller möglichen geistigen Dinge gehabt hatte.
Hier ist ein Auszug aus einer ihrer Höllenvisionen:„Das Äußere der Hölle war entsetzlich und schrecklich;
es war ein ungeheures, schwer aussehendes Gebäude, und der Granit, aus dem es gebildet war, obwohl schwarz, war von metallischer Helligkeit;
und die dunklen und schwerfälligen Türen waren mit solch schrecklichen Schrauben gesichert, dass niemand sie ohne Zittern sehen konnte.
Tiefes Stöhnen und Schreie der Verzweiflung konnten deutlich unterschieden werden, sogar während die Türen fest geschlossen waren;
aber, ach, wer kann die schrecklichen Rufe und Schreie beschreiben, die auf das Ohr stießen, als die Bolzen entfesselt wurden und die Türen aufgestoßen;
und, ach, wer kann das melancholische Aussehen der Bewohner dieses elenden Platzes darstellen!
in Hölle gibt es ewige Szenen der erbärmlichsten Zwietracht und jede Sorte von Sünde und Korruption, entweder unter den schrecklichsten Formen, die man sich vorstellen kann, oder durch verschiedene Arten von schrecklichen Qualen dargestellt.
Mit einem Wort, die Hölle ist der Tempel der Angst und Verzweiflung“
Im Jahre 1868 hatte Sankt Don Bosco einen Traum von der Hölle:
O mein Jesus, ich wäre lieber in Todesangst bis zum Ende der Welt, inmitten der größten Leiden, als dich durch die geringste Sünde zu beleidigen.“
Ich, Schwester Faustina, habe durch die Anordnung Gottes die Abgründe der Hölle besucht, damit ich Seelen davon erzählen und ihre Existenz bezeugen kann.
Schwester Lucia von Fatima sagte: „Diese Vision dauerte nur einen Augenblick, dank unserer guten himmlischen Mutter, die bei der ersten Erscheinung versprochen hatte, uns zum Himmel zu bringen.
Ohne das glaube ich, daß wir vor Terror und Angst gestorben wären.“
Mögen wir uns alle auf die Barmherzigkeit Gottes in Christus werfen und so etwas vermeiden, das diesen Schilderungen nahe kommt, und stattdessen die Ewigkeit in der Vereinigung mit Gott im Himmel verbringen.
Pater Pio wurde einmal gefragt, was er von Menschen, die nicht an die Hölle glauben, denkt.
Er antwortete klugerweise: „Sie werden sehr gut an die Hölle glauben, wenn sie dort ankommen.“
Gott will, dass wir alle mit ihm im Himmel für alle Ewigkeit verbunden sind.
Doch in den Evangelien sprach Jesus oft von der Hölle und der ewigen Bestrafung und sprach von einem Ort der äußersten Finsternis, wo das Weinen und Zähneknirschen sein wird und der ewigen Bestrafung der Ungehorsamen und Ungläubigen, die zu seiner Linken im Gericht gestellt wurden, und er wird sagen zu ihnen: Weiche von mir, du verfluchte Seele, in das ewige Feuer, das für den Teufel und seine Engel bereitet ist.
Wir werden mit dem Zeugnis des seligen Richard, einem franziskanischen Priester beginnen, der im Jahre 1622 auf dem Scheiterhaufen in Nagasaki in Japan verbrannt wurde.
Wir werden mit dem Zeugnis des seligen Richard, einem franziskanischen Priester beginnen, der im Jahre 1622 auf dem Scheiterhaufen in Nagasaki in Japan verbrannt wurde. Diese berühmte Erscheinung einer verdammten Seele, die wir erzählen, wurde vom seligen Richard bestätigt als der Hauptgrund, der ihn dazu veranlasste, den Franziskanern beizutreten.
Während der selige Richard 1604 in Brüssel lebte, gab es zwei junge Studenten, die anstatt zu studieren, nur daran dachten, wie man in Lust und Sünde leben könne. Eines Abends, als sie gegangen waren, um der Sünde in einem Haus der Prostitution zu frönen, verließ einer der beiden nach einiger Zeit den Ort und ließ seinen Gefährten in der Sünde hinter sich zurück.
Als er nach Hause kam, war er im Begriff, sich ins Bett zu legen, als er sich daran erinnerte, dass er an diesem Tag die wenigen Ave Marias nicht rezitiert hatte, die er seit der Kindheit jeden Tag zu Ehren der Heiligen Jungfrau sagen wollte. Als er vom Schlaf überwältigt wurde, war es für ihn sehr schwer, die kurzen Gebete zu rezitieren; aber er bemühte sich und sagte sie, obgleich ohne Hingabe; dann schlief er fest. Nicht lange danach hörte er plötzlich ein unhöfliches Klopfen an der Tür; und unmittelbar danach sah er vor ihm seinen Begleiter, entstellt und abscheulich. Wer bist du? sagte er zu ihm. Was, kennst du mich nicht? antwortete der unglückliche Jugendliche. Aber wie bist du so verändert? Du siehst aus wie ein Teufel! - Oh, erbarme dich meiner, denn ich bin verdammt! - Wie ist das? - Nun, wisse, dass nach dem Verlassen dieses verfluchten Hauses ein böser Mensch mich ansprang und mich erwürgte, mein Körper ist mitten auf der Straße geblieben, und meine Seele ist in der Hölle, und wisse, daß dieselbe Züchtigung dich erwartet hat. Die Jungfrau bewahrte dich davor, dank deiner Praxis, jeden Tag die drei Ave Marias zu ihrer Ehre zu rezitieren, und gesegnet seid ihr, wenn ihr wisst, wie ihr von diesen Informationen profitieren könnt, die die Mutter Gottes euch durch mich gibt.
Während er diese Worte vervollständigte, öffnete die verdammte Seele ihr Gewand, ließ die Flammen und bösen Geister, die ihn zu sehen pflegten, verschwinden. Dann warf der junge Mann, unkontrolliert schluchzend, sein Gesicht auf den Boden und betete für eine lange Zeit und dankte der Heiligen Jungfrau Maria, seiner Erlöserin. Jetzt, während er auf diese Weise betete, begann er darüber nachzudenken, was er tun sollte, um sein Leben zu ändern, und in diesem Augenblick hörte er die Glocke im Franziskanerkloster.
In diesem Augenblick rief er aus: So ist es dort, wo Gott mich zur Buße ruft.
Sehr früh am nächsten Morgen ging er zum Kloster und bat den Vater Wächter, ihn zu empfangen. Der Vater Wächter, der sich seines schlechten Lebens bewusst war, war überhaupt nicht daran interessiert, ihn aufzunehmen. Der junge Student, der einen Strom von Tränen vergoss, erzählte ihm alles, was geschehen war. Der gute Priester sandte sogleich zwei Ordensleute auf die angegebene Straße und fand dort den Leichnam des elenden Jünglings. Der junge Mann wurde bald als ein Postulant unter den Brüdern zugelassen, die er bald durch ein Leben erbaute, das völlig der Buße und Wiedergutmachung gewidmet war. Es waren diese schrecklichen Tatsachen, die einen tiefen Akkord sowohl der heiligen Furcht vor der Hölle als auch der Hingabe an die gesegnete Jungfrau Maria in dem seligen Richard bewirkten, so dass er sich auch sofort ganz Gott und der seligen Jungfrau Maria im selben Orden zu weihen beschloss, wie es der junge, von Maria so wunderbar geschützte Schüler, gerade empfangen hatte.
josef-maria-von-der-ewigen-weisheit.blogspot.com/…/die-gottliche-k…
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Das Vertrauen - Jesus sagt zur hl. Faustyna:
„Wie sehr liebe Ich Seelen, die Mir vollkommen vertrauen - für sie tue Ich alles!
Jesus selbst offenbarte in den letzten
Jahrhunderten mystisch begnadeten Seelen
die entscheidende Bedeutung und Macht
des Gottvertrauens. Eine von ihnen ist die
verehrungswürdige italienische Kapuzinerin
Consolata Betrone (1903-1946). Über ihre
Berufung sagte der Herr: „Im Schoße der
Kirche wirst du das Vertrauen sein.“
Es war ihre Aufgabe, stellvertretend für viele
gleichgültige Seelen Jesus in allen Situationen
wie ein kleines Kind vollkommen zu vertrauen.
Er ermutigte sie: „Vertraue auf Mich, vertraue
immer! Wenn du wüsstest, wie Mich das
freut.“
Und ein anderes Mal: „Ehre Gott durch dein
Vertrauen!“
Was Adam und Eva durch ihr Misstrauen
zerstört haben, nämlich den vertrauten Umgang
mit Gott als ihrem Vater, der das Paradies
ausmachte, das kann allein das Vertrauen in
Seine Liebe wiedergutmachen. Wo ein Mensch
zur hingebungsvollen Kind-Vater-Beziehung
zurückfindet, wird etwas von den Folgen der
Erbsünde geheilt, kommt ein Stück Paradies
auf diese Erde, und am Ende seines irdischen
Lebens steht der Himmel für ihn offen. Dagegen
verletzt das „Misstrauen Mich im Innersten
des Herzens“, gesteht Jesus Consolata.
Dieses Leiden des Herrn ist leicht zu verstehen,
denn auch wir kennen den Schmerz, wenn
aufrichtige Liebe und Zuneigung mit Misstrauen
beantwortet oder sogar durch Untreue verraten
wird. Denken wir nur an die vielen seelischen
Verwundungen, die sich Ehepartner zufügen,
weil sie Gott nicht in ihre Mitte nehmen und
dann verständlicherweise unfähig sind, ihren
Egoismus zu überwinden oder einander um
Verzeihung zu bitten. Je mehr ein Mensch mit
Gott verbunden ist, umso fähiger ist er durch die
Gnade, treu zu sein, sein Wort zu halten und dem
anderen das zu geben, was er braucht. Aber auch
den Besten unter uns wird es nicht gelingen,
niemals einen anderen Menschen zu enttäuschen
oder zu verletzten, denn wir alle haben Grenzen.
Nur Gott allein liebt vollkommen. Deshalb
schreibt David im Psalm 40: „Selig der Mensch,
der sein Vertrauen auf den Herrn setzt.“ Es
ist wahrlich von entscheidender Bedeutung,
sich darüber im Klaren zu sein, wem wir unser
Vertrauen schenken und in welchem Ausmaß
wir uns ihm anvertrauen.
Die große Philosophin und Karmelheilige Edith
Stein, mit ihrem Ordensnamen Teresia Benedicta
vom Kreuz (1891-1942), kam zu dem Schluss:
„Wenn Gott mir durch den Propheten sagt,
dass Er treuer zu mir steht als Vater und Mutter, ja dass Er die Liebe selbst ist,
dann sehe ich ein, wie ‚vernünftig‘ mein Vertrauen auf den Arm ist, der mich hält.
Ich weiß mich gehalten und habe darin Ruhe und Sicherheit -
nicht die selbstgewisse Sicherheit des Mannes,
der in eigener Kraft auf festem Boden steht,
aber die süße und selige Sicherheit eines Kindes,
das von einem starken Arm getragen wird.
Oder wäre das Kind ‚vernünftig‘, das beständig in der Angst lebte,
die Mutter könne es fallenlassen?“
Eines ist sicher: wer sich Gott ausliefert, wird es nie bereuen! Denn Jesus sagt zur hl. Faustyna:
„Wie sehr liebe Ich Seelen, die Mir vollkommen vertrauen - für sie tue Ich alles!
Das Vertrauen
Das Vertrauen ist der Schlüssel
zum Herzen Gottes. Diese kindlich vertrauende
Seelenhaltung fällt uns nicht immer leicht.
Aber Jesus ermutigt die hl. Faustyna: „‚Meine
Tochter, stelle dir vor, du bist Herrscherin
über die ganze Erde und hast die Möglichkeit,
alles zu bestimmen, wie du willst. Du hast
alle Macht, Gutes zu tun, wie du willst, und
in dem Augenblick klopft an deine Tür ein
kleines, zitterndes Kind mit Tränen in den
Augen, doch mit großem Vertrauen auf deine
Güte, und bittet um etwas Brot, um nicht vor
Hunger zu sterben. Wie würdest du mit dem
Kind verfahren?‘ Ich antwortete: ‚Jesus, ich
würde ihm alles geben, worum es bittet, und
tausendmal mehr.‘ Der Herr entgegnete: ‚So
verfahre Ich mit deiner Seele.‘“ (Tagebuch Nr.
229) „Wenn dein Vertrauen groß ist, ist Meine
Freigebigkeit grenzenlos.“ (1602)
Vor allem jene, die unter der Last ihrer Schwächen
oder Fehler leiden, sollen sich nicht entmutigen
lassen. Denn Jesus sagt ihnen Seine Verzeihung
und barmherzige Liebe zu: „Eine schwache,
sündige Seele soll nicht fürchten, sich Mir zu
nahen, auch wenn sie mehr Sünden hätte, als
Sand ist auf Erden. Alles versinkt im Abgrund
Meiner Barmherzigkeit.“ (1059)
Ein überzeugender Beweis dafür ist der
rechte Schächer. Das bestätigte der Herr Sr.
Consolata Betrone: „Dismas wurden nach
einem einzigen Akt des Vertrauens auf Mich
alle seine vielen Sünden vergeben, und
noch am Tag seiner Bekehrung ging er als
Heiliger in Mein Reich ein. Daraus erkennst
du den Triumph Meiner Barmherzigkeit und
des in Mich gesetzten Vertrauens.“ Gibt es
eine schönere Frohbotschaft?
Wie sehr das Vertrauen der Zugang zu allen
Gnadenschätzen des Herzens Gottes ist,
zeigt uns in beeindruckender Weise das
Leben des hl. Ordensgründers Johannes
Bosco (1815-1888). Allein auf die Vorsehung
bauend, eröffnete er während seines Lebens
250 Häuser mit Oratorien der Salesianer in
Europa und Lateinamerika, in denen ungefähr
130 000 Jugendliche Aufnahme fanden. 6000
dieser Jugendlichen entschieden sich noch zu
seinen Lebzeiten, Priester zu werden. Man
kann nur staunen, was das Gottvertrauen dieses
Jugendapostels an Früchten hervorgebracht hat!
Eine besonderes schöne Frucht des pädagogischen
Charismas von Don Bosco ist der hl. Domenico
Savio (1842-1857), Sohn eines Schmiedes, der
als Zwölfjähriger zu den Salesianern nach Turin
kam. Sein Eifer, heilig zu werden, veranlasste so
manche seiner Kameraden, ihn nachzuahmen.
Körperlich schwach und kränklich, starb er
bereits mit 14 Jahren an Lungentuberkulose.
Am 6. Dezember 1876, fast 20 Jahre nach seinem
Tod, hatte sein geistiger Vater Don Bosco einen
für ihn sehr lehrreichen visionären Traum. Er
befand sich „am Ort der Glückseligkeit“ und
begegnete dort seinem geliebten Domenico
Savio. Dieser sprach zu ihm über den Himmel
und dann vor allem über seine Gründung. Don
Bosco sah eine riesige Schar von Jugendlichen,
die salesianische Jugend, und Domenico erklärte
ihm: „Durch dich, durch die Priester, Kleriker
und Laien deiner Ordenskongregation
sind sie gerettet worden. Zähle sie, wenn
du kannst! Es könnten jedoch tausendmal
mehr gewesen sein, wenn du größeren
Glauben und ein stärkeres Vertrauen auf
Gott hättest!“ „Dieser Tadel“, gesteht Don
Bosco, „traf mich im Innersten. Im Stillen
fasste ich sogleich den Entschluss, künftig
mit noch viel mehr Vertrauen zu leben und
zu arbeiten.“ www.familiemariens.org/html/de/pdf/131.pdf

Tina 13

🙏

Tina 13

"Jetzt erweist er sich uns barmherzig, indem er uns nicht zwingt, ihm näherzutreten, als eben in diesem entfernten Höllenort, was die Qual verringert. Jeder Schritt Gott näher verursachte mir größere Pein als dir ein Schritt näher einem brennenden Scheiterhaufen. ..."

Tina 13

"Die verdammten Katholiken leiden mehr als Andersgläubige, weil sie meist mehr Licht und Gnade empfingen und zertraten. Wer mehr gewußt hat, leidet härter, als wer weniger erkannte. Wer aus Bosheit gesündigt, leidet schärfer, als wer aus Schwäche fiel. Aber keiner leidet mehr, als er es verdient hat. ..."

Ein weiterer Kommentar von Tina 13
Tina 13

An alle Bewohner der Erde